Lunar crater Daedalus.jpg Ein Mondkrater ist eine kreisförmige Senke im Boden des Erdmondes, die von einem ringförmig erhöhten Wall (Kraterrand) eingeschlossen wird. Im Gegensatz zu vulkanischen Kratern (das Wort bedeutet griech. Becher) sind fast alle Mondkrater durch Einschläge von Meteoriten entstanden.
Der Mond weist auf der erdzugewandten Seite etwa 30.000 Krater über 1 km Durchmesser auf - er ist sozusagen übersät mit ihnen und wurde deshalb von einigen Astronomen als pockennarbig bezeichnet. Die größeren Gebilde (60 - 270 km) heißen Ringgebirge bzw. Wallebenen. Ihr Boden ist meistens relativ glatt, sodass bei manchen im streifenden Sonnenlicht sogar die Krümmung der Mondkugel zu erkennen ist. Im Kraterboden sieht man im Regelfall kleinere Krater, die auf spätere Einschläge zurückgehen.
Crater_Theophilus.jpg Obwohl die größten Krater 6-8 Prozent der "Mondscheibe" messen, wurden sie erst nach Erfindung des Fernrohrs entdeckt - vermutlich 1610 durch Galileo Galilei. Sie werden besonders deutlich sichtbar, wenn zweimal im Monat die Schattengrenze (der Terminator) in ihrer Nähe liegt und der Kraterwall lange Schatten wirft. Der Boden vieler kleiner Krater liegt dann zur Hälfte im Schatten, weshalb man ihre Tiefe lange überschätzt hat.
Ein typischer Kleinkrater von 5 km Durchmesser hat einen ziemlich scharfen Ringwall von 1 km Höhe, und sein Boden liegt einige 100 m tiefer als die Umgebung. Wallebenen mit 100 km haben Wälle von etwa 1-5 km Höhe; das Verhältnis liegt im Schnitt bei 1:30 (1:10 bis 1:80), sodass ein im Innern stehender Astronaut den Wall oft nicht mehr sehen könnte. Der Mondradius beträgt ja nur ein Viertel der Erde, sodass seine Oberfläche 4x stärker gekrümmt ist. Die Innenwände sind oft terrassenförmig abgestuft und 20-30° geneigt; die äußeren Hänge sind 2-3mal flacher. Häufig ist die Kratermitte durch einen "Zentralberg" markiert. All dies hängt mit der Dynamik eines Meteoriteneinschlags zusammen.
Die Krater auf den Planeten Mars und Merkur sind noch ebenso zu sehen wie am Mond. Jene auf der Erde (siehe Impaktkrater) sind großteils durch Erosion und geologische Aktivitäten verschwunden, außerdem hat die Atmosphäre viele Meteoriten schon in größerer Höhe verglühen lassen.
Die Mondkrater wurden fotografisch von Sternwarten oder Raumsonden vermessen und mit "selenografischer Breite und Länge" kartiert - wie die geografische Breite und Länge auf der Erde. Zum Beispiel hat der Krater Copernicus die Koordinaten: 9° 42' N / 20° 06' W (liegt also nahe der Mondmitte). Der Krater mit 93 km Durchmesser wurde 1935 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) nach dem polnisch-deutschen Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473 - 1543) benannt.
Im allgemeinen schlägt ein Meteorit einen Krater, der wegen seines Verdampfens und Explodierens 10 bis 20mal größer ist als er selbst. Das im Innern herausgeschleuderte Material bildet bei manchen Ringgebirgen - wohl durch eine Art Staubwolke - sternförmige Strahlensysteme. Man sieht sie bei Vollmond im Umkreis von 60 Kratern hunderte km weit ausstrahlen - besonders deutlich an den mit 800 Millionen Jahre vergleichsweise jungen Ringgebirgen Copernicus, Kepler und Tycho. Da sie beim Terminator keine Schatten werfen, können diese Strahlen nur flache, helle Spuren auf dem dunklen Mond-Basalt sein.
Ihre Namen sind ebenso an internationale Wissenschafter vergeben wie bei hunderten Einzelkratern. Von den 20 Ketten seien 4 angeführt:
Unter ihnen, tief im Mondinneren, haben die Astronomen - und später die Lunar Orbiters - schwere Massen „Mascons“ festgestellt, die dort das Schwerefeld verändern. Diese könnten dazu beigetragen haben, dass uns der Mond immer dieselbe Seite zuweist; der wesentliche Grund dürfte jedoch in der Abbremsung der früher sicherlich schnelleren Mondrotation durch die erheblichen Gezeitenkräfte der Erde liegen (so wie auch die Erderotation durch die Gezeitenkräfte des Mondes ständig minimal abgebremst wird).
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