Eine Modellrakete ist ein Flugmodell, welches mit Hilfe eines Raketenantriebes angetrieben wird. Als Antriebe kommen, da die Herstellung eigener Treibstoffmischungen gefährlich und zusätzlich in den meisten Ländern für Nichtinhaber entsprechender Genehmigungen verboten ist, nur industriell gefertigte Treibsätze zum Einsatz.
Seit den 90er Jahren stehen auch schubstärkere Motoren auf Composit-Treibstoffbasis zur Verfügung. Das Gewichtslimit für Modellraketen im Sicherheitskodex wurde deshalb, nach einigen Sicherheitstests, von 500 Gramm auf 1,5 kg angehoben. Anhänger noch stärker motorisierter Raketen gründeten mit der Tripoli in den USA einen weiteren Verband und führten einen eigenen Sicherheitskodex für solche Modelle ein. Sie bezeichnen diese, je nach Konstruktion oder Motorisierung, als Highpower-, Amateur- oder Experimentalraketen. Diese Definition wurde auch von der NAR sowie weiteren Organisationen weltweit, auch in Europa, übernommen.
Modellraketen landen nach vollbrachtem Flug mit Hilfe eines Bergungssystems (meist ein Fallschirm) weich auf der Erde. Sie können durch Auswechseln des Treibsatzes wieder zu einem erneuten Flug befähigt werden.
Mit Modellraketen können diverse Experimente durchgeführt werden: so kann man versuchen, mit Hilfe einer geeigneten Modellrakete ein Ei in die Luft zu befördern (Egg-Lofting) und wieder heil zur Erde zurückzubringen. Andere Modellraketen, wie z.B. die Astrocam und die Oracle ermöglichen die Selbstanfertigung von Luftaufnahmen. Es gibt auch Flugwettbewerbe für Modellraketen. Dabei wird entweder die Flughöhe oder die Flugdauer in Abhängigkeit vom verwendeten Treibsatz und von der Bauart des Modells gemessen (siehe Modellraketensport).
Modellraketen werden von den einschlägigen Herstellern (z.B. Estes) als Fertigmodell und als Bausatz angeboten, wobei es auch ganz besonders kleine Modellraketen, die sogenannten Micro Maxx-Raketen gibt. Auch die komplette Eigenentwicklung von Modellraketen ist möglich. Für den Anfang wird ein im Handel erhältliches Starterset empfohlen, das bereits alle benötigten Komponenten, von der Rakete bis zum Startgerät, enthält. Dadurch ist erstens ein sicherer Start gewährleistet, zweitens lernt man nach der Methode "Learning by doing" schnell, wie man richtig mit Modellraketen umgeht.
Der Reiz des Hobbys ist unter anderem seine Vielfalt. Man kann sich mit verschiedensten Designs beschäftigen, Nutzlasten transportieren, Bergungssysteme entwickeln oder sich mit dem Startzubehör beschäftigen. Einfache Modellraketen sind auch sehr schnell zusammengebaut und verschaffen schnell ein Erfolgserlebnis durch einen gelungenen Flug.
Im Unterschied zu Feuerwerksraketen zeigen Modellraketentreibsätze nur einen marginalen Lichteffekt, der sich auf die Aufstiegsspur und die Ausstoßladung beschränkt. Dafür können Modellraketen eine größere Flughöhe erreichen (100 - 1000 Meter) während die maximale Flughöhe von in Deutschland frei verkäuflichen Feuerwerksraketen nur 100 Meter betragen darf. Modellraketentreibsätze unterliegen in der Fertigung weit höheren Qualitätsanforderungen als Treibsätze von Feuerwerksraketen.
Feuerwerksraketen besitzen in der Regel einen Leitstab zur Stabilisierung. Allerdings waren auch in Deutschland zeitweise Feuerwerksraketen im Handel erhältlich, die wie Modellraketen über Stabilisierungsflossen verfügten und von jeder freien Fläche mit ungehinderter Aufstiegsmöglichkeit gestartet werden konnten. Trotz ihres gefälligen Aussehens und ihrer leichten Handhabbarkeit verschwanden diese Feuerwerksraketen wieder vom Markt, da sie wegen ihres größeren Volumens größere Lagerhaltungskosten verursachen als normale Feuerwerksraketen. Modellraketen hingegen verfügen meist über drei oder vier Flossen am unteren Ende des Körperrohrs zur Flugstabilisierung. Für die Stabilisierung in der Startphase dient im Regelfall der Startleitstab der Abschußrampe, an dem die Rakete mit einem am Körperrohr befestigten Ring hochgleitet, oder ein Gleitschienensystem. Allerdings ist es nicht verboten Modellraketen zu bauen, deren Stabilisierung mit Hilfe eines Leitstabs erfolgt.
Modellraketen dürfen - im Unterschied zu Feuerwerksraketen - ganzjährig geflogen werden.
In den meisten anderen Staaten, insbesondere in der Schweiz, Polen und den USA sind die staatlichen Vorschriften wesentlich weniger streng. Stattdessen auferlegen sich die dortigen Modellraketenverbände strenge Selbstkontrolle und Zertifizierungssysteme, was sich als Mittel zur Erzielung einer hohen Sicherheit hervorragend bewährt hat.
Vereine bundesweit:
Vereine lokal:
Vereine Schweiz:
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Modellrakete".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world