Mindanao ist mit einer Fläche von 95.581 km² nach Luzon die zweitgrößte Insel der Philippinen. Zusammen verfügen diese beiden Hauptinseln über etwa 2/3 der gesamten Landfläche der Philippinen und beherbergen über 70% der Bevölkerung. Allein Mindanao hat über 14 Millionen Einwohner. Hauptstadt und größte Stadt auf Mindanao ist Davao City - rein flächenmäßig soll dies sogar die größte Stadt der Erde sein. Die höchste Erhebung der Insel ist der südlich von Davao City gelegene Mt. Apo mit 2954 m Höhe - zugleich der höchste Berg des Landes.
Insgesamt ist die Geschichte Mindanaos wie die des gesamten Archipels der Philippinen wechselhaft und von Konflikten und Kolonisation geprägt. Nach Jahrhunderten spanischer Gewaltherrschaft fiel die mit reichen Boden- und Naturschätzen ausgestattete Großinsel nach dem verlorenen Philippinisch-Amerikanischen Krieg der jungen von Emilio Aguinaldo geführten Republik an die USA. Dieser mit äußerster Brutalität ausgefochtene Krieg war eine direkte Folge des Spanisch-Amerikanischen Krieges, nach welchem das Land 1898 ungefragt für 200,000 mexikanische Pesos an die USA überschrieben wurde. Der Krieg dauerte bis 1902, und endete mit einer Kapitulation des Landes, nachdem die USA mit einer Taktik der verbrannten Erde und mit dem Einsatz von Konzentrationslagern massiven Druck auf die Zivilbevölkerung ausgeübt hatten. Etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung kamen ums Leben.
Mindanao selbst war zu dieser Zeit noch vergleichsweise dünn besiedelt, vorwiegend von muslimischen Bevölkerungsgruppen mit Jahrhunderte alter Tradition, sowie von unterschiedlichen Eingeborenenstämmen und kleineren Volksgruppen. Die Region war und ist jedoch durch ihre Naturschätze wirtschaftlich von höchstem Imteresse. Um die Kontrolle über die zu dieser Zeit bestehenden Sultanate Sulu und Maguindanao zu erlangen, wurde 1903 unter dem Druck der Vereinigten Staaten beispielsweise ein Gesetz erlassen (Public Land Act of 1903), das es Christen erlaubte, bis zu 23 Hektar Land zu besitzen, während der Landbesitz von Muslimen und Eingeborenen auf maximal 10 Hektar beschränkt wurde - der Beginn der Defacto-Enteignung der örtlichen Bevölkerung und eines langen Konfliktes um Landrechte und Bodenschätze. Obendrein wurde jegliche Landvergabe durch die herrschenden Sultane von der Zentralregierung in Manila für nichtig erklärt.
Nach dem zweiten Weltkrieg setzte sich diese Politik fort, und man begann wiederum unter dem Druck der USA und der den USA freundlich gesinnten christlichen Regierungmitglieder in Manila eine massive Umsiedlungskampagne mit dem Ziel, auf der Insel eine christliche und regierungsfreundliche Mehrheit herzustellen. Heute wird die Insel wirtschaftlich von multinationalen Minengesellschaften und Agrarkonzernen dominiert, während sie zur gleichen Zeit Schauplatz eines der der größten vergessenen Kriege der Gegenwart ist: mindestens 120.000 Menschen fielen diesem Konflikt bisher zum Opfer, bei dem es nur oberflächlich betrachtet um religiöse Motive, tatsächlich aber um wirtschaftliche Interessen geht, denen der Überlebenskampf der unterprivilegierten, meist muslimischen Bevölkerung gegenübersteht.
Ca. 63 Prozent der Bewohner Mindanaos sind Christen davon 59 % Katholisch und 4 % protestantisch ca. 32 Prozent sind Muslime. Damit hat Mindanao landesweit den größten Anteil an islamischen Gläubigen, die vornehmlich im Süden der Insel leben. Dort treten auch immer wieder Rebellen der MNLF (Moro National Liberation Front) in Erscheinung. Die MNLF setzt sich für einen autonomen Moslem-Staat ein, der aus den Inseln Mindanao, Palawan, Basilan und dem Sulu-Archipel bestehen soll. Obwohl am 2. September 1996 bereits einmal ein Friedensabkommen zwischen dem damaligen Präsidenten Ramos und den Rebellenführern geschlossen wurde, flammen immer wieder Unruhen auf. Auch die Abu Sayyaf machen durch terroristische Taten, beispielsweise durch die Entführung ausländischer Touristen auf der Insel Jolo im Jahre 2000, auf sich aufmerksam. Die restlichen 5 Prozent gehören dem Animismus oder anderen Religionen an.
Im Süden der Insel wurde Anfang der siebziger Jahre eine kleine separierte Menschengruppe im Regenwald entdeckt, die noch in Höhlen lebten und keinerlei technische Errungenschaften, wie Metalle, nutzten: die Tasaday. Ein Völkchen, damals auf dem Stand der Steinzeit, mit einem vor über 500 Jahren verschwundenen Dialekt. Mittlerweile sind die Tasaday jedoch auf ca. 1.000 Personen gewachsen und leben zu großen Teilen nicht mehr steinzeitlich.
Wirtschaftlich bedeutender sind die, teilweise noch unerschlossenen, Bodenschätze; beispielsweise sind die Philippinen Asiens wichtigster Goldproduzent. Außer Gold kommen auf Mindanao auch die Metalle Kupfer, Aluminium, Nickel, Mangan, Eisenerz, Chromeisenerz, Silber und Kobalt vor. Nichtmetallische Bodenschätze sind Lehm, Steine, Sand, Zement, Kalkstein, Salz, Kies, Basalt, Andesite, Quarz, Guano, und auch Opale.
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