Ab August 2004 fanden in der Bundesrepublik Deutschland als Reaktion auf die durch das Hartz-Konzept bedingte Arbeitsmarktreformen größere Demonstrationen statt, die von den Demonstranten und den Medien als „Montagsdemonstrationen“ bezeichnet wurden. Montagsdemo.jpg
Im Gegensatz dazu verteidigte der Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche Christian Führer die neuen Montagsdemonstrationen in der Süddeutschen Zeitung am 9.8.2004 wie folgt: „Es kann nicht nach dem Motto gehen: ’Wir begrüßen, dass Ihr gegen die Kommunisten auf die Straße gegangen seid, aber jetzt habt Ihr die Klappe zu halten.’ So geht das echt nicht.“ Noch deutlicher äußerte sich eine Gruppe von 60 Angehörigen ehemaliger DDR-Oppositionsgruppen in ihrer Erklärung vom 29. August 2004: „Wir protestieren gegen Hartz IV. Wir sind einverstanden mit der Wiederbelebung der Montagsdemonstrationen. Es ging und geht um Gerechtigkeit, Selbstbestimmung, Mündigkeit, Menschenwürde und Freiheit.“
Politische Brisanz bekamen die Demonstrationen insbesondere während der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg. So liebäugelte beispielsweise der Sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) mit einer Teilnahme an den Demonstrationen. Dies wurde als wahltaktisches Manöver kritisiert, zumal die CDU bundespolitisch eigentlich noch härtere Einschnitte in die sozialen Sicherungssysteme gefordert hatte und das Hartz-Konzept mitgetragen hatte.
Ab Mitte Oktober brach die Teilnehmerzahl deutlich ein und zahlreiche Gruppierungen zogen sich von den Demonstrationen zurück. Dies lag sicherlich auch am offen ausgetragenen Streit zwischen den die Aktionen tragenden Veranstaltern über politische Grundsatzfragen. Dennoch finden auch 2005 noch regelmäßig Montagsdemonstrationen in ca. 50-100 Städten mit einer Gesamtteilnehmerzahl in Deutschland zwischen 2600 und 8000 statt. Diese Zahl differiert so stark da manche Städte nur einmal oder zweimal im Monat demonstrieren, zudem haben die Sommerferien 2005 ihren Teil zu den geringeren Teilnehmerzahlen beigetragen. (Stand August 2005)
In Erfurt ist es eine Auflage der Polizei gewesen, dass die Demonstranten ihren Platz mit den Rechtsextremen teilen müssen, d.h. im Klartext auf der einen Seite des Platzes standen die Rechtsextremen auf der anderen die "anderen" Demonstranten, und in der Mitte eine ununterbrochene Reihe von Polizisten, mittlerweile ist es so das die Demonstranten in der einen Woche demonstrieren dürfen und in der nächsten Woche die Rechtsextremen den Platz in Beschlag nehmen dürfen. (Stand August 2005)
In anderen Städten versuchten Neonazis immer wieder – anfangs oft erfolgreich – sich in die Montagsdemonstrationen einzureihen. Dass dies von den Demonstranten nicht immer verhindert wurde, haben viele Antifaschisten kritisiert. Zu den Ursachen dafür zählten:
Von den Gewerkschaftsspitzen wurde die marginale Beteiligung von Rechtsextremisten an den Montagsdemonstrationen als Rechtfertigung dafür genutzt, nicht bundesweit zur Teilnahme an Demonstrationen gegen Sozialabbau aufzurufen. Der wahre Grund dafür lag wohl eher in der Abhängigkeit der Gewerkschaftsfunktionäre von den regierenden Parteien SPD und Bündnis90/Die Grünen.
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"Montagsdemonstrationen gegen Sozialabbau 2004".
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