Die ostwestfälische Stadt Minden ist eine große kreisangehörige Stadt mit rund 80.000 Einwohnern und liegt an der Weser. Sie ist Sitz des Kreises Minden-Lübbecke im Regierungsbezirk Detmold in Nordrhein-Westfalenund liegt 40 km nordöstlich von Bielefeld und 55 km westlich von Hannover. Die Stadt Minden bildet das Zentrum des Mindener Landes und gehört zur Region Ostwestfalen.
Geografie
Geografische Lage
Minden liegt etwa 6 km nördlich des Durchbruch der
Weser durch die
Westfälische Pforte (lat. Porta Westfalica) in der
Norddeutschen Tiefebene. Hier verlässt die Weser das
Weserbergland und verzweigte sich nach dieser Engstelle in mehrere Arme und ermöglichte so das Passieren in einem natürlichen Flussübergang. Daher kreuzten sich an diesem Weserübergang Wege von Norden nach Süden und Wege von Westen nach Osten und gaben so eine gute Grundlage für eine Stadtgründung.
Die Stadt liegt an der Geländestufe des westlichen Hochufers der Weser, die auch die Grenze der beiden Naturräume Mittleres Wesertal und Lübbecker Lößland markiert. Diese Stufe zieht sich quer durch das Stadtgebiet und teilt nicht nur die Stadt in die Ober- und Unterstadt sondern auch die beiden Naturräume. Den Umstand der Geländestufe nutzten die Kirchenplaner und stellten die neuen Kirchen Marienkirche und Martinikirche auf die Oberkante, ihre markanten Türme wirken weit ins Land und geben der Stadtansicht ihr markantes Profil.
Im Stadtgebiet mündet der Kleinfluss die Bastau von Westen kommend in die Weser, er war in preußischen Zeiten teil des Festungskonzepts.
Minden grenzt mit seinen Stadtteilen Minden-Meißen, Minden-Päpinghausen und Minden-Dankersen an die Stadt Bückeburg im niedersächsischen Landkreis Schaumburg.
Stadtgliederung
Nach § 1 der Hauptsatzung wird das Stadtgebiet von Minden in folgende 19 Stadtbezirke eingeteilt:
Geschichte
Von den Anfängen bis zum Mittelalter
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Minden ist vermutlich schon seit dem 3. Jahrhundert besiedelt. Darauf lassen Siedlungsfunde an mehreren Stellen des gegenwärtigen Stadtgebietes schließen. Erstmalig urkundlich erwähnt wird Minden im Jahre 798, als Karl der Große eine Reichsversammlung in "Minda" abhält. Dieses Ereignis wird in einer fränkischen Chronik, den so genannten Reichsannalen erwähnt.
Im Jahr 977 wurde der Stadt das Marktrecht, Münzrecht, und Zollrecht verliehen.
Am 1. Februar 1168 heiratet Heinrich der Löwe - nach Scheidung von seiner ersten Frau - die erst zwölfjährige Tochter Mathilde des englischen Königs Heinrich II., Schwester von Richard Löwenherz. Die Trauung findet im Mindener Dom statt.
Um 1230 beginnen die Mindener Bürger und ihr Rat vom Landesherren, dem Bischof, unabhängig, mit dem Handel.
1279 übernahm Lübbecke bei seiner Stadterhebung das Mindener Stadtrecht.
Im Mittelalter war Minden Mitglied der Hanse.
Zur Zeit der Hexenverfolgungen fanden in den Jahren 1603–1684 Hexenprozesse gegen insgesamt 128 Personen statt. Wie in Minden begannen Massenprozesse vielerorts -ausschließlich mit Verfahren gegen Frauen. (s.Literatur)
Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam Minden in den Besitz Brandenburg-Preußens und blieb dort bis zur Auflösung Preußens 1946. 1719–1807 war die Stadt Verwaltungssitz des Territoriums Minden-Ravensberg und 1816–1947 Sitz einer Bezirksregierung. Im Verlaufe des Siebenjährigen Krieges kam es am 1. August 1759 zur Schlacht bei Minden, die seitdem von den britischen Soldaten alljährlich geehrt wird (Kranzniederlegung).
19. Jahrhundert
In der Amtszeit des ersten Mindener Landrates von Arnim (1816–1820) wurde die Mindener Festung unter Oberaufsicht der Regierung wiederaufgebaut. Der insofern verhängnisvolle Wiederaufbau der Festung hemmte die industrielle Entwicklung. Diese wirtschaftliche Entwicklung ging fast vollständig an Minden vorbei. Die Stadt und damit auch ihr Geist blieben in ihren Festungsmauern eingeschnürt. Zum damaligen Zeitpunkt wesentlich kleinere Städte - wie z.B. Bielefeld und Dortmund - legten den Grundstein zu wirtschaftlicher Blüte. Minden hatte seine Beamten und Soldaten und war stolz darauf.
Die preußische Zeit war sehr prägend für Minden, nicht zuletzt in der Stadtanlage und -bild: Die Stadt war bis 1873 preußische
Festung, und viele städtische Traditionen begründen sich auf diese, z.B. das sog.
Freischießen.
Am 15. Oktober 1847 wurde die Cöln-Mindener Eisenbahn eröffnet. Das umliegende Kreisgebiet erschlossen ab Ende des 19. Jahrhunderts die Mindener Kreisbahnen auf einem Meterspurnetz.
20. Jahrhundert
DomMinden.jpg in Minden]]
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Während des
zweiten Weltkriegs wurden im
Weser- und
Wiehengebirge bei Minden unterirdische Fabriken, genannt
U-Verlagerungen, errichtet, in denen
Zwangsarbeiter aus dem
KZ Neuengamme Waffen und andere kriegswichtige Güter herstellen mussten. Nach dem Krieg wurden die Maschinen in diesen Fabriken von den Amerikanern demontiert und die Zugänge verschlossen.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt Minden schwere Zerstörungen durch Bombardierungen. Auch ein städtisches Wahrzeichen, das Wasserstraßenkreuz des Mittellandkanals über die Weser, wurde am 4. April 1945 von deutschen Truppen gesprengt, die vor den Alliierten zurückwichen. Dadurch lief der Mittellandkanal teilweise leer und die Weser wurde zurückgestaut. Beide Wasserwege waren dadurch für längere Zeit nicht nutzbar.
Nach dem zweiten Weltkrieg verlor der Mindener Raum und hier insbesondere die Stadt Minden endgültig ihren Status als überregionaler Verwaltungsschwerpunkt. Der Sitz der Bezirksregierung wurde nach Detmold verlegt (Preis für den Anschluss von Lippe an NRW). Bereits vorher waren es die Oberpostdirektion, die Oberfinanzdirektion und die Industrie- und Handelskammer, die verlagert wurden. Später war es die Vereinigung des Arbeitsamtes Minden mit dem Arbeitsamt Herford.
In den 1970er Jahren wurden in Minden die erste Stadtsanierung in der Altstadt durchgeführt. Dabei wurde der Bereich um das Wesertor neu geordnet und ältere Häuser durch neue Bauten ersetzt - vor allem durch die Warenhäuser C&A und Karstadt. Auch der Öffentliche Nahverkehr wurde neu geordnet. Der Zentrale Omnibushaltestelle wurde aus der Innenstadt an den südlichen Rand verlegt und auf dem erhaltenen Platz ein Neubau des Rathauses angelegt. Dabei wurde die Sichtachse aus dem Laubengang des Rathauses auf den Westwerk des Doms durch den Neubau gestört.
Durch diese Neuordnung wurde auch ein Teil der alten Fachwerkhäuser in Minden abgerissen, was später oft als Fehler dieser Stadtsanierung bezeichnet wurde.
Am 18. Mai 2006 hat sich der Rat der Stadt Minden mit großer Mehrheit (43 Stimmen) entschieden, konkrete Planungen zur Errichtung eines Einkaufszentrums an der Stelle des 1978 errichteten Rathauses und der angrenzenden Flächen zwischen großem und kleinem Domhof und Scharn aufzunehmen.
Als Investor wurde die Multi Development Deutschland GmbH ausgewählt, die Hamburger ECE GmbH und die Düsseldorfer mfi waren in der geheimen Abstimmung unterlegen.
Sollte das Einkaufszentrum mit einer Einzelhandelsfläche von etwa 17.000 m² an dieser Stelle realisiert werden, müsste das neue Rathaus aus dem Jahr 1978 abgerissen und der Sitz von Stadtverwaltung und Rat der Stadt Minden an einen anderen Standort in der Innenstadt verlegt werden. Durch den Abriss des neuen Rathauses soll auch die historische Sichtachse von der Rathauslaube auf das Westportal des Mindener Doms wieder freigelegt werden.
Die Planungen sind in der Bürgerschaft als auch unter den ansässigen Geschäftsleuten der Innenstadt stark umstritten.
Eingemeindungen
- 1. Januar 1973: Aminghausen, Bölhorst, Dankersen, Dützen, Haddenhausen, Hahlen, Häverstädt, Kutenhausen, Leteln, Meißen, Päpinghausen, Stemmer, Todtenhausen und Teile von Barkhausen, Hartum, Holzhausen und Neesen.
Einwohnerentwicklung
Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit wuchs die Einwohnerzahl von Minden nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1816 erst 6.500 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 25.000. Bis 1965 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000.
Durch die Eingemeindung zahlreicher Orte am 1. Januar 1973 stieg die Bevölkerungszahl von 55.000 im Jahre 1972 auf 80.000 im Jahre 1973. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Minden nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 83.081 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
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| | Jahr
| Einwohner
|
| 1816 | 6.574
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| 1. Dezember 1831 ¹ | 7.785
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| 1. Dezember 1840 ¹ | 9.288
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| 3. Dezember 1855 ¹ | 14.298
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| 3. Dezember 1858 ¹ | 14.514
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| 3. Dezember 1861 ¹ | 15.400
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| 3. Dezember 1864 ¹ | 17.527
|
| 3. Dezember 1867 ¹ | 16.800
|
| 1. Dezember 1871 ¹ | 16.593
|
| 1. Dezember 1875 ¹ | 17.100
|
| 1. Dezember 1880 ¹ | 17.900
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| 1. Dezember 1885 ¹ | 18.592
|
| 1. Dezember 1890 ¹ | 20.223
|
| | Jahr
| Einwohner
|
| 2. Dezember 1895 ¹ | 22.289
|
| 1. Dezember 1900 ¹ | 24.315
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| 1. Dezember 1905 ¹ | 25.425
|
| 1. Dezember 1910 ¹ | 26.454
|
| 1. Dezember 1916 ¹ | 23.075
|
| 5. Dezember 1917 ¹ | 20.789
|
| 8. Oktober 1919 ¹ | 25.986
|
| 16. Juni 1925 ¹ | 27.034
|
| 16. Juni 1933 ¹ | 28.764
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| 17. Mai 1939 ¹ | 30.544
|
| 31. Dezember 1945 | 31.692
|
| 29. Oktober 1946 ¹ | 34.293
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| 13. September 1950 ¹ | 41.527
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| | Jahr
| Einwohner
|
| 25. September 1956 ¹ | 45.725
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| 6. Juni 1961 ¹ | 48.705
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| 31. Dezember 1965 | 50.845
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| 27. Mai 1970 ¹ | 48.912
|
| 31. Dezember 1975 | 78.887
|
| 31. Dezember 1980 | 77.713
|
| 31. Dezember 1985 | 75.511
|
| 25. Mai 1987 ¹ | 75.031
|
| 31. Dezember 1990 | 78.145
|
| 31. Dezember 1995 | 82.971
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| 31. Dezember 2000 | 83.079
|
| 30. Juni 2005 | 83.081
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¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Stadtrat
Sitzverteilung der Fraktionen im Stadtrat.
(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)
Die Parteien/Wählergruppen SPD, Mindener Initiative und Grüne haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen und bestimmen mit ihrer Mehrheit von 31 Stimmen die Politik im Rat der Stadt Minden.
Bürgermeister der Stadt Minden
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Stadtdirektoren der Stadt Minden (1946–1999)
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Stellvertretende Bürgermeister der Stadt Minden seit 2004
- 1. Stellvertretender Bürgermeister Harald Steinmetz (MI)
- 2. Stellvertretende Bürgermeisterin Adelheid Traue (CDU)
- 3. Stellvertretende Bürgermeisterin Waltraud Winter (SPD)
Verwaltungsvorstand der Stadtverwaltung Minden
- Bürgermeister Michael Buhre (SPD)
- 1. Beigeordneter Peter Kienzle (CDU)
- Beigeordnete und Stadtkämmerin Dr. Gabriele Buchholz (CDU)
Ausschüsse im Rat der Stadt Minden
- Hauptausschuss (Vorsitzender: Bürgermeister Michael Buhre, SPD)
- Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr (Vorsitzender: Heinz-Dieter Böttger, SPD)
- Ausschuss für Bildungsarbeit (Vorsitzende: Adelheid Traue, CDU)
- Ausschuss für Bürgerdienste, Sicherheit und Feuerschutz (Vorsitzender: Hugo Spiekermann, CDU)
- Sozialausschuss (Vorsitzender: Bernd Müller, SPD)
- Jugendhilfeausschuss (Vorsitzende: Elke Kehrer, SPD)
- Rechnungsprüfungsausschuss (Vorsitzender: Günther Gäbler, SPD)
- Ausschuss für Kultur und Freizeit (Vorsitzende: Monika Meinert, CDU)
- Sportausschuss (Vorsitzender: Bernd Volz, SPD)
- Ausschuss für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten (Vorsitzende: Ulrieke Schulze, SPD)
- Wahlausschuss (Vorsitzender: Bürgermeister Michael Buhre, SPD)
- Wahlprüfungsausschuss (Vorsitzende: Waltraud Winter, SPD)
Wappen
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Das Wappenschild der Stadt Minden ist in zwei gleichwertige Bereiche gespalten. Die Seite vorne zeigt einen schwarzen doppelköpfigen Adler mit roten Zungen mit einer Kaiserkrone vor goldenem Hintergrund. Die hintere Seite zeigt vor rotem Hintergrund zwei silberne gekreuzte Schlüssel mit abgewandten Bärten.
Dieses Stadtwappen ist seit 1853 offizielles Wappen der Stadt und setzt sich aus den schon länger in Gebrauch befindlichen zwei Wappen zusammen. Der doppelköpfige Reichsadler ist dabei der Stadt nach dem dreißigjährigen Krieg vom Kaiser als Zeichen des besonderen Schutzes verliehen worden, als die Stadt unter großen Opfern die kaiserlichen Truppen aufgenommen und versorgt hatte.
Stadtfarben
Die Stadtfarben der Stadt Minden sind weiß und rot.
Städtepartnerschaften
Die Stadt Minden ist im Jahr 1968 dem so genannten "Wilmersdorfer Kreis" beigetreten und unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
Weiterhin unterhält Minden eine Patenschaft mit folgender Stadt:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
In Minden befindet sich ein städtisches Theater und das überregional bekannte
Preußen-Museum. Darüber hinaus finden verschiedene Veranstaltungen in Kultureinrichtungen in privater Trägerschaft statt. (BÜZ, Theater am Weingarten).
"Europäische Autorenvereinigung Die Kogge e.V."
Nach dem 2. Weltkrieg erkor sich die Vereinigung europäischer Dichter und Schriftsteller, Die Kogge, Minden als Hauptsitz. Höhepunkt ist die jährliche Zusammenkunft in Minden und die Verleihung des Literaturpreises der Stadt Minden auf Vorschlag der Kogge.
Kabarett
Minden ist Gründungsort und Sitz des bundesweit bekannten
Amateur-
Kabaretts
Mindener Stichlinge. Es wurde
1966 gegründet und ist somit das älteste aktive Amateur-Kabarett Deutschlands. Im März
2006 veranstaltet das
KulturBüro Ostwestfalen-Lippe eine Jubiläumswoche mit Gästen wie
Erwin Grosche,
Hagen Rether,
Matthias Deutschmann und
Georg Schramm.
Seit 1994 vergibt die Stadt Minden alle zwei Jahre den nationalen Kabarett-Förderpreis Mindener Stichling für literarisch-politisches Kabarett. Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert und wird von der Firma Melitta sowie der Sparkasse Minden-Lübbecke gesponsert.
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Museen
- Preussen-Museum Nordrhein-Westfalen
- Mindener Museum für Landes- und Volkskunde mit Kaffee-Museum
- Puppen-Museum
- Kommunalarchiv Minden
- Museums-Eisenbahn Minden e.V.
- Informationszentrum am Wasserstraßenkreuz Minden
Musikschule Minden
Die Musikschule Minden genießt in der gesamten Region einen hervorragenden Ruf, wenngleich es im Zusammenhang mit der Privatisierung zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Stadtverwaltung kam.
Bauwerke
MindenFischerstadt.jpg | MI_-_Proviant_Magazin.jpg | Weserspucker.jpg von Minden: Der Weserspucker in der Bäckerstraße]]
Minden besitzt neben einer sehenswerten Altstadt mit dem Dom St. Gorgonius weitere interessante Baudenkmäler, die seine Geschichte als ehemalige preußische Festung heute noch lebendig werden lassen. Sehenswert sind vor allem die historische Altstadt (Museumszeile, "Windloch", Alte Münze, St. Petri und St. Simeonis), der Martinikirchhof (St. Martini, Altes Zeughaus, Schwedenschänke), die am Weserufer gelegene Fischerstadt mit Teilen der alten Stadtbefestigung und das nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg weitgehend neu errichtete Alte Rathaus mit einem Laubengang aus dem 13. Jahrhundert. Daneben befinden sich in Minden bedeutende Bauwerke im Stil der Weserrenaissance, wie das Gebäude der Regierung des alten Regierungsbezirks Minden und das Haus Hill in der Bäckerstraße. In Minden befindet sich außerdem das zweitgrößte Wasserstraßenkreuz Deutschlands. Hier wird der Mittellandkanal über die Weser geführt.
Parks
In zentraler Lage befindet sich der Botanische Garten, der auf dem
Areal des Alten Friedhofs angelegt wurde. Minden verfügt ferner mit dem Nordfriedhof, der am nördlichen Stadtrand direkt am Weserufer liegt, über einen der schönsten Friedhöfe der Region.
Das ehemalige
Glacis der
Festung Minden umschließt seit dem Schleifen der
Festungswerke ab dem Jahr 1873 mit seinem wertvollen Baumbestand als "grüne Lunge" den Stadtkern.
Sport
- Minden-Marathon, ein seit 2001 von der ROSE Systemtechnik organisierter, international anerkannter Marathon (Rose-Marathon)
- Eintracht Minden - Leichtathletik
- GWD Minden (Handball-Bundesligist)
- Minden Millers - Minden Maniacs (Baseball und Softball in Minden)
- Mindener Ruderverein - MRV (Ruderverein Mindens seit 1905)
- Bessel-Ruder-Club Minden - BRC (Ruderverein in Minden)
- Mindener Tennisklub (ältester Tennisverein in Minden gegr. 1912)
- Kanu Klub Minden e.V. (Kanu-Verein seit 1927)
- KSG Minden e.V. Kanu-Verein, Veranstalter des Mindener Weserdrachencups.
- MTV 1860 Minden e.V., ältester und größter Mindener Sportverein mit Turnen, Fechten, Handball, Kanurennsport, Judo, Schwimmen, Badminton, Volleyball, Breitensport
Regelmäßige Veranstaltungen
Candide Preis
Der
Literarische Verein Minden verleiht seit 2004 jährlich den
Candide Preis, der aus dem
Mindener Stadtschreiber-Stipendium hervorging.
Mindener Messe
Jährlich findet Anfang Mai und Anfang November auf dem Festplatz "Kanzlers Weide" am rechten Weserufer die Mindener Messe mit zahlreichen Fahrgeschäften und einem Höhenfeuerwerk statt.
Mindener Freischießen
Alle zwei Jahre findet in Minden das
Mindener Freischießen statt. Im Jahr 2006 findet es seit 324 Jahren statt.
Blaues Band der Weser
Alle zwei Jahre findet auf der Weser die Wassersportgroßveranstaltung "
Blaues Band der Weser" statt. Das regelmäßige Treffen der Boots- und Wassersportler wird durch die im "Ring der Wassersportvereine um die Porta Westfalica e.V." zusammengeschlossenen Vereine organisiert. Die Veranstaltung mit ihren Regatten der verschiedenen Wassersportarten und dem großen Volksfest, lockt regelmäßig mehrere tausend Menschen in die Stadt Minden. Der Höhepunkt der Veranstaltung ist ein großes Höhenfeuerwerk und die nächtliche Bootsparade auf der Weser.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Straße
Die Stadt liegt unweit der
Autobahnen
A 2 und
A 30 und wird von der
Bundesstraße 65 und der
Bundesstraße 61 durchkreuzt. Südlich der Stadt Minden führt die autobahnähnlich ausgebaute Straße durch den
Weserauentunnel nach
Porta Westfalica und weiter nach
Bad Oeynhausen. Östlich des Stadtgebietes verläuft die
Bundesstraße 482 vom Anschluss der A 2 in Richtung
Nienburg/Weser. Um den Stadtkern herum laufen zwei Halbringe, von denen der innere die
Bundesstraße 61 um die Stadt herumführt.
Öffentlicher Personenverkehr
Minden Bahnhof.jpg
Minden liegt an den
Bahnstrecken Ruhrgebiet-Berlin, Amsterdam-Berlin und Minden-Nienburg. Der Bahnhof ist Haltepunkt des Fern- und Nahverkehrs (
ICE-,
IC- RE-Züge und
Regionalbahnen).
Regionallinien:
RE6 Düsseldorf–
Bielefeld - Minden (
Westfalen Express), RE60/70/78
Bielefeld /
Rheine–
Osnabrück–
Hannover–
Braunschweig und RB76 Minden -
Verden (-
Bremen) -
Rotenburg (
Weser-Aller-Bahn). Seit 2000 ist Minden außerdem Endhaltepunkt der
S-Bahnlinie S1 nach Hannover.
Innerstädtisch fahren Busse, bis 1959 existierte eine Straßenbahn (siehe auch: Mindener Straßenbahn). Der Stadtbus Minden wird im Rendezvous-System betrieben, die Busse treffen sich alle 30 Minuten gleichzeitig am ZOB. Es gibt 13 Linienäste. Regional- und Stadtbusse sind eng miteinander verknüpft (Linien u. a. nach Bad Oeynhausen, Lübbecke, Espelkamp, Petershagen).
Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund OstWestfalenLippe (Tarif: Der Sechser) an. Fahrkarten des Schienenverkehrs gelten also auch im Stadtbus (auch der landesweite NRW-Tarif - aber leider nicht Tickets aus Niedersachsen).
Museumseisenbahn
Auf einer Teilstrecke der
Mindener Kreisbahnen verkehrt die Museumseisenbahn Minden (MEM) mit historischem Lok- und Wagenmaterial: (
Hille - Minden, Oberstadt -
Kleinenbremen, Besucherbergwerk). Einige Reststrecken der später auf Normalspur umgerüsteten ehemaligen Schmalspurbahnen dienen heute dem Güterverkehr der
MKB GmbH.
Schifffahrt
Kanal ueber der Weser.jpg
Minden ist für die Schifffahrt ein wichtiger
Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzen sich
Weser und
Mittellandkanal und bilden ein so genanntes
Wasserstraßenkreuz, eins der wenigen in Deutschland. Die
Schachtschleuse verbindet die Weser und den Mittellandkanal. Sie überwindet 13 m Höhendifferenz.
Weserbrücken
In Minden, gegründet an einer Furt über die Weser, überspannen inzwischen 7
Brücken den Fluss: drei Auto-, eine Fußgänger-, eine Eisenbahn- und zwei Wasserstraßenbrücken.
Die erste Weserbrücke verband den Innenstadtbereich mit den östlichen Vororten und dem Bahnhof und führte im Zuge der Fernstraße 65 von Osnabrück nach Hannover. Diese Verkehrsbrücke, mehrfach erneuert und vierspurig ausgebaut, erhielt in den 70er Jahren zwei Entlastungsbrücken, die damals noch so genannten Nord- und Südbrücke (heute Gustav-Heinemann- und Theodor-Heuss-Brücke), über die ausgebaute vierspurige Straßen führten, die die Innenstadt um den Autoverkehr entlasten sollten. Die Südbrücke gehört heute zur
Bundesstraße 65, die aus dem Innenstadtbereich Mindens herausgenommen wurde. Ursprünglich sollte die Südbrücke die
Bundesautobahn 30 aufnehmen. Diese Planungen wurden aber verworfen.
Die zweite Weserbrücke entstand durch den Bau der
Mindener Kreisbahnen, die nördlich des Innenstadtbereichs einen Weserübergang brauchte.
Beim Bau des
Mittellandkanals musste ebenfalls die Weser gekreuzt werden. Dies geschah nördlich von Minden. Es entstand das Wasserstraßenkreuz Minden, das bis zur Eröffnung des
Wasserstraßenkreuzes Magdeburg das größte in Deutschland war. 1998 wurde nach fünfjähriger Bauzeit das Kreuz um eine zweite, größere Brücke für Großmotorschiffe ergänzt.
Als letzte Brücke kam eine
Hängebrücke als Fußgängerbrücke hinzu, die die Innenstadt mit der einer neuen Nutzung als Großparkplatz ausgewiesenen Kanzlers Weide verbindet.
Die nächsten Weserübergänge finden sich stromauf in Porta Westfalica (ca. 10 km) und stromab in Petershagen (ca. 20 km). Es handelt sich dabei um Straßenbrücken.
Die Brücke über die Weser-Flutwiese, die so genannte Bunte Brücke, ist durch statische Probleme nur noch für mittlere Lasten zugelassen. Seit Beginn des Jahres 2006 ist sie nur noch auf einer Spur je Richtung befahbar. Auf der gesperrten Spur ist jetzt Platz für Fahrradfahrer. Die Brücke muss komplett abgetragen und neu errichtet werden. Mit einem Neubau wird jedoch frühestens ab 2007 gerechnet.
Fahrrad
Die Stadt liegt an den
Radfernwegen
Weserradweg und
Mühlenroute an der
Westfälischen Mühlenstraße. Am Bahnhof gibt es eine
Fahrradstation mit Service-Einrichtungen. Die Stadt gehört zur Arbeitsgemeinschaft
"Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in NRW". Mittel- bis langfristig wird ein Fahrradanteil am Gesamtverkehrsaufkommen von über 20 Prozent angestrebt. Seit 1995 existiert eine Projektgruppe "Fahrradförderung Minden", die sich regelmäßig trifft und Vorschläge für die Verwaltung erarbeitet. Sie arbeitet an einem übergreifenden Radverkehrskonzept, dessen Umsetzung durch die Haushaltslage verzögert wird.
Wirtschaft
Ansässige Unternehmen
MI_-_Wochenmarkt.jpg |
Harting Minden.jpg
In Minden befinden sich verschiedene mittelständische Betriebe.
- ABB (ehemals Schoppe & Faeser), Elektrotechnik
- BASF, Zweigwerk, (ehemals Knoll AG)
- Deutsche Bahn, DB Systemtechnik und Forschungs- und Technologiezentrum, DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH
- Drabert GmbH, Minden, Büromöbelhersteller
- EDEKA Minden-Hannover, Zentrale, Handel
- Harting, Zweigwerk, High-Tech
- KAMPA AG, Hauptsitz, Fertighäuser
- Melitta, Stammwerk, Kaffee- und Reinigungs-Produkte
- Stadtwerke - seit 2002 im Eigentum der E.ON Düsseldorf
- WAGO, Stammwerk, Verbindungstechnik
Medien
Für den Kreis Minden-Lübbecke sendet
Radio Westfalica (aus der
Radio NRW-Gruppe) ein Lokalradioprogramm aus Minden. Die örtliche Tageszeitung ist das
Mindener Tageblatt.
Öffentliche Einrichtungen
In Minden befindet sich eine Filiale der
Deutschen Bundesbank, ehemals
Landeszentralbank von Nordrhein-Westfalen, (Strukturreform der Deutschen Bundesbank von 2002). In Minden ist ebenfalls die Kreisverwaltung des
Kreises Minden-Lübbecke ansässig. Hinzu kommt Mindens Funktion als
Bundeswehrstandort und als Standort eines großen
Krankenhauses (
Kliniken im Mühlenkreis; zur Zeit Neubau des Krankenhauses am südlichen Stadtrand (Minden-Häverstädt) nahe
Porta Westfalica-Barkhausen). Während die früher in Minden ansässige
Bezirksregierung nach dem Krieg aus politischen Gründen nach Detmold verlegt wurde, gibt es heute in Minden immerhin noch eines von sieben Verwaltungsgerichten in NRW.
Bildung
Minden ist Standort der Fachbereiche Architektur,
Bauingenieurwesen und Projektmanagement der
Fachhochschule Bielefeld.
Die Stadt Minden unterhält 3 Gymnasien (Ratsgymnasium, Herdergymnasium, Besselgymnasium), 2 Realschulen (Freiherr von Vincke Realschule, Käthe Kollwitz Realschule), 3 Hauptschulen (Hauptschule Minden-Süd, Hauptschule Todtenhausen, Hauptschule Dankersen) sowie 1 Gesamtschule (Kurt-Tucholsky-Gesamtschule). Darüber hinaus gibt es in Minden zahlreiche Grundschulen und Sonderschulen sowie Berufsbildene Schulen. In Privater Trägerschaft befindet sich die Freie-Evangelische Schule (Grund- und Gesamtschule) sowie die Waldorfschule.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Folgende Persönlichkeiten wurden in Minden geboren:
- Meister Bertram (1340–1414/15), Maler
- Friedrich Wilhelm Bessel (1784–1846), Wissenschaftler Astronomie
- Franz Boas (1858–1942), Ethnologe
- Edelgard Bulmahn (1951), Politikerin
- Curse (1978), Musiker Hip-Hop
- Otto von Diederichs (1843–1918), deutscher Admiral.
- Yves Eigenrauch (1971), Fußballer
- Lutz Hachmeister (1959), Medienforscher und Filmemacher
- Peter Hahne (1952), TV-Moderator und Autor
- Caroline von Humboldt (1766–1829)
- Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (1951), Politikerin
- Gertrud von le Fort (1876–1971), Schriftstellerin
- Otto Wilhelm Graf von Königsmarck (1639–1688), General und Staatsmann
- Iris Mainka, Chefin vom Dienst der Wochenzeitung DIE ZEIT.
- Pauline von Mallinckrodt (1817–1881), Ordensgründerin
- Hermann von Mallinckrodt (1821–1874), deutscher Politiker (Bruder von Pauline)
- Annette Scheiner (1948), TV-Moderatorin beim ORF
- Marcel Schweder (1971), Komponist
- Maike Tatzig (1973), Fernsehmoderatorin und -produzentin
- Freiherr Ludwig von Vincke (1774–1844), preußischer Reformer
Literatur
- Gerhard Schormann, Hexenverfolgung in Nordwestdeutschland, Hildesheim 1977, S.87
- Nolting, Uta: Jch habe nein toueren gelernet. – Mindener Hexenverhörprotokolle von 1614. In: Niederdeutsches Wort 42 (2002), S. 55–116.
Bildergalerie
Bild:Minden Stadttheater.jpg|Stadttheater Minden
Bild:Minden Regierung.jpg|Neues Regierungsgebäude in Minden
Bild:Minden Regierung2.jpg|Regierungsgebäude (BZA) von Süden
Bild:Minden Altes Kreishaus1.jpg|Altes Kreishaus Minden
Bild:Minden Kreishaus.jpg|Kreishaus in Minden
Bild:Minden Dom2.jpg|Blick auf den Dom
Bild:Minden Schwanenteich.jpg|Schwanenteich in Minden
Bild:Minden Simeonskirche.jpg|Turm der Simeonskirche
Bild:Wasserstraßenkreuz Minden7.jpg|Wasserstraßenkreuz Minden, zwischen den Brücken
Image:Reduit FortC Minden01.jpg|Fort C in Minden
Bild:MI_-_Rathaus.jpg|Das alte Rathaus zu Minden
Bild:MI_-_Alte_Münze.jpg|Alte Münze in Minden
Image:BürgerzentrumBÜZ.jpg|Bürgerzentrum BÜZ
Image:RadioWestfalica.jpg|Lokalradiosender Radio Westfalica
Bild:Hauptsitz des Mindener Tageblattes.jpg|Hauptsitz des Mindener Tageblattes
Image:Stmarienkirche.jpg|St. Marien Kirche
Image:GrosserKurfürst.jpg|Denkmal des Großen Kurfürst
Weblinks
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