Die Mohegan (Eigenbezeichnung Mu-he-con-neok Menschen aus der Gegend, wo die Wasser nie still stehen; auch River Indians, Seaside People oder Upland Indians), sind ein Stamm der Algonkin-Sprachgruppe (Sprachfamilie: Algonkin-Ritwan-Kutenai), die einen Pequot-Dialekt sprachen. Sie werden oft mit den Mahican verwechselt.
Zur Zeit der ersten europäischen Besiedlung Neuenglands im frühen 17. Jahrhundert wurden die Mohegan und Pequot vom Pequot-Sachem Sassacus gemeinsam geführt, später aber rebellierte der Mohegan-Sachem Uncas und erreichte die Unabhängigkeit. Nach der Vernichtung der Pequot im Jahre 1637 durch die Engländer kamen die meisten Überlebenden der Pequot, sowie ihre früheren Wohngebiete unter die Kontrolle der Mohegan.
Um 1675 gab es weniger als 1.200 Mohegan und 30 Jahre später (1705) nur noch 750. In den folgenden Jahren spalteten sich einige Gruppen vom Hauptstamm ab, zu erwähnen sind hier besonders die 300 Mohegan, die Connecticut zwischen 1775 und 1788 mit den Brotherton-Indianern verließen. Sie zogen zu den Oneida und Stockbridge-Indianern im nördlichen Bundesstaat New York. Die Brotherton, Oneida und Stockbridge verkauften ab 1822 ihren Landbesitz in New York und um 1834 waren sie im nördlichen Wisconsin zu finden. Heute gibt es Nachkommen der Mohegan in Wisconsin bei den Stockbridge westlich von Green Bay und bei den Brotherton östlich des Lake Winnebago, die aber noch nicht bundesstaatlich anerkannt sind (engl. federally recognized).
Nach dem Fortgang dieser Gruppen lebten 1774 nur 206 Mohegan in Connecticut, 1809 gab es sogar nur noch 70 Angehörige. Im Jahre 1832 war diese Zahl wieder auf 360 angewachsen, vermutlich durch Zuwanderung aus anderen Stämmen. Der Zensus von 1850 ergab 125 Mohegan in Connecticut, die meisten von ihnen lebten unter der weißen Bevölkerung. 1994 erhielten Mohegan in Connecticut die bundesstaatliche Anerkennung unter dem Namen The Mohegan Tribe.
- bgcolor="#EFEFEF" | Jahr | Anzahl | Anmerkung | Quelle |
|---|---|---|---|
| 1600 | 2.200 | geschätzt | James Mooney |
| 1643 | 2.250 | John R. Swanton | |
| 1700 | 1.000 | Kalkulation | NAHDB* |
| 1705 | 750 | John R. Swanton | |
| 1774 | 206 | John R. Swanton | |
| 1800 | 100 | Kalkulation | NAHDB* |
| 1804 | 84 | John R. Swanton | |
| 1809 | 69 | John R. Swanton | |
| 1900 | 50 | Kalkulation | NAHDB* |
| 1910 | 22 | Zensus | |
| 1970 | 200 | Zensus | |
| 2000 | 800 | Kalkulation | NAHDB* |
| 2005 | 1.000 | The Mohegan Tribe (eingetragene Mitglieder) | |
Es gibt keine phonemische Analyse der Süd-Neuengland-Sprachen, von denen auch keine mehr gesprochen wird. Worte und Namen in diesen Sprachen erfolgen in der geltenden englischen Rechtschreibung.
Viele Berichte aus dem 17. Jahrhundert bestätigen, dass alle diese Sprachen von den jeweiligen Sprechern untereinander verstanden wurden. An der Küste mag dieses besonders auf die Sprecher zutreffen, die einige Erfahrungen mit anderen Sprachen hatten. Andere frühe Berichte betonen nachdrücklich linguistische Differenzen und auch Schwierigkeiten, die Sprecher des Marthas-Vineyard-Dialekts bei der Verständigung mit Bewohnern der Insel Nantucket und dem nahen Festland von Massachusetts erfuhren.
Angefangen bei Giovanni da Verrazano gibt es relativ vollständige Beschreibungen des indianischen Gartenanbaus. Die frühen Entdecker waren alle von der Ausdehnung der kultivierten Felder beeindruckt. Im Jahre 1606 vermerkte Samuel de Champlain, dass die Indianer andauernd neue Felder vorbereiteten, möglicherweise ein Indiz für die wachsende Bedeutung von Maisanbau.
Angebaut wurden aber nicht nur Mais, sondern auch Kidney-Bohnen, Squash, Artischocken und Tabak. Gruppen von 50 oder mehr Männer und Frauen bereiteten das Land zur Pflanzung vor. Die Bäume wurden 3 Fuß (ca. 91 cm) oberhalb des Bodens abgeschnitten, die Zweige und Stämme verbrannt und die Saat zwischen die Baumstümpfe eingebracht. Champlain beobachtete das Bepflanzen eines Feldes an den Ufern des Saco Rivers im Juli 1605: Nachdem man den Boden mit spatenförmigen Geräten aus Hartholz umgegraben hatte, nahm man die Schalen von Horseshoe-Krabben zur Anhäufung von kleinen, etwa 3 Fuß voneinander entfernten, Hügeln, in die jeweils 3 oder 4 Maiskörner und die gleiche Menge Bohnen gelegt wurden. Als Düngemittel legte man kleine Fische in jeden Maishügel, eine Praxis, die aber auch aus Europa stammen könnte. Die Felder ließ man notwendigerweise brach liegen, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen, und brannte sie ab, bevor sie neu bepflanzt wurden. Hacken aus Muschelschalen wurden in Massachusetts zum Unkrautjäten benutzt.
Das Pflanzen, Bearbeiten und Ernten war gewöhnlich Frauenarbeit, obwohl alte Männer oder junge Männer aus Zuneigung zu ihrer Frau möglicherweise mithalfen. Einzige Ausnahme war der Tabak, der nur von Männern angebaut wurde.
Es gibt keine verfügbaren Daten über den mengenmäßigen Ertrag pro Person oder die relative Bedeutung von Gartenanbau im Vergleich zu wildwachsender Nahrung. Der getrocknete Mais wurde in gewebte Säcke oder Körbe gefüllt und in großen Löchern oder Gräben vergraben, um während des Herbstes und im Winter verzehrt zu werden. Die ersten Pilgerväter auf Cape Cod fanden derartige Speicher und benutzten den Inhalt für ihre Zwecke, indem sie die Indianer bestahlen.
Die Grundausrüstung an Waffen sowohl für die Jagd als auch für den Krieg waren Pfeil und Bogen. Die Bogen, aus der Gegend von Cape Cod waren aus Haselnusstrieben hergestellt und etwa 1,50 bis 1,80 Meter lang, schwarz-gelb bemalt und mit drei gedrehten Sehnen bespannt. An hölzernen Pfeilen, etwa 0,90 Meter lang, hatte man drei lange schwarze Federn befestigt. Sie wurden in Köchern aus Binsen transportiert, die mit rhombenförmigen Mustern in rot und anderen Farben verziert waren. Bei den Mohegan im östlichen Massachusetts gab es Pfeile aus Holunder, die aus einem lose sitzenden Vorderteil in einem dazu passenden Hauptschaft bestanden, so dass der Hauptschaft wieder verwendet werden konnte, während die Spitze im getroffenen Wild stecken blieb.
Pfeilspitzen fertigte man aus Stein, Geweihspitzen, Adlerzehen, Knochen und Horseshoe-Krabbenschwänzen oder die Pfeile wurden einfach angespitzt. Schon sehr früh nach dem ersten Kontakt mit Europäern begannen die Indianer, dieses ursprüngliche Material durch Eisen, Kupfer und Messing zu ersetzen. Metallene Pfeilspitzen werden häufig in der zeitgenössischen Literatur erwähnt, und derartige Spitzen - in Europa hergestellte, wie auch von den Indianern aus gebrauchten Kesseln und anderen metallenen Objekten gefertigte - fand man vielfach bei Ausgrabungen an archäologischen Stätten.
Es gibt gute Zeugnisse von ziemlicher Glaubwürdigkeit über den erblichen sozialen Rang, z.B. kamen Dorfführer grundsätzlich aus einer anerkannten Häuptlings-Lineage. Über die Regeln der königlichen Nachfolge gibt es den folgenden Bericht:
Aber es handelt sich hier wohl um eine sehr vereinfachte Darstellung einer viel komplexeren Situation. Zum Beispiel gab es im 17. Jahrhundert Sqaw-Sachems in Massachusetts und Rhode Island, die nicht einfach Witwen von Sachems, sondern eher Frauen waren, deren Abstammung sie zu einer Führungsrolle berechtigte. Frauen erbten Landrechte, und ihre Namen erscheinen auf Urkunden, in denen dieses Land auf die englischen Kolonisten übertragen wird.
Uncas Genealogie, ein einzigartiges Dokument aus dem Jahr 1679, mit dem der Mohegan-Sachem seinen Anspruch auf Land im östlichen Connecticut unterstützen wollte, führt seine sowohl matrilineare als auch patrilineare Abstammung auf Sachems der Pequot, Narragansett und Long-Island-Indianer zurück und sollte Erbschaftsansprüche jeder Linie nachweisen.
Heiraten scheinen nur innerhalb von Klassengrenzen geschlossen worden zu sein. Zumindest bei Familien der Führungsklasse waren sie manchmal polygam, möglicherweise darin begründet, dass die Häuptlinge die Dienste ihrer Frauen bei der Unterhaltung von Besuchern und Erfüllung anderer Führungsaufgaben benötigten, wie auch durch den Wunsch, verwandtschaftliche Bande zu den Häuptlings-Lineages der Nachbarn zu knüpfen. Es wurde ein Brautpreis bezahlt, der häufig aus Wampum bestand.
In den folgenden Jahren erweiterten die Holländer ihren Pelzhandel am unteren Connecticut River und bauten 1622 einen ständig besetzten Handelsposten und ein kleines Fort an der Stelle des heutigen East-Hartford. Obwohl die Holländer mit allen Stämmen handeln wollten, kontrollierten die Pequot die kleineren Nipmuck- und Mattabesic-Stämme der Region und deren Zugang zu den Holländern. Im Jahre 1622 kam es zu einer Konfrontation und beinahe zu einem Krieg, so dass die Holländer die Pequot gewähren ließen. In den folgenden Jahren erhoben die Pequot von den anderen Stämmen eine Art Zoll für das Recht, ihr Land passieren zu dürfen oder als Vermittler im Pelz- und Wampum-Handel mit den Holländern am Connecticut River zu fungieren.
Dieser profitable Zustand endete im Jahre 1633, als englische Händler aus Boston einen Handelsposten bei Windsor bauten, der etwas oberhalb der holländischen Handelsstation am Connecticut River lag. Diese Ortslage erlaubte es den Engländern, die Handelswaren aus dem Landesinneren abzufangen, bevor sie die Holländer oder die Pequot erreichten. Als Antwort darauf erwarben die Holländer Land von den Pequot und bauten einen befestigten Handelsposten, den sie Haus der guten Hoffnung (engl. House of Good Hope) nannten), in der Hoffnung, dass die Angriffe der Pequot die Engländer zur Aufgabe zwingen würden. Natürlich waren die Holländer über die englische Konkurrenz nicht begeistert, doch die Interessen der Pequot wurden hierdurch noch stärker getroffen. Neben dem Verlust der Zoll- und Tributzahlungen wurde, was für sie noch schlimmer war, die Macht und Autorität der Pequot über die anderen Stämme empfindlich geschwächt. Ein weiteres Problem war der Wertverlust des Wampum als Zahlungsmittel, denn die englischen Kolonisten stellten Wampum industriell mit Stahlbohrern her und überfluteten damit den Markt. Deshalb waren die Holländer sicher, dass die Pequot die Engländer vertreiben würden.
Doch die Dinge entwickelten sich anders, denn bei den Pequot gab es ernsthafte Rivalitäten zwischen den Bewohnern im Inland am Thames River und den Gruppen nahe der Küste. Aus der Sicht der Inland-Pequot war der englische Handelsposten bei Windsor besser erreichbar als die Holländer und zahlte höhere Preise, deshalb versuchten sie, mit den Engländern ein ähnliches Monopol wie mit den Holländern auszuhandeln.
Es bildeten sich zwei verschiedene Parteien und es kam zu Angriffen auf holländische und englische Händler, die jeweils das Pech hatten, von der falschen Pequot-Gruppe begleitet zu werden. Der Streit innerhalb der Pequot eskalierte. Während die größere Gruppe unter Sassacus für die Holländer war, sammelte sich unter Uncas die Pro-England-Gruppe. Uncas verweigerte Sassacus die Gefolgschaft und verließ dreimal die Pequot-Dörfer. Zweimal kehrte er zurück und wurde begnadigt, doch beim dritten Mal folgten ihm 50 Krieger mit ihren Familien und siedelten in einem neuen Dorf am Connecticut River nördlich des heutigen Lyme. Die Teilung wurde endgültig, als sich Uncas mit seiner kleinen Gruppe englischen Händlern anschloss. Die Gruppe wuchs stetig, weil sich andere, am Handel mit den Engländern interessierte, Pequot und auch Mattabesic-Gruppen anschlossen, die sich so von der Vorherrschaft durch die Pequot befreien wollten. Bald war die Rebellengruppe groß genug, dass Sassacus sie nicht mehr zur Umkehr zwingen konnte. Sie übernahmen den Namen von Uncas' Klan Wolf und nannten sich zukünftig Mohegan.
Wohl kein zweiter indianischer Führer wird in der einschlägigen Literatur so negativ beurteilt, wie der Mohegan-Sachem Uncas. Man liest dort, er sei heimtückisch, treulos, grausam, habgierig und machthungrig gewesen - wohl das krasse Gegenteil des edlen Wilden in der Phantasie vieler Europäer. Das ist aber offensichtlich kein ausgewogenes Urteil angesichts der Tatsache, dass indianische Führer niemals absolute Herrscher waren, sondern durch besondere Leistungen, Mut, kluge Entscheidungen und Fürsorge für ihre Stammesmitglieder ihr Führungsamt erwarben und behaupteten konnten.
Die Teilung traf die Pequot zu einem kritischen Zeitpunkt. 1634 hatten die Westlichen Niantic, Alliierte der Pequot, den Bostoner Kapitän und Händler John Stone an der Mündung des Connecticut Rivers getötet. Trotz der Tatsache, dass dieser Mann indianische Frauen und Kinder fangen und als Sklaven verkaufen wollte, waren die Kolonisten empört. Sassacus hatte zwar genügend andere Probleme mit der Abspaltung der Mohegan von den Pequot, machte sich aber trotzdem auf den Weg, um die Kolonisten zu versöhnen. Doch die Puritaner gingen nicht auf seine Versuche ein, sie mit Pelzen und Wampum zu besänftigen, sondern forderten die Auslieferung der Täter. Das jedoch lehnte Sassacus ab und beide Seiten gingen im Zorn auseinander. In diesem Winter suchte eine erneute Pockenepidemie sowohl die Pequot als auch die Mohegan heim. Im Sommer 1635 erbauten die Engländer das neue Fort Saybrook an der Mündung des Connecticut Rivers, so dass die Holländer bei Hartford ihren Handelsposten schließen mussten, weil ihr Zugang über den Connecticut versperrt war. Die Pequot verloren damit ihren Handelspartner und die Narraganset ergriffen die günstige Gelegenheit, ihren geschwächten westlichen Nachbarn anzugreifen. Sie eroberten das Jagdgebiet im südwestlichen Rhode Island zurück, das sie nach dem Krieg 1622 an die Pequot abgeben mussten.
Mit dem Abzug der Holländer 1636 begann die englische Besiedlung von Connecticut. Die Mattabesic, Unterworfene der Pequot, begrüßten die Engländer - zum einen als Handelspartner, zum anderen als Befreier von der Joch der Pequot. Die Pequot sahen ihre Macht schwinden und schickanierten die englischen Kolonisten in den neuen Siedlungen - ein Krieg stand kurz bevor. Uncas und die Mohegan jedoch standen den Engländern freundlich gegenüber, die ihnen allerdings mit Misstrauen begegneten. Bald genug aber kam die Gelegenheit für die Mohegan, den Engländern ihre Bündnistreue zu beweisen. Im Sommer 1636 töteten die Westlichen Niantic auf Block Island einen weiteren Händler aus Boston namens John Oldham. Ohne die Siedler in Connecticut zu warnen, schickte Massachusetts eine Strafexpedition, bestehend aus 90 Mann unter John Endecott, nach Block Island. Dort töteten sie 14 Niantic, nahmen Frauen und Kinder gefangen, brannten das Dorf nieder und vernichteten die Felder. Die Expedition fuhr danach zurück zum Festland, zog durch Pequot-Land und verlangte die Auslieferung der Mörder von John Oldham und anderen Engländern, dazu 1.000 Faden (1,83 m = 1 Faden) Wampum als Wiedergutmachung und einige Kinder als Geiseln. Sollten die Pequot ablehnen, würden sie mit Bestrafung rechnen müssen. Gouverneur John Winthrop erklärte später, dass die ursprüngliche Absicht gewesen sei, Endecotts Streitmacht nur nach Block Island zu schicken, und unser Marsch zu den Pequot geschah in der Hoffnung, sie zum Verhandeln zu bringen und zu einem friedlichen Ende.
Im folgenden Winter ersuchten die Pequot die Mohegan und Narraganset um Hilfe im bevorstehenden Krieg gegen die Engländer, doch beide Stämme lehnten nicht nur ab, sondern stellten sich sogar auf die Seite der Kolonisten. Sassacus entschied sich, auch ohne sie zu kämpfen. Im April 1637 unternahmen sie einen Vergeltungsangriff auf Wethersfield und Hartford und töteten 30 Kolonisten. Am 1. Mai 1637 erklärte die Führung der Kolonie von Connecticut den Offensiv-Krieg gegen die Pequot. Trotz der bestehenden Differenzen waren viele Mohegan nicht bereit, gegen ihre Pequot-Verwandten zu kämpfen. Uncas jedoch ließ die meisten seiner Anhänger zum Schutz der Dörfer zurück und zog mit nur 70 seiner treuesten Krieger nach Hartford, um die nur 90 Mann umfassende Kolonialtruppe unter John Mason zu verstärken. Man plante, das stark befestigte Pequot-Fort am Mystic River zu zerstören. Die kleine Armee wurde in Boote verladen und fuhr den Connecticut hinab bis nach Fort Saybrook, wo man weitere Truppen aufnehmen wollte. Anschließend führte der Weg die Küste entlang bis in die Nähe von Mystic, wo sie schon von einer großen Zahl an Pequotkriegern erwartet wurden. Mason jedoch fuhr mit seiner Truppe weiter, bis er die Narraganset-Dörfer in Rhode Island erreichte. Dort wurde ein Kriegsrat unter der Leitung von Mason, Uncas und dem Narraganset-Sachem Conanchet abgehalten. Danach verstärkte Canonchet nicht nur Masons kleine Armee um 200 Narraganset-Krieger unter seinem Sohn Miontonimo, sondern gab den Engländern auch die Erlaubnis, durch sein Land zu ziehen und mit Hilfe von Mohegan-Scouts Mystic vom Festland her anzugreifen. Die englischen Soldaten machten jedoch soviel Lärm beim Durchqueren der Wälder, dass die Narraganset die Entdeckung und einen Hinterhalt befürchteten. Schließlich erreichten sie das Fort und konnten die Besatzung überraschen.
Am 25. Mai 1637 wurde das Fort der Pequot von den Belagerern umstellt und in Brand geschossen. Es kam zu einem Blutbad, das später als Mystic-Massaker bekannt werden sollte. Die mehr als 700 Einwohner versuchten zu fliehen, wurden jedoch in die Flammen zurück getrieben und über 500 von ihnen starben einen qualvollen Tod. Captain Mason, der den Befehl hatte, die Pequot auszurotten, verfolgte nun mit seinem Kommando die geflohenen Indianer, machte sie entweder nieder oder legte sie in Ketten. Die Nachricht von diesem Massaker erreichte in Windeseile die übrigen Pequot-Dörfer, die daraufhin in kleinen Gruppen nach Westen flohen. Sassacus führte eine Gruppe an der Connecticut-Küste entlang und versuchte, die Mohawk-Dörfer zu erreichen. Doch die Engländer nahmen mit Hilfe von Uncas und seinen Mohegan-Scouts die Verfolgung auf und fanden die geflüchteten Pequot in der Nähe des heutigen Fairfield. In einem Sumpf wurden die Pequot umzingelt, lehnten aber eine kampflose Aufgabe ab. Daraufhin wurde den Frauen und Kindern erlaubt, den Sumpf zu verlassen. Im anschließenden Gefecht fanden 180 Pequot den Tod oder wurden gefangen, Sassacus aber gelang mit etwa 80 Kriegern die Flucht. Er floh mit seinen Anhängern nach Westen zu den Mohawk im heutigen Bundesstaat New York. Diese jedoch hatten die Kampfkraft der Engländer erlebt, töteten Sassacus und schickten seinen Kopf als Freundschaftsbeweis nach Hartford, der Hauptstadt der jungen Kolonie Connecticut. Der Pequot-Krieg endete mit einer Serie von kleineren Gefechten, als die Engländer, Mohegan und Narraganset die restlichen Pequot zur Strecke brachten. Schließlich kapitulierten die verbliebenen Pequot-Sachems und baten um Frieden.
Ihre einzigen Rivalen waren jetzt die Narraganset, die enge Beziehungen zu Roger Williams und zu den Rhode-Island-Kolonisten unterhielten. Williams wurde allerdings von den Puritanern als gefährlicher Radikaler angesehen, was zur Folge hatte, dass man auch die Narraganset voller Misstrauen beobachtete. Weil von den Pequot nun keine Gefahr mehr drohte, wuchs die Zahl der englische Siedlungen um 1640 im Tal des unteren Connecticut Rivers und weiter an der Küste entlang nach Westen bis heutigen Stamford. Die Mattabesic, Ureinwohner dieses Gebiets, wurden nicht gefragt, sondern im Gegenteil, jeglicher Widerstand gegen die weiße Invasion wurde von den Mohegan unterdrückt. Natürlich regte sich Ärger und Wut darüber bei den Mattabesic und anderen betroffenen Stämmen, und es kam 1640 zu einer Allianz zwischen den Narraganset, Pocumtuc und Tunxis gegen die Mohegan.
Die Narraganset sahen den Zeitpunkt gekommen, die Mohegan anzugreifen, ohne die Engländer vorher zu informieren. Sachem Miontonimo führte 900 Narraganset-Krieger zu einem Überraschungsangriff gegen das Hauptdorf der Mohegan, Shetucket, in der Nähe des heutigen Norwich, in dem auch Uncas residierte. Die Mohegan standen kurz vor einer Niederlage, als es ihnen gelang, Miontonimo zu fangen. Der Verlust ihres Sachems verwirrte die Narraganset so sehr, dass sie den Kampf abbrachen und flohen. Später boten sie eine große Menge Wampum für seine Freilassung, doch Uncas hatte bereits seinen prominenten Gefangenen an die Engländer in Hartford ausgeliefert. Diese entschieden nach längerer Diskussion und Rücksprache mit der Regierung in Massachusetts, dass Miontonimo wieder zu seinem Volk zurückkehren dürfe. Englische Soldaten und Mohegan eskortierten ihn bis nach Shetucket, als Miontonimo hinterrücks von Uncas' Bruder mit einem Tomahawk erschlagen wurde. Es ist sehr anzuzweifeln, dass diese Exekution ohne ausdrückliche Genehmigung der englischen Behörden erfolgte.
Die Vorherrschaft der Mohegan und deren Übergriffe veranlassten schließlich einige Mattabesic im nördlichen Connecticut, die Newashe, Peskantuk, Poquonok, Sicaog und Tunxis, sich um Hilfe an die Pocumtuc zu wenden. Diese begrüßten die hilfesuchenden Mattabesic, denn sie brauchten dringend junge Männer für ihren eigenen Krieg gegen die Mohawk. Doch sie halfen ihren neuen Alliierten auch bei Attacken gegen Mohegan-Dörfer im Winter 1658/59. In der meisten Zeit aber sorgten die Mohegan in Connecticut für Frieden, indem sie die Stämme in Schach hielten, die sich gegen die englische Expansion zur Wehr setzen wollten. Sie halfen den Kolonisten auch beim Erwerb von indianischem Land. Die übliche Methode der Mohegan bestand darin, einem kleinerem Stamm einen nicht bezahlbaren Tribut abzuverlangen. Wenn diese nicht zahlen konnten, übernahmen die Mohegan anstelle des geforderten Wampum ihren Landbesitz und verkauften ihn daraufhin an die Engländer. Eine Alternative dazu war die Unterwerfung eines Stammes, ihn zwangsweise zu integrieren und dann sein Land zu verkaufen. Das war die gängige Praxis zwischen Uncas und den englischen Kolonisten bis zu seinem Tod 1687, und wurde später von seinen Söhnen fortgesetzt, die ihm als Mohegan-Sachems folgten.
Sachem Canonchet konnte fliehen und führte eine größere Gruppe von Narraganset-Kriegern nach Westen, um sich mit King Philip im westlichen Massachusetts zu vereinigen. Im Februar 1676 führte Canonchet mehrere Überfälle auf englische Siedlungen am Connecticut River und im März konnt er Captain Wadsworth in einen Hinterhalt locken und dessen Einheit nahezu vernichten. Bald jedoch wurde der Hunger ein größerer Feind als die Engländer. Im April kehrte Canonchet nach Rhode Island zurück, um Philip Saatgut aus einem geheimen Versteck zu bringen. Doch auf dem Rückmarsch wurde Conanchet von Mohegan gefangen, den Engländern ausgeliefert und später von einem Exekutionskommando, das aus Mohegankriegern bestand, in Stonington erschossen. Uncas starb 1682 im für die damalige Zeit recht hohen Alter von 82 Jahren.
Die Amerikaner ehrten seine Verdienste 1847 mit einem Denkmal in Norwich im Bundesstaat Connecticut und einer Bronzestatue am Hause Coopers in Cooperstown.
Trotz ihrer Loyalität wurde den Mohegan keine besondere Dankbarkeit von Seiten der Engländer zuteil. Als ihre Population dahinschwand, führten Schulden bei englischen Händlern zu Landverkäufen, bis um 1721 nur noch etwa 4.000 Acres (16,2 km²) am Thames River übrig blieben. Zusammengedrängt auf immer kleinerem Raum begannen viele der letzten Mohegan, Connecticut zu verlassen. Als Ben Uncas, der letzte Mohegan-Sachem, 1769 starb, lebten nur noch wenige auf dem verbliebenen Mohegan-Land. Ben Uncas hatte zu Lebzeiten den Schutz des Landes auf den Kolonisten John Mason übertragen. John Mason tat sein Möglichstes, um das Land für die Mohegan zu retten, was ihn natürlich bei den anderen Kolonisten unbeliebt machte. Schließlich unterlag Mason 1774 gerichtlich und musste sich dem enormen Druck beugen. Er übergab das verbliebene Mohegan-Land der Regierung Connecticuts zu treuen Händen.
Möglicherweise waren die Mohegan in ihrer indianischen Lebensweise nützlicher, denn die Engländer machten zunächst keine ernsthaften Versuche, sie zum Christentum zu bekehren, bis auf die Bemühungen von Reverend James Fitch 1671 in Norwich. Aber zu dieser Zeit fühlten sich die Mohegan schon bedrängt und waren nicht sehr aufgeschlossen für eine neue Religion. Die Arbeit von Fitch wurde durch den King Philip's War unterbrochen und die Engländer waren danach so verbittert, dass die Missionsarbeit erst 1711 wieder aufgenommen wurde, als für die Mohegan in Groton, Stonington und Niantic neue Missionen entstanden waren.
Der erste wirklich erfolgreiche Missionar bei den Mohegan war jemand aus ihrem eigenen Volk namens Samson Occum. Im Jahre 1773 predigte Occum zu seinen Stammesmitgliedern und organisierte sie in sogenannten Brother Towns, die man später Brotherton nannte. Schließlich konvertierte er über 300 seiner Leute, mehr als die Hälfte seines Stammes. Viele von ihnen übernahmen britische Sitten und Kleidung und gaben ihren traditionellen Lebensstil auf. Occum bekehrte auch andere Stämme mit ähnlichem Erfolg und, obwohl Brotherton bald aus einer Mischung aus Mohegan, Metoac und Mattabesic bestand, waren die Mohegan bei weitem die größte Gruppe. Durch den Übertritt zum Christentum wurden die Indianer aber kaum beliebter in Connecticut und Occum drängte seine Leute, die Einladung der Oneida anzunehmen, bei ihnen im nördlichen Bundesstaat New York zu leben. Die erste Gruppe verließ 1775 Connecticut und der Rest folgte um 1788. Occum starb im Jahre 1792. 1802 vereinigten sich die Connecticut-Brotherton mit einer zweiten Brotherton-Gruppe, die aus Unami-Delaware von New Jersey bestand. 1822 verkauften die Brotherton ihr Land in New York und waren um 1834 zusammen mit den Oneida und Stockbridge-Indianern im nördlichen *] anzutreffen. Einige Brotherton vermischten sich mit den Stockbridge und ihre Nachkommen gehören heute zu den Stockbridge-Indianern, die westlich von Green Bay in Wisconsin leben. Die restlichen Brotherton in Wisconsin sind heute am Ostufer des Lake Winnebago zu finden, sind aber noch nicht staatlich anerkannt.
In Connecticut unterbrach der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg die fortdauernde Enteignung des Mohegan-Landes. Aber auch danach führte der Staat Connecticut das weiter, was die Kolonie begonnen hatte. 1790 lebten nur noch etwa 200 Mohegan im östlichen Connecticut, als die letzten 2.300 Acres (9,3 km²) in individuelle Parzellen aufgeteilt wurden. Den Rest verpachtete man an Weiße, 1861 jedoch verkaufte Connecticut dieses Land ohne Zustimmung der Mohegan. Ein Prozess ist zur Zeit anhängig.