Eine Mitarbeiterzeitschrift (auch Mitarbeiterzeitung) richtet sich an alle aktiven und im Ruhestand befindlichen Mitarbeiter eines Unternehmens, einer Organisation oder einer Verwaltung. Es handelt sich um eine Form des Corporate Publishing, die der internen Kommunikation dient.
Sie wird als Instrument der Informationsvermittlung genutzt und von der internen Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit oder extern im Auftrag des Unternehmens bzw. Arbeitgebers herausgegeben. Es existieren vielfältige Formen und Varianten von Mitarbeiterzeitungen. Die Bandbreite reicht vom klassischen Zeitungsformat bis zum Zeitschriften-Format.
Die Mitarbeiterpublikation ist in erster Linie eine Informationsquelle für die Mitarbeiter und dient als Bindeglied zwischen Belegschaft und Geschäftsleitung.
Die erste bekannte Mitarbeiterzeitschrift erschien 1847 in den USA. Die erste vergleichbare Publikation in Europa war 1882 das "Werkjournal" eines holländischen Betriebes. In Deutschland war der "Schlierbacher Fabrikbote" 1888 das erste Beispiel. Nach dem 1. Weltkrieg nahm die Zahl der Betriebszeitschriften deutlich zu.
Nach einer Studie aus dem Jahr 1996 verfügten 80 Prozent aller deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten über eine Mitarbeiterpublikation, bei den Großunternehmen waren es rund 90 Prozent. Mehrheitlich erscheinen vier bis sechs Ausgaben jährlich. Die Gesamtauflage der deutschen Mitarbeiterzeitschriften wird auf 10 bis 30 Millionen Exemplare geschätzt.
Beispiele gut gemachter Mitarbeiterzeitungen zeigt der jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Public Relations ausgeschriebene Wettbewerb der besten Mitarbeiterzeitungen.
Neueste Untersuchungen zeigen, dass leitende Angestellte zu einem hohen Prozentsatz (nämlich zwischen 50 und 80 Prozent) mit dem Thema interne Kommunikation befasst sind. Der Erfolg eines Unternehmens hängt stark davon ab, wie offen und reibungslos die innerbetrieblichen Kommunikationsprozesse ablaufen. Ulrike Buchholz, Professorin im Studiengang Public Relations der Fachhochschule Hannover schreibt: „Mehr und Mehr wird deutlich, dass die eigenen Mitarbeiter ausschlaggebender Faktor bei der Bewältigung von Veränderungen sind.“ (In welchem Werk schreibt sie das?) In solchen Zeiten falle der internen Kommunikation eine herausragende Bedeutung zu. Dies gelte insbesondere für Unternehmen, die im globalen Wettbewerb einem starken Innovationsdruck ausgesetzt oder in Strukturveränderungen von Produktionsweisen eingebunden seien.
Je größer das Unternehmen, desto schneller potenziert sich ein bisschen Sand im Getriebe zu einem echten Störungsfaktor mit nachhaltig negativer Wirkung. Gerüchte über betriebliche und personelle Veränderungen, über Verkäufe, Schließungen, Akquisitionen und Fusionen lähmen mitunter ganze Abteilungen, ja wecken offene und versteckte Widerstände in ganzen Unternehmen. Dabei sind die Mitarbeiter das wichtigste Kapital eines jeden Unternehmens. Das gilt umso mehr in reinen Dienstleistungsunternehmen.
Doch allzu häufig wird die innerbetriebliche Kommunikation vernachlässigt. Alarmsignale, die man als Unternehmer auf keinen Fall übersehen sollte: schlechte Mund-zu-Mund-Propaganda, Gerede auf den Gängen bis hin zum Mobbing, häufige psychosomatische Krankheiten und eine hohe Personalfluktuation. Aus der Außenperspektive kommen da mitunter noch der schlechte Service, fehlerhafte Produkte und ein schlechtes Image hinzu.
Instrumente, mit denen man vorbeugen und auch gegensteuern kann, sind neben einer guten Führungsarbeit und einer motivierenden Firmenkultur: regelmäßige Informationsveranstaltungen, gemeinschaftliche Aktivitäten, das Intranet und nicht zuletzt die Hauszeitung oder Mitarbeiterzeitung. Denn nur gut informierte Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter. Mitarbeiter müssen heute mehr denn je auf dem Weg des Wandels mitgenommen werden.
Wenn es darum geht, eine Neupositionierung eines Unternehmens zu erreichen, müssen die Mitarbeiter vor allem in einer emotionalen Weise auf dem Transformationsprozess mitgenommen werden. Sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und Lerntheorie haben dafür längst die Regeln erforscht. Nichts ist so zäh wie der Wandel und strategische Veränderungen. Unternehmen reagieren daher oftmals bei einem Kurswechsel so träge und mit Zeitverzögerungen wie ein Tanker auf eine Veränderung des Steuerruders. Doch das dürfte jedem Verantwortlichen ein Dorn im Auge sein. Der intellektuelle Ablauf vom Verständnis bis zum Einverständnis ist emotional motiviert und verläuft in sehr kleinen Schritten. Die wichtigste Erkenntnis dabei: „Wer Veränderungen erfolgreich bewältigen will, muss auf das Engagement der Mitarbeiter setzen. Und diese erwarten besonders in Zeiten der Instabilität Signale der Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit, ausgedrückt durch eine offene, sprich: aufrichtige und ungeschminkte Auseinandersetzung mit dem Veränderungsprozess.“ (Ulrike Buchholz)
Mitarbeiter wollen dabei ernst genommen und wertgeschätzt werden, sie wollen sich beteiligen, Fragen stellen, Kommentare und Sorgen äußern, Bedenken und Kritik formulieren, Hintergründe verstehen, den Entscheidern begegnen und nicht zuletzt auch eigene Vorgehensweisen empfehlen. Mitarbeiterzeitungen sind genau für diese Kommunikationsaufgabe ein bemerkenswertes Medium. Sie können beiden Positionen eine Plattform bieten, Unternehmensziele und Leitbilder transportieren, Positionen des Managements übersetzen und transportieren sowie nicht zuletzt den Mitarbeitern eine Plattform bieten. Alleine die Erfahrung, dass kritische und sorgenvolle Stellungnahmen und Äußerungen aus der Mitarbeiterschaft auch in der Geschäftsführung bemerkt, gelesen und besprochen werden, reichen in der Belegschaft oftmals schon aus, um eine andere, meist offenere Unternehmenskultur zu etablieren.
Vor diesem Hintergrund sollte die Mitarbeiterzeitung weder alleine das Verlautbarungsorgan der Geschäftsführung noch der Kummerkasten der Belegschaft sein. Eine umsichtige Redaktion bietet eine spannungsreiche Mixtur, die zum Nachdenken und Diskutieren einlädt – mitunter ist dies auch das Argument dafür, dass die Redaktion nach Außen verlagert wird, um weder von der einen noch von der anderen Seite dem Verdacht der Zensur ausgeliefert zu sein. Denn Akzeptanz und Glaubwürdigkeit des Mediums in der Belegschaft hängen entscheidend von der Authentizität ab. Daher sollte der Mitarbeiter stets im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen. Die Mitarbeiter sind gewissermaßen Medium und Zielgruppe zugleich. Daher sollten möglichst viele Mitarbeiter an der Erstellung der Mitarbeiterzeitung beteiligt werden und sei es als Informationsgeber, die Themenvorschläge machen sowie als Interview- und Gesprächspartner.
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