Mithras-Kultrelief.JPG Mithras ist eine römische Göttergestalt, die im Mithraismus verehrt wurde. Der Name Mithras geht auf den persischen Gott Mithra zurück. Jedoch weist der römische Mithras relativ große Unterschiede zum persischen Mithra auf, so dass die beiden nicht gleichgesetzt werden können.
In Indien und im Iran war Mithra ein Gott des Rechtes, des Bündnisses und ein Sonnen- bzw. Lichtgott. Er war der Führer zur rechten Ordnung (ascha) und wachte auch über die kosmische Ordnung, wie den Wechsel von Tag und Nacht und die Jahreszeiten. Er pflegte die Tugend der Gerechtigkeit, schützte die Gläubigen und strafte die Ungläubigen. Er wurde auf einem Streitwagen dargestellt, der von weißen Pferden gezogen wurde. Seine Waffen waren ein silberner Speer, er trug einen goldenen Panzer und war mit Pfeilen, Äxten, Keulen und Dolchen ausgerüstet. Seine Keule war eine Waffe gegen den Geist des Bösen Angra mainju. Seine wichtigste Aufgabe war es, das königliche Glück bzw. die göttliche Gnade zu schützen. Zarathustra bekämpfte den Mithra-Kult offenbar vehement; trotzdem kam es zu einer Vermischung von Zarathustras Lehren und den Lehren der Mithra-Anhänger, insbesondere unter den Magern der Sassaniden-Zeit: Zumindest in der Spätantike zählte Mithra (Mihr) neben Ahuramazda (Ohrmazd) und Anahita (Anahid) zu den wichtigsten Göttern in Persien.
Verschiedene Herrschernamen im Pontischen Reich sowie später der Parther lauten Mithridates = „dem Mithras den Namen gab“. Der Erste, Mithridates I. aus Pontus, führte diesen Namen ab 281 v. Chr.. Bekannt wurde Mithridates VI. (Eupator), der nahezu ein halbes Jahrhundert zwischen dem Römischen Reich und den Parthern paktierte.
Ebenso umstritten ist, welche tatsächliche Verbreitung und welche gesellschaftliche Bedeutung der auf Männer beschränkte und in relativ kleinen Kultvereinen organisierte esoterische Kult wirklich besaß; eine wirkliche Konkurrenz zu dem ganz anders ausgerichteten und strukturierten Christentum scheint er nicht gewesen zu sein.
Siehe auch: Mithraismus, Mithraismus und Christentum
Auch der persische Gott Mithra war Jahrhunderte zuvor schon mit der Sonne gleichgesetzt und als Sonnengott verehrt worden.
Mithras ist der Weltenbeherrscher, dem es gelingt, die gewöhnlich als fest angesehene Ordnung von Erde und Himmel zu bewegen, in diesem Fall die sog. Präzession hervorzurufen, nach der sich im Lauf der Jahrtausende die Äquinoktien verschieben. Seine Stellung als Weltbeherrscher, als Kosmokrator, zeigt sich in seinem Sternenmantel und in dem Bild, das seine Geburt darstellt. Die Stellung als Weltenherrscher zeigt sich auch in der Darstellung gemeinsam mit dem Sonnengott Sol. Die beiden Begleiter des Mithras, Cautes an der rechten Seite mit erhobener Fackel, Cautopates an der linken Seite mit gesenkter Fackel, tragen in anderen Darstellungen Stierkopf und Skorpion und können daher als Symbole für die Tag-und-Nacht-Gleichen im Frühling und Herbst angesehen werden.
Da die Präzession selbst um 128 v. Chr. durch den griechischen Astronom Hipparchos von Nikäa nachgewiesen wurde, liegt es nahe, die Entstehung des Kultes um diese Zeit zu datieren.
Die Mithras-Tempel heißen Mithräen. Sie sind relativ klein, also auf nur kleine Kultgemeinschaften ausgerichtet, und waren oft nicht lange in Benutzung, so dass ihre scheinbar große Anzahl nichts über die Zahl der Anhänger insgesamt aussagt. Sie wurden mit der Christianisierung Europas und dem damit verbundenen Ende des Mithraismus aufgelassen und verfielen, aber ihre archäologischen Überreste sind heute noch im gesamten Gebiet des Römischen Reiches zu finden, von der Iberischen Halbinsel bis Kleinasien, von den Britischen Inseln bis zur Küste Nordafrikas.
Ein gut erhaltenes Mithräum findet sich in Italien, in der Ortschaft Santa Maria Capua Vetere (nahe Caserta), das im Jahre 1924 entdeckt wurde. Die Decken sind bemalt und mit Stuck dekoriert und zeigen Motive aus dem Mithras-Mythos (unter anderem die Stiertötung durch Mithras). Um in das Innere zu kommen, hilft eine Nachfrage bei den Museumsaufsichten im „Museo Archeologico dell'Antica Capua“.
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