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Bedeutendstes Bauwerk an der Strecke ist der Kaiser-Wilhelm-Tunnel zwischen Cochem und Ediger-Eller, der den Umweg durch den Cochemer Krampen verkürzt. Das Bauwerk war mit 4203 m Länge lange Zeit der längste Eisenbahntunnel in Deutschland. Während des bis in die siebziger Jahre währenden Dampflokbetriebes bereitete der Tunnel immer wieder große Probleme mit der Beseitigung der im Tunnel verbliebenen Rauchgase, die je nach Witterungslage überhaupt nicht abzogen und einen „Pfropfen“ aus Rauch bildeten, der vor allem das Personal auf den Lokomotiven gefährdete. Erst der Einbau einer Ventilatoranlage sowie eines 230 m tiefen und 4 m durchmessenden Kamines vom Tunnel an die Erdoberfläche konnte die Gefahr beseitigen. Nach der Elektrifizierung der Moselbahn wurde die Lüftungsanlage entbehrlich und wurde daher stillgelegt.
Eine weitere technische Besonderheit der Strecke ist die doppelstöckige Brücke bei Bullay, die gleichermaßen von der Eisenbahn und vom Straßenverkehr genutzt werden kann. Bei Pünderich befindet sich dann noch mit 786 m Länge der längste Hangviadukt Deutschlands.
Die Moselbahn quert über die Gülser Eisenbahnbrücke das letzte Mal die Mosel und endet in Koblenz mit der Einmündung in die linke Rheinstrecke.
Die Strecke hat heute trotz ihrer militärischen Abstammung eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung für die Region einschließlich Frankreich und das Großherzogtum Luxemburg. Sie wird genauso von Güterzügen befahren wie auch von den Regionalzügen (RegionalBahn und RegionalExpress; es gelten die Tarife der Verkehrsverbünde Verkehrsverbund Rhein-Mosel und Verkehrsverbund Region Trier) und von den InterCity und InterCityExpress Fernzügen.
Da die Moseltalbahn durch viele bekannte Weinbauorte an der Mosel verlief (unter anderem Bernkastel, Trarbach und Zell), wurde sie im Volksmund auch als „Saufbähnchen“ bezeichnet – „Bähnchen“ auch deshalb, weil sie ein relativ langsames Verkehrsmittel war: 1907 dauerte eine Fahrt entlang der ganzen Strecke vier Stunden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h entspricht. Aus Kostengründen wurde die Strecke zwischen 1961 und 1968 schrittweise stillgelegt. Die Moselbahn Verkehrsbetriebsgesellschaft mbH als Nachfolgerin der Moselbahn AG betreibt noch entlang der Mosel eine Busverbindung von Trier bis Bullay mit einigen Verzweigungen im Verkehrsverbund Region Trier.
Bis auf einige repräsentative Bahnhofsgebäude (zum Beispiel in Bernkastel) ist nichts mehr von der Strecke erhalten. In der Kürenzer Straße nahe dem Trierer Hauptbahnhof ist heute noch ein Bahngleis zu erkennen. (Auf diesem Weg führte die Bahnstrecke nach Trier-Nord an die Mosel.) Vielerorts findet der verwirrte Besucher noch eine Bahnhofstraße, obwohl es weit und breit keinen Bahnhof mehr gibt. Außerdem tragen einige Bahnhöfe an der linksseitigen Strecke heute noch die damals zur Unterscheidung eingeführten Namen mit dem Zusatz „DB“ für „Deutsche (Bundes-)Bahn“, z.B. „Schweich (DB)“, wenn es für denselben Ort auch einen Bahnhof auf der rechtsseitigen Strecke gab.
Eine weitere Planung (schon vor dem Ersten Weltkrieg) sah vor, durch zwei weitere Gleise für die Moselstrecke einen besseren Anschluss der Saarindustrie ins Reichsgebiet zu schaffen. Trier und Ehrang sollten für den Güterverkehr umgangen werden. 1917 begannen die Bauarbeiten für einen ca. 600 m langen massiven Viadukt in Betonbauweise mit Natursteinverblendung direkt am nördlichen Moselufer bei Quint. Bei Schweich sollte die Umgehungsbahn dann wieder in die bestehende Trasse einmünden. Erst Anfang der 1920er Jahre wurde das die Landschaft dominierende Bauwerk fertig gestellt. Die Eisenbahnstrecke wurde allerdings nie realisiert. Der Viadukt existierte bis 1979. Sein Abrissmaterial wurde zum Straßenbau der erweiterten Bundesstraße 53 verwendet.
Bahnstrecke in Rheinland-Pfalz | Ehemalige Bahngesellschaft | Eisenbahntunnel
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