Der Begriff Monotheismus (von griechisch μονος monos = ein und θεος theos = Gott) bezeichnet Religionen bzw. philosophische Lehren, die nur einen allumfassenden Gott kennen und anerkennen. Damit werden diese in der Religionswissenschaft vom Polytheismus unterschieden, der viele Götter kennt und verehrt. Religionen, die viele Götter kennen, aber nur einen davon (als höchsten Gott) verehren, bezeichnet der Begriff Monolatrie.
Die bekanntesten dem Monotheismus zugeordneten Religionen sind
Das Gegenteil vom Monotheismus ist der Polytheismus, der eine Vielzahl von Göttern annimmt. Gibt es mehrere Götter und wird dabei einem der unbedingte Vorrang eingeräumt spricht man von Monolatrie. Der jüdische Monotheismus ist nach Auffassung aktueller Exegese aus einer Monolatrie hervorgegangen.
Der Dualismus kennt genau zwei Götter, die als Gut und Böse einander entgegenwirken.
Im folgenden wird auf die besonderen Kennzeichen in erster Linie von Judentum, Christentum und Islam eingegangen.
Monotheistische Religionen bzw. Lehren erkennen nur einen einzigen Gott an. Es ist ein personaler Gott, der als Individuum erscheint und als eine Instanz jenseits von dieser Welt gedacht wird. Er hat den Kosmos erschaffen und kann in das Weltgeschehen eingreifen. Er wird als allwissend, allmächtig und allgegenwärtig angesehen. Des weiteren trägt er Eigenschaften, die in der menschlichen Gesellschaft gemeinhin als positiv erachtet werden, jedoch in absoluter Form: unfehlbare Gerechtigkeit, allumfassende Liebe und Güte.
Es werden ihm traditionell Bezeichnungen männlichen Geschlechts zugeschrieben, wie beispielsweise „Herr“, „Vater“.
Gottesabbildungen sind verboten (Bilderverbot), weil bzw. insofern die Gefahr besteht, dass der Mensch Dinge anbetet, die er von eigener Hand geschaffen hat (Götzendienst). Daraus folgt nämlich, dass er seine Eigenschaften oder auch nur einige davon in das Gottesbild projiziert und sich anschließend diesem Götzen unterwerfen muss, um seine projizierten Eigenschaften zurückzuerlangen. Er wird also in seiner Freiheit eingeschränkt und kann nicht mehr ohne den Götzen leben. Der Monotheismus zeichnet sich laut Erich Fromm eben dadurch aus, dass der Mensch nicht sein eigenes Werk anbetet, sondern einen unsichtbaren Gott.
Die Gläubigen können im Gebet mit ihrem Gott in Verbindung treten. Es gibt rituelle Gebetstexte, aber auch individuelle Gebete, die der Gläubige selbst gestaltet.
Im Monotheismus besteht der Mensch aus einem physischen Körper und einer geistigen Seele (dem Geist). Im Christentum wird teilweise noch einmal unterschieden zwischen Seele und Geist. Die Seele 'besteht' aus dem Verstand und den Gefühlen. Der menschliche Geist ist durch die Annahme von Jesus Christus (Erweckung) mit dem Geist Gottes verbunden. Die Seele, bzw. der Geist wird dabei höher geschätzt als der Körper, da sie im Gegensatz zum Fleisch unsterblich sind und auch nach dem Tod des Körpers weiter bestehen. Auch wurden Körperlichkeit und Sexualität (im Christentum) tendenziell als sündhaft gesehen und in asketischem Anspruch zu überwinden versucht.
Die Vorstellung von einer unsterblichen Seele des Menschen entstammt dem griechischen Weltbild und wurde erst spät in die Vorstellung der jüdischen Religion aufgenommen. Da mit der Vorstellung von der unsterblichen Seele auch jene von Hölle und Himmel übernommen wurde, stellte sich die Frage, wie der eine, gute Gott in seiner Schöpfung Sünde und Hölle zulassen konnte. Die letzte Antwort darauf wird i.a. in der menschlichen Willensfreiheit gesehen.
Nach monotheistischer Vorstellung hat jeder Mensch nur ein einziges Leben. Hier liegt eine lineare Zeitvorstellung zugrunde, im Gegensatz beispielsweise zur Reinkarnationslehre, derzufolge der Mensch in endlos ablaufenden Zyklen wiedergeboren wird.
In der monotheistischen Vorstellung beginnt die Welt mit ihrer Erschaffung durch Gott (vgl. creatio ex nihilo und Natürliche Theologie) und endet mit dem Tag des Jüngsten Gerichts. Die Welt wurde von Gott erschaffen und hat deshalb in gewisser Weise Teil an seinem göttlichen Wesen.
Gott kann sich durch Propheten offenbaren.
Es gibt sogenannte heilige Schriften, die als Gottes Wort gelten und deshalb einen großen Stellenwert einnehmen.
Monotheistische Religionen sind beispielsweise das Judentum, der Islam, das Christentum und die Neuzeitreligion der Baha'i.
Aus Sicht von Juden, Muslimen und Unitariern wird zum Teil in Frage gestellt, dass das Christentum eine monotheistische Religion ist. Diese Kritiker behaupten, die Trinität (Vater, Sohn, Heiliger Geist) sei ein Tritheismus, also der Glaube an drei Gottheiten. Im Sohn beteten die Christen zudem Jesus als Gott und als Menschen an, da er beides sei, ohne die menschliche Erbsünde.
Nach einer von mehreren bislang gleichberechtigt nebeneinander stehenden Theorien der Ägyptologen wäre der Monotheismus erstmals geschichtlich belegt, seit der ägyptische Pharao Echnaton (Amenophis IV.) Aton als alleinigen Gott Ägyptens bestimmt hätte. Dabei ist jedoch nach wie vor unklar, ob Echnaton die Existenz andere Götter bestritt oder nur Aton besondere Verehrung zukommen lassen wollte. (Eine ausführlichere Darstellung der verschiedenen Theorien siehe unter Echnaton.)
Zoroastrismus wird gelegentlich als älteste (bekannte) monotheistische Religion angesehen. Allerdings ist der Hauptgott Ahura Mazda nicht alleiniger Schöpfer.
Es wird allgemein angenommen, dass die altisraelitische/judäische Religion ihre monotheistische Lehre erst seit dem 5. Jhd. v. u. Z. unter Einflüssen von zoroastrischem und klassisch-griechischem Gedankengut entwickelt habe und vorher ihren Gott (Jahwe) nur als den eigenen Stammesgott (neben Göttern anderer Stämme oder Völker) verstand. Diese These entspricht allerdings nicht dem Selbstverständnis der heutigen Religionen Judentum, Christentum und Islam, die ihren Gott als den einzigen wahren Gott verstehen und alle anderen Götter als von Menschen geschaffene Abgötter ansehen.
Die These von einem Urmonotheismus, wie sie etwa der katholische Pater Wilhelm Schmidt in seiner Schrift "Ursprung und Werden der Religion" von 1930 vertritt, ist empirisch nicht unumstritten. Nicht alle Religionen enthalten den Glauben an ein Höchstes Wesen; in vielen afrikanischen Religionen, wo heute ein solches vorgefunden werden kann, deutet nicht nur das Fehlen eines Kultes darauf hin, dass der Hochgott quasi durch christliche Missionare "gestiftet" wurde, sondern auch der Vergleich historischer Zeugnisse kann dies im Einzelnen belegen. Ein Beispiel für eine monotheistische afrikanische Religion (gepaart mit Ahnenkult) finden wir bei den Kikuyu in Kenia.
توحيدية | Монотеизъм | Monoteizam | Monoteisme | Monoteismus | Undduwiaeth | Monoteisme | Monotheism | Monoteismo | Monoteísmo | Monoteism | Monoteismo | یکتاپرستی | Monoteismi | Monothéisme | Monoteisme | מונותאיזם | Egyistenhit | Monotheismo | Monoteisme | Eingyðistrú | Monoteismo | 一神教 | მონოთეიზმი | Monoteizmas | Monoteisms | Монотеизам | Monotheïsme | Monoteisme | Monoteisme | Monoteïsme | Monoteizm | Monoteísmo | Monoteism | Монотеизм | Monoteizam | Monotheism | Monoteizem | Монотеизам | Monoteism | Tektanrıcılık | Монотеїзм | Độc thần giáo | 一神教
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Monotheismus".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world