Morlaix (Montroulez auf Bretonisch) ist eine Stadt im Westen Frankreichs im Département Finistère in der Region Bretagne. Die Stadt hat etwa 16.000 Einwohner (1999).
Geografie
Morlaix liegt zwischen Meereshöhe und 104 m auf durchschnittlich 61 m ü.
NN im Norden des Départements
Finistère an der sehr schmalen und langgezogenen Mündung des gleichnamigen Flusses in die Bucht von Morlaix.
Nachbarorte
Carantec
Kanton
Canton de Morlaix(Position).png
Morlaix ist Hauptort (
chef-lieu) des gleichnamigen Kantons mit insgesamt 25736 Einwohnern (1999).
Zum Kanton gehören die Gemeinden
Geschichte
Sowohl der bretonische als auch der französische Name der Stadt weisen auf die lateinische Bezeichnung des Ortes
Mons Relaxus zurück.
Morlaix neuzeitliche Bedeutung gründet vor allem auf seinem Seehafen, der unter anderem für die Französische Westindien-Kompanie ein wichtiger Anlaufpunkt war. Die im 18. Jahrhundert errichtete, "Ferme" genannte Tabakfabrik war mit ihrem Handelsmonopol ein weiterer wichtiger Baustein des wirtschaftlichen Aufschwunges der Stadt, ließ aber auch den Tabakschmuggel aus England aufblühen.
Partnerstädte
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Der Hochgeschwindigkeitszug
TGV durchfährt Morlaix auf dem Weg von
Paris nach
Brest.
Der Flughafen Morlaix Ploujean liegt in der Gemarkung der Stadt Morlaix.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Das Stadtbild wird von einem weithin sichtbaren, 58 m hohen und 285 m langen Eisenbahnviadukt geprägt, das 1864 errichtet wurde um die Bahnverbindung von Paris nach Brest fertigzustellen. Heute verwendet der TGV die Trasse.
- Die Altstadt mit zahlreichen mir Erkern geschmückten Häusern spiegelt den Reichtum der Stadt wieder. Bemerkenswert ist die Bauweise der Laternenhäuser, Gebäude, die um einen oben verglasten Innenhof herum errichtet wurden. Zu den Laternenhäusern zählt das Maison de la Reine Anne, ein dreistöckiges Haus, das zu Beginn des 16. Jahrhunderts Anne de Bretagne als Wohnsitz gedient haben soll. Die Fassade ist mit Ornamenten und Heiligenstatuen reich verziert. Die oberen Stockwerke, die die über die darunterliegenden herausragen, sind über eine Wendeltreppe im Innenhof zu erreichen, die sich im Stil der Renaissance um ein aus einem Stück geschnitztes, reich verziertes Mittelstück erhebt.
- Die Grand Rue, heute Fußgängerzone, war die Hauptstraße des alten Handelsortes. Heute mischen sich alte Häuser und moderne Geschäfte. Weiter in Richtung Viadukt erreicht man den Place des Otages der an die im Krieg von deutschen Soldaten getöteten Bretonen erinnert.
- Die Kirche Saint-Mélaine (15. Jahrhundert) wurde im Flamboyantstil errichtet. Bei Bombardierungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg nahm die Kirche schweren Schaden, wurde aber wieder aufgebaut. Bemerkenswert ist das Orgelgehäuse, das noch aus dem 17. Jahrhundert stammt.
- Die Gemeindekirche Saint-Mathieu wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Aus dieser Zeit ist jedoch nur noch der Turm erhalten. Nach langdauerendem Verfall wurde die Kirche Anfang des 19. Jahrhunderts komplett restauriert. Sehenswert ist eine aufklappbare Marienstatue, deren Inneres die Dreifaltigkeit darstellt.
- Die ehemalige Tabakmanufaktur "Ferme" entstand im 19. Jahrhundert.
- Das Château du Taureau aus dem 16. Jahrhundert in der Bucht von Morlaix wurde nach grundlegender Restauration 2006 wieder für Besucher geöffnet.
Museen
- Das Stadtmuseum Musée des Jacobins zeigt neben thematisch wechselnden Ausstellungen ständig Exponate zur Geschichte von Stadt, Landschaft und Kultur.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
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