Die Moken (Thai: มอเกน) sind das größte in einer Reihe von südostasiatischen Völkern, die als Seenomaden auf Booten in der östlichen Andamanensee und dem südchinesischen Meer leben.
Die Moken werden in der älteren Literatur oft auch als "Seezigeuner" (englisch: Sea Gypsies) bezeichnet, eine Sammelbezeichnungen für verschiedenen Ethnien, ähnlich der thailändischen Bezeichnung Chao Leh (auch Chao Naam), während sich der birmanische Name Selung (auch Selon, Salon oder Salone) nur auf die Moken bezieht. Die Moken werden von manchen Autoren in zwei Gruppen, die Moken Pula (im Gebiet der burmesischen Inseln der Andamanensee) und die Moken Tamub (Ko Phra Thong und Küste von Takua Pa in der Provinz Phang Nga in Südthailand) unterteilt, es sind aber auch andere Unterteilungen gebräuchlich.
Nahe Verwandte der Moken sind die in Thailand lebenden Moklen ( Takua Pa, Phuket und umgebende Inseln) und die Urak Lawoi (Siray Inseln, Rawai-Beach auf Phuket). Die Moken, Moklen und die Urak Lawoi werden von den Thai meist mit dem ungenauen Terminus Chao Leh („Meeresbewohner“ - ชาวเล) bezeichnet und als eine Gruppe betrachtet.
Mit der Zuwanderung weiterer Völker im gesamten südostasiatischen Raum, der Entstehung verschiedener Reiche, der Periode des Kolonialismus und der Entstehung der heutigen Staaten erfuhren die Seenomaden immer wieder Einschränkungen ihrer nomadischen Lebensweise. Der Siedlungsraum der Moken konzentrierte sich schließlich in der östlichen Andamanensee, vom heutigen Myanmar im Norden, über Thailand und Malaysia bis zu den indonesischen Inseln im Süden.
Zwar leben viele Moken auch heute noch halbnomadisch auf ihren Booten und den Inseln der Andamanensee, der Bewegungsfreiraum ist allerdings stark eingeschränkt. Vor allem in Thailand wurden sie in der Vergangenheit dazu gedrängt seßhaft zu werden. Dort leben Moken heute auf den Surin Inseln (Mu Ko Surin), Ko Lanta, Ko Phi Phi, Phuket und etwa 500 auf Ko Lipe, einer Insel im Tarutao-Nationalpark in der Provinz Satun, der südwestlichsten Provinz von Thailand. Die traditionelle nomadische Lebensweise konnten vor allem jene Moken erhalten, die im Mergui-Archipel im Süden Myanmars leben. Ihre Zahl wird auf mehrere Tausend geschätzt. Jedoch hat auch die Regierung Myanmars damit begonnen, die Seenomaden dazu zu drängen sich auf der Insel Pu Nala niederzulassen. Nur wenige Moken besitzen allerdings Pässe der Länder in denen sie leben, die Mehrzahl ist staatenlos.
Problematisch sind, wie fast überall wo staatliche Autoritäten die traditionelle Lebensweise indigener Völker zu reglementieren versuchen, die Lebensumstände jener, die dem Druck nachgaben und seßhaft wurden. Der Verlust der traditionellen Lebensweise geht oft einher mit dem Verlust der eigenen Kultur und der allmählichen Assimilation an die Mehrheitsvölker der Region. Versuche, die Kinder der Moken in das staatliche Schulsystem zu integrieren, schlugen bisher allerdings zum Großteil fehl. Die Kinder ziehen es meist vor mit den Erwachsenen zum Fischen aufs Meer zu fahren. Ein spezielles Problem ist der Umgang skrupelloser Geschäftsleute mit den "Seezigeunern", die zum Beispiel auf Phuket Touristen in Bussen oder mit Ausflugsbooten zu den Dörfern der Moken bringen als wären das Zoos für Menschen. Seit 1997 existiert das Andaman Pilot Projekt (siehe Weblinks) der UNESCO. Es soll den Moken helfen ihre traditionelle Lebensweise zu bewahren und auf eine Weise an die veränderten Rahmenbedingungen (staatliche Reglemtierungen, Tourismus etc.) anzupassen, die ihre Kultur und ihr Wissen um das Meer und die örtliche Natur erhält. Ziel ist es, den Moken nicht nur wieder weitgehende Selbstbestimmung zu ermöglich, sondern auch ihr Wissen um die Natur in der Region für eine nachhaltige Entwicklung vor allem des Tourismus zu nutzen. Ein existentielles Problem für die Moken, wie für alle Seenomaden der Region, ist der allmähliche Entzug ihrer Lebensgrundlage, der Fischerei, durch die Konkurrenz der großen Fischereiflotten. Die Trawler (Schleppnetzfischer) verlegen ihre Fanggebiete von der Hochsee immer näher zu den Küsten, also in die traditionellen Fanggründe der Seenomaden, und machen es diesen immer schwerer noch ergiebige Fänge einzubringen.
Das Erdbeben im Indischen Ozean im Dezember 2004 zerstörte eine Reihe von Siedlungen der Moken auf den Inseln der Andamanensee, vor allem auf den Surin Inseln, Phuket und Ko Phi Phi. Da sie die Vorzeichen des Tsunami - das sich zurückziehende Meer - erkannten, konnten sie sich selbst und einige Touristen rechtzeitig in Sicherheit bringen und es war nur ein Todesopfer zu beklagen. Dank privater Spenden und der Unterstützung durch UNESCO und den höchsten Rat der buddhistischen Religionsgemeinschaft in Thailand (dem Sangkarat) konnten die auf das Festland geflüchteten Moken bereits im Januar 2005 wieder auf die Inseln zurückkehren und mit dem notwendigsten versorgt werden (Werkzeuge, Küchenutensilien u.ä.). Das Hauptproblem ist, die zerstörten Boote zu ersetzen.
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