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Als Moldauisch (auch Moldawisch, Limba moldovenească) wird die offizielle Amtssprache Moldawiens bezeichnet. Es handelt sich dabei jedoch weniger um eine Sprache, sondern um einen aus politischen Erwägungen zur eigenständigen Sprache erklärten Dialekt der Rumänischen Sprache. Dabei ist die verwendete Schriftsprache mit der rumänischen identisch. Die von den Moldauern gesprochene Umgangssprache entspricht größtenteils dem im östlichen Teil Rumäniens in der Region Moldau gesprochenen Moldauischen Dialekt.

Die Aufsplittung der Rumänischen Sprache gilt als ein Beispiel für einen politischen Separatismus in der Sprache. Der Begriff "Moldauisch" beschränkt sich auf einige staatliche Bereiche, wobei der Begriff "Rumänisch" auf alle anderen Ebenen verwendet wird. Das geltende Gesetz in Moldawien bestätigt die Gleichheit der beiden Sprachen Legea cu privire la functionarea limbilor vorbite pe teritoriul RSS Moldovenesti Nr.3465-XI din 01.09.89 Vestile nr.9/217, 1989 (rumänisch), so wird beispielsweise in den Schulen, den Medien, sowie in einigen Verwaltungs- und Staatsbereichen der Begriff "Rumänisch" verwendet z.B. Verbraucherschutzgesetz (rumänisch). Insgesamt hat die Gruppe derjenigen, die ihre Sprache einfach als "Rumänisch" bezeichnen, einen Anteil von 22 % der gesamten romanischsprachigen Bevölkerung in Moldawien, bei der städtischen Minderheit sind es knapp 40 % (Stand 2004 Die letzte Volkszählung im Jahre 2004 (rum.)).

Hintergründe


Bis 1940 gehörte das damalige Bessarabien zu Rumänien. Zu dieser Zeit kannte man den Begriff einer moldauischen Sprache nicht, man betrachtete sie vielmehr als einen rumänischen Dialekt. Erst nachdem die Sowjetunion das Gebiet annektierte, wurde die Sprache umbenannt, um alle Bande mit Rumänien zu trennen und die Annexion zu rechtfertigen. Das lateinische Alphabet wurde durch ein nach dem Vorbild des Russischen gestaltetes kyrillisches ersetzt. Außerdem wurde während der Sowjetherrschaft die rumänischsprachige Bevölkerung darin bestärkt, Russisch zu sprechen, was eine Voraussetzung für höhere Bildung, gesellschaftliches Ansehen und politische Ämter war.

1989 wurde die Moldauische Sprache zur offiziellen Sprache Moldawiens erklärt und die rumänische Variante des lateinischen Alphabets wieder eingeführt. Allerdings ist die kyrillische Schrift noch weit verbreitet. In Transnistrien ist das kyrillisch geschriebene Moldauisch offiziell weiterhin Amtssprache.

Die auf die Unabhängigkeit Moldawiens 1991 folgende Verfassung erkannte Moldauisch als Amtssprache an. 1996 lehnte das moldauische Parlament einen Antrag des Präsidenten Mircea Snegur ab, den Namen der Sprache wieder in Rumänisch zu ändern.

2002 versuchte die moldauische Regierung Russisch mit Moldauisch rechtlich gleichzusetzen und erklärte es zur Pflichtfremdsprache an den Schulen, was eine Welle der Empörung unter der rumänischsprachigen Bevölkerungsmehrheit und Protestdemonstrationen in Chişinău und anderen Großstädten auslöste.

2003 wurde ein Wörterbuch Rumänisch-Moldauisch veröffentlicht, was den Eindruck erwecken sollte, in beiden Ländern würden unterschiedliche Sprachen gesprochen. Dies führte zu Kritik aus beiden Ländern.

2006 beschlossen die Benutzer der rumänischsprachigen Wikipedia, fortan nur noch die Version in lateinischer Schrift zu pflegen.

Quellen


Siehe auch


Einzelsprache | Romanische Sprache | Moldawien | Kultur (Moldawien)

Молдовски език | Moldau | Moldovan language | Idioma moldavo | Moldovan kieli | Moldave | Moldavski jezik | モルドバ語 | 몰도바어 | Moldawesch | Moldavų kalba | Лимба молдовеняскэ | Moldavisch | Język mołdawski | Língua moldávia | Limba moldovenească | Молдавский язык | Lingua moldava | 摩爾多瓦語

 

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