Der Monte Rosa ist ein Gebirgsmassiv in den Walliser Alpen, auf der Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Sein höchster Gipfel, die Dufourspitze, ist mit 4633,9 m ü. M. der höchste Punkt der Schweiz. Der Grenzgipfel mit 4618 m (südlich des 4515 m hohen Silbersattels) ist zugleich der höchste Gipfel Italiens. Am Mont Blanc, dessen Gipfel französisch ist, reicht das italienische Staatsgebiet allerdings noch um einige Meter höher hinauf (bis 4750 m ü. M.).
Der Monte Rosa gehört zu etwa zwei Dritteln zu Italien und etwa einem Drittel zur Schweiz. Vom Piemont her reichen Valle d'Anzasca und Valle Sesia hinauf an den Ostfuss des Massivs. Die riesigen, von den Ausmassen her fast in das Himalaya passenden 2200 bzw. 1500 m hohen Ostwände des Monte Rosa bilden hier jeweils den Talschluss - im Falle des Anzascatals die Macugnagawand und im Falle des Valle Sesia die Sesiawand (Parete Valsesiana). Von Süden, vom Aostatal her, reicht das Tal von Gressoney (Lystal) an den Südwestrand des Monte Rosa, der hier via Lisgletscher am leichtesten zugänglich ist. Im Nordwesten führen vom Wallis her die Täler des Gornergletschers und des zerklüfteten Grenzgletschers hinauf in die Gipfelregion des Monte Rosa.
Insgesamt werden je nach Zählweise ca. zehn Gipfel zum Monte Rosa gerechnet. Neben der Dufourspitze umfasst er mit dem Nordend (4609 m), der Zumsteinspitze (4563 m), der Signalkuppe (4554 m), der Parrotspitze (4432 m), der Ludwigshöhe (4341 m), dem Schwarzhorn (4322 m), der Vincent-Pyramide (4215 m), dem Balmenhorn (4167 m) und der Punta Giordani (4046 m) Gipfel, welche zu den höchsten der Alpen gehören. Nur das Mont-Blanc-Massiv ist noch höher, besitzt jedoch nur einen statt vier Gipfel über 4500 m. Das Monte-Rosa-Massiv ist somit - wenn man nur die Region über 4500 m betrachtet - das mächtigste Bergmassiv der Alpen.
Der Monte Rosa dominiert das ganze westliche Oberitalien und hat daher auch seinen Namen. Dieser rührt laut italienischer Wikipedia übrigens nicht direkt von der Färbung der Gletscher im Morgen- und Abendlicht her, sondern von dem Wort rouese, das im Patois «Gletscher» bedeutet.
Von der Schweiz aus ist der Monte Rosa dagegen kaum sichtbar, ausgenommen von den Bergen des Tessin und natürlich von den Höhen über Zermatt. Die Italiener zählen zum Teil auch den Liskamm noch zum Monte Rosa, da er von Südosten her weniger vom Massiv getrennt scheint als von Nordwesten her.
Die von der Schweiz am besten sichtbare Dufourspitze trug früher den Namen Gornerhorn, wurde aber zu Ehren des Schweizer Generals Henri Dufour umbenannt. MonteRosaEastside_viewedFromMonteMoroPass.JPG Beachtenswert ist die Nomenklatur im Bereich des Monte Rosa. Das Massiv selbst hat einen italienischen Namen. Ein deutscher Name existiert offenbar nicht. Dagegen haben die Einzelgipfel samt und sonders deutsche Namen, wobei nur in Einzelfällen italienische Namen existieren, vor allem nachträgliche Italianisierungen. Das gilt auch für die ganz auf italienischem Boden liegenden oder von dort erschlossenen und benannten Gipfel Zumsteinspitze, Balmenhorn und Vincentpyramide sowie für den Liskamm, ferner für die Anhängsel Fillarhorn, Jägerhorn und Punta Grober. Hintergrund ist offenbar, dass der Monte Rosa seit dem Mittelalter ringsherum von deutschsprachigen Walsern bewohnt war, die den einzelnen Spitzen ihre Namen gaben, während das Massiv als solches vor allem aus dem italienischen Unterland in Erscheinung tritt.
Die Signalkuppe / Punta Gnifetti trägt die höchstgelegene Hütte der Alpen, Capanna Regina Margherita (4554 m).
Die erste dokumentierte Hochtour in die Hochregion des Monte Rosa unternahmen 1778 Walser aus Gressoney auf der Suche nach dem in ihrem Sagenschatz beschriebenen «verlorenen Tal» (verlorus Täli). Sie gelangten bis auf den obersten Lisgletscher. Bestiegen wurde zuerst die den Tälern von Gressoney und Alagna nächstgelegene Punta Giordani durch Pietro Giordani 1801. Es folgten die Vincent-Pyramide durch ihren Namenspatron Johann Nikolaus Vincent am 5. August 1819 und die Zumsteinspitze durch Joseph Zumstein, Forstinspektor in Gressoney, am 1. August 1820, beide über den Lisgletscher. Die übrigen Hochgipfel folgten später: Die Signalkuppe erreichte nach drei missglückten Versuchen der Pfarrer von Alagna, Giovanni Gnifetti, mit einem Begleiter am 9. August 1842. Die Dufourspitze wurde von der Schweizer Seite her bestiegen am 1. August 1855 durch Charles Hudson, John Birbeck und Christopher und James G. Smyth mit Ulrich Lauener und Johannes und Matthäus Zumtaugwald. Das Nordend folgte am 26. August 1861, die Parrotspitze am 16. August 1863. 1893 errichtete der CAI auf der Signalkuppe die Capanna Regina Margherita.
Bergsteigerisch (und für Steilwandskifahrer) ist der Monte Rosa vor allem interessant wegen seiner Ostwände. Die leicht zugänglichen Hochgipfel zwischen Zumsteinspitze und Ludwigshöhe sind bei gutem Wetter zu Zeiten überlaufen.
Der übliche Zugang erfolgt heute, soweit es um die zentralen und südlichen Gipfel geht, vom Passo dei Salati (2936 m) am Südende des Massivs her. Auf ihn führt von Alagna im hintersten Valle Sesia eine Seilbahn und von Gressoney her ein Lift. Die Bahn auf die Punta Indren wurde aufgegeben. Vom Passo dei Salati führt der Zustieg über den mit Fixseilen versicherten Stolemberg zum Lisgletscher, der anstrengender auch direkt von Gressoney her erreicht werden kann. Die beiden nördlichen Gipfel, Nordend und Dufourspitze, werden ganz überwiegend von Zermatt her bzw. von der Station Rotenboden der Gornergratbahn aus angegangen.
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