In der Mechanik bezeichnet man als Moment die drehende Wirkung, die von einem entgegengesetzt gerichteten, gegeneinander in der Wirkungslinie versetzten, gleich großen Paar gleich großer Kräfte ausgeübt wird. Den senkrechten Abstand der Wirkungslinien der beiden Kräfte bezeichnet man als Hebelarm.
Im technischen Bereich existiert eine Nomenklatur, in der das Drehmoment eine spezielle Momentart bezeichnet. Im allgemeinen Gebrauch des Begriffs Drehmoment umfasst dieser Begriff auch das, was hier unter Moment definiert wird.
Die Größe des Moments ist das Produkt aus einer der beiden Kräfte und dem senkrechten Abstand der Wirkungslinien der Kräfte. Diesen Abstand bezeichnet man als Hebelarm. Das Moment ist als Vektor darstellbar, der mit der Ebene, die von beiden Wirkungslinien gebildet wird, einen rechten Winkel bildet. (s. Kreuzprodukt). Die Richtung des Momentenvektors ist per Definition diejenige Richtung, in der eine Schraube mit Rechtsgewinde fortschreiten würde. Man bezeichnet dies auch als Rechte-Hand-Regel: die gekrümmten Finger zeigen in Drehrichtung, und der Daumen in Richtung des Momentenvektors. Der Momentenvektor wird im Unterschied zum Kraftvektor, der eine "Spitze" hat, mit zwei übereinander angeordneten Spitzen dargestellt.
Die physikalische Dimension des Moments ist demnach das Produkt aus Kraft und Hebelarm. Im SI-System hat ein Moment die abgeleitete Maßeinheit Newtonmeter (Nm), gleichbedeutend mit .
Eine Kraft , die in einem Punkt A angreift, kann man mit einer gleichen Kraft und entgegengesetzt gleicher Kraft ergänzen, die beide im Punkt B angreifen und sich dort gegenseitig aufheben. Betrachtet man nun als eine von A nach B verschobene Version der Kraft , ergibt sich, dass zusätzlich ein Moment aus dem Kräftepaar und entsteht. Das Moment ist in der folgenden Skizze ein Vektor, der in die Ebene hineinzeigt, und beträgt , also das Kreuzprodukt aus dem Ortsvektor des Kraftangriffspunktes und dem Kraftvektor. (Vektoren in der folgenden Skizze durch Fettdruck gekennzeichnet.)
A A A P
Wenn an einem Körper sehr viele Kräfte in den Punkten wirken, rechnet man sie in diesem Sinne auf einen gemeinsamen Bezugspunkt um, indem man sie alle dorthin verschiebt und gleichzeitig die Momente
Wenn der Körper irgendwo befestigt ist, schneidet man ihn (in Gedanken) frei und bezieht die Schnittlasten in die Betrachtung mit ein. Schnittlasten sind die von der weggeschnittenen Umgebung auf den Körper ausgeübten Kräfte und Momente. Der Körper befindet sich im Gleichgewicht, wenn nicht nur alle (in den gemeinsamen Bezugspunkt umgerechneten) Kräfte in der Summe null sind, sondern auch alle Momente (die beim Verschieben der Kräfte in den Bezugspunkt hinzukommen):
Anderenfalls wird der Körper durch die Kräfte und Momente translatorisch und/oder rotatorisch beschleunigt. Hierbei wählt man als körperfesten Bezugspunkt am zweckmäßigsten den Schwerpunkt (Massenmittelpunkt) am Ort . Ein beliebiger Punkt des Körpers hat die Geschwindigkeit
Aus dem zweiten newtonschen Gesetz („Kraft = Masse mal Beschleunigung“) ergibt sich der Schwerpunktsatz
Darin ist m die Masse des Körpers. ist der Massenträgheitstensor, im Allgemeinen ein Tensor zweiter Stufe, darstellbar als 3×3 Matrix. Seine Komponenten sind die im körperfesten System zeitlich konstanten Massenträgheits- und Deviationsmomente.
Im einfachsten Fall, wenn der Körper sich um eine raumfeste Achse dreht, die doppelt symmetrisch ist (d.h. beide Symmetrieebenen schneiden sich in der Drehachse), vereinfacht sich der Drallsatz zu „Massenträgheitsmoment mal Drehbeschleunigung = Momentensumme“ in Analogie zu „Masse mal Beschleunigung = Kräftesumme“.
In Wellen, Trägern und anderen Balken unterscheidet man die Schnittmomente
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