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Wappen Karte
Wappen fehlt.jpg Karte fehlt.png
Basisdaten
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Bundesland: Oberösterreich
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Politischer Bezirk: Bezirk Kirchdorf an der Krems (KI)
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Fläche: 191 km²
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Einwohner: 3.748 (Stand: 15. Mai 2001)
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Höhe: 442 m ü. NN
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Postleitzahl: 4591
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Vorwahl: 07584
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Geografische Lage:
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Gemeindekennziffer: 40909
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Verwaltung: Marktgemeinde Molln
Marktstraße 1
4591 Molln

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Offizielle Website: http://www.molln.at
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E-Mail-Adresse: gemeinde@molln.ooe.gv.at
Politik
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Bürgermeister: Alois Steiner (SPÖ)
Molln ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Kirchdorf an der Krems im Traunviertel mit 3.748 Einwohnern. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Kirchdorf an der Krems.

Geografie


Molln liegt auf 442 m Höhe im Traunviertel im engen Tal des oberösterreichischen Flusses Steyr, nahe an der Stelle, wo die Krumme Steyrling einmündet. Er gehört zum Bezirk Kirchdorf an der Krems und ist jeweils ca. 20 km von Kirchdorf an der Krems und Steyr entfernt.

Molln liegt am Rand des Nationalparks Kalkalpen und beherbergt das Nationalparkzentrum. Im Süden des Gemeindegebietes liegt als Teil des Nationalparks das Sengsengebirge.

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 19,5 km, von West nach Ost 15,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 191,4 km². Molln ist damit die viertgrößte Gemeinde Oberösterreichs. 69,5 % der Fläche sind bewaldet, 20,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Ortsteile der Gemeinde sind: Breitenau, Molln, Ramsau und Frauenstein.

Wappen


Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: In Blau eine silberne Spitze, darin eine aufrecht gestellte blaue Maultrommel; im rechten Obereck eine silberne Narzissenblüte mit goldenem, rot gesäumtem Butzen, im linken Obereck ein silberner, sechsstrahliger, facettierter Stern. Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß.

Geschichte


Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum 'Österreich ob der Enns' zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum "Gau Oberdonau". Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. Die Erhebung zur Marktgemeinde erfolgte 1978.

Das slawische Wort "Smolna" bedeutet "voll Harz oder Pech". Durch Lautumwandlung entstand daraus die Bezeichnung "Molln", Molln war also zur Zeit der Namensgebung wahrscheinlich eine von Slawen besiedelte Pechsiedersiedlung.

Auf seinem Rittersitz in der Ramsau soll zwischen 1129 und 1164 Heinrich von Ramesowa gewohnt haben, ein Dienstmann des steyrischen Markgrafen. In einer Urkunde aus dem Kloster Garsten wird Molln erstmals im Jahre 1233 erwähnt als Rittersitz des Heinrich von Molna, Jäger und Dienstmann des steyrischen Markgrafen. Im Jahre 1336 erhob Herzog Albrecht Molln zum Markt, da eine rege Gewerbe- und Handelstätigkeit zu verzeichnen war. Durch die Verpfändung an das Kloster Spital ging das Marktrecht verloren und wurde erst 1977 auf Grund der historischen Tatsachen wieder verliehen.

Die längste Zeit war Molln durch die Arbeit der Bauern geprägt. Schon zur Jungsteinzeit wurden die Nomaden Oberösterreichs allmählich sesshaft und begannen eine bäuerliche Lebensführung mit Viehzucht und Ackerbau. Die Naturlandschaft wurde allmählich in Kulturlandschaft umgewandelt. Prähistorische Funde aus Molln stammen aus dieser Zeit: Ein 4000 Jahre altes durchbohrtes Steinbeil wurde im Mollnerbach (Nähe Stefaniebrücke) gefunden, ein möglicherweise noch älterer "Schnauzenkratzer" in der Breitenau-Sonnseite, eine Lanzenspitze aus der Bronzezeit in Ramsau-Effertsbach. Die Römer brachten wesentliche Verbesserungen und den Weinbau in die Landwirtschaft ein. (Weinbergerfeld - Außerbreitenau, Weinberg - Molln - Au). Die alte Römerstraße führte bei Klaus entlang der heutigen Gemeindegrenze.

Bis ins 14. Jahrhundert lebten die Bauern in einem gewissen Wohlstand, bis die Grundherrschaften verschiedene Rechte und Freiheiten der Bauern abbauten und einen allgemeinen Untertanenstand schufen. All dies führte neben der Erhöhung der "Dienste", Taxen, Zehente und Roboten dazu, dass die Bauern kaum mehr in der Lagen waren, diese Forderungen zu erfüllen. Zu aller Not kam noch die bedeutende Steuererhöhung durch die Hussiten-, Türken- und Erbfolgekriege (15.-18.Jh.). Im sogenannten "Mollner Aufruhr 1704" verhinderten die Bauern die Schlägerung von tausenden Bäumen, die für Schanzbauten zum Schutz der Steiermark hätten gefällt werden sollen. Die schließlich verhafteten Anführer zahlten diese Tat mit ihrem Leben bzw. mit ihrer Gesundheit. Ein großes Problem für die Bauern stellte der übermäßige Wildbestand dar. Das Wild zertrampelte Wiesen und Felder, sodass weder Heu noch Getreide geerntet werden konnte. Im Jahre 1717 kam es daher zu einem organisierten Jagdaufstand in Molln, in dem die Bauern zur Selbsthilfe griffen und das übermäßige Rotwild in den herrschaftlichen Revieren abschossen. Die Strafen waren sehr streng, und so mancher Wildschütz überlebte die Kerkerhaft nicht. Allerdings lenkten die Behörden schließlich ein, und eine unabhängige Kommission überprüfte die Wildschäden.

Seit dem 16. Jahrhundert hausten die Bauern in Hunger und Elend, wurden von Zins, Robot und Zehent beinahe erdrückt, während der steuerfreie Adel prachtvolle Schlösser baute und sich in seinen Palästen den Vergnügungen widmete. Die Schulden- und Güterbeschreibung des Amtes Molln aus dem Jahre 1649 zeugt von großer Not. 76 Bauersfamilien verhungerten. Eine große Anzahl von Höfen verödeten und viele mussten betteln gehen. Die Reformen Maria Theresias und Josef II. brachten eine gewisse Erleichterung, aber erst die Revolution 1848 brachte die Bauernbefreiung. Der Bauer wurde gleichberechtigter Staatsbürger und konnte seinen Grund und Boden als persönliches Eigentum behandeln. Damals waren die Mollner Bauernhäuser klein und oft mit hölzernen Fensterläden ausgestattet, um die Bewohner gegen Diebe und Unwetter zu schützen. In Truhen wurde das selbstgesponnene Leinengarn, Wäsche und die Kleidung aufbewahrt. Tisch und Holzbank komplettierten die Einrichtung. Die Bauersleute aßen von Holztellern und Schüsseln ihren Haferbrei oder Sterz mit hölzernen Löffeln und tranken aus Holzbechern. Auch Bergbau und Eisenverarbeitung spielen in der Geschichte Mollns eine große Rolle. Sogar Bergbau wurde in Molln betrieben. Alten Bergbaubetrieben und ihren Bodenschätzen haftet zweifellos die Romantik des Schatzsuchens an. Erst wenn man mit den Tatsachen extremer Arbeitsbedingungen und dürftiger Entlohnung konfrontiert wird, macht man sich wohl Gedanken über Mühsal und Strapazen der alten Bergleute. Die Anfänge in Molln reichen vermutlich ins 13. Jahrhundert zurück, urkundlich bezeugt ist er erstmals um 1570. Die Sage vom "Gaisbergmandl" ist ebenfalls ein Hinweis auf frühen Bergbau. Der Bergbau wurde von der Obrigkeit durch Verleihung außerordentlicher Privilegien gefördert und konnte sich bis etwa um 1790 behaupten - Schürfstellen am Buchberg und an mehreren Orten am Gaisberg lieferten das Erz, das in einem Verhüttungsbetrieb in Gstadt an der Krummen Steyrling verarbeitet wurde. Spuren des Bergbaues, wie Stollenreste und Abraumhalden, sind heute noch im Bereich oberhalb der Gaisbergwiesen festzustellen. Gruben befanden sich auch am Hochbuchberg. Auch Bleigewinnung wird in alten Schriften vom Gaisberg bei Molln erwähnt. Drei "Gruppen mit schönen Klüften" dienten am Gaisberg (Hufmanngraben) vermutlich immer wieder dem Eisenabbau, der dann spätestens gegen Ende des 18. Jahrhunderts endgültig eingestellt worden sein dürfte. Geringe Mächtigkeit der Erzlager, kleiner Eisengehalt und Hochwasserschäden an den Verhüttungsanlagen verursachten nämlich laufend Schwierigkeiten und längere Betriebsunterbrechungen. Der Hüttenbetrieb in Gstadt musste sich anderen Produkten zuwenden. Vorerst wurden Rohr- und Blechhämmer errichtet. 1780 erteilte Kaiserin Maria Theresia das Privileg zur Aufnahme der Sensenproduktion, die bis 1962 Bestand hatte. Aus einem hervorragenden unternehmerischen Weitblick wurde die Produktion rechtzeitig und zukunftsweisend umgestellt. Der dynamische Firmeninhaber Roland Pießlinger hat das Unternehmen zu einem der modernsten Eloxalbetriebe und Metallbeschichtungsbetriebe ausgebaut und ähnlich der früheren Sensenerzeugung erfolgreich am internationalen Markt verankert. In der Umgebung von Molln sind auch an mehreren Punkten Steinkohlenschürfungen vorgenommen worden: Der alte Steinkohlenschurf östlich vom Steinköpfel und Sulzeck im Graben zwischen Denk und Reitbauer war um die Mitte des 19. Jahrhunderts der bedeutendste von ihnen. In einem Stollen wurden drei geringmächtige Kohlenflöze von teils mürber, jedoch schöner und reiner Kohle angefahren. Auch in der Welchau und auf der Feichtaualm im nördlichen Sensengebirge sollen Kohlenschurfe betrieben worden sein. 253 Mollner sind im Ersten Weltkrieg gefallen.

Die Zeit des Ersten Weltkriegs war aufgrund der totalen Lebensmittel- und Rohstoffblockade durch große Not gekennzeichnet. Auch nach dem Krieg besserte sich das Elend kaum. Arbeitslosigkeit und Hunger erwartete die Heimkehrer. Die Jagdinhaber wurden von der o. ö. Landesregierung sogar aufgefordert, das überschüssige Wild abschießen zu lassen, um den Hunger der Bevölkerung zu lindern. Leider geschah das nicht! Der Wilddiebstahl nahm nun notgedrungen stark zu, was zu einer Brutalisierung in der Auseinandersetzung zwischen Jägern und Förstern einerseits und den Wildschützen andererseits führte. Vorläufiger Höhepunkt in dieser Entwicklung war der Mord am gräflich Lambergschen Förster Johann Daxner und gipfelte schließlich im "Wildererdrama von Molln". Nach einer Befreiungsaktion, bei der einige verhaftete Wildschützen, unblutig aber gewaltsam, aus den Händen der Gendarmerie befreit wurden, wurden im Gasthof Dolleschal drei unbewaffnete Wilderer von Gendarmen getötet und ein weiterer in seinem Bett liegend erstochen.

Auch der zweite Weltkrieg forderte viele Todesopfer:

Gefallene: 80 Personen

Vermisste: 36 Personen

Aber nicht nur Soldaten mussten ihr Leben lassen. Das nationalsozialistische Gewaltregime forderte auch fernab der Fronten Opfer:

Franz POPP 1881 - 03.05.1945 Theresia POPP 1893 - 03.05.1945

Franz und Theresia Popp wurden - wahrscheinlich kurz vor Weihnachten 1944 - denunziert und verhaftet; ihnen war vorgeworfen worden, Auslandssender gehört und dazu auch polnische Zwangsarbeiter eingeladen zu haben. Gemeinsam mit einem namentlich nicht genannten Zwangsarbeiter wurden sie verhaftet, über das Gestapogefängnis Steyr schließlich nach Schörgenhub (bei Linz) bzw. Mauthausen gebracht. Theresia Popp wurde Anfang Mai 1945, unmittelbar vor der Befreiung von Mauthausen, von betrunkenen SS-Männern erschossen, Franz Popp ebenso Anfang Mai im Lager Schörgenhub.

polnischer Zwangsarbeiter

Geburtsjahr nicht bekannt, gest. 06.04.1945

Der - namentlich nicht bekannte - polnische Zwangsarbeiter wurde gemeinsam mit dem Ehepaar Popp verhaftet und im April 1945 im Lager Schörgenhub bei Linz erschossen.

Franciszek URBAÑCZYK

Geburtsjahr nicht bekannt; gest. 05.01.1942

Franciszek Urbañczyk war als polnischer Zwangsarbeiter am Landesgut Rosenegg in der Breitenau 35. Aufgrund eines Verhältnisses mit einer Magd wurde Urbañczyk verhaftet, zum Tode verurteilt und am 5. Jänner 1942 in Molln-Blumau öffentlich erhängt.

Behinderte:

Franz BERNEGGER 15.08.1901 - 12.06.1940 Franz Bernegger scheint im Taufbuch der Pfarre Molln auf; er war behindert (nicht bekannt ist die Art der Behinderung) und wurde - aufgrund dieser Behinderung - in Hartheim ermordet.

Anton STEINER 04.03.1901 - 12.06.1940 ähnlich wie bei Franz Bernegger ist von Anton Steiner wenig bekannt; er scheint im Taufbuch der Pfarre Molln auf und es handelt sich vermutlich um den damals so genannten "Spital Toni", der im Mollner Spital lebte und kurz nach der Machtergreifung der Nazis abtransportiert wurde. Anton Steiner wurde 1940 in Hartheim ermordet.

Zeugen Jehovas:

Franz BICHLER 12.08.1895 - 07.03.1940 Franz Bichler besaß eine Landwirtschaft in der Ramsau und war Vater von vier Kindern; er wurde wegen Hochverrats von der Gestapo und vom örtlichen Gendarmen verhaftet und im KZ Mauthausen inhaftiert. Als offizielle Todesursache wurde Steinschlag angegeben; der Mithäftling Valentin Eder berichtete, dass Franz Bichler verhungert war.

Maria DÜRNBERGER 03.12.1894 - 09.03.1946 Maria Dürnberger wurde in Strasswalchen geboren, war mit Georg Dürnberger verheiratet und hatte zwei Kinder. Ende der 20er Jahre zog die Familie in die Ramsau 24 und betrieb dort ein Gasthaus. Durch Kontakte mit Franz Unterbrunner und Cäcilia Mollnhuber wurde sie Zeugin Jehovas; dass sie engagierte Predigerin war, wurde von der Gestapo ausgenutzt: Ein Gestapo-Spitzel wurde bei ihr eingeschleust, dadurch die ganze Gruppe bekannt und Maria Dürnberger 1939 verhaftet. Sie überlebte zwar das KZ Ravensbrück, starb aber unmittelbar nach ihrer Rückkehr nach Molln an den Folgen der KZ-Haft.

Zäzilia HAUSER 11.11.1895 - 1941 Zäzilia Hauser wurde in Frauenstein geboren; ihre Eltern waren Heinrich und Anna Maria Kerbl aus Forstau 34; sie hatte 1922 geheiratet und wurde am 27.7.1939 ins KZ Ravensbrück eingeliefert und dort 1941 ermordet.

Maria MITTENHUBER 06.02.1881 - 1945 Maria Mittenhuber wurde 1881 als Tochter von Johann und Zäzilia Höller in der Breitenau geboren; am 15.6.1939 - also bereits 58 Jahre alt - wurde sie ins KZ Ravensbrück eingeliefert, blieb dort bis zum Todesmarsch und wurde bei diesem ermordet.

Cäcilia MOLLNHUBER 27.02.1902 - 16.11.1942 Cäcilia Mollnhuber wurde 1902 geboren; sie war mit einem Zimmermann verheiratet und hatte sechs Kinder. Nachdem sie von einer Nachbarin denunziert worden war, kam sie im Frühjahr 1939 zuerst ins Gefangenenlager Mährisch-Ostrau, dann nach Ravensbrück und von dort nach Auschwitz. In Auschwitz wurde sie 1942 ermordet.

Franz UNTERBRUNNER 12.11.1886 - 19.01.1940 Franz Unterbrunner, geboren 1886, war Rauchfangkehrermeister in Molln, verheiratet und Vater von mehreren Kindern. Wegen Vorwurf des Hochverrats wurde er im April 1939 von der Gestapo - in Begleitung des Ortsgendarmen - verhaftet, ins KZ Dachau gebracht und von dort später nach Mauthausen. Dort soll er - so die offizielle Begründung - im Jänner 1940 an Gehirnschlag gestorben sein, sein Mithäftling Valentin Eder erzählte später, dass Unterbrunner verhungert sei. Seine Frau wurde später ebenso verhaftet, musste beim Ortsgruppenleiter ein Dokument unterschreiben und wurde daraufhin wieder frei gelassen.

Josef UNTERBRUNNER 19.02.1911 - April/Mai 1945 Josef Unterbrunner - er war mit Franz Unterbrunner nicht verwandt - wurde 1911 geboren; sein Vater war Zimmermann in der Ramsau. nterbrunner kam im Juni 1939 ins KZ Dachau, später nach Mauthausen, wieder nach Dachau und schließlich nach Neuengamme. Bei der Evakuierung des Lagers kam er auf die Cap Arcona und dort ums Leben.

Wirtschaftsgeschichtliche Besonderheiten


Maultrommel

Molln ist die Erzeugungsstätte eines ganz seltenen Musikinstruments, der Maultrommel (die Maultrommel ziert das Mollner Wappen). Der Ursprung dieses Handwerks geht ins 17. Jahrhundert zurück. Die Zunftakten beginnen mit dem Jahr 1679, die erste Handwerksordnung wurde 1690 unter Johann Maximilian Graf Lamberg erlassen. Molln ist der einzige Ort auf der ganzen Welt, wo seit nahezu 400 Jahren die Maultrommel erzeugt wird. Angeblich ist das Instrument selbst seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Ein zum Tod verurteiltes Mädchen namens Barbara sollte begnadigt werden, wenn es etwas Besonderes erfände. In ihrer Not ersann Barbara die erste Maultrommel, deren wunderbarer Klang die Richter derart bezauberte, dass sie der Delinquentin die Freiheit schenkten. Der Zauberton und die bescheidene Klangfülle machten die Maultrommel zum bevorzugten Ständcheninstrument. Etwa um 1832 wurde angeblich das "Brummeisen" von der Kirche verboten, weil es von Burschen zum "Fensterln" verwendet wurde, die dabei großen Erfolg erzielten. Wie es damals hieß, konnte "das Weib" den Tönen nicht widerstehen und öffnete das Fenster.

1818 lebten 34 Meister in Molln. Heute gibt es noch 3 Hersteller, die ihre Erzeugnisse in die ganze Welt vertreiben.

Schaufelhacker

Begünstigt durch den Holzreichtum hat ein anderes uraltes Gewerbe ebenfalls in Molln nachweislich vor etwa 650 Jahren seinen Ausgang genommen: das der Schaufelhacker und Holzschitzler, welches wie kaum ein anderes Gewerbe die Ursprünglichkeit seiner rein handwerksmäßigen Führung bis zu seinem Aussterben (1951 ist die selbstständige Zunft bzw. Genossenschaft erloschen) bewahrte. Daneben gab es auch zahlreiche Schüssler, Drechsler, Schlitter, Wagner und Backtrogmacher.

Politik


Bürgermeister ist Alois Steiner von der SPÖ.

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 3.753 Einwohner, 2001 dann 3.748 Einwohner.

Städtepartnerschaften

Buseck (Deutschland) und Tát (Ungarn)

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen

Museum im Dorf, Nationalparkzentrum, private Schaubetriebe (Schmiede, Maultrommelerzeugung)

Bauwerke

Pfarrkirche Molln, Wallfahrtskirche Frauenstein (Schutzmantelmadonna von Gregor Erhart; um 1510)

Naturdenkmäler

Nationalpark Kalkalpen

Rinnende Mauer - eine großflächige Quelle an der Steyr

Sport

Die sportlichen Aktivitäten sind im örtlichen Sportverein, dem SV Molln, organisiert. Er umfasst fünf Sektionen: Fußball, Wintersport, Tennis, Turnen, Tischtennis.

Wirtschaft und Infrastruktur


Molln ist ein beliebter Urlaubsort, der aber noch mehr durch seine traditionelles Metall-Handwerk bekannt ist. Insbesondere werden hier die Original "Maultrommeln" hergestellt. Molln knüpft an die jahrtausende alte Handwerks-Kunst der "Eisenwurzen" an, die sich nördlich jener Region entwickelte, die in der Römerzeit für Norisches Eisen stand.

Ansässige Unternehmen

  • Fa. Bernegger Bau GesmbH
  • PIESSLINGER GesmbH

Vereine

gesamt ca. 70 Vereine und Körperschaften

Öffentliche Einrichtungen

Bibliothek im Gemeindeamt, Hallenbad

Bildung

Kindergarten, zwei Volksschulen und eine Hauptschule, Landesmusikschule

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

Prof. Otto Jungmair (* 6. April 1889 in Molln; † 4. Oktober 1974 in Linz), oberösterreichischer Mundartdichter und Adalbert Stifter-Forscher

Mag. Angela Mohr (* 1920 als Angela Trenkler in Molln), Mollner Heimatforscherin

Dkfm. Wolfgang Greutter (* 19. März 1924 in Linz an der Donau), Unternehmer (Huber Möbel Molln, Breitenau)

Söhne und Töchter der Stadt

Marlen Haushofer, Schriftstellerin

Franz Gruber, österr. Schirennläufer

Weblinks


Ort in Oberösterreich

Molln

 

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