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Der Monismus ist die philosophische oder metaphysische Position, wonach sich alle Vorgänge und Phänomene der Welt auf ein einziges Grundprinzip zurückführen lassen. Der Monismus bezieht damit die Gegenposition zum Dualismus und Pluralismus, die zwei oder viele Grundprinzipien annehmen. In der Religion stehen monistische Lehren oft dem Pantheismus oder Panentheismus nahe, die eine Gegenwart (Immanenz) des Göttlichen in allen Erscheinungen der Welt sehen.

Monistische Lehren sind mehrfach aus der Geschichte der Menschheit bekannt, der Begriff „Monismus“ wurde allerdings erst am Ende des 19. Jahrhunderts als griechisch-lateinisches Kunstwort (von mono, deutsch „eins“) geprägt.

In der Philosophie


Es lassen sich drei grobe Richtungen des Monismus identifizieren:

  1. Physikalismus oder Materialismus, wonach nur physikalische oder materielle Objekte und Wirkungen real sind.
  2. Idealismus oder Phänomenalismus, wonach nur geistige Vorgänge real sind. Diese Ausprägung des Monismus findet sich heute nur selten.
  3. Neutraler Monismus, wonach sowohl physikalischen als auch geistigen Vorgängen ein drittes, unabhängiges Prinzip zugrundeliegt.

Jede dieser drei Hauptrichtungen nimmt an, dass sich alle bekannten Vorgänge auf das genannte Grundprinzip zurückführen lassen. Vielfach wird dabei das Prinzip des Reduktionismus verwendet.

Spezifische Formen des Monismus sind:

  1. Der Funktionalismus ist grundsätzlich ein physikalischer Monismus. Zusätzlich wird allerdings angenommen, dass geistige Phänomene auf einen funktionalen Mechanismus reduzierbar sind, der unabhängig von dem zugrundeliegenden Material ist. In dem Sinne wäre also eine Maschine, die wie ein Mensch denkt, auch ohne die Neuronen des menschlichen Gehirns denkbar. Die Künstliche Intelligenz sowie die Kognitionswissenschaft stehen dem Funktionalismus nahe.
  2. Der eliminative Materialismus postuliert rein materielle Grundprinzipien, verzichtet allerdings auf einen Reduktionismus zur Begründung geistiger Vorgänge wie "Wünsche", "Furcht" oder "Glaube". Diese sind nach dieser Theorie letztendlich unwissenschaftlich, und werden wie andere überholte Vorstellungen gleichfalls aus der wissenschaftlichen Diskussion verschwinden. Ein spezielles Beispiel eines eliminativen Materialismus stellt der radikale Behaviorismus Burrhus Frederic Skinners dar.
  3. Verschiedene nichtreduktive Materialismen verwerfen alle reduktiven Vorschläge. Ein Beispiel ist der anomale Monismus von Donald Davidson. Teilweise wird von Supervenienz gesprochen: Mentale Zustände supervenieren über physischen Zuständen, sind aber nicht auf sie zurückführbar. „Supervenieren“ beschreibt dabei eine Abhängigkeitsbeziehung: Das Mentale kann sich nicht verändern, ohne dass sich das Physische verändert.

Antikes Griechenland

Einige Naturphilosophen der Antike waren Monisten, die jeweils einen Urstoff erkannt zu haben glaubten.

Indische Philosophie

In der Politikwissenschaft


Das Begriffspaar Monismus / Pluralismus dient v. a. zur Bezeichnung von Ein- und Mehrparteiensystemen.

In der Rechtswissenschaft


Im Völkerrecht sind Monismus und Dualismus zwei Hauptrichtungen, die entweder von der Einheit von nationalem und internationalem Recht oder von dessen Getrenntheit ausgehen. Beim Monismus bedarf eine völkerrechtliche Norm keiner Übertragung ins innerstaatliche Recht, sondern ist unmittelbar anwendbar. Von einem Monismus geht etwa die herrschende Lehre in Österreich oder den Niederlanden aus.

In den Religionen


Einige Religionen lehnen den Monismus generell ab, da er in seinem Versuch der Reduzierung auf ein Grundprinzip auch den Gott oder die Götter mindere oder auflöse.

Andere Religionen oder Lehrmeinungen dagegen sind implizit oder explizit monistisch. In der katholischen Kirche wird die „göttliche Einheit“ mit dem Grundprinzip identifiziert. Ähnliche Ansichten finden sich in anderen Zweigen des Christentums oder im Judentum. Auch bei den monotheistischen Baha'i gibt es zahlreiche Aussagen in den Heiligen Schriften, die sich monistisch interpretieren lassen.

Zum Hinduismus siehe oben unter „Indische Philosophie“. Auch die älteste hinduistische Schrift, der Rig Veda, spricht von einem „Wesen-Nicht-Wesen“, das „atmete ohne Atem“ und dessen Wirkung die Welt schuf. Praktiken wie Yoga oder Tantra sind ebenfalls monistisch.

Ernst Haeckel entwarf auf naturwissenschaftlicher Grundlage die Weltanschauung des Entwicklungs-Monismus. Kern dieser Richtung ist die volle Einordnung des Menschen in die Natur, ein Atheismus oder ein Natur und Gott gleichsetzender Pantheismus und schließlich der Verzicht auf jeden Offenbarungs- und Wunderglauben.

Siehe auch


Philosophie des Geistes, Deutscher Monistenbund, Darwinismus, Idealismus, Materialismus, Realismus (Philosophie), Unitarismus

Literatur


  • Arthur Drews: Der Monismus dargestellt in Beiträgen seiner Stellvertreter. 2 Bde. Jena 1908

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