Honoré-Gabriel-Victor du Riqueti, comte de Mirabeau (* 19. März 1749 in Bignon bei Nemours, Département Loiret; † 2. April 1791 in Paris) war ein französischer Politiker, Physiokrat und Publizist.
Mirabeau war Abgeordneter und Wortführer des Dritten Standes in den Generalständen und eine der führenden Personen während der Anfangszeit der Französischen Revolution. Mirabeau war 1790 Präsident des Jakobinerclubs und hielt 1791 den präsidialen Vorsitz der Nationalversammlung. Honoré Mirabeau 4.jpg Mirabeau ist u.a. durch seinen Donnerkeil bekannt geworden, mit dem er am 23. Juni 1789 dem königlichen Zeremonienmeister eine Abfuhr erteilte, als dieser die Versammlung der Generalstände auflösen wollte.
Da Mirabeau keine finanzielle Unterstützung durch seinen Vater erhielt, ging er zum Militär. Er wohnte seit 1771 in Paris, wo er 1772 Marie Emilie de Marignane heiratete. Er wurde auf Anzeige seines Vater von Ludwig XV. von seinen Besitzungen verbannt und 1775 verhaftet.
In der Haftzeit, während der er das Gefängnis verlassen durfte, lernte er Marie Thérèse de Monniers kennen. Beide verliebten sich in einander und flüchteten in die Schweiz. Er wurde wegen Ehebruchs in Abwesenheit zum Tode verurteilt und 1777 verhaftet. Es gelang ihm, sein Todesurteil annullieren zu lassen. Er musste aber bald wieder ins Exil gehen, nachdem er sich in einen Prozess zwischen seinen Eltern einschaltete. Er ging nach Preußen und soll dort Mitglied des Illuminatenorden mit dem Ordensnamen 'Adramelech/Leonidas' geworden sein, letzteres ist aber nicht sicher belegt und wurde möglicherweise als Gerücht in die Welt gesetzt um eine Verbindung zwischen dem Illuminatenorden und den Jakobinern herzustellen. Er wohnte auch in Holland, wo er in Amsterdam Freimaurer wurde. Später zog er nach London.
Die in England existierende konstitutionelle Monarchie gefiel Mirabeau so sehr, dass sie für ihn bald das ideale Gesellschaftsmodell darstellte.
Bei den Wahlen zu den Generalständen im Mai 1789 wurde er Abgeordneter des Dritten Standes. Durch seinen Aufenthalt in England sah Mirabeau den Adel und die Kirche als Haupthindernisse der Freiheit. Er war maßgeblich an der Abschaffung der Privilegien des Adels und der Einziehung der Kirchengüter beteiligt. Den König sah er aber weiterhin als notwendig an. Seine Popularität erlitt einen weiteren Rückschlag, als seine engen Beziehungen zum König bekannt wurden. So ließ sich Mirabeau seinen Lebensunterhalt vom französischen Königshof bezahlen. Mirabeau wurde trotzdem am 30. Januar 1791 Präsident der Nationalversammlung. Er starb am 2. April 1791 plötzlich, so dass man einen Giftmord vermutet. Mirabeau wurde in einem Staatsbegräbnis im Panthéon beigesetzt. Nachdem weitere Beweise seiner Verbindungen zum Königshof gefunden wurden, wurde sein Leichnam im November 1793 aus dem Panthéon entfernt.
Kleist schildert Mirabeuas Donnerkeil in seinem Essay Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden sehr anschaulich:
Berühmt ist Mirabeau auch für seine Bonmots, z.B.: „Preußen ist kein Staat mit einer Armee, vielmehr eine Armee, die einen Staat besitzt“. Bekannt ist außerdem der Spruch, dass Preußen in einer Kanonenkugel geboren wurde.
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