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Montbéliard (deutsch Mömpelgard) ist eine Stadt im Département Doubs im Osten Frankreichs mit 27.570 Einwohnern (Stand: 1999).

Der deutsche Name Mömpelgard beruht auf der 400jährigen Zugehörigkeit zu Württemberg.

Geschichte


siehe auch Württemberg-Mömpelgard (Grafschaft)

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt datiert aus dem Jahr 985; sie soll bereits damals befestigt gewesen sein.

Durch das von seinem Vater Graf Eberhard III. abgegebene Eheversprechen des späteren Grafen Eberhard IV. (1415-1417) mit Gräfin Henriette von Mömpelgard (Montfaucon) kam Montbéliard 1397 an das Haus Württemberg, da Henriettes Vater Heinrich von Mömpelgard ohne männliche Erben blieb. Im Wappen der Herzöge von Württemberg erscheinen die Barben (Fische) von Mömpelgard bis 1817.

Da in der Folgezeit keine starken Persönlichkeiten in Württemberg regierten, gelang es nicht, die französischen Besitzungen weiter zu vergrößern und zu einem geschlossenen Gebiet zu vereinigen. Als die Grafschaft Württemberg 1442 geteilt wurde, trat Herzog Eberhard genannt Eberhard im Bart alle linksrheinischen württembergischen Besitzungen - neben der Grafschaft Mömpelgard auch die Herrschaften Reichenweiher (Riquewihr) und Horburg an seinen Vetter Heinrich ab, so dass nun ein eigener Regent im Schloss in Montbéliard saß. Allerdings war die Herrschaft durch Machtansprüche Burgunds ständig bedroht. Im Münsinger Vertrag von 1482, der das geteilte Land wieder vereinigte, fielen die linksrheinischen Besitzungen dann wieder an Herzog Eberhard im Bart. Montbeliard.jpg

Bedeutsam wurden die württembergischen Besitzungen, weil Herzog Ulrich im Jahr 1524 - zehn Jahre vor Württemberg - mit Guillaume Farel die Reformation einführte. Als er aus Württemberg vertrieben worden war, hatte er hier Zuflucht gefunden. Seit der Reformation war Montbéliard damit eine protestantische Enklave inmitten einer katholischen Umgebung. Die Pfarrer für Mömpelgard und Horburg-Reichenweier wurden mit den württembergischen Theologen im "Stift" an der Universität Tübingen ausgebildet. Durch das gemeinsame lutherische Bekenntnis entstand eine starke Verbindung zwischen Württemberg und den elsässischen Gebieten, obwohl die württembergischen Herzöge zeitweise wieder eigene Regenten aus den Nebenlinien des Hauses einsetzten. Immer blieben vor allem die Herrschaften um Mömpelgard von Frankreich bedroht. Allerdings gingen von ihnen auch wichtige kulturelle Impulse aus. Im 17. Jahrhundert befestigte der bedeutende württembergische Baumeister Heinrich Schickhardt die Residenzstadt Mömpelgard und erbaute neben anderen bedeutenden Bauten, wie dem Renaissance-Schloss, in der Stadtmitte die große protestantische Kirche, den Temple Saint-Martin.

Der Dreißigjährige Krieg stürzte auch die linksrheinischen württembergischen Gebiete in tiefes Elend. Die wirtschaftliche Lage war verheerend und in der Folgezeit sucht Frankreich im Zuge der Eroberungspolitik unter König Ludwig XIV. suchte auch die württembergischen linksrheinischen Besitzungen unter seine Herrschaft zu bringen.

Seit 1617 regierte wieder ein Zweig der Herzöge von Württemberg in Mömpelgard. Staatsrechtlich war Mömpelgard unabhängig von Württemberg, es entsandte keine Abgeordneten in den württembergischen Landtag. Der letzte Herzog Leopold Eberhard versuchte absolutistisch zu regieren, was zu schweren Spannungen führte.

Nach seinem Tod 1713 fiel Mömpelgard wieder an die Stuttgarter Linie des Hauses Württemberg; allerdings waren alle Herrschaften noch bis 1736 von Frankreich besetzt. Die letzten Jahrzehnte der württembergischen Herrschaft verliefen ruhig, seit 1769 residierte Herzog Friedrich Eugen in Mömpelgard und hielt vor den Toren der Stadt in Etupes Hof, von wo aus er einige seiner Kinder sehr vorteilhaft verheiraten konnte. Die Tochter, Herzogin Sophie Dorothee, wurde 1776 als Maria Fjodorowna Gattin des Zaren Paul I. von Russland.

Im Zuge der Französischen Revolution kam es seit 1789 auch in den württembergischen Herrschaften zu Aufständen. Die revolutionäre Schreckensherrschaft tobte auch hier. Seit 1793 waren Stadt und Grafschaft Mömpelgard endgültig in französischer Hand. 1796 trat Herzog Friedrich Eugen die linksrheinischen Herrschaften im Pariser Sonderfrieden an Frankreich ab. Dafür erhielt der Herzog von Württemberg 1803 unter dem Einfluss Napoleons durch den Reichsdeputationshauptschluss große weltliche und geistliche Gebiete in Südwestdeutschland.

Obwohl die Einwohner der ehemals linksrheinischen Herrschaften heute französische Bürger sind, macht sich die württembergische Tradition heute noch bemerkbar. Es gibt noch Bauwerke, die an die einstige Herrschaft erinnern. Vor allem in der lutherischen Ausrichtung der Städte und Dörfer aber hat sich eine Eigenart erhalten, die einzig und allein auf die ehemalige Zugehörigkeit zu Württemberg zurückgeht. Als erste deutsch-französische Städtepartnerschaft nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine Verbindung zwischen Ludwigsburg und Montbéliard, beide Städte ehemalige Residenzen der Herzöge von Württemberg. Weiterhin werden von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg auch heute noch Pfarrerinnen und Pfarrer zu Unterstützung der evangelischen Gemeinden entsandt.

Verwaltung


Montbéliard ist Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements Montbéliard sowie Hauptort der Kantone Montbéliard-Ost (Montbéliard-Est) und Montbéliard-West (Montbéliard-Ouest), die jeweils einen Teil der Stadt sowie weitere Gemeinden umfassen.

Die Stadt Montbéliard bildet zusammen mit 18 weiteren Gemeinden (Allenjoie, Arbouans, Audincourt, Badevel, Bart, Bavans, Bethoncourt, Brognard, Courcelles-lès-Montbéliard, Dambenois, Dampierre-les-Bois, Dasle, Étupes, Exincourt, Fesches-le-Châtel, Grand-Charmont, Hérimoncourt, Mandeure, Mathay, Nommay, Sainte-Suzanne, Seloncourt, Sochaux, Taillecourt, Valentigney, Vandoncourt, Vieux-Charmont und Voujeaucourt) den Gemeindeverband des Montbéliarder Landes (Communauté d'Agglomération du Pays de Montbéliard), der insgesamt 121.101 Einwohner hat (Stand: 2004).

Die Stadt Montbéliard und die Communauté d'Agglomération sind auch Glieder Syndicat mixte des Ballungsraumes Belfort-Montbéliard-Héricourt-Delle (Aire urbaine Belfort-Montbéliard-Héricourt-Delle).

Söhne und Töchter der Stadt


Literatur


  • Sönke Lorenz/Peter Rückert: Württemberg und Mömpelgard - 600 Jahre Begegnung; 600 ans de relations entre Montbéliard et le Wurtemberg. Ausstellungskatalog. Stuttgart 1997. ISBN 3871814261
  • Ehrenfried Kluckert: Reise nach Mömpelgard. Kulturgeschichtliche Streifzüge ins schwäbische Frankreich. Stuttgart 2001. ISBN 3421054711

Weblinks


Ort in der Franche-Comté

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