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Die Morgan Motor Company wurde 1910 von H. F. S. Morgan (* 1881 in Stoke Lacy Rectory, Hereford, † 1959) in Malvern Link, unweit von Great Malvern in den Malvern Hills, West Midlands, gegründet.

Zunächst wurden dreirädrige Fahrzeuge gebaut, mit Motor und zwei gelenkten Rädern vorne und einem angetriebenen Hinterrad. Im Laufe der Jahre wurde eine große Modellpalette gebaut: "Einfache" Zweisitzer, auch Viersitzer, sogar Lieferwagen mit Kastenaufbau. Bis 1934 gab es ausschließlich Zweizylinder-Motoren verschiedener Hersteller, teils in luft- teils in wassergekühlter Ausführung. Bekannt sind die JAP-Motoren, aber auch Matchless und Anzani. Berühmt-berüchtigt waren die Sport- und Rennversionen. So erreichte bereits 1928 ein Threewheeler auf der Brookland-Rennstrecke eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Ab 1934 kam ergänzend die F-Baureihe hinzu (F=Ford-Motor, ein Vierzylinder-Reihenmotor) mit völlig anderer Karosserieform (quasi als Vorgänger der vierrädrigen Baureihe), auch als Zweisitzer, Viersitzer und in einer Sportversion. Der letzte "Threewheeler" wurde 1952 produziert.

Der erste Prototyp des vierrädrigen Automobils wurde 1935 getestet. Die Serienproduktion des Modells 4/4 (Vierzylinder, vier Räder) begann 1936. Dieses Modell wird noch heute gebaut, zwar ein wenig modifiziert, aber konzeptionell nahezu unverändert. Hauptsächlich wurden bei Modellwechseln mehrmals modernere Motoren und Getriebe verbaut, um den aktuell geltenden Gesetzen und Zulassungsbestimmungen entsprechen zu können. Der 4/4 ist damit das bis heute am längsten in Serie gebaute Fahrzeug der Welt.

Das sogenannte Drophead Coupé war eine eigenständige Karosserieform, gebaut von 1938 bis 1968. Kennzeichnend war die mit einem starren Scheibenrahmen versehene Windschutzscheibe, das fest am Aufbau montierte klappbare Verdeck, hochgezogene Türen mit festen Scheibenrahmen und Schiebescheiben. Auch dieses Modell wurde in verschiedenen Varianten gebaut: als 4/4, +4, 4-4, auch ein 4-sitziges Drophead Coupe wurde gebaut, von letzterem Modell 52 oder 53 Exemplare.

1969 wurde als zweite Baureihe der +8 (oder Plus 8) mit dem damals neu erschienenen Rover-V8-Motor mit einem Hubraum von 3.5 Litern und einer Leistung von etwa 150 PS eingeführt. Bei einem Fahrzeuggewicht von etwa 900 Kilo (Leergewicht) ergaben sich für die damalige Zeit sensationelle Fahrleistungen, ein wahres Beschleunigungs- und Durchzugswunder war geboren, das bis zuletzt mit den meisten Sportwagen in diesen Disziplinen mithalten konnte. Dieses Modell wurde mit Hubräumen von 3.5 Liter (Vergaser etwa 150 PS, von 1968/69 bis 1987, Einspritzer etwa 190 PS, von 1984 bis 1990), 3.9 Liter (Einspritzer, etwa 190 PS, von 1990 bis 2004) und 4.6 Liter (Einspritzer, stark variierende Leistungsangaben von etwa 190 PS bis etwa 226 PS, von 1998 bis 2001) produziert. Seit der Einstellung der V8-Produktion durch Rover im Jahre 2004 wird anstelle des +8 der neue "Roadster" mit Ford-/Jaguar-3.0 Liter-V6-Motor (etwa 220 bis 230 PS) angeboten. Seit dem Genfer Salon 2006 wird mit dem Roadster 4-Seater erstmals auch das Morgan-Topmodell als Viersitzer angeboten. Das überarbeitete Design des neuen Viersitzers stammt von Matthew Parkin, einem jungen britischen Designer. Den neuen 4-Seater gibt es auch als +4 mit 2.0-Liter-Ford-Duratec-Maschine mit etwa 145 PS.

Der 2002 eingeführte Aero 8 mit 4.4 Liter-BMW-V8-Motor und dramatisch modernisierter Linienführung ist für die anspruchsvolle Kundschaft gedacht. Er beschleunigt in 4,5 s von 0 auf 100 km/h.

Das erste Modell mit festem Dach war der nur 26mal gebaute Plus 4 Plus von 1963.

2005 präsentierte Morgan am Genfer Salon den Aeromax, ein auf dem Aero aufbauendes Einzelstück, das für einen Freund der Familie Morgan, Prince Eric Sturdza, hergestellt wurde. Designer dieses Wagens war Matthew Parkin. Laut Morgan Motor Company wird daran gedacht, ein dem Aeromax ähnliches Modell in kleiner Serie parallel zum Aero8 aufzulegen, ein Debüt ist jedoch derzeit noch ungewiss.

Nach dem Tod des Gründers 1959 übernahm dessen Sohn Peter die Geschäftsführung. Peter Morgan verstarb am 20. Oktober 2003. Sein Sohn Charles leitet seit 1999 die Geschicke der Firma.

Besonderheiten


Allen Morgan-Modellen gemeinsam war die Verwendung von Holz als tragendes Gerüst für den Karosserieaufbau.

Der Rahmen der klassischen Morgan Modelle ist ein stählerner Z-Profil-Rahmen, die Vorderachse ist starr mit dem Rahmen verbunden und weist eine Geradwegfederung auf, ein Patent der Firma Morgan aus dem Jahre 1909. Die Hinterachse ist eine klassische Starrachse, bei den stärkeren Modellen mit einem Sperrdifferential ausgerüstet. Der auf dem Rahmen aufgesetzte Aufbau besteht aus einem Fachwerk aus Eschenholz, das je nach Modell und Baujahr mit Stahlblech oder Alublech beplankt wurde.

Beim Modell Aero8 sieht es ein bisschen anders aus. Federführender Konstrukteur des Aero8 war Chris Lawrence, der 1962 bereits auf einem von ihm persönlich modifizierten und getunten Morgan +4 Super Sports die 2-Liter Klasse des berühmten 24-Stunden-Rennens von Le Mans gewinnen konnte. Beim Aero8 ist das Chassis ein modernes Monocoque aus geklebten Alublechen, Vorder- und Hinterachse mit moderner Einzelradaufhängung, und vorderer Pushrod-Feder-Anordnung. Der Aufbau weist noch immer tragende Rahmenelemente aus Eschenholz auf, die mit Alublech beplankt werden.

Literatur


Morgan, Charakter und Tradition (2005), ISBN 3-89880-420-8

Weblinks


Automobilhersteller | Roadster

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