Mkb_-_logo.jpg Die Mindener Kreisbahnen GmbH (MKB) ist eine Eisenbahngesellschaft, die das Gebiet des heutigen Kreises Minden-Lübbecke in der Region Ostwestfalen in Nordrhein-Westfalen seit dem im 19. Jahrhundert erschließt. Zunächst als meterspurige Eisenbahn der dritten Kategorie gebaut, hatte sie die Aufgabe die wirtschaftlichen und personellen Transportleistungen in den damals noch eigenständigen Kreisen Minden und Lübbecke zu bewältigen und damit auch ein Stück Strukturförderung zu leisten. Im Volksmund ist die Bahn auch unter dem Namen Mindener Kleinbahn bekannt.
In Minden reagierte man besonders schnell. Schon ein Jahr später 1893 wurde eine Dampfstraßenbahn nach Porta Westfalica gebaut, um das dort in Bau befindliche Kaiser-Wilhelm Denkmal zu erschließen (Porta selbst hatte nur einen Bahnhof für den Personenzugverkehr).
Doch die weitere Erschließung des Mindener Landes fand dann nicht durch die Mindener Straßenbahn sondern durch eine vom Kreis gegründete Kleinbahngesellschaft statt, die 1898 die erste Strecke nach Uchte eröffnete. In den folgenden Jahren bis 1921 folgen die Strecken nach Lübbecke, nach Wegholm und schließlich nach Kleinenbremen.
Die Verwaltung des Kreises Minden als Betreiber der MKB eröffnete folgende Linien:
Eröffnungsdatum | Strecke
|
| 1898 | Minden - Uchte |
| 1903-1907 | Minden - Lübbecke, zunächst bis Eickhorst |
| 1915 | Minden-Kutenhausen - Wegholm ausgehend von Minden - Uchte |
| 1918-1921 | Minden - Kleinenbremen, zunächst bis Nammen |
Damit waren rund 80 km Strecke in der alten Spurbreite 1000mm gelegt worden, die günstigste Erschließungskosten durch kleineren Kurvenradius und damit weniger Landankauf und nicht so aufwendigen Bahndammbau versprach. Profitiert von der Kleinbahn hat in erster Linie die Landwirtschaft, kam doch jetzt der Kunstdünger kostengünstig ins Land Minden und landwirtschaftliche Produkte zu den Endverbrauchern. Zudem hatte die Mindener Kreisbahn Anschluss an die wichtigsten Staatsbahnstrecken in Minden, Lübbecke und Uchte und konnte über diese Verknüpfung weitere Kunden erreichen.
Ab 1914 versuchte die Mindener Kreisbahn mit dem Erwerb und Bau mehrerer Hafenbahnen die Verknüpfung zwischen Schiene und Schiff zu erreichen. Die ansässige Industrie schloss sich mit Schienenanschlüssen an die MKB an, und gewann so den Anschluss an die Staatsbahn und damit an deutschlandweiten Verkehr.
Die Meterspur erwies sich schnell als Hindernis. Durch die Umladung in Wagen mit regelspurigen Gleis verlor der Transport der Güter Zeit. Daher wurde das Netz der MKB ab 1924 bis 1957 etappenweise auf die Normalspur umgestellt.
Doch gleichzeitig nahm der Individualverkehr in Deutschland zu. Zunächst wurden einzelne Linien der Mindener Kreisbahn durch Busse ersetzt, 1974 endete dann der Personenverkehr auf der Schiene ganz. An vielen Orten wurden die Gleise entfernt und die Trassen für den Bau von Radwegen verwendet. Teile der ehemaligen Strecke Minden-Uchte nutzt im Bereich von Petershagen zum Beispiel der bekannte Weserradweg sowie die Mühlenroute.
Im Gegensatz zu anderen Kleinbahnen, besteht die Mindener Kreisbahn jedoch weiterhin. Als Standbein diente in erster Linie der Omnibusverkehr, deren erste Linie 1948 nach Rinteln startete. 2002 summierte sich Länge die Buslinien auf rund 600 km. Und auf den restlichen Schienen (2002: 48 km) der MKB wurde teilweise noch ein schienengebundener Güterverkehr durchgeführt.
Seit 1997 war es durch die Bahnreform für die MKB möglich, bundesweit schienengebundenen Güterverkehr auf den Strecken der Deutschen Bahn durchzuführen.
Ab 2007 wird es der MBK möglich, den personengebundenen Schienenverkehr durch den Gewinn der Streckenausschreibung auf dem „Teutoburger Wald Netz“ durch Gründung der Westfalenbahn GmbH mit drei Partnern wieder aufzunehmen.
In ihrer Geschichte hatte die Mindener Kreisbahn über 402 Schienenfahrzeuge, 30 Dampflokomotiven, 10 Triebwagen, 16 Dieselloks, 52 Personen- und Packwagen, 138 schmalspurige Güterwagen, 96 Rollböcke und 60 normalspurige Güterwagen.
1977 beginnt die Geschichte der Museumseisenbahn Minden (MEM). Ein Verein wird gegründet und der erste Museumszug auf die Strecke geschickt. Die Museumsfahrzeuge finden eine erste Unterkunft in der Wagenhalle im alten Bahnbetriebswerk der Mindener Kreisbahn (MKB) am Bahnhof Unterstadt. Im gleichen Jahr kommen die ersten eigenen MEM Loks: MEM-Dampflok "Mevissen 4" und die pr. T 13 "STETTIN 7906" (ex. 92 638)wird von der VEB Erfurter Industriebahn übernommen. Gleichzeitig werden auch im ersten Jahr in den Werkstätten Lokomotiven für befreundete Museumseisenbahnen gewartet und repariert.
Gefahren wird auf den Strecken der MKB und der Wittlager Kleinbahn.
Danach werden die Strecken der MKB Stück für Stück durch die MEM übernommen. Der Verein verlagert den Vereinsitz zum Bahnhof Oberstadt, wo ein umfangreiches Bahnbetriebswerk mit Werkstätten ect. pp. aufgebaut werden. Der alte Bahnhof Minden Stadt wird aufgegeben und verkauft.
Die MEM kann den Rückbau der Strecken nicht verhindern. Aus dem rund 80 km langen Kleinbahnnetz wird ein rund 40 km langes Netz, das in wesentlichen aus den Stammstrecken nach Kleinenbremen und nach Hille besteht.
Minden | Kreis Minden-Lübbecke | Bahngesellschaft | Museumsbahn
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