Montana * ist ein Bundesstaat im Nordwesten der USA. Der Name „Montana“ leitet sich wahrscheinlich von dem spanischen Wort montaña, vielleicht aber auch aus dem lateinischen montanus (beides zu deutsch: „Berg-“, „bergig“, „gebirgig“) her. Mit 380.700 km² ist Montana der viertgrößte Bundesstaat der USA und geringfügig größer als Deutschland aber mit rund 909.453 Einwohnern (2002) viel dünner besiedelt. Montana zählt zu den so genannten Mountain States, die von den Rocky Mountains durchzogen werden. Die Hauptstadt von Montana ist Helena. Sein Spitzname Treasure State („Staat der Schätze“) begründet sich durch die Vielzahl an Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen (Erdöl, Kohle, Kupfer, Silber und Gold).
Geografie
Im Norden grenzt Montana an die kanadischen Provinzen British Columbia, Alberta und Saskatchewan, im Osten liegen die US-Bundesstaaten North Dakota und South Dakota, im Süden Wyoming und im Südwesten und Westen Idaho. Der Westen Montanas besteht aus hohen, zerklüfteten Bergen (siehe Rocky Mountains), während der Osten durch weite Tiefebenen (siehe Great Plains) geprägt ist. Mit 89.847 Einwohnern ist Billings die größe Stadt in Montana. In Montana liegt der Glacier-Nationalpark sowie ein kleiner Teil des Yellowstone National Parks. Der Missouri, Milk River, Flathead River und Yellowstone River sind die vier Hauptflüsse. Der kürzeste Fluss der Welt, der Roe River, fließt ebenfalls durch Montana.
Gliederung
Der Bundesstaat gliedert sich in 56 einzelne
Counties (vergleichbar mit den deutschen
Landkreisen). Der Kreis mit der größten Bevölkerungszahl ist mit über 129.000 Einwohnern der
Yellowstone County im Süden des Staates.
Siehe: Liste der Countys in Montana
Bevölkerung
Montana ist mit 909.453 (2002) Einwohnern einer der bevölkerungsärmsten Bundesstaaten der USA und derjenige mit der geringsten Einwohnerzahl pro km². Zu 90,6 % besteht die Bevölkerung aus "Weißen", mit weitem Abstand gefolgt von den Amerikanischen Ureinwohnern (Indianern) mit 6,2 % und den Lateinamerikanern mit 2,0 %.
Die bedeutendsten Indianerstämme sind die
Assiniboine,
Blackfoot,
Cheyenne,
Absarokee,
Flathead und
Anishinabe. Circa zwei Drittel von ihnen leben heute in Reservaten. Zwischen 1990 und 2000 ist die Bevölkerung um insgesamt 12.9 % gewachsen.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerentwicklung zwischen 1880 und 2003. Die Zahlen für die Jahre 1880 - 2000 entstammen den jeweiligen Volkszählungen. Die Zahl für das Jahr 2003 ist eine Schätzung.
Bevölkerungsentw._Montana_1890-2003.png
Indianerreservationen in Montana
Es gibt sechs verschiedene Indianerreservate in Montana:
Indianerreservate_in_Montana.gif.png
Größte Städte
(Einwohner 1. Juli 2004)
Siehe auch: Liste der Städte und Ortschaften in Montana
Geschichte
Zwischen 1864 - 1889 wurde Montana als Territorium organisiert, es entstand aus der Umbildung des größeren
Idaho Territory. Im ersten Jahr als Territorium war
Bannack die Hauptstadt, Bannack wurde jedoch etwas später (1865) von
Virginia City als
Capitol City abgelöst. 1875 wurde der Hauptstadtsitz noch einmal, in die heutige Hauptstadt
Helena, verlegt. Die Aufnahme in die
Vereinigten Staaten von Amerika erfolgt im Jahr 1889 - Montana wird somit 41.
Bundesstaat der USA.
Siehe auch: Indianer Nordamerikas der Sioux und Cheyenne
Zeitleiste
Politik
Der gegenwärtige Gouverneur ist
Brian Schweitzer (*
4. September 1955,
Demokrat). Der
Gouverneur ist das Regierungsoberhaupt, wird alle vier Jahre von den Wahlberechtigten gewählt und kann unbegrenzt oft wiedergewählt werden. Weitere durch Wahl bestimmte Posten sind die des Vizegouverneurs, der Staatsminister und des Oberstaatsanwalts. Der
Senat (50 Mitglieder gewählt auf 4 Jahre) und das
Abgeordnetenhaus (100 Mitglieder gewählt auf zwei Jahre) bilden zusammen das Zweikammernsystem der
Legislative. Auf nationaler Ebene wird Montana durch zwei
Senatoren und einen Abgeordneten des
Repräsentantenhauses vertreten. Als dünnbesiedelter Bundesstaat hat Montana bei den Präsidentenwahlen nur drei Wahlmännerstimmen. Die zwei gegenwärtigen US-Senatoren aus Montana sind Max Baucus (Demokrat) und Conrad Burns (
Republikaner). Am 7. November 2000 stimmten 240.178 Bürger Montanas für den Präsidentschaftskandidaten
George W. Bush, während nur 137.126 Wähler
Al Gore ihre Stimme gaben. Somit gingen die drei Wahlmännerstimmen Montanas an das Team von
George W. Bush und
Dick Cheney.
Traditionell werden in Montana bei den Präsidentschafts- und Gouverneurswahlen eher die Republikaner bevorzugt, während die Demokraten bei den Wahlen zum Kongress mehr Stimmen erhalten. Herausragende politische Persönlichkeiten aus Montana waren
Michael Joseph Mansfield (*1903, †2001) und
Jeannette Rankin (*1880, †1973). Michael Joseph Mansfield war von
1961 bis
1977 demokratischer Mehrheitsführer im US-Senat und später Botschafter in
Japan. Jeannette Rankin war die erste Frau die in das Repräsentantenhaus gewählt wurde, dort vertrat sie konsequent ihre
pazifistische Einstellung und stimmte sowohl während des
Ersten als auch während des
Zweiten Weltkrieges gegen den Kriegseintritt der
USA.
Gouverneure
Siehe auch:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Herausragende Sehenswürdigkeiten sind vor allem die beiden Nationalparks, der
Glacier National Park im Norden und der
Yellowstone National Park im Süden. Andere Touristenattraktionen sind das
Little Bighorn Battlefield National Museum, die frühere Hauptstadt von Montana
Virginia City, die Geisterstadt
Nevada City, die
Grant-Kohr's Ranch National Historic Sites und das Museum für die Geschichte der Prärieindianer in
Browning.
Parks
Wirtschaft und Infrastruktur
Montana ist ein Bundesstaat reich an Bodenschätzen und anderen natürlichen Ressourcen. Zu den wichtigsten Vorkommen an Rohstoffen zählen
Kupfer,
Gold,
Silber,
Edelsteine,
Vermiculit,
Talkum,
Tonerden,
Antimon,
Kalkstein,
Phosphat,
Gips,
Steine,
Sand und
Kies. Von ebenso großer Bedeutsamkeit sind die großen Vorkommen an
Erdöl,
Erdgas und
Kohle. So basiert der Großteil der Industrieproduktion auf der Verarbeitung der geförderten Rohstoffe (Erdöl- und Kohleprodukte, Erzverhüttung, chemische Erzeugnisse, Metallprodukte). Die Landwirtschaft ist jedoch der wichtigste Erwerbszweig. Im Nordosten und im Zentrum von Montana wird
Weizen,
Mais und
Gerste angebaut während im Süden die Rinder- und Viehzucht betrieben wird. Die Forstwirtschaft floriert vor allem im Nordwesten des Landes, wenn sich auch große Teile der Nutzwälder in staatlicher Hand befinden.
Persönlichkeiten
- Gary Cooper, Schauspieler und Oskarpreisträger
- A.B. Guthrie Jr., Schriftsteller
- Plenty Coups, Indianerhäuptling
- Phil Jackson, Basketballtrainer
- David Lynch, Regisseur und Drehbuchautor
- Jeannette Rankin, Politikerin und Pazifistin
- Charles M. Russell, Maler
- Evel Knievel, Stuntman
- Myrna Loy, Schauspielerin
- Mike Mansfield, Politiker
- Martha Raye, Schauspielerin
- Lester C. Thurow, Wirtschaftswissenschaftler
- Kathy Tyers, Schriftstellerin
- Levi Leipheimer, Radrennfahrer
Sonstiges
Flagge
Die
Flagge von Montana zeigt das
Siegel des Bundesstaates auf blauem Grund. Sie entstand aus einer Truppenfahne, die ursprünglich von Freiwilligenverbänden im
Spanisch-Amerikanischen Krieg von
1898 benutzt wurde. Die Flagge in ihrer jetzigen Form stammt aus dem Jahr
1905, der Name "Montana" wurde jedoch erst
1981 hinzugefügt.
Siehe auch: Hymne von Montana; Siegel Montanas
Weblinks
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