Als Milchproduktion wird üblicherweise die Tierhaltung in der Landwirtschaft bezeichnet, die den Zweck der Produktion von Milch hat. In Mitteleuropa werden zu diesem Zweck weit überwiegend Milchkühe gehalten, daneben aber auch Schafe, Ziegen oder auch Wasserbüffel. Innerhalb der Arten gibt es jeweils verschiedene Rassen. Im Folgenden wird die vorherrschende Form der Milchproduktion in Deutschland beschrieben: Weit überwiegend werden Kühe zur Milchproduktion gehalten und hier überwiegend die Rasse Holstein-Rind (Holstein-Friesian), daneben aber auch Brown-Swiss und Fleckvieh sowie regional einige andere (z.B. Angler in Angeln).
Aufgrund der Fermentation im Pansen können Wiederkäuer auch sogenannte Struktur-Kohlenhydrate verdauen. Diese sind aufgrund der Bindungsart der Glucosemoleküle (ß-glycosidische Bindung) für monogastrische Tiere im Wesentlichen unverdaulich. Die Grundfuttermittel für Wiederkäuer haben sehr überwiegend solche Bindungsformen. Daher stehen die Wiederkäuer hierbei nicht in Nahrungskonkurrenz zum Menschen wie beispielsweise Geflügel und Schweine. Zusätzlich zum Grundfutter werden auch Konzentratfutter verfüttert. Diese sind meistens Energiefuttermittel (z. B. aus Nicht-Struktur-Kohlenhydraten wie Stärke oder auch aus Fetten) oder Proteinfuttermittel. Die Ergänzung des Futters um das Konzentratfutter ist notwendig, um der Kuh ausreichend Energie und Eiweiß zuzuführen. Im Allgemeinen darf der Anteil des Konzentratfutters aber 60% der Ration nicht übersteigen, da die Ration sonst nicht mehr wiederkäuergerecht ist und zu Stoffwechselstörungen führen kann (z. B. Pansenacidose).
Das Fütterungsniveau wird häufig als ein Vielfaches des Erhaltungsbedarfes ausgedrückt (z. B. wird bei Hochleistungskühen mehr als der 4-fache energetische Erhaltungsbedarf pro Tag gefüttert). Grundsätzlich ist eine höhere Milchleistung pro Tier anzustreben, weil die Milch dadurch günstiger produziert werden kann.
Bei Rindern vom Doppelnutzungstyp (Fleisch- u. Milch-; z. B. Fleckvieh) sind Milchspitzenleistungen bis zu 10000 kg und darüber pro Kuh und Jahr keine Seltenheit. Reine Milchrassen (wie z. B. Buntvieh) erreichen bis zu 15.000 kg pro Kuh und Jahr.
Aufgrund des schmalen Futterganges werden in der Anbindehaltung meistens Grundfutter (v.a. Silage) und Kraftfutter nacheinandere bzw. abwechselnd angeboten. Demgegenüber wird bei Laufstallhaltung meistens an dem Fressstand hauptsächlich das Grundfutter (v.a. Silage) angeboten, während das Konzentratfutter an Stationen zugeteilt wird. Dazu hat jede Kuh einen Transponder, mittels dem sie von der Station erkannt wird und ihre Menge Futter zugeteilt bekommt. Soweit in der Grundfutter andere Komponenten (z.B. das Kraftfutter) beigemischt (Futtermischwagen) sind, spricht man hier von einer TMR (=Totale Mischration). Auch eine Kombination (=aufgewertet Grundration) ist derart denkbar, dass die Inhaltsstoffe der TMR für eine bestimmte Milchleistung (meistens 25-30 Liter/Tag) ausreichend sind und solche Kühe, die eine höhere Leistung haben, gezielt mittels Transponder zusätzliches Kraftfutter erhalten.
Prinzipiell ist Weidegang nur möglich, wenn der Niederschlag ausreichend für Weidewirtschaft ist (siehe auch Weide) und wenn die Anzahl der Kühe nicht zu hoch ist, da die von den Tieren verursachten Trittschäden die Grasnarbe dann nachhaltig schädigen können. Häufig wird ab ca. 80-100 Kühen auf Weidegang verzichtet (in dem Fall lässt man sie aber gegebenenfalls trotzdem auf eine Koppel - dann aber immer dieselbe - um den Kühen Auslauf zu geben). Ein weiterer Nachteil der Weide ist, dass die Milchleistung der Kühe meist niedriger ist, weil man beispielsweise nur zur Melkzeit Kraftfutter zufüttern kann. Demgegenüber ist die Weide aber arbeitswirtschaftlicher und aus Sicht der Tiergerechtigkeit deutlich vorzuziehen.
Demgegenüber werden die Kühe bei Laufställen in einem Melkstand gemolken. Der Melker steht dabei tiefer, so dass die Euter der Kühe ca. auf Schulterhöhe sind. Die Kühe werden dann in den Melkstand getrieben. Je nach Aufbau des Melkbereiches lassen sich verschiedene Bauformen unterscheiden. Üblich sind vor allem der Fischgrätenmelkstand (die Kühe stehen in Grätenform), der Side-by-Side-Melkstand (hier stehen die Kühe längsseitig parallel zueinander) und der Auto-Tandem, indem die Kühe in einzelnen Boxen stehen. Die Kühe stehen in 2 parallelen Reihen und zwischen den Reihen ist die Grube, in der der Melker die Kühe anstellt und abnimmt. Weniger gebräuchliche Melktechniken sind das Melkkarussell und das automatische Melksystem (=AMS, auch Melkroboter genannt). Das Melkkarussell ist tatsächlich ein Karussell: Die Kühe nehmen auf diesem Karussell einen Platz ein und werden umgehend mit dem Melkgeschirr angestellt. Während des Melkens dreht sich das Karussell langsam weiter - die nächste Kuh nimmt den nächsten freien Platz ein usw. Nachdem die Kühe eine Runde "mitgefahren" sind, ist das Melken beendet und die Tiere verlassen das Karussell wieder einzeln. Karusselle gibt es sowohl als Fischgräten (innenmelker), als auch als SbS (Außenmelker). Der AMS ist ein automatisiertes Melksystem, das für das eigentliche Melken keinen manuellen Eingriff erfordert.
In einer typisch niedersächsischen Milchregion entsteht ein Denkmal für die Milch. Den Wettbewerb der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V., wie dem Wert der Milch symbolhafte Bedeutung verliehen werden kann, gewannen zwei Nordrhein-Westfalen, für das Modell zweier Milchtropfen, der eine schwappt nach oben, während der zweite bereits runtergefallen ist. Hiermit soll künftig die zeitgenössische Bedeutung der Milch herausgehoben und ihr Stellenwert in der modernen Gesellschaft gestärkt werden. Der hochschwappende Tropfen wird eine 17,5 Meter hohe Säule bilden und soll als Wegweiser für Milch dienen. Spannung, Dynamik und Kraft werden den Mehrwert der Milch sinnbildlich darstellen. Der zweite Tropfen liegt am Boden und soll als Gebäude in der Funktion eines "Mehrwertzentrums" zur Information über die Milch, mit Museum, Restaurant, Spiel- und Vortragsräumen, genutzt werden. Im Rasen um das Gebäude herum sollen Ringe angeordnet werden, wie sie auch bei hereinfallenden Tropfen auf der Milchoberfläche entstehen. (Siehe auch Pressemitteilung vom Februar 2006; *)
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