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Eine Mobilfunkgesellschaft (MNO - Mobile Network Operator) ist ein Unternehmen, das Mobilfunk-Dienste für Privat- und Geschäftskunden anbietet.

Zu diesem Zweck beantragt oder erwirbt (z.B. mittels einer Versteigerung) diese Telefongesellschaft bei staatlichen Stellen eine Mobilfunk-Sendelizenz. Anschließend baut der Lizenznehmer eine Mobilfunk-Infrastruktur (heute in den allermeisten Fällen ein GSM-Netz oder ein UMTS-Netz) auf, die ein der Lizenz entsprechendes bestimmtes geographisches Gebiet abdeckt. Die zur Verfügung gestellten Dienste werden entweder mit einer Prepaid-Karte oder mit mittels einer monatlichen Rechnung, die meistens auch eine Grundgebühr beinhaltet, abgerechnet. Manche Mobilfunkgesellschaften haben sich als MVNO auf den Wiederverkauf von Mobilfunk-Diensten spezialisiert.

Deutschland


In Deutschland sind zur Zeit (Stand Januar 2006) 9 Lizenzen zum digitalen zellulären Mobilfunk vergeben, davon je 4 für die GSM- und UMTS-Netze der in Deutschland aktiven Mobilfunknetzbetreiber und eine UMTS-Lizenz von Quam. Die zehnte Lizenz der MobilCom Multimedia GmbH wurde Ende 2003 an die Bundesnetzagentur zurückgegeben.

In Deutschland gab es im 2. Quartal 2005 74 Mio. Mobilfunkteilnehmer. Der deutsche Mobilfunkmarkt wird von der Bundesnetzagentur reguliert. Die beiden großen D-Netze werden von T-Mobile und Vodafone betrieben. Über das Netz von T-Mobile telefonieren 38,1%, über das Netz von Vodafone 37,4% der Teilnehmer. Die kleineren E-Netze werden von E-Plus Mobilfunk und O2 (Germany) betrieben. Das E-Plus-Netz wird von 13,2% der Teilnehmer genutzt, das O2-Netz von 11,3%.

Der überwiegende Anteil der Teilnehmer (52,8 Mio.) sind Kunden der großen Netzbetreiber. Die übrigen 18,5 Mio. sind Kunden von Anbietern ohne eigene Netzinfrastruktur, so genannte Independent Service Provider. Marktführer ist debitel mit 45,1%, gefolgt von Mobilcom mit 24,6%, Talkline mit 14,1%, Drillisch mit 8,8% und anderen. (Stand: Dezember 2004).

Aktuelle Statistiken zu den deutschen Mobilfunkgesellschaften und ihren Marktanteilen bei der Bundesnetzagentur.

Eine neuere Entwicklung sind die Mobilfunk-Discounter. Sie sind ebenfalls Anbieter ohne eigene Netzinfrastruktur. Zu den wichtigsten zählen Tchibo Mobil, simyo, blau.de, debitel-light, klarmobil.de, simply, EasyMobile und ALDI-TALK.

Ein kleineres Marktsegment wird von Wiederverkäufern (Reseller/Brands/MVNO) bedient. Sie treten in der Regel nicht als Provider auf. Ihre Kunden sind in der Regel über die AGB eines übergeordneten Service-Providers mit in seine Konditionen bei einem der Netzbetreiber eingebunden. Die wenigsten neuen Anbieter treten als eigene Marke/Service-Provider auf, da dies das Vorhandensein von Kundenbetreuungs-, Abrechnungs-, Prozess- und Web-Systemen erfordert. Die Brands/Marken/MVNO-Kunden jedoch werden i.d.R. über die vorhandenen Systemen eines existierenden Providers geführt, so dass der Aufwand für den Brand-/MVNO extrem gering und damit die Endkundenpreise entsprechend gering sein können.

Vorwahlen

Die deutschen Mobilfunkgesellschaften haben Vorwahlen in den Rufnummergassen 015x, 016x und 017x. Im Einzelnen sind dies:
  • T-Mobile 0151, 0160, 0170, 0171, 0175
  • Vodafone 0152, 0162, 0172, 0173, 0174
  • E-Plus 0155, 0157, 0163, 0177, 0178
  • O2 (Germany) 0159, 0176, 0179

Marktforschung

Im europäischen Vergleich bewegt sich Deutschland mit 90% (Vorjahr 80%) Marktdurchdringung im Mittelfeld nach Skandinavien, Österreich und Italien. Die 90% Marktdurchdringung ergibt sich durch zahlreiche Zweithandys und Mobilfunkkarten für Notebooks.

Nach einer im Juni 2005 durchgeführten Studie wird der Mobilfunk gleichermaßen von Männern wie Frauen genutzt. Unterschiede gibt es jedoch hinsichtlich des Alters und der Schulbildung der Mobilfunknutzer: Bei den 14- bis 34-Jährigen verfügen 93% über ein Handy, bei den über 65-Jährigen sind es nur noch 31%. Während 85% der Abiturienten und Universitätsabsolventen ein Mobiltelefon besitzen, sind es bei den Hauptschulabsolventen nur 55%. Etwa 30% der Einwohner in Deutschland besitzen kein Handy.

Österreich


Österreichische Mobilfunkgesellschaften mit eigenem GSM- und UMTS-Netz, inkl. vorangestellter Vorwahl für das Netz:

Mobilfunkgesellschaften mit eigenem UMTS-Netz:

Anbieter von Mobilfunktarifen ohne eigene Netzinfrastruktur, so genannte Reseller/Brands:

Zwischen Mobilkom Austria und dem Mobilfunkunternehmen 3 besteht ein so genanntes "National Roaming"-Abkommen. In Regionen, wo 3 noch kein UMTS Netz aufgebaut hat, kommunizieren 3-Kunden über das GSM-Netz von Mobilkom Austria. Ebenso verfährt O2 in Deutschland mit dem eigenen und dem Telekom-Netz (T-Mobile); letztere senden sogar auf verschiedenen Frequenzen, so dass ein Dual-Band-Handy für diese Kunden erforderlich ist.

Auf dem Mobilfunk-Markt herrscht starker Preisdruck und somit ist er einer der am härtesten umkämpften in Europa. Zudem ist die Marktsättigung (Anteil der Handybesitzer in Relation zur Bevölkerung) in Österreich (aber auch in Deutschland) sehr hoch: Statistisch gesehen 102 Prozent (da manche Mobilfunkkunden mehrere Handys besitzen). Die Anbieter kämpfen daher nicht um Neukunden, sondern um die Kunden der jeweiligen Konkurrenten. Deswegen gilt es als unwahrscheinlich, dass sich langfristig alle Betreiber etablieren werden können.

Eine erste Konsolidierung trat im August 2005 durch den Aufkauf der viertgrößten Mobilfunkgesellschaft tele.ring durch die Nummer Zwei des Marktes, T-Mobile Austria, ein.

Schweiz


In der Schweiz gehören dazu, inkl. vorangestellter Vorwahl des Netzes:

und neu seit 2005, die Billiglinien:

Hierbei gilt zu erwähnen, dass es eine Nummernportierung gibt, d.h. die bisherige Nummer kann bei einem Providerwechsel mitgenommen werden. Eine Nummer mit Vorwahl 079 kann also durchaus auch zu Sunrise gehören. Als Anrufer weiss man dadurch nicht mehr mit Bestimmtheit in welches Netz man anruft.

Liechtenstein


Im kleinen Liechtenstein gibt es ebenfalls 4 GSM-Mobilfunknetze:

  • FL1 - der Mobilkom Liechtenstein AG
  • Orange - der Orange Liechtenstein AG
  • FL Telecom - der Swisscom Mobile Ltd (Liechtenstein)
  • Tango - Tele2 AG Liechtenstein

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