Weblinkwildwuchs--Zaungast 09:41, 6. Apr 2006 (CEST)
Mixed Martial Arts oder kurz MMA (deutsch: gemischte bzw. vermischte Kampfkünste) ist eine Mischung aus verschiedenen Kampfsporten oder auch Kampfkünsten, die von einem Kämpfer kombiniert werden. MMA ist ein hybrider, vollkontakt Wettkampfsport.
Die Bezeichnung MMA wird zumeist im englischen Sprachraum verwendet.
Weitere Bezeichnung sind "No Hold Barred" Fighting (NHB) (zu Deutsch: "kein Griff verboten") oder Vale tudo (Portugiesisch "alles erlaubt").In Deutschland, Frankreich und Osteuropa oft als Free Fight oder Mixed Fight genannt. Alle diese Bezeichnungen beschreiben den selben Kampfsport. Lediglich das japanische Shooto und das ebenfalls in Japan beliebte "Pancrase - Hybrid Westling" können wegen ihres speziellen Regelsystems als eine besondere Variante der Mixed Martial Arts bezeichnet werden.
Anders als z. B. viele Kung Fu oder Karate Richtungen beinhalten die Mixed Martial Arts keine Formen oder Techniken die nicht in einem Kampf einsetzbar sind.
Es gibt keinen besonderen generationsübergreifenden oder esoterischen Hintergrund. Lediglich das von Bruce Lee entwickelte Kampfkunstprinzip Jeet Kune Do scheint Orientierungswert für die MMA Kämpfer zu haben. Ein MMA-Kämpfer muss in allen Distanzen flexibel sein. Schon das Jeet Kune Do setzte sich aus, von Bruce Lee angegeben, 26 verschiedenen Kampfkunststilen zusammen und bietet durch seine Philosophie den Anstoß für viele MMA-Kämpfer heute. Wie auch das JKD wird auch MMA immer wieder aufs Neueste von einem Kämpfer selbst definiert. Während jedoch das Jeet Kune Do ein Selbstverteidigungssystem ist - ist MMA primär ein - wenn auch sehr rabiater - Sport.
Die Entwicklung der MMA ist eng mit einer Serie von Vale tudo-Kampfsportveranstaltungen in Brasilien und den USA Ende des 20. Jahrhunderts verbunden. Dort wurden Wettkämpfe ausgetragen, um "die beste" Kampfsportart und "die besten" Kämpfer zu finden. Dabei traten Kämpfer aus den verschiedensten Kampfstilen gegeneinander an, z. B. Jiu Jitsu, Karate, Taekwondo, Brazilian Jiu-Jitsu, Luta Livre oder Muay Thai. Bei diesem klassischen Vale Tudo Veranstaltungen wurde ohne Schutzausrüstung und Handschuhe gekämpft (Bareknuckle). Es gab bei diesen Kämpfen weder eine Zeitbegrenzung noch eine Punktwertung oder Gewichtsklassen. Erlaubt waren und sind in MMA/Vale tudo/Free Fights Kämpfen neben Schlag und Tritttechniken auch Knie- oft auch und Ellenbogentechniken bis hin zu Kopfstößen. Selbst Stampftritte zum Kopf eines am Boden liegenden Gegners sind beim Vale Tudo zumeist nicht verboten. Lediglich das Töten des Gegners, das Angreifen der Augen und/oder der Genitalien, das Beißen und das Reißen an den Ohren oder der Nase ist bei nahezu allen Vale Tudo Kämpfen verboten. Charakteristisch ist, dass der Kampf sich sowohl im Stehen als auch auf dem Boden abspielt. Die modernen MMA-Kämpfe ähneln dem antiken Pankration-Kampf. Wie bei der Pankration ist auch beim traditionellen Vale Tudo die einzige Möglichkeit, den Kampf zu gewinnen, den Gegner durch Hebel- oder Würgetechniken zur Aufgabe zu zwingen oder ihn per K.O. kampfunfähig zu machen.
Im Laufe der letzten 30 Jahre haben sich professionelle MMA Veranstaltungen als feste Größe im Kampfsport etablieren können. Die bekanntesten und professionellsten Veranstaltungen sind heute das "Pride FC" in Japan und das UFC (Ultimate Fighting Championship) in den USA. Während beim "Pride FC" im Box-Ring gekämpft wird ist die Kämpffläche beim UFC ein Oktagon (Achteck). Anstelle von Ringseilen wird die Kampffläche beim UFC durch einen Maschendrahtzaun begrenzt. Der Zaun beim Käfigkampf soll die Kämpfer davor schützen von der Kampffläche zu fallen. Verschiedenen Regeln senken bei beiden Veranstaltungen die Verletzungsgefahr. So sind z. B. sogenannte Headbutts (Kopfstöße) nicht mehr erlaubt. Es wird mit dünnen, an den Fingern offenen Handschuhen gekämpft. Diese speziellen Handschuhe dienen aber in erster Linie dazu, sich selber zu schützen und nicht den Gegner. Daher ist die Bezeichnung "Faustschützer" treffender.
In der Regel wird bei der UFC 3 mal 5 Minuten gekämpft - bei Pride ist die erste Runde 10 Minuten lang, die folgenden Runden sind jeweils 5 Minuten lang. Es gibt bei diesen Veranstaltung Gewichtsklassen und Punktrichter. Die meisten Kämpfe werden jedoch vor Ablauf der gesamten Kampfzeit durch Hebel- oder Würgegriffe oder durch KO bzw. TKO entschieden.
Die Sportler die heute beim "Pride FC" oder der "UFC" antreten sind durchweg auf Vale Tudo bzw. auf MMA-Kämpfe professionalisiert. Sie trainieren gleichermaßen den Kampf im Stehen (zumeist Thaiboxen bzw. Muay Thai) wie den Kampf auf dem Boden (zumeist Brazilian Jiu-Jitsu, Luta Livre, Ringen) und gehören aktuell jeweils zu den weltbesten Kampfsportlern.
Sowohl die "UFC" als auch der "Pride FC" sind heute zu Publikumsmagneten geworden. In Japan kommen zu den "Pride FC" Veranstaltungen regelmäßig mehr als 60 000 Zuschauer. Die Kämpfer werden dort wie Pop-Stars gefeiert und bezahlt. Neueinsteiger, die aus unprofessionellen Sportarten kommen, müssen sich ihren Ruhm jedoch hart verdienen; z.B: Alan Karaev, ein russischer Armdücker und Sumochampion, hatte es bei seinen ersten Pridekämpfen gegen einen japanischen Lokalmatadoren sehr schwer.
Zahlreiche Profikämpfer verdienen - ähnlich wie Profiboxer - durch Sponsoren und Werbeverträge Geld. In den letzten Jahren hat sich insbesondere der Verkauf von T-Shirts, Pullovern und Sportbekleidung zu einem sehr ergiebigen Nebenverdienst für die Sportler entwickelt. So betreibt z. B.: Wanderlei Silva, der Pride FC Mittelgewichts Champion seine eigene Sportmodemarke.
Eine etwas restriktivere Variante der Mixed Martial Arts Kämpfe ist das aus Japan stammende Shooto. Beim Shooto tragen die Kämpfer dicker Faustschützer - besonders verletzungsgefährliche Angriffe wurden untersagt. Das Shooto erfreut sich in Europa und insbesondere Skandinavien seit einigen Jahren rasant wachsender Beliebtheit. Nicht zuletzt weil auch deshalb weil der TV-Sender Eurosport seit Sommer 2005 einige Shooto-Veranstaltungen überträgt.
SHOOTO ist eine moderne Kampfsportart welche Mitte der 80ger Jahre von Meister Satoru Sayama in Japan, ins Leben gerufen wurde. Satoru Sayama, vielen bekannt unter dem Namen "Tiger Mask" (Tiger Maske) aus dem Japanischen Pro-Wrestling, hat die grösste Zeit seines Lebens damit verbracht Kampfsportarten wie Muay Thai, Sambo,Judo, Karate und das so genannte Catch-As-Catch-Can Wrestling (Catch-Wrestling)zu trainieren und studieren und kam zu dem Entschluss eine globale Kampfsportart zu entwickeln, welche die jeweils effizientesten Techniken aus den jeweiligen Bereichen zu verbinden. Er nannte diese Art des realen Kämpfens SHOOTO. 1986 fand in Japan die erste Amateur Shooto Veranstaltung statt und im Jahre 1989 konnte Saturo Sayama die ersten professionellen Kämpfe einem interessierten Publikum präsentieren.
Shooto - Im Japanischen bestehend aus "shu" und "to" bedeutet übersetzt "Lerne zu Kämpfen". Shooto Kämpfe finden in einem Ring statt, mit 2 oder 3 Runden à 5 Minuten. Die Anzahl der Runden hängt vom Level der Kämpfer ab. Shooto ist unterteilt in 3 Klassen: Klasse A : Pro / 3 Runden Klasse B : Pro / 2 Runden Klasse C : Amateure / nur mit Schutz
1996 wurde die "International Shooto Federation" gegründet, die weltweit zahlreiche AnhängerInnen hat. In den USA werden Shooto Kämpfe von den Label (Veranstaltungsreihen) "HOOK'N'SHOOT" und "SUPERBRAWL" (ICON SPORT) veranstaltet.
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