Die Mona Lisa (it./span.: La Gioconda; frz.: La Joconde) ist ein Ölgemälde von Leonardo da Vinci auf dünnem Pappelholz.
Das Bild ist 76,8 x 53 cm groß und wurde wahrscheinlich vom Frühjahr 1503 bis zum Sommer 1505 gemalt. Ursprünglich war es breiter: die links und rechts gemalten Säulen wurden abgeschnitten. Es hängt heute im Louvre in Paris.
Da nur Vasari den Namen Mona Lisa (Mona oder Monna, Abk. für it. Madonna = „Frau“) erwähnt, haben zahlreiche Historiker dessen Richtigkeit angezweifelt und nach anderen Fährten gesucht. So wird z. B. behauptet, es könnte sich um die Favoritin von Giuliano I. de Medici handeln, eine gewisse Pacificia Brandano oder um eine der Mätressen von Charles d'Amboise, oder auch um Isabella d'Este, die Marquise von Mantua. Einige Forscher nehmen an, dass es überhaupt kein Modell gegeben, sondern Leonardo eine ideale Frau gemalt habe. Mancher merkt auch an, dass die Mona Lisa dem Selbstportrait ihres Schöpfers ähnlich sieht, er sich also selbst gemalt hat. Viel wahrscheinlicher wäre in diesem Zusammenhang allerdings, dass Leonardo seine Mutter porträtiert hat.
Eine weitere sehr verbreitete Theorie besagt, dass es sich bei der Frau auf dem Bild um die Herzogin Isabella von Aragonien handelt. Sie war die Enkelin des Königs von Neapel und Witwe des Herzogs von Mailand. Beide (Leonardo und Isabella) lebten gegen Ende des 15. Jahrhunderts am Hofe von Mailand.
Derzeit geht man aber davon aus, dass die „Mona Lisa“ im Frühjahr 1503 von Francesco del Giocondo anlässlich des Kaufs eines neuen Hauses und der komplikationslosen Geburt eines Kindes in Auftrag gegeben wurde. Lisa del Giocondo wurde 1479 als Tochter von Antonio Maria di Noldo Gheradini geboren und heiratete Francesco am 5. März 1495.
Am 21. August 1911 wurde das Bild von dem italienischen Anstreicher Vincenzo Perugia aus dem Louvre gestohlen. Er wollte Mona Lisa „heim“ nach Italien bringen. Erst zwei Jahre später, am 12. Dezember 1913, tauchte das Bild in Florenz wieder auf.
In den 1960er und 1970er wurde die Mona Lisa noch in New York, Tokyo und Moskau ausgestellt. Heute befindet sie sich hinter Panzerglas im Louvre in Paris.
Revolutionär war seinerzeit die Anwendung des Silberblicks, also den nicht exakt gleich gemalten Augen, die dem Betrachter das Gefühl vermitteln, die Person auf dem Bild würde ihn direkt anblicken (und zwar unabhängig davon, ob man direkt vor dem Bild steht, oder etwas seitlich).
Das geheimnisvolle Lächeln der Mona Lisa irritiert viele Menschen. Laut einer Veröffentlichung des Magazins New Scientist (englisch) aus dem Jahre 2005 ist die Mona Lisa zu 83 Prozent glücklich, zu 9 Prozent empört, zu 6 Prozent ängstlich und zu 2 Prozent verärgert. Das fand man dank einer neuen Software namens emotion recognition heraus.
Befremdlich ist für den heutigen Betrachter auch, dass Mona Lisa keine Augenbrauen hat. Es entsprach aber dem damaligen Schönheitsideal, wenn Frauen sich die Augenbrauen rasierten.
Bei der Gestaltung des Hintergrundes wandte Leonardo die von ihm perfektionierte Sfumato-Technik an. Durch Sfumato, was aus dem Italienischen übersetzt „neblig“ oder „verschwommen“ bedeutet, wirkt der Hintergrund wie hinter einem Dunst oder Rauchschleier wiedergegeben.
Das Gemälde ist eine der Ikonen des 20. Jahrhunderts:
Zahlreiche Künstler haben Verfremdungen und Überarbeitungen des Originals kreiert, u.a. Andy Warhol („Thirty Are Better Than One“), Tim Matthiesen („Mona Lisa as Paul Shaun the Gitarrist“ - Humoristische darstellung der männlichen Seite der Mona Lisa. Er hält eine Gitarre in der rechten Hand), Marcel Duchamp („L.H.O.O.Q.“), Philippe Halsman („Dali as Mona Lisa“), Fernand Léger („Gioconda with keys“), Paul Wunderlich („In tears“), Tom Wesselmann („Great American Nude No. 31“), Joseph Beuys, Robert Rauschenberg und Jasper Johns. Auch die Urenkelin von Henri Matisse, Sophie Matisse, beschäftigte sich mit der Mona Lisa. Sie schuf ein Gemälde, das nur den Hintergrund des da-Vinci-Gemäldes zeigt („The Monna Lisa (Be Back in 5 Minutes)“).
1956 wurde die untere Hälfte des Bildes durch ein Säureattentat schwer beschädigt. Im gleichen Jahr, am 30. Dezember 1956 warf ein Mann einen Stein auf die Mona Lisa. Dieser Mann musste daraufhin sein Heimatland, Bolivien, verlassen.
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