Moosseedorf ist eine politische Gemeinde im Amtsbezirk Fraubrunnen des Kantons Bern in der Schweiz.
Die Fläche des 6.3 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des zentralen Berner Mittellandes. Die nördliche Grenze verläuft auf einer geraden Linie entlang der kanalisierten Urtenen und durch den Moossee. Von hier erstreckt sich der Gemeindeboden südwärts über die flache, rund 500 m breite Talniederung auf die Anhöhe von Moosseedorf und in den ausgedehnten Wiliwald (bis 600 m ü. M.) auf der Wasserscheide zwischen der Aare und der Urtenen. Nach Südosten reicht der Gemeindebann in die Mulde von Im Sand und über den steilen, dicht bewaldeten Nordhang des Grauholzes bis auf den Kamm dieses Höhenzuges, auf dem mit 800 m ü. M. der höchste Punkt von Moosseedorf erreicht wird. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 20 % auf Siedlungen, 36 % auf Wald und Gehölze, 42 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 2 % war unproduktives Land.
Zu Moosseedorf gehören das Quartier Sand (536 m ü. M.) in einer Mulde am Nordfuss des Grauholzes, östlich der Autobahn, sowie die Siedlung Tannacheren (578 m ü. M.) in einer Rodungsinsel zwischen dem Wiliwald und dem Grauholz. Nachbargemeinden von Moosseedorf sind Urtenen-Schönbühl, Bolligen, Münchenbuchsee und Wiggiswil.
Damit ist Moosseedorf eine Agglomerationsgemeinde von Bern geworden, die dank der hervorragenden Verkehrslage zum Standort mehrerer Grosseinkaufszentren (Shoppyland) gewählt wurde. Ausgedehnte Gewerbe- und Industriezonen sind seit den frühen 1970er Jahren im Bereich der Autobahnausfahrt Schönbühl sowie am westlichen Rand des Dorfes entstanden. In Moosseedorf sind heute Unternehmen der Informationstechnologie, des Baugewerbes, des Metallbaus und mechanische Werkstätten vertreten.
Neue Wohnquartiere entwickelten sich seit den 1960er Jahren an den Hängen südlich des alten Dorfkerns und im Sand. Moosseedorf weist zwar einen deutlichen Zupendlerüberschuss auf, doch sind viele Erwerbstätige auch Wegpendler, die in der Stadt und Agglomeration Bern arbeiten.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1256 unter dem Namen Sedorf. Später erschienen die Bezeichnungen Seedorf (1384) und Mossedorf (1389). Der Ortsname bedeutete ursprünglich Dorf am See.
Im Mittelalter war Moosseedorf der Stammsitz der Ritter von Seedorf. Durch einen Tauschhandel kam das Dorf mit Burg und See im Jahr 1256 an die Johanniterkommende in Münchenbuchsee. Seit 1406 oblag die Oberhoheit über das Gebiet bei Bern. Nachdem die Komturei 1528 säkularisiert worden war, wurde Moosseedorf der Landvogtei Münchenbuchsee im Landgericht Zollikofen zugeteilt.
Gegen die 1798 einmarschierten französischen Truppen kam es am 5. März 1798 am Fuss des Grauholzes zur Schlacht am Grauholz, die zum endgültigen Untergang des alten Bern führte. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime gehörte das Dorf während der Helvetik zum Distrikt Zollikofen und ab 1803 zum Oberamt Fraubrunnen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Bern | Schweizer Gemeinde
Moosseedorf | Moosseedorf | Moosseedorf | Moosseedorf (kommun, CH-BE)
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