Der Morvan ist ein Granitmassiv in der Region Burgund (Bourgogne) im östlichen Frankreich. Er erstreckt sich über die Départements Yonne, Saône-et-Loire, Nièvre und Côte-d'Or.
Naturraum
Die Region des Morvan gehört geologisch zum
Massif Central und wird auch als
La montagne noire ("Schwarzes Gebirge") bezeichnet. Dieser Name rührt von den dichten Mischwäldern und den großen Heideflächen, die hauptsächlich von
Farn und
Ginster geprägt sind.
Seit 1970 schützt der Parc Naturel Régional du Morvan die dünn besiedelte, an seltener Flora und Fauna reiche Region. Rotwild, Mufflon, Fasan, Rebhuhn, Auerhahn, Dachs, Fuchs, Wildkatze, Bussard und Habicht bevölkern die Wälder und Heideflächen des Mittelgebirges.
Die höchste Erhebung des Morvan und damit auch von Burgund ist der 901 m hohe Mont Haut-Folin.
Zahlreiche Flüsse der Region entspringen im Morvan, so Yonne, Arroux und Cousin. Daher ist der Morvan auch ein bedeutendes Trinkwasserreservoir. Mehrere Mineralquellen, wie in Saint-Honoré-les-Baines, und einige Stauseen, wie der Lac de Saint-Agnan, der Lac des Settons und das Stauwerk Barrage de Pannesière-Chaumard weisen darauf hin. Beide Stauseen sind ursprünglich zur Wasserregulierung der burgundischen Kanäle, unter anderem des Canal de Bourgogne, angelegt worden.
Geschichte und Besiedlung
Der Morvan war stets eine dünn besiedelte Region und von Armut geprägt. Die Bevölkerung lebte von karger
Landwirtschaft und die Männer arbeiteten als Holzfäller und Flößer auf den zahlreichen Flüssen der Region. Die Frauen verdienten ihren Lebensunterhalt als
Ammen, denen die öffentliche
Fürsorge Les petits Paris, Waisenkinder aus
Paris, anvertraute. Im
Mittelalter gründeten die großen Abteien der Region, wie
Cluny,
Fontenay und
Cîteaux,
Klausen und Kapellen im Morvan, die bald zu geistlichen Zentren der Region avancierten, so z.B. die
Abbaye De La Pierre-Qui-Vire, die noch heute bewirtschaftet wird.
Kulturdenkmäler
Bedeutsam für die Erschließung der keltischen Geschichte sind die internationalen Ausgrabungen von Oppidum
Bibracte auf dem
Mont Beuvray (800 m) bei
Saint-Léger-sous-Beuvray.
In einem Ende der 90er Jahre geschaffenen, baulich und didaktisch ansprechendem, Museum werden keltische Exponate und neuste Ergebnisse des Ausgrabungsverlaufs dargestellt. Die archäologischen Ausgrabungen und die Erschließung von Oppidum Bibracte, die ohne die Förderung von
Mitterrand (der Bürgermeister von
Château-Chinon war), nur schwer möglich gewesen wären, können auf dem Mont Beuvray aktiv nachvollzogen werden. Zentrum der Archäologen ist das Dorf
Glux-en-Glenne. Für Archäologie- Studenten und Jugendgruppen sind Praktika möglich. Die Stadt
Autun (das einstige
Augustodunum) als römisches Pendant zu Bibracte, Partnerstadt von
Ingelheim in Rheinhessen, ist ein Oberzentrum mit entsprechender Infrastruktur.
Bedeutende Orte der Region
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