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Der Begriff Mobilfunknetz bezeichnet die technische Infrastruktur, auf der die Übertragung der Signale für den Mobilfunk stattfindet. Das Mobilfunknetz umfasst im Wesentlichen das Mobilvermittlungsnetz (Kernnetz auch als Core-Net bekannt), in dem die Übertragung und Vermittlung der Signale zwischen den ortsfesten Einrichtungen, Legacy-Systems, und Plattformen des Mobilfunknetzes stattfinden, sowie das Zugangsnetz (Access-Net), in dem die Übertragung der Signale zwischen einer Mobilfunkantenne und dem mobilen Endgerät stattfindet; das Zugangsnetz wird auch als "Luftschnittstelle" bezeichnet. Die ortsfesten Einrichtungen des Zugangsnetzes können terrestrisch oder satellitengestützt sein. Die Übertragung im Mobilvermittlungsnetz findet typischerweise drahtgebunden (also im "Festnetz") statt, erst das Zugangsnetz ist also das eigentliche Funknetz. Die Signalübertragung findet dabei in der Regel auf dem weit überwiegenden Teil der Strecke im Mobilvermittlungsnetz statt. Dies sei an einem Beispiel verdeutlicht: Führt ein Mobilfunkteilnehmer aus Augsburg ein Gespräch mit einem Mobilfunkteilnehmer in Berlin, so werden die Signale typischerweise nur über eine kurze Strecke im Stadtgebiet von Augsburg sowie über eine kurze Strecke im Stadtgebiet von Berlin mittels Funk übertragen. Der gesamte Rest der Übertragungsstrecke wird drahtgebunden zurückgelegt. In Deutschland werden Mobilfunknetze der zweiten und dritten Generation betrieben. Dabei sind die Netze der zweiten Generation (2G) zwar prinzipiell datenfähig, aber noch auf Sprachübertragung optimiert und daher nur sehr eingeschränkt für den Mobile Commerce nutzbar. Der wichtigste 2G-Standard ist GSMtechnisch auch CSD (Circuit Switch Data genannt). Die Einführung der dritten Generation (3G) erfolgt schrittweise, indem zunächst mit dem Standard GPRS eine Zwischengeneration ("2.5G-Netze") geschaffen wird. Dabei wird das Mobilvermittlungsnetz um die Fähigkeit zur paketorientierten Datenübertragung erweitert, das Funknetz jedoch nicht verändert. Dies ermöglicht bereits die meisten Dienste im Mobile Commerce. Die Einführung datenoptimierter 3G-Netze schließlich zielt auf Erhöhung der Datenübertragungsraten und beseitigt außerdem Kapazitätsprobleme bei der Sprachübertragung. Erweiterte Funktionalitäten, etwa im Bereich Multimedia, folgen mit dem Ausbau der 3G-Netze. Der wichtigste 3G-Standard ist UMTS.

Mehrwertdienste


Historisch gesehen werden Mehrwertdienste in 3 Kategorien untergliedert: 1. Voice-Enabled-Services basieren auf einem Service-Node welche über ISUP mit dem Switch (MSC) verbunden sind, wobei pro Gespräch 2 Voice-Trunks benötigt werden, so das man schnell an die Grenzen der Trunk-Ressourcen gelangt. 2. IN-Dienste basieren auf einer IN-Plattform (Intelligent Network) welche über INAP / CAMEL an den Switch (SSP) angebunden werden. Typische IN-Applikationen sind Mobile Prepaid, Voice-VPN, Mobile Office, Call-Control, Access-Screening, Personal Number u.s.w. 3. Messaging-Applikationen werden nochmals unterteilt, weil man hier zwischen den Übertragungsformaten SMS EMD, MMS und IT (GPRS / UMTS z.B. für e-Mail und Pushfunktionen unterscheiden kann.) SMS werden in der Regel über SS7 auf dem D-Kanal zum SMSC getragen und von dort aus an den Adressaten weitergeleitet. Da das versenden und empfangen von SMS populär geworden ist, sind für das große Volumen STP (Signalling Transfer Points) im Corenetzwerk eingegliedert. Verschiedene SMSC sind mit wenigen Ausnahmen in der Regel entweder durch das Protokoll UDP, bzw. SMPP verbunden. Einige wenige Netzbetreiber bieten auch SMS over GPRS an. Hier wurde dann ein TCP-IP-Gateway zum SGSN gelegt. Applikationen wie SMS-Voting sind immer wieder eine besondere Herausforderung weil in Real-Time Massen-SMS und Auswertungen gefahren werden müssen. Weitere SMS-Applikationen können SMS-Filtering gegen SPAMS oder Jugendschutz, SMS-to-Fix, Unified-Messaging ggfl. mit Text. Auch für den Versand von MMS ist ein Corenetzelement verantwortlich: Der MMSC! Im Unterschied zu SMS werden MMS immer über GPRS – also TCP-IP bzw. WAP übertragen. Die Content-Schnittstellen für das Provisioning sind für SMSC bzw. MMSC aber die gleichen. Hier bieten sich JAVA, CORBA, XML und SOAP an. Allerdings gibt es 8 verschiedene MMS-Interfaces (MM1 Bis MM8) um Gateways aller Art aufzubauen. MM1 ist die Schnittstelle zum UA, MM2 der API zur MMS Relay-Datenbank, MM3 wird für externe Server benötigt um z.B. Fax und e-Mail Anwendungen zu realisieren, MM4 ist die Schnittstelle zwischen mehreren MMS-Relays z.B. in mehrere Ländern, MM5 ist die Schnittstelle zum HLR, MM6 die Schnittstelle zu den einzelnen Benutzer-Datenbanken, MM7 ist die Schnittstelle zwischen dem MMS-Relay und den potentiellen Applikationen (Voting, Album, Advanced-Messagoing-Service, Unified-Messaging etc...) und MM8 der nötige API zum Billing-System welches die CDRs für die korrekte Rechnung erzeugt.

Anwendungen


Da normale Internetseiten sowohl von der Dateigröße als auch vom Layout nicht für Mobiltelefone geeignet sind, wurden mit dem Wireless Application Protocol (WAP) Technologien und Protokolle gesammelt, deren Zielsetzung es ist, Internetinhalte für die langsame Übertragungsrate und die langen Antwortzeiten im Mobilfunk, sowie für die kleinen Displays der Handys verfügbar zu machen.

Eine proprietäre Alternative ist der von NTT Docomo entwickelte i-mode-Dienst, der in Deutschland von E-Plus angeboten wird.

Siehe auch


Funktechnik | Mobilfunk

 

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