Die Milzener waren ein westslawischer Stamm in der Oberlausitz, der erstmals in der Beschreibung des Bayerischen Geographen aus der Mitte des 9. Jahrhunderts erwähnt wird. Hier wurden ihm 30 civitates - Siedlungskammern, möglicherweise schon mit einer zentralen Burganlage in der Mitte der zugehörigen Siedlungen - zugeschrieben.
Die genaue Abgrenzung des Siedlungsgebietes der Milzener ist in der Forschung umstritten. Es umfasste im Wesentlichen eine Gefildelandschaft mit fruchtbaren Lößböden und einer Ausdehnung von etwa 50 Kilometern in Ost-West und ca. 20 Kilometern in Nord-Süd-Richtung. Die Grenze nach Norden dürfte die sumpfige und teilweise unfruchtbare Ebene und nach Süden das Lausitzer Bergland gebildet haben. Im Westen bilden die Burkauer Berge westlich von Kamenz einen natürlichen Riegel. Nach Osten, zum benachbarten Gebiet (der) Besunzane, ist die Abgrenzung weniger deutlich. Das Stammenszentrum bildete die zentrale Ortenburg in Bautzen. Nach den Milzenern wurde die Region um Bautzen in den schriftlichen Quellen des 10. - 12. Jahrhunderts als Gau Milsca (vgl. Thietmar von Merseburg) bezeichnet. Noch heute lebt in der Region das slawische Volk der Sorben.
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