Leuenberger_Langnau.JPG Moritz Leuenberger (* 21. September 1946 in Biel), heimatberechtigt in Rohrbach, ist ein Schweizer Politiker (SP), Rechtsanwalt und Ehrendoktor der Universität Udine. Er amtiert im Jahr 2006 als Bundespräsident.
Von 1979 bis zu seiner Wahl in den Bundesrat 1995 war Leuenberger Nationalrat. In dieser Zeit war er von 1989 – 1990 Präsident der parlamentarischen Untersuchungskommission EJPD (PUK 1).
Von 1986 bis 1991 war er Präsident des Schweizerischen Mieterverbandes.
In den Jahren 1991 bis 1995 war er im Regierungsrat des Kantons Zürich und leitete die Direktionen des Innern und der Justiz.
Er war Bundespräsident im Jahr 2001 und Vizepräsident im Jahr 2000. Zudem ist er der Vizepräsident im Jahr 2005, und wurde am 7. Dezember 2005 für eine zweite Amtszeit im Bundespräsidentenamt im Jahr 2006 gewählt.
Der Staatsvertrag wurde sowohl vom Schweizer Parlament, dem die Vereinbarung zu weit ging, als auch vom deutschen Bundesrat, dem der Vertrag zuwenig weit ging, abgelehnt. Auch die Bewohner der Südgemeinden des Flughafens wehrten sich massiv gegen den Vertrag. Leuenberger warnte vergeblich davor, die Vereinbarung abzulehnen, weil sich die Situation für die Schweizer Flughafenanrainer nach einem "juristischen Hosenlupf" mit Deutschland nur noch mehr verschlimmern könnte.
Nach dem Scheitern des Staatvertrages ergriff Deutschland einseitige Massnahmen und beschränkte die Anflüge über deutsches Gebiet in stärkerem Ausmass, als vom Staatsvertrag vorgesehen gewesen wäre. Leuenberger unterzeichnete daraufhin ohne Ermächtigung des Parlamentes ein "Zusatzprotokoll", das die Einführung von Südanflügen über das am dichtesten besiedelte Gebiet des Kantons Zürich ermöglichte.
Viele Bewohner dieser Südgemeinden machen Leuenberger für die heutige Anflugsituation direkt verantwortlich. Er zeige kein Interesse am Flugverkehr und habe ohne Berücksichtigung schweizerischer Interessen den Staatsvertrag mit Deutschland ausgehandelt. Die Südanflüge seien nach dem Raumplanungsgesetz illegal; eine Ansicht, die auch von vielen Juristen geteilt wird. Das neue provisorische Flugregime und der zukünftige Betrieb sind in der Region jedenfalls hart umstritten. In einem partizipativen Prozess ("SIL-Prozess") und im Gespräch mit Deutschland wird zurzeit um Lösungen gerungen.
Das dem UVEK angehörige Bundesamt für Zivilluftfahrt hat die Flugsicherungsdienste der Firma Skyguide übertragen. Diese befindet sich wiederum im Besitz des Bundes. Zu weltweit trauriger Berühmtheit gelangte Skyguide durch den Flugzeugzusammenstoss über dem Bodensee bei Überlingen. Moritz Leuenberger hat eine politische Verantwortung dafür abgelehnt.
Für seinen Vorschlag, die Mehrheitsbeteiligung an der Swisscom aufzugeben, wurde Bundesrat Moritz Leuenberger von seiner eigenen Partei kritisiert. Damit läute er das »Ende des Service public« ein, hiess es.
Moritz Leuenberger war Erstunterzeichner des «Demokratischen Manifests». Er bewegte sich damals als SP-Präsident im Umfeld von Bernhard Rambert (Stürm-Verteidiger) und Theo Pinkus. Dazu gehörten u.a. Hansjörg Braunschweig, Niklaus Meienberg, Jürg Frischknecht, Doris Morf, Adolf Muschg, die Partei der Arbeit und zahlreiche weitere Prominenz.
Er wurde 1993 als Justizminister des Kantons Zürich für den Sexualmord an der Pfadiführerin Pasquale Brumann durch einen im Hafturlaub befindlichen Sexualstraftäter politisch mitverantwortlich gemacht. In einem umstrittenen Gerichtsprozess wurden die für die Erteilung des Hafturlaubs verantwortlichen Personen freigesprochen. Der Kanton Zürich zahlte den Angehörigen trotzdem eine Entschädigung. Moritz Leuenberger lehnt bis heute eine Mitverantwortung ab.
Moritz Leuenberger hat die Ehrendoktorwürde der Universität Udine erhalten - für die Vision einer Verschiebung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene.
Mann | Politiker (Schweiz) | Bundesrat für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Schweiz) | SP-Mitglied | Geboren 1946
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