Apollo_16_-_Fähre_'Orion'.jpg - LEM "Orion" nach dem Abkoppeln zur Mondlandung]] Die Mondlandefähre (-LM- für Lunar Module, oder auch -LEM- für Lunar Excursion Module) ist ein ab 1963 von der Firma Grumman für die NASA im Rahmen des Apollo-Projekts entwickeltes Raumfahrzeug zur Landung auf dem Mond. Die Vorplanungen der NASA gehen allerdings schon bis ins Jahr 1960 zurück. Insgesamt wurden 16 Stück hergestellt.
Um Menschen auf den Mond zu bringen, gab es die verschiedensten Szenarien, die in der Frühphase des Apollo-Projekts durchdacht wurden. Relativ schnell kam die NASA von einem komplett auf dem Mond landenden Raumfahrzeug, hin zu einem geteilten System, bei dem ein Astronaut in der "Rückkehrkapsel" um den Mond kreist und ein gesondertes "Landefahrzeug" mit zwei Astronauten zur Mondexkursion genutzt werden soll.
Im Jahr 1963 erging dann der Auftrag zum Bau der Landefähre an die Firma Grumman in Bethpage, New York. Thomas J. Kelly, der schon die Frühstudien zur Entwicklung des LM begleitete, wird im allgemeinen als der Vater der Landefähre bezeichnet. Wie er allerdings selbst sagte, war das LM eine Gemeinschaftsproduktion vieler. Beispielsweise waren auch die zukünftigen Apollo-Astronauten an der Entwicklung und Konstruktion beteiligt, da sie das LM ja letztendlich fliegen und landen mussten. Hauptsächlich waren dies Scott Carpenter, Charles Conrad, und Donn Eisele.
Das LM war das größte bemannte Raumfahrzeug, das bis daher je entwickelt und gebaut wurde. Für zwei Astronauten musste im Innern der Landefähre Platz genug vorhanden sein, um das LM evt. auch manuell zu fliegen und zu landen (dies sollte im Stehen passieren). Die Insassen mussten sich die Raumanzüge an- und auch wieder ausziehen können. Daneben musste auch noch Raum für die mitgebrachten Bodenproben (Mondgestein) vorhanden sein. Des Weiteren mussten für die Astronauten Schlafmöglichkeiten gegeben sein.
Da das LM alleine zum Mond abstieg, musste es auch ein eigenständiges Lebenserhaltungssystem und eine unabhängig arbeitende Elektrik haben. Die Firmen, die den Zuschlag zur Entwicklung dieser Komponenten erhielten, waren andere, als die, die für die Apollo Kommando- und Serviceeinheit verantwortlich waren. Bei der Apollo 13 Mission stellte sich das als fataler Fehler heraus, da beide Systeme teilweise inkompatibel waren. Trotzdem konnten auch die Astronauten von Apollo 13 zur Erde zurückkehren, in dem sie sich nach der Explosion in der Serviceeinheit eine längere Zeit im noch funktionsfähigen LM aufhielten. Das LM diente hier sozusagen als Rettungsboot.
Ein spezielles Problem stellten die Landebeine dar. Sie sollten so grazil und leicht wie möglich, aber auch so stabil wie nötig, für eine Landung auf dem Mond sein. Außerdem mussten sie einklappbar sein, da der Transport des LM in einer Raketenstufe schon relativ früh festgelegt wurde. Zu Beginn der Planungen sahen die Entwickler fünf Landebeine vor. Aus Platzgründen wurden dann aber nur vier realisiert, was der Standstabilität aber keinen Abbruch tat. Zum Erreichen der Mondoberfläche bekam ein Landebein eine anmontierte Leiter.
Aber das wohl größte Problem, das sich ergab, war die Unmöglichkeit die Flugeigenschaften des LM in der Erdatmosphäre zu testen. Es sollte versucht werden, die Mondgravitation nachzubilden, indem den Landern mittels zusätzlicher Triebwerke ein Auftrieb gegeben werden sollte. Da sich Auftrieb und Steuerdüsen aber gegenseitig beeinflussten, stürzten die Lander meist seitlich ab. Auch Tests mit an Helikoptern aufgehängten Landern brachten keine verwertbaren Ergebnisse. So wurden zu Übungszwecken Flugtests mit Landegestellen, den LLTVs durchgeführt. Eine besondere Konstruktion war die LLRF zum Üben der letzten Landesequenz bis zum Aufsetzen.
Während des Starts, zweieinhalb Erdorbits und des Einschusses in die Mondbahn verweilte die Landefähre in der dritten Stufe der Saturn V und wurde dann nach Abtrennung des Apollo Raumschiffs und dessen 180° Drehung aus ihr entnommen. Die Gesamtkombination flog dann zum Mond.
Die Abstiegsstufe war der untere Teil und enthielt neben dem Triebwerk die Tanks für Treibstoff, Sauerstoff, Wasser und Helium. Weiter die 4 Landebeine und Ausrüstung für die Außenmissionen. Die Landebeine gaben dem Vehikel ein spinnenartiges Aussehen, was ihm bei den Astronauten auch den Spitznamen "Spider" eintrug. Die Stufe war inklusive der Landebeine 3,24 m hoch. An dem Bein, das sich unter der Ausstiegsluke befand, war eine Leiter angebracht. Nach Abschluss der Mission diente die Abstiegsstufe als Startbasis für die Aufstiegsstufe. Ein Sprengmechanismus trennte die beiden Stufen voneinander, wobei die Abstiegsstufe schließlich auf dem Mond zurückblieb. Notfalls konnte die Trennung auch während der Abstiegsphase durchgeführt werden, um den Abbruch einer Landung mit sicherer Rückkehr zum Apollo Raumschiff (CSM) zu ermöglich.
Den meisten Platz in der Abstiegsstufe benötigten die vier Tanks, je zwei für den Brennstoff und den Oxidator sowie das Abstiegstriebwerk. Dieses war schwenkbar und lieferte eine Schubleistung von 10.000 lbs. Die Leistung des Triebwerks konnte vom Computer oder manuell auf 1050 lbs gedrosselt werden. Alle Triebwerke an Bord verwendeten als Treibstoff ein Gemisch aus 50% Hydrazin () und 50% Unsymmetrischem Dimethylhydrazin, genannt Aerozin 50. In Verbindung mit dem Oxidator Distickstofftetroxid () ist die Mischung hochexplosiv und hypergol, zündet also bei Kontakt miteinander selbstständig, ohne das ein Zündsystem gebraucht würde. Ein weiterer Tank enthielt Helium welches als Treibgas den Oxidator und den Brennstoff in die Brennkammer presste.
Das Triebwerk für den Rückstart vom Mond erzeugte lediglich einen Schub von 3.500 Pfund und konnte nur zweimal gestartet werden. Das war ausreichend um die 4,5 Tonnen schwere Aufstiegsstufe zurück in den Mondorbit zu befördern. Die Steuerung während der Abstiegs- und Wiederaufstiegsphase wurde von einem Computer durchgeführt. Eine manuelle Steuerung war aber ebenfalls möglich. Die Lage der Mondlandefähre im Raum wurde durch 16 Steuerdüsen, die in vier Gruppen angeordnet waren, kontrolliert.
Apollo 15 war im Rahmen des Apollo-Projekts die erste der 3 so genannten J-Missionen, die einen längeren Aufenthalt auf dem Mond vorsahen. Ein batteriebetriebenes Mondauto (eng. Lunar Roving Vehicle), das zum Transport zusammengeklappt an der Außenseite der Mondlandefähre angebracht war, erlaubte es, sich freier über die Mondoberfläche zu bewegen und ein größeres Gebiet zu erforschen.
Das Klimasystem der Mondlandefähre war mit den Raumanzügen der Astronauten so weit kompatibel, dass sie an der Fähre bis zu sechsmal wieder aufgeladen werden konnten.
| Nr. | Name | Apollo | Verbleib des LEM |
| 01 | - | 5 | in Erdatmosphäre verglüht |
| 02 | - | - | Smithsonian National Air and Space Museum |
| 03 | Spider | 9 | in Erdatmosphäre verglüht |
| 04 | Snoopy | 10 | in Sonnenumlaufbahn (Aufstiegsstufe) |
| 05 | Eagle | 11 | Mond (Abstiegsstufe) |
| 06 | Intrepid | 12 | Mond (Abstiegsstufe) |
| 07 | Aquarius | 13 | in Erdatmosphäre verglüht |
| 08 | Antares | 14 | Mond (Abstiegsstufe) |
| 09 | - | - | John F. Kennedy Space Center |
| 10 | Falcon | 15 | Mond (Abstiegsstufe) |
| 11 | Orion | 16 | Mond (Abstiegsstufe) |
| 12 | Challenger | 17 | Mond (Abstiegsstufe) |
| 13 | - | - | The Cradle of Aviation Museum |
| 14 | - | - | Franklin Institute, Philadelphia |
| 15 | - | - | zerstört |
| 16 | - | - | Museum of Science and Industry |
LM-2 war für einen unbemannten Test im Erdorbit vorgesehen. Aufgrund des Erfolgs von LM-1 wurde auf diesen Test verzichtet. LM-9 war für einen Mondflug vorgesehen, der zwischen Apollo 14 und Apollo 15 hätte stattfinden sollen, der aber aus Kostengründen gestrichen wurde. Für Apollo 15 wurde LM-10 verwendet, das eine längere Aufenthaltsdauer ermöglichte, und ein Mondauto mitführen konnte. Als weitere Apollo-Flüge abgesagt wurden, waren LM-13 bis LM-16 bereits im Bau. LM-15 wurde von Grumman verschrottet.
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