| Moltebeere | ||||||||||||
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| Rubus_chamaemorus_close-up.JPG | ||||||||||||
| : | Rosenartige (Rosales) |
| : | Rosengewächse (Rosaceae) |
| : | Rosoideae |
| : | Rubus |
| : | Chamaemorus |
| : | Moltebeere |
Die Moltebeere (Rubus chamaemorus), auch Multebeere, Multbeere oder Torfbeere genannt, ist eine Pflanzen-Art aus der Gattung Rubus und einziger Vertreter der Untergattung Chamaemorus und gehört zur Unterfamilie der Rosoideae innerhalb der der Rosengewächse (Rosaceae). Die Moltebeere ist in Mitteleuropa sehr selten, fehlt in Österreich und der Schweiz und ist in Deutschland streng geschützt. Der Bekanntheitsgrad stieg mit der Abbildung der Moltebeere auf der finnischen 2-Euro-Münze. Diese Pflanzenart ist ein Wahrzeichen Lapplands. 2e_fin.png]]
Ab Mitte Mai bilden sich weiße, gelegentlich auch rötliche, einzeln endständige Blüten mit je vier bis acht, meist fünf, Kron- und Kelchblättern. Die Art ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), das bedeutet an einer Pflanze findet man entweder nur männliche oder weibliche Blüten. Die weibliche Blüte trägt zahlreiche grünliche Fruchtblätter, wogegen die männliche Pflanze viele Staubfäden mit gelben Staubbeuteln trägt. Die Befruchtung erfolgt durch Insekten. Die Blütezeit reicht bis Ende Juni, entsprechend ungleichzeitig ist auch die Reife der Früchte. Bis zum Juli reifen Sammelsteinfrüchte mit einer Größe bis zu 2,5 Zentimeter H. Kokko: Northern Berries. in Teknia News. Online-Version Gelesen am 4.7.2006, bestehend aus bis zu 25 Steinfrüchten. Die reifenden Früchte sind zunächst grünlich und vollständig von den Kelchblättern umschlossen, dann blassrot, schließlich gelborange. Bei geringer Sonneneinstrahlung wird das rote Stadium übersprungen. Sobald sich die äußeren Blütenhüllblätter von der Frucht wegrollen, ist die Moltebeere reif. Dann ist sie sehr weich und entsprechend schwer zu pflücken. Daher werden oft unreife Früchte gepflückt, die dann an der Sonne nachreifen.
In Nordamerika wächst sie von Kanada (in den dünnbesiedelten Wäldern nördlich von Québec sowie auf den Magdalenen im Sankt-Lorenz-Strom) bis in die USA (Alaska, Maine, Minnesota, New Hampshire, New York), ist aber vielfach bereits bedroht. Auch in Sibirien und Nordjapan ist sie einheimisch.
In Deutschland ist die Art nur noch in Niedersachsen in Moorgebieten an Weser und Elbe rezent, zum Beispiel im Plackenmoor, wo die Bestände zumeist durch Verbuschung bedroht sind. Die Moltebeere ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung streng und besonders geschützt.
Die Moltebeere ist Futterpflanze für etliche Schmetterlingsraupen, beispielsweise für jene des Kleinen Nachtpfauenauges (Saturnia pavonia). Verschiedene Tiere schätzen die Beeren als Nahrung. Aus Jakutien wird berichtet, dass Braunbären bereitwillig große Entfernungen in der Tundra zurücklegen, um an die Früchte zu gelangen.
RubusChamaemorusFrucht.jpg Roh gegessen, hat die Moltebeere einen bitter-säuerlichen Geschmack. Vielfach wird aus ihr Marmelade oder Gelee hergestellt, oder sie wird zum Aromatisieren von Süßspeisen verwendet. In Schweden isst man sie gefroren mit Zucker („Björnkulla“), in Finnland zusammen mit dem sogenannten „Leipäjuusto“ („Brotkäse“, einem harten, teigartigen Käsegericht) und viel Zucker. Ebenfalls in Finnland bereitet man einen Likör namens „Lakka“ aus ihnen, in Kanada wird die Frucht unter anderem zur Aromatisierung einer Bierspezialität verwendet, und in Schweden dient sie zur Essigbereitung. Der Ertrag der Moltebeere ist gering, daher ist sie die teuerste der wild gesammelten Beeren. In Finnland werden Sammlern mindestens sechs Euro je Kilogramm bezahlt Berry Provinces Project: Wild Berries. Online Gelesen am 4.7.2006.
Obwohl auch heutzutage, insbesondere in Norwegen, die Nachfrage als Delikatesse größer ist, als das Angebot (Norwegen importiert jährlich 200 bis 300 Tonnen der Früchte aus Finnland), ist sie nach wie vor eine reine Wildfrucht. Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich die norwegische Regierung in Zusammenarbeit mit finnischen, schwedischen, schottischen und russischen Stellen im „Northberry“-Forschungsprojekt darum bemüht, die Moltebeere als Agrarfrucht zu kultivieren. Die ersten optimierten Pflanzen (männliche Sorten „Apolto“ und „Apollen“, weibliche Sorten „Fjellgull“ und „Fjordgull“) werden seit 2002 an die Landwirtschaft abgegeben.
Diosgenin.svg Die Blätter der Moltebeere werden aufgrund ihres Gehaltes an Gerbsäure gegen Durchfall verwendet. Die Pflanze enthält darüber hinaus Diosgenin, ein Steroid und Vorstufe des weiblichen Hormons Progesteron, das gegen Gicht und Rheuma angewandt wirdQuelle?.
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