article

Milton Friedman (* 31. Juli 1912 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Ökonom. Er war Professor an der Universität von Chicago und erhielt 1976 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Er gilt als Hauptvertreter der Chicagoer Schule und Schüler von Frank Knight. Sein Sohn ist David D. Friedman.

Leben


Friedman wurde als Sohn ungarischer Einwanderer in New York City geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Rahway, New Jersey.

Bereits im Alter von 16 Jahren begann er ein Mathematik- und Ökonomiestudium an der Rutgers University, New Jersey. 1932 schloss er es mit einem Bachelor of Arts ab. Er entschloss sich, sein Studium an der Universität Chicago mit dem Fokus auf Ökonomie weiterzuführen. Dort erhielt er den Titel Master of Arts.

Friedman veröffentlichte in der Folgezeit mehrere Artikel in Fachzeitschriften, u.a. im Quarterly Journal of Economics der Harvard Universität. Als ihm 1946 die Columbia Universität ein großzügiges Stipendium anbot, entschied er sich, seine Dissertation dort zu schreiben. Das Thema der Arbeit war die ökonomische Situation von Angehörigen freier Berufe. 1941-1943 war er für die Steuerforschungsabteilung des US-Finanzministeriums tätig. Zu diesem Zeitpunkt war seine Doktorarbeit bereits abgeschlossen, er musste sie aber bis 1946 wegen ihrer politischen Sprengkraft unter Verschluss halten.

1938 heiratete er die Ökonomin Rose Director. Ihre Tochter Janet wurde 1943 geboren, ihr Sohn David, der später ebenfalls Wirtschaftswissenschaftler wurde, 1945.

1946 begann er seine Lehrtätigkeit an der Universität Chicago, die er bis 1976 ausübte. In dieser Zeit bildete sich in der Ökonomie der Begriff Chicagoer Schule, den Friedman maßgeblich prägte.

In den 1950er Jahren beschäftigte er sich mit der Lehre der Nachfragepolitik von John Maynard Keynes. Seine Kritik derselben erschien 1957 unter dem Titel A Theory of the Consumption Function.

Als sein Hauptwerk wird das 1963 erschienene A Monetary History of the United States, 1867 - 1960 angesehen. Darin beschrieb Friedman die großen Auswirkungen der Geldmengenänderung auf Konjunkturzyklen und bestritt damit die keynesianische Erklärung der Weltwirtschaftskrise. Diese ist nach Friedman nicht auf die Instabilität des privaten Sektors, sondern auf die Geldmengenreduktion des Federal Reserve Systems zurückzuführen. In der Folgezeit wurde Friedman durch populärwissenschaftliche Abhandlungen, insbesondere durch das 1963 erschienene Buch Kapitalismus und Freiheit, einem breiten Publikum bekannt. Zudem war er in den 1960er/1970er Jahren als Kolumnist für das bekannte Magazin Newsweek tätig. In den 1980er Jahren gestaltete Friedman zusammen mit seiner Frau unter dem Titel Free to Choose mehrere Sendungen über wirtschaftliche Themen, die im Fernsehen zu sehen waren.

Friedman war auch an politischen Entscheidungen beteiligt. So schaffte die US-Regierung 1971 nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems auf seinen Rat hin die feste Wechselkursbindung des Dollars an andere Währungen ab. Die von Friedman vorausgesagte konjunkturstabilisierende Wirkung stellte sich bald ein. Er unterstützte außerdem aktiv zahlreiche Volksabstimmungen zur Senkung von Steuern. 2005 befürwortete er, zusammen mit 500 anderen Unterzeichnern, in einem offenen Brief an die US-Regierung die Legalisierung von Marihuana.

1977, nach seiner Emeritierung in Chicago, wechselte er an das Hoover Institution der Universität Stanford, für das er bis heute tätig ist.

Wirken


Friedman gilt als führender Vertreter des Monetarismus und einer weitgehend freien Marktwirtschaft.

Im Zentrum seiner geldtheoretischen Überlegungen steht die These, dass es eine feste langfristige Beziehung zwischen Geldmenge und Inflation (oder auch Deflation) gebe. Damit ist für ihn Inflation ein rein monetäres Phänomen, dem die Zentralbank durch eine strikte Kontrolle der Geldmenge begegnen könne. Er griff die Idee Walter Euckens auf, Geschäftsbanken eine 100-prozentige Mindestreserve vorzuschreiben. Weiterhin gilt nach Milton Friedman ein Referenzwert von 4,5 %, der im Zusammenhang mit dem Geldmengenwachstum und der Inflation steht.

Zugleich lehnt er die Finanzpolitik als Instrument der Nachfragesteuerung ab. Inflation entsteht nach seiner Theorie immer dann, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Wertschöpfung in der Realwirtschaft. Staatliche Ausgaben zur Ankurbelung der Wirtschaft würden mittelfristig verpuffen. Die von Keynes entwickelte antizyklische Fiskalpolitik zur Abfederung der Konjunkturschwankungen könne deshalb nicht funktionieren. Zwei seiner wesentlichen Beiträge zur ökonomischen Debatte sind "Die quantitative Theorie des Geldes" und "The expectations-augmented Phillips Curve".

Als Vertreter des Liberalismus steht die Freiheit des Einzelnen im Zentrum der Argumentation Friedmans. Er hält die freie Wahl des Einzelnen für Nutzen bringender als staatliche Regelungen. Daher unterstützt er eine Reduzierung der Staatsquote, freie Wechselkurse, stetiges Geldmengenwachstum, den Wegfall staatlicher Handelsbeschränkungen, die Aufhebung der Zugangsbeschränkungen zu bestimmten Berufsgruppen und eine Reduzierung staatlicher Fürsorge. Friedman stellte auch die Luxusguthypothese des Geldes auf.

Er griff in den 1960er Jahren die Idee der negativen Einkommensteuer von Juliet Rhys-Williams aus den 1940er Jahren auf. Danach würde das Finanzamt jedem Steuerpflichtigen, dessen Einkommenssteuerschuld unter einem festzulegenden Minimum liegt, die Differenz ohne weitere Prüfungen überweisen.

Neben den Kernbereichen der Wirtschaftswissenschaften trat Friedman auch für mehr Freiheit in anderen Bereichen ein. Er setzte sich stets für die Abschaffung der Wehrpflicht in Friedenszeiten ein, plädierte für die Legalisierung von Marihuana und kämpft für ein Bildungsgutscheinmodell.

Theorie der natürlichen Arbeitslosigkeit


Auch die Theoriekonstruktion der Natürlichen Arbeitslosigkeit stammt von Milton Friedman. Sie besagt, dass es ein bestimmtes Niveau an Arbeitslosigkeit gebe, welches auf friktionelle und strukturelle Faktoren sowie Unvollkommenheiten des Marktes wie Informationsmängeln, Mobilitätshemmnissen, Anpassungskosten und demografischen Veränderungen zurückzuführen sei, und welches deshalb kurzfristig nicht beseitigt werden könne. Langfristig lasse sich die natürliche Arbeitslosigkeit allerdings durch Strukturreformen reduzieren. Im Idealfall, also in einen vollkommenen Markt, gehe die natürliche Arbeitslosigkeit gegen null. Ökonomen aus der Schule von Milton Friedman quantifizierten die natürliche Arbeitslosenquote in den USA auf 4-6 % aller Arbeitssuchenden.

Falsifikation der Quantifizierung der natürlichen Arbeitslosigkeit

Eine Falsifikation der Quantifizierung der theoretischen Festlegung auf einen bestimmten Wert natürlicher Arbeitslosigkeit, deren unterster Wert häufig mit 4 Prozent angegeben wird, stellt allerdings der Arbeitsmarkt in der Schweiz, Norwegens und Österreichs (Österreich allerdings nur im Zeitraum von 1970-1990) dar. Dort wurde nur selten eine Arbeitslosenquote von 4 Prozent erreicht.

Werk (Auswahl)


  • 1957 A Theory of the Consumption Function ISBN 0691041822
  • 1962 Capitalism and Freedom (deutsch: Kapitalismus und Freiheit ISBN 3821839600)
  • 1964 A Monetary History of the United States, 1867 - 1960 ISBN 0691003505
  • 1969 Optimum Quantity of Money and other Essays ISBN 0202060306
  • 1976 Price Theory (deutsch: Die Theorie der Preise ISBN 3478370701)
  • 1984 Tyranny of the Status Quo (deutsch: Die Tyranei des Status Quo ISBN 3784471528)

Literatur


  • Geigant/Haslinger/Sobotka/Westphal: Lexikon der Volkswirtschaft, 1994, S. 55;

Siehe auch


Weblinks


Mann | Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften | Ökonom (20. Jh.) | Ökonom (21. Jh.) | US-Amerikaner | Geboren 1912

Милтън Фридман | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | מילטון פרידמן | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | ミルトン・フリードマン | 밀턴 프리드먼 | Milton Friedman | Miltons Frīdmans | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | Milton Friedman | Фридмен, Милтон | Милтон Фридман | Milton Friedman | Milton Friedman | 米爾頓·佛利民

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Milton Friedman".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld