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Minicoy (dhivehi މަލިކު Maliku) ist die mit 4,39 km² zweitgrößte und südlichste Insel des indischen Unionsterritoriums Lakshadweep im Arabischen Meer. Die 10,6 km lange, aber nur maximal 820 Meter breite Insel umfasst den östlichen und südlichen Teil eines Atolls mit einer 25 km² großen Lagune. Sie ist durch den über 200 km breiten Neun-Grad-Kanal von der Inselgruppe der Lakkadiven getrennt, während die Entfernung zur nördlichsten Insel der Malediven nur rund 130 km beträgt. Die Einwohnerzahl beträgt 9956 (Stand: 1. Januar 2005).

Wahrzeichen Minicoys ist ein über 90 Meter hoher, 1885 von den Briten erbauter Leuchtturm.

Bevölkerung und Kultur


Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Minicoy starke kulturelle Bezüge zu den Malediven aufweist und sich daher von den anderen Inseln Lakshadweeps wesentlich unterscheidet. Dies äußert sich auch in der Siedlungsform der Einwohner, die in elf nebeneinander liegenden Dörfern leben, im Gegensatz zu den Lakkadiveninseln, auf denen die Häuser über die gesamte Inselfläche verteilt sind.

Die ausschließlich muslimische Inselbevölkerung spricht Mahl, einen Dialekt des auf den südlich gelegenen Malediven verbreiteten Dhivehi, eine indoarische Sprache, die in der Thaana-Schrift geschrieben wird. Der Name des Dialektes entstand durch einen Irrtum, wie eine Anekdote erzählt: Als ein britischer Beamter einen Einwohner nach dem Namen seiner Sprache, also Dhivehi, fragte, ließ der Beamte mit einem verdutzten Blick erkennen, dass er von dieser Sprache noch nie gehört hatte. Der Insulaner ergänzte „Mahaldibu ge bas“ (wörtlich: „Sprache der Malediven“), was der Beamte fälschlicherweise als die richtige Bezeichnung auffasste, zu „Mahl“ verkürzte und notierte.

Geschichte


Über die Geschichte Minicoys ist recht wenig bekannt. Bis etwa um das Jahr 1500 gehörte die Insel zum Königreich der Malediven, dessen König 1153 zum Islam übergetreten war. In der Folgezeit wurde die bis dahin buddhistische Inselgruppe, einschließlich Minicoy, islamisiert. Als der arabische Forschungsreisende Ibn Battuta die Malediven 1346 besuchte, stellte er fest, dass bereits alle Einwohner Muslime waren.

Um 1500 kam Minicoy unter die Herrschaft der ebenfalls muslimischen Rajas von Kannur. Die Umstände und das genaue Datum des Herrscherwechsels sind unbekannt. Mitte des 16. Jahrhunderts nutzte der maledivische Nationalheld Muhammad Thakurufaanu Al-Azam die Insel als Basis für seinen Kampf gegen den unter portugiesischem Einfluss zum Christentum übergetretenen Sultan der Malediven.

Offiziell blieb die Insel bis 1905 bei Kannur, als der Raja sie den Briten übergab. Tatsächlich stand sie aber schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts unter britischer Oberhoheit.

1956, neun Jahre nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft, entschied sich Minicoy in einem Referendum für den Verbleib bei Indien und wurde gemeinsam mit den Lakkadiven und Amindiven Bestandteil eines Unionsterritoriums, das sich seit 1973 offiziell Lakshadweep nennt.

1983 kam es wegen Minicoy zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Indien und den Malediven, nachdem der Bruder des maledivischen Präsidenten Maumoon Abdul Gayoom in einer öffentlichen Rede maledivische Ansprüche auf Minicoy gestellt hatte.

Insel (Indien)

މަލިކު | Minicoy Island | मलिक | Minicoy

 

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