500px-Mittelmeerraum.jpg Der Mittelmeerraum bezeichnet eine überkontinentale Region, die sich rund um das Mittelmeer erstreckt und das Mittelmeer selbst mit den darin befindlichen Inseln enthält. Als Großraum, der die küstennahen Regionen Südeuropas, Vorderasiens und Nordafrikas zusammenfasst, ist der Mittelmeerraum insofern eine geographische Besonderheit, als er sich – im Unterschied zu vergleichbaren Regionen an Binnenmeeren – über drei Kontinente erstreckt. Die Staaten, deren Gebiet an diesem Raum teilhat, werden Mittelmeerländer genannt. Einige dieser Länder wie Spanien oder Frankreich gehören nicht gänzlich zum Mittelmerraum; das dem Mittelmeerraum zugerechnete Portugal hat seinerseits überhaupt keine Küste zum Mittelmeer.
Die Abgrenzung des Mittelmeerraumes kann anhand verschiedener Kriterien vorgenommen werden, die physisch-geographisch und politisch gelten. Vor allem aber kommen klimatologische und kulturelle Kriterien zum Tragen, die sich intensiv bedingen. Gemeinhin wird das natürliche und potenzielle Verbreitungsgebiet des Olivenbaums als Faustregel für die Bezeichnung des Mittelmeerraums akzeptiert. Diese Definition stellt auf klimatische Eigenschaften ab, indem der Mittelmeerraum mit der Verbreitung des Mittelmeerklimas gleichgesetzt wird. Da der Olivenbaum aber einerseits nicht überall gedeiht, wo klimatypische Ausprägungen mediterranen Klimas vorherrschen (z. B. in den Gebirgen), andererseits einige Küstenregionen des Mittelmeeres bereits in benachbarten Klimaregionen liegen, wird der Mittelmeerraum auch weiter gefasst. Zudem herrscht Einigkeit darüber, dass bestimmte Regionen, in denen zwar Mittelmeerklima herrscht, aber die zu weit vom Mittelmeer entfernt liegen, nicht als Mittelmeerraum gelten. Dies betrifft beispielsweise Gebiete um das Schwarze Meer und die Höhenlagen des Zagros-Gebirges im Iran. mittelmeer.jpg Regionen erscheinen gelblich, humidere grün.]] Antibes.jpg (Frankreich). Berge, Meer und kulturelles Erbe machen den Mittelmeerraum zu einer bevorzugten Touristenregion.]] Blick_über_den_Rio_Douro_auf_Porto.jpg (Portugal). Trotz ihrer Lage am Atlantik gehört die Stadt zum Mittelmeerraum. Handel und Weinbau bestimmten ihre Geschichte wie die der ganzen Region.]] Pietra bismantova.jpg, Italien. Das Binnenland ist essentiell ländlich geprägt.]]
Der Mittelmeerraum teilt sich über die drei Kontinente Europa, Afrika und Asien auf. In Europa erstreckt er sich ganz oder teilweise über Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland und die europäische Türkei, die Kleinstaaten Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt sowie die Inselstaaten Malta und Zypern. Der asiatische Teil liegt in der asiatischen Türkei sowie Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Jordanien. In Afrika gehören die nördlichen Landesteile von Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko zum Mittelmeerraum.
Dieses Klima kommt dadurch zustande, dass sich die Region im Einflussbereich zweier Großwetterlagen befindet: Im Sommer bestimmt das Azorenhoch das Geschehen, indem es sich praktisch über den ganzen Mittelmeerraum ausbreitet. Windarmes, sonnenscheinreiches Wetter ist die Folge - vereinfacht gesagt wandert die Wüste der Rossbreiten im Sommer nach Norden. Im Winter stellt sich ein umgekehrter Effekt ein: das Hoch verlagert sich nach Süden und lässt den Mittelmeerraum im Einflussbereich der Westwinde zurück. Es stellt sich eine typische Zugbahn winterlicher Zyklonen ein, die über Nordeuropa von sibirischen und skandinavischen Hochs nach Süden abgedrängt werden und daher in den Mittelmeerraum ziehen. Dort können sie sich über dem Mittelmeer immer wieder mit Wasser anreichern, so dass sie bis in den Nahen Osten Regen bringen.
Charakteristisch für das Mittelmeerklima sind daher milde, regenreiche Winter und heiße, trockene Sommer. Das Verbreitungsgebiet des Olivenbaums fällt mit der 5°-Januarisotherme zusammen, das entsprechende Klima wird auch als Ölbaumklima bezeichnet. Die höheren Lagen sind generell kühler (heißester Monat unter 22°C) - hier wird von Erikenklima gesprochen. Unterschiede in den Klimaausprägungen bestehen aber nicht nur zwischen Tief- und Hochlagen, sondern auch zwischen nördlichem und südlichem, westlichen und östlichen Mittelmeerraum. Klimadiagramm.png]] Klima_marseille.png]] Klima_antalya.png]] Im westlichen Mittelmeerraum fällt tendenziell höherer Niederschlag. Dies betrifft insbesondere die Westseiten der Kontinentalmassen, an denen sich winterliche Zyklonen abregnen können. So übersteigen die Niederschlagsmengen z. B. an der Ligurischen Küste (Genua) und in Nordportugal die 1000-mm-Marke, auch Rom, Algier und Gibraltar erhalten reichliche winterliche Regenmengen. Der östliche Mittelmeerraum ist dagegen deutlich kontinentaler geprägt - nur die Westseiten der Gebirge (Levanteküste, Montenegro, Westgriechenland) erreichen noch Niederschlagshöhen über 500 mm im Jahr, während die Ostseiten schnell sehr trocken werden können.
Zudem sind die nördlichen Regionen grundsätzlich kühler und feuchter als die südlichen. Auch die Länge der sommerlichen Trockenheit nimmt von Nord nach Süd und von West nach Ost zu. Sind in Avignon beispielsweise nur etwa 45 Tage im Jahr arid, steigt dieser Wert in Jerusalem auf fast 200 Tage an.
Bezeichnend für mediterranes Klima sind starke Variabilitäten in Niederschlag und Temperatur. So können insbesondere im kontinentalen Ostteil späte Wintereinbrüche mit Schneefall noch im März auftreten, andererseits sind Hitzeperioden von deutlich über 40°C und lange Dürren keine Seltenheit. Die winterlichen Regen können sintflutartige Ausmaße annehmen und erreichen teilweise an einem einzigen Tag das Mehrfache eines ganzen Monatsdurchschnitts. Überschwemmungen und verstärkte Erosion sind die Folgen. Katastrophal für die Landwirtschaft kann das Aufeinanderfolgen mehrerer nasser oder trockener Jahre sein.
Am Südrand des Mittelmeeres erfolgt bereits der Übergang zu Steppen- und sogar Wüstenklima. Das Steppenklima beginnt unterhalb von 300 mm Jahresniederschlag und betrifft weite Teile der libyschen und ägyptischen Küste, aber auch einige kleinräumige Regionen in Spanien: Im Windschatten des zentralspanischen Hochlandes (der Meseta) und der angrenzenden Gebirge erhält das Kap Gata bei Almería beispielsweise nur noch etwa 200 mm. Gaza muss mit 130 mm auskommen. Im äußersten Süden reicht die Wüste bis an die Küste heran.
Der Nordrand der Adria wird bereits in die gemäßigte Zone gerechnet. In der Poebene, inVenetien und an der slowenischen Küste tritt keine geschlossene Trockenperiode mehr auf, obwohl die Temperaturen auch dort mild ausfallen. Das weiteste Vordringen des Mittelmeerklimas nach Norden wird im Rhônetal beobachtet, wo die klimatypischen Ausprägungen bis etwa 45° nördlicher Breite beobachtet werden.
Typische Winde im Mittelmeerraum sind
Neben der Faltung hat es im Tertiär jedoch auch Bruch- und Wanderungstendenzen gegeben: Iberien löste sich von Afrika und trieb separat auf Eurasien zu, bevor der afrikanische Kontinent folgte. Zudem lösten sich Korsika und Sardinien von der europäischen Halbinsel und bewegten sich unter Beschreibung einer 90°-Grad-Kurve auf Italien zu.
Die ältesten Gesteinsformationen finden sich in Nordostafrika, das Bestandteil des afrikanischen Schildes ist. Auch die Iberische Halbinsel besteht zum größten Teil aus alten oder metamorphen Gesteinen: Hier sind beispielsweise mächtige Granitmassive zu finden. Der Rest des Mittelmeerraums wird größtenteils aus Gebirgsformationen des Tertiär gebildet, als die Kollision der Platten alten Meeresboden um tausende Meter nach oben drückte. Hier haben sich die prägenden Kalksteingebirge erhoben, die aufgrund schneller Verwitterung oft ein sehr steiles Relief bilden. Diese werden ergänzt durch Ergussgesteine (Basalt) aufgrund hoher vulkanischer Aktivität entlang der Plattengrenzen. Somit ist der Mittelmeerraum geologisch gesehen als jung zu bezeichnen. Bis auf einige Sedimentablagerungen der Flussebenen fehlen allerdings die erdgeschichtlich jüngsten Ausprägungen, insbesondere die der tertiären Eiszeiten, die beispielsweise das Erscheinungsbild Nord- und Mitteleuropas geprägt haben.
Die Türkei ist vom Relief ähnlich aufgebaut wie Spanien: Hohe Randgebirge umschließen eine zentrale Hochebene. Im Unterschied zum kastilischen wird das anatolische Hochland aufgrund des raueren Klimas allerdings nicht mehr zum Mittelmeerraum gezählt, so dass das Taurus-Gebirge, das die ganze Südtürkei durchzieht, ebenfalls als Klimascheide zählt. An der Levanteküste riegelt das Libanon-Gebirge den Mittelmeerraum gegen die leeseitig gelegene Wüste ab. In Afrika schafft der Atlas ebenfalls eine eindeutige Grenze zur Wüste. Einzig die libysche und ägyptische Küste weisen kein ausgeprägtes Relief auf.
Da die Hauptkämme der nördlichen Grenzgebirge definitiv nicht zum Mittelmeerraum gezählt werden, gilt der Toubkal (4165 m) im Hohen Atlas als dessen höchste Erhebung. In Europa stellt der Mulhacén (3482 m) in der Sierra Nevada den höchsten Gipfel. Höchster Berg der Inseln und gleichzeitig höchster Vulkan Europas ist der Ätna mit ca. 3380 Metern, wobei aufgrund der regen Tätigkeit die Gipfelhöhe über die Jahre schwankt.
Die orographischen Verhältnisse lassen nur wenig Platz für Ebenen: Laut Geländeklassifikation der FAO gelten nur 29% der Fläche als flach bis wellig gegenüber 53% welligem bis bergigem Land (dominante Hangneigung über 8%) und immerhin 18% gebirgigem Land mit einer Hangneigung über 30%. Ebenen finden sich vor allem in geologisch alten Regionen (spanische Meseta und Nordafrika ohne Atlas) und in den wenigen Sedimentbecken.
Seen existieren im Mittelmeerraum zumeist nur in kleinem Ausmaß. Entlang der französischen Mittelmeerküste im Languedoc liegen eine Reihe Süß-, Brack- und Salzwasserreservoire, die durch die speziellen Windverhältnisse gebildet wurden: Flugsand wird durch den Mistral parallel zur Küste getrieben, wodurch sich ehemalige Buchten vom offenen Meer abgeschnürt haben. Je nach nachträglichem Süßwassereintrag variiert die Salinität des entsprechenden Sees. Der größte dieser Seen ist der Etang de Vaccarès im Rhônedelta. Weitere Seen bilden sich in hügeligem oder gebirgigem Gelände, sind aber zumeist klein. Ein bekannter Vertreter ist der Trasimenische See in Umbrien. Soweit im Mittelmeerraum abflusslose Gebiete existieren, können sich außerdem Salzseen (Schotts) bilden, die im Sommer bisweilen völlig austrocknen. Dies ist vor allem auf den Hochlagen des Atlas der Fall.
Eine Besonderheit der iberischen Halbinsel ist die hohe Zahl von künstlichen Stauseen, die sich entlang der großen Flüsse fast ununterbrochen aneinander reihen. Die tiefen Flusstäler in sonst relativ flachem Gebiet erleichtern den Bau von Staudämmen, die durch die reichliche winterliche Wasserzuführung genügend Wasser für jahreszeitenunabhängige Wasserwirtschaft zurück halten können. Im restlichen Mittelmeerraum ist für wirtschaftlich betriebene Stauseen kaum geeignetes Gelände zu finden.
Insgesamt sind nur 40% der Böden für die Landwirtschaft geeignet, da der Rest entweder zu flachgründig, zu felsig oder zu stark geneigt ist. Dieser Bodenanteil wird allerdings sehr intensiv bewirtschaftet.
Seit den ersten Hochkulturen befindet sich diese vom Menschen kaum nutzbare Vegetationsform auf dem Rückzug in unzugängliche Gebiete mit schlechter Bodenqualität. Im Gefolge von Rodung, Weidewirtschaft oder Brand (der durch Blitzeinschlag allerdings auch natürlich vorkommt) bildet sich eine degenerierte Form des Hartlaubwaldes. Dieser Sekundärwald erreicht nur noch bis zu 5 Metern Höhe und ist bedeutend artenreicher, da hier dichtes bis undurchdringliches Unterholz gedeihen kann. Im Allgemeinen wird er mit dem aus dem Italienischen stammenden Wort Macchie bezeichnet, trägt aber in jedem Sprachraum einen eigenen Namen. Hier gedeihen Erdbeerbaum (Arbutus unedo), Baumheide (Erica arborea) und die zu Sträuchern degenerierten immergrünen Eichenarten, oft auch Lorbeer (Laurus nobilis) und der Mastix-Strauch (Pistacia lentiscus).
Je intensiver die Übernutzung, desto niedriger und lichter wird die Vegetation: Die nächste Degenerationsstufe stellt die Garrigue dar, deren Sträucher und Zwergsträucher noch höchstens mannhoch werden. Baumarten kommen nur noch in Krüppelform vor, der Boden ist oft locker mit Ginsterbüschen und Kräutern wie Minze, Thymian, Salbei, Lavendel und Rosmarin bedeckt. Über das Stadium der Trockengrasrasen kann im Extremfall schließlich der nackte Fels zum Vorschein kommen, der nur noch wenigen resistenten Arten in Spalten Lebensraum bietet.
Bis zu einem gewissen Grad ist diese Entwicklung umkehrbar, jedoch nur solange eine ausreichende Humusdecke erhalten bleibt. Erodiert diese aufgrund mangelnder Durchwurzelung, bilden sich Felstriften, auf Kalkgestein meist Karstlandschaften, auf weichem Untergrund auch so genannte Badlands, in die abfließendes Wasser tiefe Schluchten gräbt. Diese Gebiete sind für menschliche Nutzung verloren.
Die Vegetation in Steppenklimaten wird von Sukkulenten, Dornsträuchern und anderen Xerophyten bestimmt. Halfagras (Stipa tenacissima), Christusdorn (Zizyphus lotus) und Wermut (Artemisia inculta) sind endemische Arten, sehr weit verbreitet sind auch eingeführte Pflanzen wie Opuntie und Agave. Charakteristisch ist der Vegetationsschub in der feuchten Jahreszeit, in der viele einjährige Pflanzen eine kurze, intensive Blüte zeitigen.
Die Kleinfauna ist unter anderem durch eine Vielzahl an Reptilien geprägt. Eidechsen, Schlangen und Schildkröten leben im Mittelmeerraum. Auch Gliedertiere sind reichlicher als in Nordeuropa vertreten. Dagegen sind unterhalb der Bodendecke lebende Tiere eher selten.
Der Mittelmeerraum ist natürliche Heimat einer Reihe von Haustieren wie Esel, Schaf, Ziege und Taube. Diese leben domestiziert, aber auch wild oder ausgewildert. Wild lebende Katzen und Hunde sind besonders in der Nähe von Siedlungen häufig anzutreffen. Durch den menschlichen Einfluss sind ursprünglich im Mittelmeergebiet heimische Arten dafür heute nicht mehr zu finden. Beispiele sind Löwe, Krokodil und der bereits im 17. Jahrhundert ausgerottete Auerochse.
Mit steigender Bevölkerung kam es außerdem zu einer enormen Ausweitung landwirtschaftlich genutzter Fläche, wodurch die Wälder im Zuge massiver Rodungen insgesamt an Fläche abnahmen. Einheimische Bevölkerung wurde in die schwer zugänglichen, bislang intakt gebliebenen Waldgebiete zurückgedrängt und musste dort überleben. Hierdurch wurden diese durch menschliche Nutzung, insbesondere durch unkontrollierte Waldweide, ebenfalls geschädigt.
Ein besonders auffälliger waldschädigender Faktor sind Waldbrände. Diese kommen, beispielsweise durch Blitzeinschlag, natürlich vor, so dass sich einige Pflanzen bereits hieran angepasst haben. Gelegentliche Brände sorgen sogar für einen besseren Austausch der Biomasse. Durch menschlichen Einfluss haben Waldbrände allerdings derart drastische Formen angenommen, dass die Regeneration der Waldbestände oft unmöglich wird. Betrug der Abstand zwischen zwei Waldbränden unter natürlichen Umständen zwischen 20 und 100 Jahren, ist er heute wesentlich kürzer. In Sardinien werden jährlich über 20 Feuer pro 100 km² gezählt.
Waldbrände haben unter anderem zugenommen, weil die menschliche Besiedlung sehr dicht geworden ist. Unbekümmerter Umgang mit offenem Feuer ist die Hauptursache, außerdem sind wirtschaftliche Motive wie Bodenspekulation und gar politische Motive (Waldbrand als Zeichen des Protests z. B. auf Korsika) die Gründe für zunehmende Brandstiftung in neuerer Zeit.
Dieser Kreislauf hat dazu geführt, dass ehemalige "Kornkammern" wie Sizilien und der Maghreb heute ihre Lebensmittelversorgung nicht mehr aus eigener Kraft sichern können. Trockenfeldbau mit teilweise mehrjährigen Brachen prägt das Landschaftsbild. Eine Ausnahme stellt die sommerfeuchte Poebene dar. In den übrigen Gebieten wurde zumeist versucht, Wassermangel durch Bewässerung zu mindern, was in den meisten Fällen zu einem dramatischen Absacken des Grundwasserspiegels geführt hat. Diese Gegenden sind heute massiv von Wüstenbildung bedroht. Gemildert werden diese Effekte durch die winterlichen Niederschläge, die dauerhafte Bodenversalzung verhindern, aber trockene Jahre können zum völligen Verlust von Kulturland führen.
Etwa die Hälfte des Mittelmeerraums hat unter starker bis sehr starker Bodendegradation zu leiden. Obwohl die langfristigen Folgen bisher nicht abschätzbar sind, wird vermutet, dass sie weitreichenderen Schaden als die allgemeine Klimaerwärmung hervor rufen können.
Besonders das Mittelmeer selbst leidet unter zunehmender Vergiftung. In den weniger entwickelten Ländern in Afrika und dem Nahen Osten sind ungeklärte Siedlungsabwässer der Hauptfaktor, in Südeuropa dagegen der Eintrag landwirtschaftlicher und industrieller Abwässer. So werden über Rhône und Po, aber auch über die kleineren Flüsse erhebliche Mengen an Schwermetallen und chemischen Substanzen ins Meer geführt. Großflächige Überdüngung führt außerdem zum Einschwemmen von Nitraten und Phosphaten, die in der besonders austauscharmen Adria schon wiederholt zu Algenblüten geführt haben. Die rege Schifffahrt und einzelne Standorte von Ölhäfen und Raffinerien sorgen zudem für eine extreme Belastung durch mineralische Schadstoffe. Experten schätzen die Folgen eines eventuellen Tankerunglücks als katastrophal ein, aber selbst der Status Quo lässt die Organisation Greenpeace schon das Umkippen ganzer Ökosysteme befürchten. Da sich das Wasser im Mittelmeer im Schnitt nur alle 80 Jahre einmal austauscht und der Süßwassereintrag aufgrund von Land- und Wasserwirtschaft ständig verringert, verschärft sich dieses Problem täglich von selbst. Die erheblich gesunkene Wasserqualität führt jeden Sommer zur Sperrung von Badestränden.
In diesem Zeitraum dehnte sich die polare Eiskappe wiederholt nach Süden aus und die Straße von Gibraltar schloss sich zeitweise, so dass der Meeresspiegel in diesen Perioden um bis zu 150 Metern unter dem heutigen lag. Das Mittelmeergebiet war zu dieser Zeit vor allem durch Wälder und Steppen geprägt. In der Jungsteinzeit, als auch das Klima wieder günstiger wurde, kam es zu ersten festen Siedlungen, in denen Landwirtschaft betrieben wurde. Früheste diesbezügliche Spuren liegen im Alten Ägypten, wo ab 6000 v. Chr. Viehzucht und ab 5000 v. Chr. Ackerbau betrieben wurde. Diese Phase setzte im westlichen Mittelmeerraum erheblich später ein und dauerte noch an, als im östlichen Teil bereits die ersten Hochkulturen entstanden. Knossos2.jpg, große bronzezeitliche Kulturleistung]] Die ersten staatsbildenden Herrschaftsformen entstanden mit den Pharaonen-Dynastien gegen 3000 v. Chr. in Ägypten. Fast gleichzeitig bildeten sich an der Levante- und Ägäisküste die ersten Stadtstaaten, die bereits über Verteidigungsanlagen verfügten. In Troja wurde die Bronzezeit eingeläutet: Die Bronzeverarbeitung ist dort für etwa 2800 v. Chr. belegt. Die Großreiche der Frühzeit - Ägypten, Assyrien und Babylonien, zeitweise auch die Hethiter - dehnten sich immer wieder weit in den Mittelmeerraum aus.
Die erste Hochkultur im heutigen Europa bildete sich auf Kreta aus. Die minoische Kultur entstand um 3000 v. Chr. und erreichte tausend Jahre später ihren Höhepunkt. Es wurden für die damalige Zeit gewaltige Paläste gebaut, die Besiedlung war sehr dicht und es muss großer Wohlstand geherrscht haben. Über das abrupte Ende dieser Kultur um 1500 v. Chr. ist wenig bekannt; Theorien darüber, dass der Vulkanausbruch auf Santorin sie ausgelöscht hat, konnten nicht erhärtet werden.
Den Beginn machten die Phönizier, die als Handels- und Seefahrervolk um 1000 v. Chr. an der Ostküste des Mittelmeeres in Erscheinung traten und ihre Stützpunkte und Siedlungen bis nach Nordafrika und Spanien ausdehnten. Zur gleichen Zeit wanderten indogermanische Volksstämme von Norden nach Griechenland ein, die dort Stämme bildeten und die ersten Stadtstaaten gründeten. Ab der archaischen Zeit, die um 800 v. Chr. begann, trat das antike Griechenland ebenfalls als Handels- und Kolonisationsmacht an und bereitete den Phöniziern zunehmend Konkurrenz. Die Griechen siedelten bis zur Rhône und der Krim und errichteten Kontore und Faktoreien bis nach Ägypten. Das engere Staatsgebiet dehnte sich bald auf die kleinasiatischen Küstengebiete aus. Es folgte eine lange Blütezeit, in der die Demokratie als Staatsform entstand (wenngleich sie nur sehr vereinzelt Anwendung fand), Philosophie und Kultur zu erster Perfektion geführt wurden und die Jahrhunderte lange Geschichte der Olympischen Spiele begründet wurde.
Regionale Kulturen prägten sich auf der Apenninhalbinsel aus: Im Gebiet der heutigen Toskana befand sich das Herrschaftsgebiet der Etrusker, die insbesondere kulturell recht fortgeschritten waren. In Mittelitalien begann ab der Gründung von Rom der zunächst langsame, aber stetige Aufstieg der Römer, die sich gegen 500 v. Chr. endgültig von den Etruskern emanzipierten und ein eigenes Staatswesen, die Republik, gründeten. Zur selben Zeit dehnte sich das persische Großreich bis Ägypten und zum Bosporus aus, verdrängte die Phönizier und unterwarf die Ägypter. Die Zeit der großen persischen Expansion fiel zusammen mit der Blüte von Griechenland, das in mehreren Schlachten die persischen Invasionsbestrebungen abwehren konnte (490 bis 479 v. Chr.). Athen, neben Sparta der führende griechische Stadtstaat, hatte sich zur Abwehr der persischen Bedrohung zunächst mit Sparta und anderen Poleis zusammengeschlossen, begründete jedoch 477 v. Chr. zum Zweck der Befreiung der kleinasiatischen Griechen den attischen Seebund, der sich bald jedoch zu einem Machtinstrument Athens entwickelte.
Während die Griechen weite Teile der nördlichen Mittelmeerküste besiedelten, bauten die Phönizier - nach dem Verlust ihres letzten asiatischen Brückenkopfes Tyrus - Karthago in Nordafrika zur neuen Machtbasis aus und expandierten nach Spanien, Korsika und Sardinien. Sizilien war wegen seines Ressourcenreichtums und seiner strategischen Lage ein zwischen den damaligen Großmächten umkämpftes Gebiet.
Der Westen des Mittelmeerraumes war bis dahin kaum von den führenden Reichen beansprucht worden. Auf der iberischen Halbinsel führte der Volksstamm der Iberer ein relativ ungestörtes Leben, bis von Norden eine keltische Wanderung einsetzte. Im heutigen Frankreich setzten sich die Kelten als Siedler durch, in Iberien vermischten sie sich mit der Bevölkerung, so dass teilweise auch von Keltiberern gesprochen wird. Keltische Eroberungszüge führten auch nach Ober- und Mittelitalien. Nordwestafrika war durch nomadische Berbervölker dominiert.
Im späten 5. und dem beginnenden 4. Jahrhundert v. Chr. verloren die griechischen Stadtstaaten ihre Vormachtstellung durch innere Streitigkeiten und gegeneinander geführte Kriege wie den Peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta (431 bis 404 v. Chr.). Dies führte dazu, dass Makedonien in Nordgriechenland expansiv tätig werden konnte. Die Zerrissenheit der Perser und das Machtvakuum in Griechenland nutzte Alexander der Große schließlich, um ein bis dahin noch nicht gesehenes Reich von der Donau bis zum Indus zu erobern und die politischen Verhältnisse im östlichen Mittelmeerraum völlig umzugestalten. Auch wenn dieses Reich keinen Bestand hatte, so setzten seine Generäle (die so genannten Diadochen) nach seinem Tod 323 v. Chr. für lange Zeit in den Nachfolgereichen griechische Traditionen fort und begründeten somit das Zeitalter des Hellenismus. In manchen Regionen wie Ägypten hielt sich diese Epoche bis zur Zeitenwende.
Währenddessen erstarkten die Römer derart, dass sie 280 v. Chr. bereits das ganze italienische Festland kontrollierten. So kam es im zentralen Mittelmeerraum zu einem Dualismus zwischen Römern und Karthagern, der sich zunächst in freundlicher Koexistenz, später in Rivalentum äußerte und schließlich zu bewaffneten Konflikten führte. Die Punischen Kriege wurden über einen Zeitraum von 264 bis 146 v. Chr. ausgetragen und endeten mit der völligen Vernichtung Karthagos und damit des phönizischen Staatswesens. Nachdem Rom so zur Hegemonialmacht im westlichen und zentralen Mittelmeerraum geworden war, dehnte es das Staatsgebiet unaufhaltsam aus. Die geschwächten hellenistischen Reiche im Osten wurden nach und nach unter römisches Protektorat gestellt und schließlich annektiert. Während Julius Caesar das Reich vor allem nach Gallien ausdehnte, gelang es Augustus, dem ersten römischen Kaiser und dem Begründer des Prinzipats, und seinen Nachfolgern, auch die letzten Küstengebiete rund um das Mittelmeer durch gezielte Kolonisation und Eroberung unter Kontrolle zu bringen. Für die folgenden 400 Jahre war der gesamte Mittelmeerraum eine politische Einheit (siehe Römisches Reich). Dies war nie zuvor und nie danach jemals der Fall gewesen.
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Das 7. und 8. Jahrhundert war begleitet vom Aufstieg zweier neuer Großmächte: Den Franken und den Arabern. Während sich ab 630 der Islam innerhalb kürzester Zeit über die Levante und Nordafrika ausbreitete (Islamische Expansion), beherrschte das Frankenreich insbesondere den nordwestlichen Teil des Mittelmeerraumes zwischen Nordspanien und Italien. Unter dem Druck der arabischen Kalifen fielen zunächst die levantinischen, dann die afrikanischen Besitzungen des oströmischen Reiches. Ab 711 begann die Unterwerfung des Westgotenreiches. Die Araber drangen bis Narbonne vor und wurden erst 732 von Karl Martell endgültig gestoppt. Als von den christlich gebliebenen iberischen Gebieten aus die Reconquista eingeleitet wurde, schob sich die Nordgrenze des Islam langsam zurück, aber auch hier sollte es das ganze Mittelalter hindurch dauern, bis als letzte Bastion das maurische Fürstentum Granada 1492 in die Hände der Christen fiel. Gleichwohl bedeuteten die sieben Jahrhunderte für Spanien einen gewaltigen wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt, da die Okkupation mit der Blütezeit des Islams zusammenfiel, von der auch Nordafrika und der Vordere Orient nachhaltig profitierten. Religiöse Toleranz sowie medizinische, kulturelle und technische Fortschritte legten den Grundstein für ein über Jahrhunderte prosperierendes Gemeinwesen in den Kalifaten. Mit der islamischen Expansion wurde die religiöse Teilung des Mittelmeerraumes besiegelt, die bis heute andauert: Der nördliche Teil blieb von da an größtenteils christlich, der südliche Teil islamisch geprägt.
Im Osten des Mittelmeerraumes kam es derweil zu weiteren Niederlagen des Byzantinischen Reiches. Ein Hilfsgesuch des byzantinischen Kaisers Alexios I. führte 1095 zum Ausruf des ersten Kreuzzuges, dessen Charakter über militärische Hilfe weit hinausging: Jerusalem sollte für die Christen zurückerobert werden und das Heilige Land den so genannten Ungläubigen entrissen werden. Der erste Kreuzzug führte aufgrund der zerstrittenen islamischen Regenten zu weitreichenden Geländegewinnen und der Errichtung der so genannten Kreuzfahrerstaaten, die in ihrer größten Ausdehnung von der kleinasiatischen Südküste bis zum Golf von Akaba reichten. Deren Bestand sollte jedoch nicht von langer Dauer sein: Obwohl mindestens neun Kreuzzüge in den Nahen Osten unternommen wurden, mussten die letzten christlichen Bastionen nach vielen Verlusten 200 Jahre später geräumt werden. Als besonders fatal erwies sich der Vierte Kreuzzug, der sich 1204 gegen Byzanz selber richtete, so dass die Stadt tagelang geplündert und größtenteils zerstört wurde. Dies führte nicht nur zur nachhaltigen Zerrüttung des Verhältnisses zwischen westlichen und östlichen Christen, sondern auch zum endgültigen Niedergang des Byzantinischen Reiches, das dem Vordringen der Muslime von Osten nichts Entscheidendes mehr entgegen setzen konnte. Das Früh- und Hochmittelalter hat aber trotz oder gerade wegen der Konflikte zwischen Morgen- und Abendland viel zum interkulturellen Austausch beigetragen, von denen gerade die westlichen Gesellschaften profitierten.
Im islamischen Machtbereich stellten die Almohaden in der Atlasregion und in Andalusien, die Fatimiden und Mameluken in Ägypten und die Seldschuken, später die Osmanen in Kleinasien Machtfaktoren dar. Das Osmanische Reich breitete sich in der Folge auf den Balkan und Griechenland aus und expandierte in den gesamten Nahen Osten. Das Ende des Mittelalters wird mit einigen entscheidenden Ereignissen in Verbindung gebracht: 1453 fiel Konstantinopel endgültig an die Osmanen, 1492 wurde die Reconquista beendet, schon um 1430 setzte sich die Renaissance in Italien durch und löste mit neuen Staatsphilosophien bald die feudalen Strukturen ab. Mit der Entdeckung Amerikas 1492 sollte die Mittelmeerregion insgesamt einen dramatischen Bedeutungsverlust erfahren, da der bis dahin florierende Handel mit exotischen Waren und Rohstoffen vom atlantischen Seehandel schwer getroffen wurde.
| Tizian 066.jpg)]] |
| david_napoleon.jpg beim Übergang über den Großen St. Bernhard (Gemälde von Jacques-Louis David)]] |
| Garibaldi.jpg]] |
| Territorale_Veränderungen_Balkankriege_1912-13.jpg 1913. Die veränderte politische Lage trug zum Ausbruch des ersten Weltkriegs bei.]] |
| Second world war europe 1943-1945 map de.png 1943-1945. Die Operationen begannen in Sizilien.]] |
Der Spanische Erbfolgekrieg sorgte 1713 für eine Neuordnung des westlichen und zentralen Mittelmeerraumes. Die französische Expansion wurde zunächst gestoppt, Spanien auf das Festland und die Balearen reduziert und der italienische Raum neu unter den Herrscherhäusern aufgeteilt. Gewinner war vor allem die habsburgisch-österreichische Linie, die Süditalien, Sizilien, Sardinien und Mailand hinzu gewann. Dieser Zustand hielt jedoch nicht lange an: Das spanisch-bourbonische Königshaus gewann die Kontrolle über die italienischen Gebiete bald zurück. Inzwischen wurde der größte Teil des Maghreb von Berberstämmen beherrscht, die sich der Kontrolle des Osmanischen Reiches entzogen, aber die Wirtschaft vernachlässigten. Marokko und Algerien wurden ökonomisch marginalisiert, was die Spanier zu Invasionen einlud. Die Stützpunkte Ceuta und Melilla sind bis heute unter spanischer Kontrolle.
Nach Napoleons Scheitern und Verbannung wurden im Wiener Kongress 1815 die meisten alten Grenzen wiederhergestellt und Österreich gewann erneut beträchtlichen Einfluss über die Adria und Oberitalien. Frankreich, nun wieder unter Bourbonenherrschaft, begann ab 1830 mit einer groß angelegten Kolonisation von Nordafrika. Der algerische Teil des Mittelmeerraumes wurde sogar 1848 zum Teil des französischen Mutterlandes erklärt. Derweil bestärkte die osmanische Schwäche und der Nationalstaatsgedanke die Balkanländer in ihren Freiheitsbestrebungen. Nachdem Montenegro den Anfang gemacht hatte, entstand auch Griechenland als Staat neu. Bis zum Ende des Jahrhunderts mussten sich die Osmanen fast ganz aus Europa zurückziehen.
1860 erfolgte die lang ersehnte Einigung Italiens, das nun ebenfalls als Nationalstaat entstand. Giuseppe Garibaldi begann seinen Zug von Sizilien aus und vereinigte fast die ganze Apenninenhalbinsel hinter seiner Idee. 1870 folgte der verbliebene Kirchenstaat, der nun endgültig nicht mehr existieren sollte. Als Relikt ist die Vatikanstadt als kleinster Staat der Welt bis heute übrig geblieben.
Der zweite Weltkrieg trug die Kampfhandlungen vor allem in den zentralen Mittelmeerraum: Zunächst überfiel das faschistische Italien den Nachbarn Albanien, später marschierte Deutschland in den Balkan und nach Frankreich ein. Im mediterranen Teil Frankreichs regierte das Vichy-Regime, eine Marionettenregierung von Deutschlands Gnaden. In Frankreich, Italien und Griechenland wurden die ansässigen Juden massenhaft deportiert und ermordet. 1942 stoppten die Briten den deutschen Vormarsch in Nordafrika in drei Schlachten bei El Alamein, 1943 landeten die Alliierten in Sizilien und die Italiener erhoben sich erfolgreich gegen Mussolini, der noch für einige Zeit in Norditalien einen Scheinstaat unter Hitlers Schutz führen durfte. Noch zwischen den Kriegen waren Syrien und Libanon unabhängig geworden. Nach der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen 1945 musste Italien den Dodekanes und Istrien abgeben. Die britisch kontrollierten Nahostgebiete erlangten ebenfalls ihre Unabhängigkeit, wobei die europäischen Juden ein Gebiet im ehemaligen Protektorat Palästina zur Besiedlung zugesprochen bekamen. 1947 wurde der Staat Israel gegründet.
Die Dekolonisation ließ 1951 Libyen, 1956 Marokko, 1957 Tunesien und erst nach einem langen, schmutzigen Krieg 1962 Algerien als Staaten entstehen. 1960 erreichte Zypern die Unabhängigkeit und 1964 als letzter Staat Malta. Unter den Mittelmeerländern ist es seitdem immer wieder zu Konflikten gekommen, die teilweise bis in die Gegenwart andauern: 1973 besetzte die Türkei nach Übergriffen griechischer Militärs Nordzypern und betrieb damit die Teilung der Insel. Der Nahostkonflikt dauert praktisch die ganze Nachkriegszeit an. Ägypten, das damals ein Hauptakteur war, spielt dabei heute eher eine Vermittlerrolle zwischen Israel und Palästina. 1982 eskalierte der innere Konflikt im Libanon zum Bürgerkrieg, wodurch syrische Truppen das Land besetzten und erst 2005 wieder den langsamen Rückzug antreten. Das Auseinanderbrechen Jugoslawiens führte von 1992 bis 1995 zu einem grausamen Krieg, unter dem fast ausschließlich die Zivilbevölkerung zu leiden hatte.
Die Türkei ist in ihrem mediterranen Teil ethnisch relativ homogen. Neben Türken finden sich dort nur noch verschwindend kleine Minderheiten von Griechen oder Armeniern. Diese sind fast sämtlich kurz vor der Gründung des türkischen Staates im Gefolge verschiedener Kriege und teils mit grausamsten Mitteln aus dem Land vertrieben worden (siehe hierzu auch Völkermord an den Armeniern und Kleinasiatische Katastrophe). Die Kurden als größte ethnische Minderheit lebt an der Mittelmeerküste hauptsächlich im Raum Adana als Zielgebiet vieler Binnenflüchtlinge. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts haben sich insbesondere in den Touristenzentren der Türkischen Riviera kleine Gemeinschaften dauerhaft dort lebender Europäer (vor allem Deutsche) gebildet. Aus anderen Ländern umgesiedelte oder aus Gastarbeiterschaft zurück kehrende Türken siedeln sich ebenfalls häufig entlang der Mittelmeerküste an.
In Europa sind die Staaten und Bevölkerungen seit der Entstehung der Nationalstaaten relativ deckungsgleich. Das Ende des letzten offiziellen Vielvölkerstaates im Mittelmeerraum, Jugoslawien, war von so genannten ethnischen Säuberungen begleitet, so dass nur noch Bosnien-Herzegowina mehrere gleich starke Bevölkerungsgruppen aufweist. In den EU-Ländern Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien und Griechenland dagegen sind nur kleine offizielle Minderheiten vertreten. Die Katalanen in Spanien und die Korsen in Frankreich betrachten sich allerdings als eigene Volksgruppen. Minderheiten jeweiliger Nachbarländer leben oft in der Nähe der Staatsgrenzen, beispielsweise zwischen Isonzo und Istrien, wo sich Italiener, Slowenen und Kroaten mischen. In Griechenland bestehen albanische und mazedonische Minderheiten, deren Status aber offiziell nicht anerkannt wird. Eine Rolle spielen daneben eingewanderte Ethnien, insbesondere nordafrikanische Gastarbeiter, die in Spanien und Frankreich zum Teil in ghettoähnlichen Verhältnissen leben. Vereinzelt sind - vor allem in Spanien - auch Minderheiten von Sinti und Roma anzutreffen. Einziger geteilter Staat in der EU ist Zypern, das seit 1974 einen griechischen und einen türkischen Teil besitzt.
Viele Sprachengruppen sind im Mittelmeerraum vertreten. Die indogermanische Sprachfamilie beherrscht den europäischen Teil, wobei von Portugal bis einschließlich Italien die romanischen Sprachen verbreitet sind. Neben den Nationalsprachen Portugiesisch, Spanisch, Französisch und Italienisch halten sich in einigen, meist ländlichen Regionen noch Relikte früher weiter verbreiteter Sprachen, wie das Okzitanische in Südfrankreich. In der Vatikanstadt gilt Latein als Amtssprache. Slawische Sprachen werden in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens gesprochen; Albanisch und Griechisch stellen eigene indogermanische Sprachzweige dar. Ein Spezialfall ist Malta: Hier wird Maltesisch gesprochen, das auf kreolisiertem Arabisch basiert und italienische und englische Einflüsse aufgenommen hat. Das Arabische als Vertreter der semitischen Sprachfamilie beherrscht den Raum von Marokko bis Syrien, wobei es je nach Region in verschiedenen Dialekten gesprochen wird. Hebräisch ist Staatssprache in Israel. Mit Türkisch ist auch eine Turksprache im Mittelmeerraum verbreitet.
Mediterrane Handels- und Verkehrssprache ist heutzutage Englisch, bis zu einem gewissen Grad auch Französisch. Die Bedeutungszunahme dieser Sprachen hat eine ureigene Handelssprache des Mittelmeerraums, die Lingua Franca, bereits seit dem 19. Jahrhundert vollständig verdrängt.
Das natürliche Bevölkerungswachstum hat sich in historischer Zeit - bis auf Zeiten von Epidemien oder Kriegen - stetig verstärkt, bis es im 20. Jahrhundert in eine exponentielle Phase eingetreten ist. Seitdem hat sich die Situation in Europa vom Rest des Mittelmeerraumes abgekoppelt: In Italien und Slowenien ist die Bevölkerung nach 1990 rückläufig, ansonsten sehr schwach steigend oder stagnierend. Allein Albanien wächst noch mit einer Rate von über 2% pro Jahr. Dagegen hält das Bevölkerungswachstum in Afrika und im Nahen Osten aufgrund hoher Geburtenraten unvermindert an und erreicht in Palästina über 4% pro Jahr.
Aus wirtschaftlichen, zum Teil auch aus politischen Gründen ist das Mittelmeergebiet von Wanderungsbewegungen betroffen. Während sich politisch motivierte Wanderung auf die Krisenherde beschränkt (Kriegsflüchtlinge aus Ex-Jugoslawien und im Nahen Osten), hat die Migration von armen in reiche Regionen seit den 1990er Jahren massive Ausmaße angenommen. Inoffizielle Einwanderung stellt besonders die Staaten vor Probleme, die geographisch nahe an beträchtlich ärmeren Regionen liegen, wie Spanien (gegenüber Marokko) und Italien (gegenüber Albanien).
Einige Städte zeichnen sich durch besonders starkes, teilweise unkontrolliertes Wachstum aus. Dies betrifft die genannten Megastädte, aber auch andere Agglomerationen, und hat verschiedene Ursachen. Antalya hat beispielsweise in 40 Jahren seine Bevölkerung insbesondere im Gefolge des Massentourismus fast verfünfzehnfacht. Tirana mit 800.000 Einwohnern im Jahr 2005 hat nach dem Ende der restriktiven Siedlungspolitik der albanischen Kommunisten einen massiven Zustrom der Landbevölkerung erfahren und in weniger als 15 Jahren seine Bevölkerung verdoppelt. Eine Verdopplung seiner Einwohnerzahl hat Tripolis nach der wirtschaftlichen Öffnung Libyens in weniger als zehn Jahren erfahren. Ballungsräume wie Gaza wachsen vor allem durch Flüchtlingsbewegungen und die natürliche Geburtenrate.
Das Judentum entstand um 2000 v. Chr. und erfuhr seitdem eine wechselvolle Geschichte, die mehrfach die Religion und ihre Anhänger an den Rand des Überlebens brachte. Die Anfänge der Religion liegen im Nahen Osten (heutiges Palästina und Israel, teils auch Jordanien); durch Vertreibung, Verschleppung und Wanderung hat das Judentum allerdings bis ins 20. Jahrhundert weitgehend nur in der Diaspora existieren können. Erst mit der Gründung von Israel wurde der erste jüdische Staat der Geschichte gebildet. Jüdische Minderheiten waren im ganzen Mittelmeerraum über Jahrtausende präsent und übernahmen wichtige Funktionen im Wirtschaftsleben. Blühende Gemeinwesen in Spanien, Portugal, Italien und Griechenland wurden spätestens seit dem Mittelalter immer wieder ins Exil vertrieben, ghettoisiert oder gar in Pogromen vernichtet. Heute leben nur noch verschwindend kleine Gruppen in diesen Ländern, da insbesondere die Überlebenden des Holocaust nach Israel oder in die USA emigrierten.
Das Christentum verbreitete sich ab dem 1. Jahrhundert - ursprünglich als Abspaltung vom Judentum - von Palästina aus über Kleinasien, Ägypten, Griechenland bis in das römische Kerngebiet. Nach jahrhundertelanger Verfolgung gelang den Christen der Durchbruch im 4. Jahrhundert mit dem Toleranzedikt von Mailand unter Konstantin dem Großen. Im Verlaufe der folgenden Jahrhunderte prägten Gegensätze zwischen West- und Ostkirche das Bild. Dieses "Große Morgenländische Schisma" wurde nie aufgehoben. Die Reformation des 16. Jahrhunderts konnte im Mittelmeerraum dagegen nie Fuß fassen. Das Christentum dominiert in Europa, wobei der westliche und zentrale Teil bis Kroatien römisch-katholisch geprägt ist und der Papst als geistliches Oberhaupt in Rom residiert. Die griechisch-orthodoxe Konfession ist weitgehend auf Griechenland und Südzypern beschränkt. Nennenswerte christliche Bevölkerungsanteile (hauptsächlich Maroniten) kann der Libanon aufweisen, in den asiatischen und afrikanischen Ländern sind sie ansonsten sehr klein. Vereinzelt finden sich weitere christliche Konfessionen wie die syrisch-orthodoxe Kirche und die Kopten in Ägypten.
Der Islam als jüngste der drei Religionen breitete sich im 7. Jahrhundert in den Mittelmeerraum aus und verdrängte in Nordafrika und der Levante, später auch in Kleinasien und Teilen Südosteuropas nach und nach die ursprünglichen religiösen Gemeinschaften. Die Reconquista und die Selbstbefreiung des Balkan haben islamische Einflüsse in Europa allerdings immer wieder zurückgedrängt. Mehrheitlich islamisch geprägt ist in Europa nur noch Albanien, einen bedeutenden muslimischen Bevölkerungsanteil stellt außerdem Bosnien-Herzegowina. Die Muslime im Mittelmeerraum sind mehrheitlich Sunniten, in der Türkei bezeichnen sich über 30% als Aleviten. Daneben sind insbesondere im Nahen Osten Schiiten, in kleineren Gemeinschaften auch Drusen vertreten.
Monarchien sind im Mittelmeerraum mittlerweile selten geworden. Parlamentarische Monarchien bestehen in Spanien und im Zwergstaat Monaco, in Marokko gilt formal noch die absolute Monarchie. Jordanien ist eine Monarchie mit beschränkten parlamentarischen Vollmachten. Sonderformen bilden der Vatikan, der als Theokratie vom Papst mit absoluten Vollmachten regiert wird, und Andorra, das eine weltlich-geistliche Doppelspitze in der Verfassung verankert hat. Alle anderen Staaten sind republikanisch verfasst. In den arabischen Ländern herrschen Systeme vor, die auf der Macht eines zumeist nicht demokratisch gewählten Präsidenten oder einer Einparteiendiktatur beruhen. Zumeist wird diese Macht militärisch abgesichert. Auffällig ist, dass diese Systeme zumeist säkular sind und die innerstaatliche Opposition nicht hauptsächlich von Demokraten, sondern vor allem von Fundamentalisten betrieben wird. Die Trennung von Staat und Religion ist am deutlichsten in den beiden demokratisch verfassten und explizit laizistischen Staaten Frankreich und Türkei ausgeprägt.
Ein kooperatives Verhältnis besteht größtenteils auch zwischen den arabisch-islamischen Ländern, die sich politisch und kulturell nahe stehen. Größtenteils sind sie sowohl in der Arabischen Liga als auch in der Islamischen Konferenz OIC organisiert. Die afrikanischen Staaten außer Marokko sind gleichzeitig Mitglied in der Afrikanischen Union. Bedeutend schwieriger gestaltet sich das Verhältnis zwischen Arabern und Türken, die sprachlich, ethnisch und kulturell große Unterschiede aufweisen und auch unterschiedliche ökonomische und geostrategische Ziele verfolgen. Konfliktbeladen ist insbesondere das Verhältnis zwischen Türkei und Syrien: Einerseits standen sie wiederholt in Nahost-Konflikten (insbesondere in den Golfkriegen) auf gegnerischer Seite, andererseits schwelt seit langem ein Konflikt um die Wasserreserven des Euphrat. Die Syrer verdächtigen die Türkei, den Oberlauf durch Einrichtungen von Stauseen übermäßig zu beanspruchen und damit auch eine strategische Waffe entwickelt zu haben, weil die Türkei nach Bedarf "den Hahn zudrehen" könne.
Wichtige internationale Kooperationen bestehen über den internationalen Rahmen (UNO, WTO) hinaus zwischen verschiedenen Nationen: Die europäischen Länder sind im Europarat und der OSZE organisiert, die EU-Staaten darüber hinaus in der WEU. Die OECD zählt auch die Türkei und Israel als Mitglieder. Militärisch nicht in der NATO organisierte Staaten gehören zu einem Großteil den Blockfreien Staaten (NAM) an, die allerdings nach Beilegung des Ost-West-Konfliktes in eine strategische Grundsatzdiskussion geraten sind. Die ölexportierenden Länder Libyen und Algerien sind außerdem in der OPEC vertreten.
Hauptkonfrontation im Mittelmeerraum ist der Nahost-Konflikt. Nachdem dieser im 20. Jahrhundert ein weiträumiges Gebiet von Tunesien bis zum Iran für Jahrzehnte zum explosiven Krisengebiet gemacht hatte, konzentriert er sich 2005 vor allem auf Israel und seine unmittelbaren Nachbarn. Dort allerdings hat er seit Beginn der zweiten Intifada an Stärke zugenommen und konnte trotz mehrfacher Vermittlung europäischer, amerikanischer und internationaler Vertreter nicht beigelegt werden. Unsicher ist auch die Lage im Libanon, in dem es 2005 zu antisyrischen Ausschreitungen gekommen ist.
Der Weinbau hat in der Mittelmeerregion eine bis auf die alten Griechen zurück reichende Tradition. Heute ist er im ganzen Großraum weit verbreitet; Überproduktion billiger Weine geht einher mit spezialisierter Kultivierung in Spitzenlagen. Führend in der Weinproduktion sind Italien, Spanien, Frankreich, Portugal und Griechenland, aber auch in Nordafrika, der Türkei und im Libanon existieren Anbaugebiete. Olivenhain.jpg Die andere große agrarische Tradition ist der Olivenanbau. Oliven werden meist zu Öl verarbeitet, das wiederum als Speiseöl genutzt wird oder als Ausgangsstoff für weitere Produkte wie Seifen und Cremes dient.
In der Nähe von Flüssen hat sich größtenteils eine intensive Bewässerungskultur mit spezialisiertem Obst- und Gemüseanbau heraus gebildet. Diese werden zum Teil auch über den Winter - unter Planen oder in Gewächshäusern - angebaut. Paradebeispiel ist das spanische Anbauprinzip der Huerta, einer intensiven Gartenkultur entlang der Flusstäler und -mündungen. Im Norden dominieren als Obstsorten Pfirsiche, Aprikosen, Melonen, Kirschen und Pflaumen, weiter im Süden vor allem Zitrusfrüchte, in besonders warmen Teilklimaten sogar Bananen und Datteln. Gemüsesorten sind vor allem Tomaten, daneben auch Auberginen, Artischocken, Paprika und Kohl. Lavendelveld.jpg | Korkeiche_Andalusien2004.jpg]] Spezielle Kulturen sind im Mittelmeerraum häufig. Weit verbreitet ist der Tabakanbau. In den Küstenebenen der Südtürkei wird großflächig Baumwolle angebaut. Die ätherische Öle enthaltenden mediterranen Pflanzen spielen als Kräuter, Gewürze und Basis für Duftstoffe eine wichtige ökonomische Rolle. Die Lavendelfelder in der Provence sind weltberühmt.
Die Tierhaltung konzentriert sich aufgrund des beschränkten Flächenangebotes und dichter Besiedlung auf Kleintiere, die innerhalb eines umgrenzten Territoriums gehalten werden können und einzelne Exemplare größeren Viehs. Zu ersteren gehören Geflügel, Schweine und Kaninchen, die seit Alters die Fleischversorgung sicher stellen, die zweite Gruppe besteht aus Last- und Reittieren wie Esel und Pferd, aber auch Rindern, die in älteren Zeiten vorwiegend als Zugtiere verwendet wurden. In Spanien hat sich die Rinderhaltung daneben auch zu Zwecken des Stierkampfes entwickelt. Vor allem Schafe und Ziegen wurden dagegen in Herden gehalten und waren Hauptquelle für Milch und Milchprodukte. Diese traditionelle Viehzucht hat sich im Süden weitgehend erhalten, in Europa dagegen hat der Anteil der Rinderzucht auf Kosten von Schaf- und Ziegenhaltung zugenommen. Weiterhin spielt die Imkerei im gesamten Mittelmeerraum eine herausgehobene Rolle.
Im Zuge der Waldzerstörung hat auch die Bedeutung der Forstwirtschaft an Gewicht verloren. Holzgewinnung aus mediterranen Wäldern ist als Wirtschaftszweig mittlerweile unbedeutend. Auch die Jagd spielt in weiten Teilen der Region keine Rolle mehr. Wo sie dennoch praktiziert wird, führt sie größtenteils zur Verschärfung ökologischer Probleme: So gefährdet die weitgehend unkontrollierte Freizeitjagd im Rhônedelta durch Abschüsse und bleihaltige Patronenrückstände den Tierbestand im Nationalpark Camargue. Es gibt jedoch auch Beispiele für nachhaltige Forstwirtschaft. In Spanien und Portugal konzentriert sich beispielsweise fast die gesamte Weltproduktion von Kork aus den dort endemischen Korkeichen. Die frei stehenden Bäume mit unterholzfreier Umgebung schaffen ideale Bedingungen für Hasen und ihre ebenfalls gefährdeten Fressfeinde wie den iberischen Adler. Aus mediterranen Wäldern wird insbesondere von Pinien auch Baumharz gewonnen, das für die Duftstoff- und Kerzenherstellung eine gewisse Rolle spielt. In einigen Regionen werden in Eichenbeständen Trüffel gefunden.
Auch die Fischerei ist für den Mittelmeerraum ein wichtiger Wirtschaftszweig. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch ist relativ hoch, variiert jedoch von Land zu Land. Beliebte Fangfische sind Thunfisch, Kabeljau, Sardinen und Sardellen, die fangfrisch verkauft oder weiterverarbeitet werden. Auch Muscheln und Meeresfrüchte werden gefischt, vor der afrikanischen Küste spielen Schwämme eine bedeutende Rolle. Die Überfischung zusammen mit der hohen Nachfrage lässt die Region allerdings zunehmend zum Importeur von Fisch werden. Wesentlich ergiebiger als das Mittelmeer ist der Nordatlantik, der vor allem von Portugal und Spanien aus befahren wird.
Der Bergbau ist im Vergleich hierzu nahezu unbedeutend. Obwohl in antiker Zeit eine Vielzahl an Gruben betrieben wurde und Kupfer, Eisen, Zinn, später auch Aluminium hier zuerst verhüttet wurden, ist der Mittelmeerraum für die heutigen Förderverhältnisse sehr rohstoffarm. Die ölexportierenden Länder Libyen und Algerien beziehen ihre Rohstoffe nicht aus dem mediterranen Landesteil, sondern aus dem Inneren der Sahara. Einzig die Quecksilbergewinn