Minus (−) ist ein mathematischer Operator für die Subtraktion.
Daraus abgeleitet hat sich der Begriff für eine absolute Größe, die negativ (unter Null) ist („negatives Vorzeichen“).
In diesem Sinne bedeutet „ich bin im Minus“, dass ich über kein Guthaben verfüge.
Bei der Angabe von Internetadressen wird vereinzelt „Minus“ statt „(Binde-)Strich“ gesprochen, etwa „www Punkt Q Minus 21 Punkt de“ für „www.q-21.de“, um eine klare und leichtverständliche Unterscheidung zum Schrägstrich zu haben, welcher ebenfalls in URLs vorkommen kann. Dies ist natürlich unzutreffend, da es sich um eine sprachliche und nicht eine mathematische Anwendung handelt. Zudem unterscheidet sich das Minuszeichen vom Bindestrich; für einen Computer handelt es sich um zwei verschiedene Zeichen. Daher führt die Eingabe eines Minuszeichens statt des Bindestrichs in einer Internetadresse auch zu einer anderen Internetseite (wie weiter unten erklärt erzeugt ein Druck auf die „Minus“-Taste einer Tastatur aber kein echtes Minus-Zeichen, sondern einen Bindestrich, also relativiert sich dieses Problem ein wenig).
Im kaufmännischen Bereich wird auch die Schreibweise „./.“ verwendet.
Noch im 15. Jahrhundert war es üblich, die Wörter ›plus‹ und ›minus‹ auszuschreiben. In italienischen und französischen Schriften wurde dabei häufig nur der Buchstabe ›m‹ ausgeschrieben und mit einem waagerechten Strich versehen, um das Symbol besser zu kennzeichnen. Dieser Querstrich über dem ›m‹ ist eine Erklärung für die Entstehung des heutigen Minuszeichens.
Das erste Minuszeichen im Druck erschien im Werk »Mercantile Arithmetic« oder »Behende und hüpsche Rechenung auff allen Kauffmanschafft« von Johannes Widmann, erschienen 1489 in Leipzig. Handschriftlich wurde das Minuszeichen jedoch schon vorher verwendet. Die frühesten Quellen sind Aufzeichnungen von Widmann aus dem Jahre 1481 und eine deutsche Algebra aus demselben Jahr. Mit Beginn des 16. Jahrhunderts verbreitete sich das Minuszeichen mehr und mehr in Deutschland und Europa. Nach und nach ersetzte es alle anderen Schreibweisen für die Subtraktion.
Das typografisch korrekte Minuszeichen ist identisch mit dem waagerechten Balken im Pluszeichen (+) und hat die gleiche Länge wie die beiden parallelen Linien des Gleichheitszeichens (=). Höhe, Breite und Position dieser Rechenzeichen sind auf das Aussehen der Ziffern Null bis Neun abgestimmt.
Das Minuszeichen ist nicht identisch mit dem Bindestrich (auch Trennstrich, Divis, Viertelgeviertstrich). Dieser ist deutlich kürzer und liegt tiefer als das Minuszeichen. Verglichen mit dem Minuszeichen wirkt der Bindestrich stummelartig und kann leichter übersehen werden, gerade wenn er als Vorzeichen von negativen Zahlen benutzt wird.
Der Gedankenstrich (Halbgeviertstrich) hat zwar in vielen Schriftarten die gleiche Länge wie das Minuszeichen, liegt aber oft etwas tiefer.
Das Minuszeichen wird folgendermaßen definiert und kodiert:
| Zeichen | Unicode Position | Unicode Bezeichnung | Bezeichnung | HTML hexadezimal | HTML dezimal | HTML benannt | style="text-align:center;" | − | U+2212 | Minus sign | Minuszeichen | − | − | − |
|---|
Im veralteten ASCII-Zeichensatz aus dem Jahr 1963 ist das Minuszeichen nicht enthalten, weshalb viele ältere Computersysteme es nicht darstellen konnten. Fast alle modernen Computer verwenden den im Jahr 1991 eingeführten Unicode-Standard und können das Minuszeichen daher problemlos verarbeiten und darstellen.
Das Minuszeichen gibt es meist nicht auf Tastaturen. Auf Tastaturen ist in der Regel nur das sogenannte Bindestrich-Minuszeichen anzutreffen, welches als Ersatz für Bindestrich, Gedankenstrich, Geviertstrich und Minuszeichen dienen muss. Allerdings ersetzen viele Computerprogramme das Bindestrich-Minuszeichen je nach Kontext automatisch mit dem korrekten Symbol.
Kann das Zeichen nicht dargestellt werden, weil es in der verwendeten Schriftart oder dem Zeichensatz fehlt, so sollte es durch das Bindestrich-Minus-Zeichen ›-‹ ersetzt werden, welches auch auf jeder Tastatur vorhanden ist. Typografisch korrekter ist allerdings der Ersatz durch den Gedankenstrich ›–‹.
Da allerdings praktisch alle modernen Computersysteme und -schriften auf Unicode basieren, kann das Zeichen heutzutage problemlos weltweit dargestellt, verarbeitet, übertragen und archiviert werden. Eine Ersetzung aus technischen Gründen ist deshalb kaum noch nötig. Auch wenn die verwendete Tastatur das Zeichen nicht aufweist, kann es praktisch immer über eine entsprechende Funktion des Betriebssystems oder des jeweiligen Texteditors eingefügt werden.
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