| Milchsäurebakterien | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Domäne: | Bakterien |
| : | Firmicutes |
| : | Bacilli |
| : | Lactobacillales |
Die Milchsäurebakterien (Lactobacillales) oder Laktobazillen bilden eine Ordnung von grampositiven, stets anaeroben aber meist aerotoleranten Bakterien, die sich dadurch auszeichnen, dass sie Zucker zu Milchsäure abbauen.
Sie ähneln sich untereinander morphologisch kaum, sind aber physiologisch einheitlich zu beschreiben: Sie sind zur Energiegewinnung auf Kohlenhydrate angewiesen und scheiden als Endprodukt nur (homofermentativ) oder überwiegend (heterofermentativ) Milchsäure bzw. Lactat aus. Von anderen ebenfalls Milchsäure produzierenden Bakterien unterscheiden sie sich durch ihre Unfähigkeit zu einem anderen Stoffwechselprozess als der Gärung, die sie auch bei Anwesenheit von Sauerstoff ausführen. Durch ihre Spezialisierung auf das Wachstum in Milch und ähnlich nährstoff- und supplinreichen Umgebungen haben Milchsäurebakterien die Fähigkeit zur Synthese vieler lebensnotwendiger Stoffe verloren, wie zum Beispiel Aminosäuren und die für Atmungsprozesse notwendigen Porphyrine und Cytochrome. Man kann die Milchsäurebakterien daher nur an sehr speziellen Standorten finden:
Maschinengemolkene Milch wird in EU-Güteklassen eingeteilt: < 100.000 Keime pro Milliliter entspricht der Güteklasse 1, >100.000 Keime/ml der Güteklasse 2, wobei ein Viertel bis die Hälfte davon Milchsäurebakterien sind. Diese Durchschnittswerte werden über einen längeren Zeitraum erfasst. Zur Zeit kann man von einem Durchschnitt von 20.000 Keimen/ml Milch ausgehen (Quelle: Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft e.V.).
Handgemolkene, sowie Milch aus biologisch geführten Betrieben hat eine deutlich geringere Keimzahl, da hier im Gegensatz zu den konventionellen Grossbetrieben die Reinigung der Euter vor dem Melken händisch durchgeführt wird. Diese Reinigung unterbleibt vielfach in konventionell geführten Großbetrieben gänzlich, da das Melken zT. bereits vollautomatisiert ohne händische Eingriffe durchgeführt wird. Über die Keimzahl hinaus wird auch noch eine Prüfung der somatischen Zellen durchgeführt, welche Hinweise auf die Eutergesundheit der Herde gibt. Diese stehen aber nicht im Zusammenhang mit der Anzahl der Milchsäurebakterien.
In warmer Umgebung (20 bis 30 °C) wird unbehandelte Milch nach etwa zehn Stunden mit etwa einer Millionen Keimen pro Milliliter sauer. Durch die Säure wird das Milcheiweiß ausgefällt, so dass eine Verdickung der Milch eintritt. Frischmilch wird deshalb sofort nach dem Melken auf max. 6° Celsius abgekühlt, da dies das Bakterienwachstum hemmt.
Verschiedene Arten und Unterarten (Stämme) der Milchsäurebakterien werden zur Konservierung von Lebensmitteln, z. B. Joghurt, Kefir, Sauermilch, aber auch im Sauerkraut und beim Backen z. B. im Sauerteig eingesetzt.
Milchsäurebakterien gehören zu den wichtigsten Vertretern der menschlichen Darmflora, sowie der Vaginalflora. Einige Arten sind Krankheitserreger. Streptococcus pneumoniae ist der Erreger der Lungenentzündung, Streptococcus mutans ist an der Entstehung von Karies beteiligt.
Zur Ordnung der Lactobacillales gehören die Familien
Wichtige Arten sind:
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