Monte-Carlo-Algorithmen sind randomisierte Algorithmen, die mit einer nach oben beschränkten Wahrscheinlichkeit ein falsches Ergebnis liefern dürfen. Dafür sind sie im Vergleich zu deterministischen Algorithmen häufig effizienter. Ihr Nachteil besteht natürlich darin, dass das berechnete Ergebnis falsch sein kann. Durch Wiederholen des Algorithmus mit unabhängigen Zufallsbits kann jedoch die Fehlerwahrscheinlichkeit gesenkt werden (Probability Amplification, weitere Einzelheiten im Artikel Randomisierter Algorithmus). Im Gegensatz zu Monte-Carlo-Algorithmen dürfen Las-Vegas-Algorithmen nur korrekte Lösungen berechnen.
Monte-Carlo-Algorithmen gibt es für Suchprobleme (Probleme, bei denen eine Lösung zu berechnen ist) und Entscheidungsprobleme (Probleme, bei denen eine Ja/Nein-Frage zu beantworten ist). Bei Monte-Carlo-Algorithmen für Entscheidungsprobleme unterscheidet man ein- und zweiseitigen Fehler. Bei zweiseitigem Fehler darf ein Monte-Carlo-Algorithmus sowohl false-positives liefern (also die Ausgabe Ja, obwohl Nein richtig wäre), als auch false negatives (also die Ausgabe Nein, obwohl Ja richtig wäre). Bei einseitigem Fehler ist nur eine der beiden Fehlermöglichkeiten erlaubt; eine häufige Konvention besteht darin, von einseitigem Fehler zu sprechen und damit false negatives zu meinen. Diese Konzepte verdeutlichen wir auch im folgenden Abschnitt, wo Komplexitätsklassen für Probleme mit Monte-Carlo-Algorithmen definiert werden.
Die angegebenen Schranken für die Wahrscheinlichkeiten müssen jeweils für alle Eingaben gelten; die Wahrscheinlichkeiten beziehen sich jeweils nur auf die vom Algorithmus verwendeten Zufallsbits (und nicht auf die Eingabe, die Eingabe wird also nicht als zufällig aufgefasst). Mit Hilfe von Probability Amplification kann man zeigen, dass die Konstante 2/3 aus der Definition von BPP durch jede andere Konstante aus dem Intervall (1/2,1) ersetzt werden kann, ohne die Menge BPP zu ändern; ebenso kann in den Definitionen von RP und co-RP die Konstante 1/2 durch jede Konstante aus dem Intervall (0,1) ersetzt werden.
Obwohl BPP und RP Mengen von Problemen sind, werden im allgemeinen Sprachgebrauch häufig Begriffe wie BPP-Algorithmen oder RP-Algorithmen benutzt, um Algorithmen mit den oben definierten Eigenschaften zu bezeichnen.
Zur Verdeutlichung der Definition von RP: Wenn ein RP-Algorithmus die Ausgabe Ja liefert, wissen wir mit Sicherheit, dass die Ausgabe Ja korrekt ist (da die Definition sicherstellt, dass bei korrekter Ausgabe Nein dies auf jeden Fall auch ausgegeben wird). Wenn dagegen ein RP-Algorithmus die Ausgabe Nein liefert, wissen wir nichts über die korrekte Ausgabe (da nach der Definition die Ausgabe Nein möglich ist, wenn Ja oder Nein korrekt wäre).
Siehe auch: Liste von Algorithmen, Las-Vegas-Algorithmus, Kreiszahl, Monte-Carlo-Simulation
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