Mlada Bosna (Junges Bosnien) war eine radikale Organisation von serbischen, kroatischen und bosniakischen Schülern und Studenten, die während des frühen 20. Jahrhunderts in der österreichisch-ungarischen Provinz Bosnien-Herzegowina aktiv war.
Ziele von Mlada Bosna waren die revolutionäre Befreiung Bosnien-Herzegowinas von der österreich-ungarischen Herrschaft und der gemeinsame Kampf mit Serbien und Montenegro gegen die Türken. Weiters kritisierten Mitglieder von Mlada Bosna den Konservativismus und die Unbildung der Massen, sie riefen zum Widerstand gegen die autoritären Machtstrukturen des Staates und Schulwesens auf und sie vertraten die Gleichberechtigung von Frauen. Einen großen Einfluss auf die Anhänger hatten die Werke des Schriftstellers Petar Kočić und des Intellektuellen Vladimir Gaćinović. Der Name „Mlada Bosna“ wurde zum ersten Mal 1907 in einem Zeitungsartikel von Petar Kočić erwähnt.
Bosnien-Herzegowina war seit dem Berliner Kongress 1878 der österreichisch-ungarischen Verwaltung unterstellt und wurde 1908 von Österreich-Ungarn anlässlich des 60. Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. annektiert, was die Bosnische Annexionskrise auslöste. Insbesondere die bosnischen Serben, aber auch andere Volksgruppen, lehnten die Besetzung und Annexion von Bosnien-Herzegowina ab und hätten den Anschluss an das Königreich Serbien oder die Bildung eines unabhängigen Staates vorgezogen.
Am 28. Juni 1914 ermordeten Mitglieder von Mlada Bosna den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand d'Este in Sarajevo (Attentat von Sarajevo). Daraufhin stellte Österreich-Ungarn Serbien ein Ultimatum, dem Serbien nicht bedingungslos nachkam, was zur Julikrise von 1914 und damit zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte.
Es wird die Meinung vertreten, dass Mlada Bosna lediglich eine Unterorganisation der Geheimloge „Schwarze Hand“ (Crna ruka) gewesen sei. Die Schwarze Hand hat zwar Mlada Bosna zur Ausführung des Attentats von Sarajevo ermutigt und auch mit Waffen und Ausbildung versorgt, allerdings erscheint hinsichtlich der politisch rechten Einstellung der Schwarzen Hand, die im Gegensatz zum eher anarchistischen Charakter von Mlada Bosna stand, ein engerer organisatorischer Zusammenhang zwischen den beiden Gruppen als unwahrscheinlich.
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