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Der Kreis Minden-Lübbecke liegt im äußersten Nordosten des Landes Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Detmold (Ostwestfalen-Lippe). Kreisstadt ist Minden. Der Kreis wird oft auch als Mühlenkreis bezeichnet.
Lage
Der Kreis Minden-Lübbecke ragt weit in
niedersächsisches Gebiet hinein und grenzt hier an die Landkreise
Diepholz(Grenzlänge 36 Km) und
Nienburg/Weser (Grenzlänge 61 Km) im Norden und
Schaumburg (Grenlänge 42 Km) im Osten. Im Süden schließen sich die nordrhein-westfälischen Kreise
Lippe und
Herford (Grenzlänge zusammen 45 Km) an, im Westen der niedersächsische
Landkreis Osnabrück (Grenzlänge: 31 Km).
Kreisgliederung
Der Kreis Minden-Lübbecke setzt sich aus elf Kommunen zusammen, davon sind acht
Städte. Bad Oeynhausen, Espelkamp, Lübbecke, Petershagen und Porta Westfalica werden als
Mittlere kreisangehörige Städte, Minden als
Große kreisangehörige Stadt eingestuft.
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Folgend die Kommunen des Kreises in alphabetischer Reihenfolge (mit Einwohnerzahl):
- Bad Oeynhausen, Stadt (49.341)
- Espelkamp, Stadt (26.228)
- Hille, Gemeinde (16.574)
- Hüllhorst, Gemeinde (13.636)
- Lübbecke, Stadt (26.274)
- Minden, Stadt (83.081)
- Petershagen, Stadt (26.937)
- Porta Westfalica, Stadt (36.118)
- Preußisch Oldendorf, Stadt (13.417)
- Rahden, Stadt (16.028)
- Stemwede, Gemeinde (14.522)
Stand: 30. Juni 2005
Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen.
Geographie
Der Kreis hat mit
Mindener Land und
Lübbecker Land Anteil an der
Norddeutschen Tiefebene, die Höhenzüge von
Wiehengebirge und
Wesergebirge gehören zur deutschen
Mittelgebirgsschwelle, ebenso der auf Kreisgebiet liegende Teil des
Ravensberger Hügellandes.
Im Osten des Kreises verläuft von Süden nach Norden die
Weser, von deren Lauf 59 Km im Kreisgebiet liegt, bzw. teilweise die Kreisgrenze bildet.
Der
Mittellandkanal durchquert den Kreis relativ mittig von
Westen nach
Osten auf einer Länge von 39 Km.
Im Westen ragt das Kreisgebiet bis auf 350 m Entfernung an das Ufer der
Hunte heran.
Kreis Minden-Lübbecke-Großlandschaften.jpg | Falk Oberdorf Flächennutzung Minden-Lübbecke.jpg
Die einzelnen Landschaften:
- Mindener Land und Lübbecker Land sind die Tieflandbereiche des Kreises, nehmen dessen Norden und Mitte ein und machen zusammen über 4/5 der Kreisfläche aus. Die Unterscheidung geht auf die alte Zweiteilung des Kreisgebietes zurück und spielt naturräumlich keine Rolle. Das Land ist besteht im Norden aus Geest mit Sandern und Mooren, es ist hier eher unfruchtbar, der Anteil an Grünland hoch. Weite Bereiche sind aufgeforstet. (Staatsforst Minden, Espelkamp, Levern). Der Grünlandanteil nimmt zudem im nördlichen Kreisgebiet von Osten nach Westen stetig zu. Westlich von Espelkamp liegt der Große Auesee. Südlich des Mittellandkanals verläuft zur Weser hin ein ca. 3-4 Km breites Urstromtal. Zahlreiche Findlinge, darunter der größte Norddeutschlands in Tonnenheide, sind Zeugen der vorletzten Eiszeit. Die Eisgrenze verlief in etwa auf Höhe des Kanals. Das Urstromtal ist überwiegend Grünland (Mindener Wiesen), tlw. auch nicht genutztes Unland (Moor). Ein anderes Bild bietet der sich nördlich unmittelbar an die Gebirge anschließende Landstreifen, hier wurde während der Eiszeit Löß abgelagert. Es findet sich heute bester Boden, der intensiv ackerbaulich genutzt wird.
Kreis Kinden-Lübbecke-Bodennutzung.jpg
- Die Mittelgebirge bedecken mit ca. 72 km² etwa 1/12 der Kreisfläche. Wiehengebirge und Wesergebirge durchziehen das südliche Kreisgebiet in Ost-West-Richtung, die Stemmer Berge liegen isoliert im Nordwesten. Das Wiehengebirge ist heute beinahe durchweg bewaldet. Dies geht auf die Aufforstung in Preußen Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Zuvor wurde das Wiehengebirge bis zum Gebirgskamm hin weidewirtschaftlich genutzt.
- Der Kreisanteil am Ravensberger Hügelland umfasst mit ca. 142 km² 1/6 der Fläche. Auch hier gibt es seit der Eiszeit Lößauflage mit entsprechender Bodenfruchtbarkeit und intensiver Landnutzung.
Wiehengebirge Bergwald Falk Oberdorf.jpg Der Waldanteil im Kreis ist mit 10,9% der Fläche vergleichsweise gering (Deutschland 30%, NRW 24,7%), dennoch kann man von Pr. Oldendorf bis Minden auf dem Kammweg des Wiehengebirges wandern, ohne den Wald zu verlassen. Auch die Stadt Espelkamp gilt als Stadt im Wald. Die Berwälder von Wiehengebirge (4.290 ha) und Wesergebirge (980 ha) sind die größten geschlossenen Waldgebiete, nennenswert sind außerdem das der Stemmer Berge (750 ha), das Heisterholz (Staatsforst Minden, 850 ha), die Pohlsche Heide (690 ha) und der Lever Wald (610 ha). Aufgeschlüsselt nach Kommunen liegt der Waldanteil zwischen knapp 20% der Fläche des Stadtgebietes Lübbeckes und kaum 3% in der Stadt Rahden.
Im Osten grenzt der Kreis unmittelbar an den rund 40 qKm großen Schaumburger Wald.
Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LNF) liegt mit 58,8 v.H. deutlich über dem Landesdurchschnitt (44,1 v.H.) und ist auch der höchste Wert aller Landkreise des Regierungsbezirkes Detmold (Durchschnitt OWL: 51,8 v.H.). Auf kommunaler Ebene schwankt dieser Wert zwischen den beiden Extrema Bad Oeynhausen (29,5 v.H.) und der Stadt Rahden (82,1 v.H.). Letztere Kommune weist damit den größten Anteil LNF in Ostwestfalen-Lippe überhaupt auf.
Mit 2,6 v.H. hat der Kreis einen vergleichsweise hohen Anteil an Gewässerflächen, der signifikant höher liegt als im Landesdurchschnitt (1,8 v.H.).
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Der Kreis hat mitteleuropäisch-ozeanisches Klima mit warmen Sommern und milden Wintern. Niederschläge fallen zu allen Jahreszeiten. Schneereiche, lange Winter treten nur sporadisch alle paar Jahre auf (z.B. 1979, 1982, 1983).
Das Wiehen- und Wesergebirge bilden eine lokale Wasserscheide. Südlich des Gebirgskammes fließen die Bäche nach Süden zur Werre, nördlich dessen zur Großen Aue oder direkt in die Weser. Der westlichste Teil der Gemeinde Stemwede und der Stadt Pr. Oldendorf entwässern in die Hunte. Die gesamte Fläche entwässert über verschiedene Nebenflüsse (Große Aue, Bastau, Werre) letztlich in die Weser.
Die höchsten Berge des Kreises sind der 320 m hohe Heidbrink und der 319 m hohe Wurzelbrink im Wiehengebirge.
Bevölkerung
Der Kreis liegt mit 280 Einw/km² etwas über dem Bundesdurchschnitt. Die Bevölkerung ist aber im Kreisgebiet unterschiedlich verteilt. Die Bevölkerungsdichte nimmt relativ stetig von Süden nach Norden und von Osten nach Westen kontinuierlich ab. Folglich ist die Gemeinde Stemwede im Nordwesten des Kreises mit 88 Einw./km² die am dünnsten besiedelte Kommune. Andererseits leben in den drei Kommunen Minden, Porta Westfalica und Bad Oeynhausen mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
Zu den dicht besiedelten Regionen gehören durchweg die Bereiche des Ravensberger Hügellandes und der nördliche Fuß von Weser- und Wiehengebirge; hier reiht sich Ortschaft an Ortschaft. Diese Gebiete verfügen über fruchtbaren Lößboden und wurden bereits früh kultiviert.
Besonders dünn besiedelt sind die nördlichen Teile des Kreises sowie ein Streifen südlich des
Mittellandkanals. Diese Gebiete sind relativ unfruchtbare Geest und Moore.
Die
Mittelgebirge selbst sind dicht bewaldet und nahezu unbewohnt. Eine Ausnahme bildet hier nur das
Eggetal ganz im Westen des Wiehengebirges.
Kreis Minden-Lübbecke-Falk Oberdorf1.jpg
Politik
Der
Kreistag setzt sich seit der
Kommunalwahl am
26. September 2004 wie folgt zusammen:
Landrat (seit 1999): Wilhelm Krömer (CDU)
Geschichte
Minden.Lübbecke-Diagramm1.jpg
Der Kreis wurde durch Landesgesetz vom 24. Oktober 1972 mit Wirkung vom 1. Januar
1973 aus den Altkreisen
Minden und
Lübbecke unter Abgabe der Gemeinde Uffeln an die Stadt
Vlotho im Kreis Herford gebildet. Historisch besteht er in großen Teilen aus dem ehemaligen
Hochstift bzw.
Fürstentum Minden, kleinere Gebiete gehörten zur
Grafschaft Ravensberg.
Bisherige Landräte des Kreises:
- 1973 - ????: Hermann Struckmeier (CDU)
- ???? - 1999: Heinrich Dietmar Borcherding (SPD)
- seit 1999: Wilhelm Krömer (CDU)
Oberkreisdirektoren 1973 bis 1998:
- 1973 - 1974: Horst Rosenbusch
- 1974 - 1993: Dr. Rolf Momburg
- 1994 - 1998: Dr. Alfred Giere
Verkehr
Durch das Kreisgebiet verlaufen die
Bundesautobahnen
2 und
30 sowie die wichtige und stark genutzte Verbindung nach Bremen über die
Bundesstraßen
482 und
61. Die
Bundesstraße 65 durchquert das Kreisgebiet in Ost-West-Richtung und verbindet Minden mit
Lübbecke. Dort kreuzt sie die
B 239, eine Nord-Süd-Verbindung von
Diepholz über
Herford und
Detmold bis nach
Bad Meinberg. Von überregionaler Bedeutung ist daneben die Straße (L 770) von
Espelkamp über
Petershagen nach
Wiedensahl.
Hinzu kommen verschiedene Eisenbahnstrecken, unter anderem die Hauptstrecke von Hannover ins Ruhrgebiet nach Süden, nach Münster/Osnabrück im Westen und die Strecken von Bielefeld über Lübbecke nach Rahden (Eurobahn, früher weiterer Verlauf über Sulingen nach Bremen, Reaktivierung im Gespräch) sowie die Weser-Aller-Bahn von Minden über Petershagen und Verden (Aller) nach Rotenburg (Wümme).
Für die Binnenschifffahrt besitzt insbesondere der Mittellandkanal Bedeutung, der in Minden die ebenfalls schiffbare Weser im Wasserstraßenkreuz Minden kreuzt. Hier besteht über die Schachtschleuse eine Verbindung.
In Porta Westfalica-Vennebeck befindet sich ein Regionalflughafen.
Wirtschaft
Ein großer Anteil des Kreisgebietes wird landwirtschaftlich genutzt. In Minden befindet sich Nahrungsmittel- und Chemieindustrie. Es gibt Niederlassungen von Melitta und BASF. In Bad Oeynhausen liegt der Schwerpunkt auf medizinischen Einrichtungen.
Öffentliche Einrichtungen
Minden, Lübbecke und Rahden sind Standorte der
Kliniken im Mühlenkreis mit insgesamt rund 1.700 Betten. Ein weiteres kommunales Krankenhaus befindet sich in Bad Oeynhausen. Hier befinden sich daneben das
Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen und mehrere Kliniken in privater Trägerschaft.
Besondere Schuleinrichtungen:
- Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg mit Schulstandorten in Minden und Bad Oeynhausen
- Leo-Sympher-Berufskolleg
Naturschutzgebiete
Im Kreis Minden-Lübbecke gibt es über 60 Naturschutzgebiete. Insgesamt sind rd. 7.100 ha unter Naturschutz gestellt. Die größten Gebiete sind:
- Bastauwiesen mit 1778 ha
- Weseraue mit 774 ha
- Mindener Wald mit 515 ha
- Großes Torfmoor mit 511 ha
- Heisterholz mit 402 ha
- Staustufe Schlüsselburg mit 268 ha
- Am Oppenweher Moor mit 255 ha
- Oppenweher Moor mit 215 ha
Sonstiges
Der Kreis ist mit zwei Vereinen in der
Handballbundesliga vertreten:
Weblinks
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