Mont-sur-Rolle ist eine politische Gemeinde im Distrikt Rolle des Kantons Waadt in der Schweiz.
Geographie
Mont-sur-Rolle liegt auf 473 m ü. M., oberhalb von
Rolle, 13 km westsüdwestlich der Stadt
Morges (Luftlinie). Das Weinbauerndorf erstreckt sich am Südhang der Waadtländer Côte, in aussichtsreicher Lage rund 100 m über dem Seespiegel des
Genfersees.
Die Fläche des 3.9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Waadtländer Côte. Der Gemeindeboden reicht vom Uferrandstreifen am Genfersee nach Norden über den Hang der Côte bis auf die Hochfläche am Jurafuss. Hier wird mit 769 m ü. M. der höchste Punkt von Mont-sur-Rolle erreicht. Die westliche Begrenzung bildet der Bach Ruisseau de Famolens. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 20 % auf Siedlungen, 14 % auf Wald und Gehölze, 65 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.
Zu Mont-sur-Rolle gehören die Weiler L'Abbaye (440 m ü. M.) am Hangfuss unterhalb des Dorfes, Les Nex (473 m ü. M.), Germagny (450 m ü. M.), Les Truits (474 m ü. M.) und Mont Dessus (602 m ü. M.), alle am Hang der Côte gelegen, Les Granges (713 m ü. M.) auf dem Plateau oberhalb des Steilhangs, sowie zahlreiche Weingüter und Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Mont-sur-Rolle sind Rolle, Essertines-sur-Rolle, Pizy, Bougy-Villars und Perroy.
Bevölkerung
Mit 1887 Einwohnern (Ende 2005) gehört Mont-sur-Rolle zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 83.0 % französischsprachig, 6.2 % deutschsprachig und 3.0 % englischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Mont-sur-Rolle belief sich
1900 auf 683 Einwohner. Nach
1970 (686 Einwohner) setzte eine rasante Bevölkerungszunahme mit einer Verdreifachung der Einwohnerzahl innerhalb von 30 Jahren ein. Neue Wohnquartiere entstanden entlang der Kantonsstrasse in der Nähe des Seeufers östlich von Rolle.
Wirtschaft
Mont-sur-Rolle war bis ins
20. Jahrhundert ein vorwiegend durch die
Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute spielt die Landwirtschaft als Erwerbszweig der Bevölkerung eine wichtige Rolle. Am gesamten Hang der Côte unterhalb einer Höhe von 550 bis 600 m ü. M. wird
Weinbau betrieben. Auf dem Hochplateau herrschen
Milchwirtschaft,
Viehzucht und
Ackerbau vor. Weitere Arbeitsplätze sind im Gewerbe und vor allem im Dienstleistungssektor vorhanden. Mont-sur-Rolle ist Sitz einer Weinhandlung. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf dank seiner attraktiven Lage zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige arbeiten auswärts und pendeln teilweise bis in die Städte
Lausanne und
Genf.
Verkehr
Die Gemeinde ist verkehrstechnisch hervorragend erschlossen. Sie liegt etwas oberhalb der Hauptstrasse, die von
Nyon entlang den Hängen der Côte nach
Aubonne führt. Der Autobahnanschluss Rolle an der
1964 eröffneten
A1 (Genf-Lausanne), die das Gemeindegebiet durchquert, ist rund 1 km vom Ort entfernt. Durch den Postautokurs, der von
Rolle nach
Gimel verkehrt, ist Mont-sur-Rolle an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.
Geschichte
Mont-sur-Rolle wird im Jahr
996 als
Mont-le-Grand erstmals erwähnt, später erschien auch der latinisierte Name
burgum de Montibus. Das Dorf war Mittelpunkt der besonders im
11. und
12. Jahrhundert bedeutenden waadtländischen Herrschaft
Mont-le-Grand, die sich vom Genfersee bis an den Jurafuss bei
Mollens ausdehnte. Ab
1265 stand die Herrschaft unter der Oberhoheit der
Savoyer. Um die Macht der Herren von Mont-le-Grand einzuschränken, gründeten die Savoyer am Seeufer das Städtchen Rolle. Die Burg befand sich auf einem Hügel nahe bei Mont-Dessus. Sie war bereits
1379 nur noch eine teilweise bewohnte Ruine und wurde
1476 von den
Eidgenossen endgültig verwüstet. Die späteren Besitzer der Herrschaft Mont hatten ihren Wohnsitz im Château de Mont.
Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 kam Mont-sur-Rolle unter die Verwaltung der Vogtei Morges. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte das Dorf von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Rolle zugeteilt.
Sehenswürdigkeiten
Der heutige Bau der Pfarrkirche von Mont-sur-Rolle wurde
1845 errichtet. Das inmitten der Rebhänge stehende Château de Mont geht auf einen Bau aus dem späten
15. oder frühen
16. Jahrhundert zurück. Unter der Verwaltung der Zisterzienserabtei
Bonmont stand früher das Weingut L'Abbaye. Aus dem
16. Jahrhundert stammt das Haus Monnard, es wurde im
18. Jahrhundert umgestaltet. Das Herrenhaus Autecour wurde im
18. Jahrhundert erbaut. An den Hängen der Côte gibt es weitere Herrensitze. Der alte Ortskern von Mont-sur-Rolle ist von charakteristischen Weinbauernhäusern aus dem
17. bis
19. Jahrhundert geprägt.
Weblinks
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