Michael Gerard Tyson (Kampfname Iron Mike,(neuer Name "Abdul Aziz") * 30. Juni 1966 in Brooklyn) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Schwergewichts-Boxweltmeister.
Diesem Sieg folgte nur drei Monate später der Titelgewinn der WBA durch einen Punktsieg gegen James Smith.
Die Vereinigung aller Titel vollzog er am 1. August 1987, als er gegen Tony Tucker auch den IBF-Titel holte, von nun an war er unumstrittener Schwergewichtsweltmeister
In den späten 80er Jahren verteidigte er mehrmals die WM-Titel aller Boxverbände, gegen Pinklon Thomas, Tyrell Biggs , Larry Holmes , Tony Tubbs , Michael Spinks , Frank Bruno und Carl Williams, immer durch KO. Es hieß, er bräuchte keinen Trainer, sondern nur jemanden, der ihm die Boxhandschuhe schnürrt. Die Frage, die man sich vor seinen Kämpfen stellte, war nicht mehr, ob, sondern wann der Gegner ausgeknockt werden würde.
So wurden für den Kampf gegen James Douglas bei einigen Wettbüros überhaupt keine Wetten auf einen Sieg Tysons angenommen, da dies als völlig sicher galt. Sein turbulentes Privatleben beeinträchtigte jedoch zunehmend die sportlichen Leistungen. Schlusspunkt einer stetig absteigenden Entwicklung war die sensationelle Niederlage gegen James 'Buster' Douglas am 10. Februar 1990 in Tokio. Douglas ging in der 8. Runde zu Boden, doch der Ringrichter zählte ihn erst nicht an und dann nicht aus. In der 10. Runde ging Tyson dann seinerseits zu Boden. Wieder zählte der Ringrichter langsam, doch im Gegensatz zu Douglas wurde Tyson nicht vom Rundenende gerettet. Tyson, obwohl erst 23 Jahre alt, schien seinen Zenit schon überschritten zu haben.
Doch in Nichttitelkämpfen schien er sich gefangen zu haben. Henry Tillman und Alex Stewart schlug er in Runde 1 KO, gegen Razor Ruddock machte er eine gute Figur und besiegte ihn zweimal.
Vor einem Weltmeisterskampf gegen Evander Holyfield der Douglas ausgeknockt hatte, wurde Tyson von einer Kandidatin einer Misswahl Desiree Washington der Vergewaltigung bezichtigt und dafür 1992 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der Schuldspruch basierte auf der Aussage des Opfers und Indizien, die die Richter für glaubwürdiger befanden als diejenige des mehrfach vorbestraften Tyson und der Eltern des Opfers.
Seinen zweiten Aufbaukampf bestritt er 16. Dezember gegen Buster Mathis Jr. und knockte ihn nach großen boxerischen Problemen in Runde 3 aus.
Er wurde am 16. März 1996 zwar erneut Titelträger der WBC, als er Frank Bruno, den er bereits 1989 besiegt hatte, in der 3. Runde KO schlug, kam aber nie wieder in die Nähe früherer Leistungen. Ein Grund hierfür liegt für viele Beobachter Tysons in seiner Beziehung zu Boxpromoter Don King.
1996 nach dem KO-Sieg Tysons gegen Bruce Seldon für den WBA Gürtel wurde auch einer von Tysons Freunden, Tupac Shakur, erschossen.
Berüchtigt wurde Tyson, weil er Holyfield im Rückkampf am 28. Juni 1997 in der 3. Runde ein Stück vom Ohr abbiss. Einige Sportreporter versuchten diesen Vorfall wie folgt zu erklären: Tyson habe sich zu der Bissattacke entschlossen, um sich bewusst disqualifizieren zu lassen, da er seinem Gegner sportlich unterlegen gewesen sei. Eine weitere sportliche Niederlage habe er um jeden Preis vermeiden wollen. Diese Interpretation bezweifeln wiederum andere, die Tyson einen solchen "Plan" aufgrund seines als eher kindlich eingeschätzten Intellektes nicht zutrauen. Es wird hier eher ein verzweifelter Akt der Hilflosigkeit gesehen. Fakt ist, dass Tyson im ersten Kampf gegen Holyfield in der 7. Runde einen schweren Kopfstoß erhielt, der ungeahndet blieb. Er war nach eigenen Angaben überzeugt, nur deshalb den Kampf verloren zu haben. Im 2. Kampf kam es dann in der 2. Runde wiederum zu einem Kopfstoß, jedoch hier eher unabsichtlich, so dass er nach Ansicht verschiedener Experten angesichts des schweren Cuts, den er hierdurch erlitt, seine Nerven verlor und schließlich mehrfach zubiss. Er meinte hinterher bei Larry King dass er schon in seiner Jugend bei Straßenschlägereien gebissen habe (" I had to "). Zum Kampf selber sagte Tyson achselzuckend: "I just snapped." (etwa: Ich hab einfach kurz die Kontrolle verloren, das ist alles.)
Am 8. Juni 2002 in Memphis, Tennessee im Weltmeisterschaftskampf gegen Lewis ging Tyson dann in Runde 8 KO. Hier ging es um die WBC und IBF Gürtel. Tysons Gage für diesen WM - Kampf belief sich auf 17 Millionen US-Dollar, doch seine sportliche Reputation war nun endgültig ramponiert; Lewis hatte sich als bester Schwergewichtler der späten 1990er und frühen 2000er Jahre bewiesen.
Tyson, der vor dem Kampf getönt hatte, er werde Lewis das Herz herausreißen und seine Kinder fressen, gab sich nach dem Kampf wieder mäßiger. "Ich gratuliere Lennox, er hat tapfer gekämpt, ich ziehe meinen Hut. Alles andere was ich davor gesagt und getan habe, habe ich gemacht um den Kampf zu promoten".
Nach der Niederlage gegen Lewis bestritt Tyson einen Aufbaukampf gegen Clifford Etienne, den er bereits in der 1.Runde durch KO gewann. Auf die Frage, ob man weitere Kämpfe von ihm sehen werde, meinte er nur trocken, er würde nur gegen eine entsprechende Bezahlung zurückkehren; eine solche hielt er nur durch einen zweiten Kampf gegen Lewis für möglich. Dieser zeigte zwar trotz seines überzeugenden Sieges im ersten Kampf zunächst durchaus Interesse, erklärte dann jedoch nach seinem umstrittenen Abbruchsieg gegen Vitali Klitschko im Juni 2003 seinen Rücktritt. Im September desselben Jahres erklärte Tyson seinen Bankrott.
Seinen letzten Kampf als aktiver Boxer mit einer Prämie von 5 Millionen US-Dollar bestritt er bei seinem Comeback am 11. Juni 2005 gegen den Iren und eher mittelmäßigen Boxer Kevin McBride. Nach Punkten führend, ging er am Ende der 6. Runde zu Boden. Dieser Niederschlag jedoch wurde nicht als solcher gezählt, da ihn der Gegner zu Boden gedrückt hatte. Dennoch trat er nicht mehr zur 7. Runde an und gab somit den Kampf auf. Dieser technische KO war seine sechste Niederlage in 58 Profikämpfen. Nach diesem Kampf erklärte er seinen endgültigen Rücktritt und versprach, "den Boxsport, dem er soviel zu verdanken" habe, "nicht mehr durch solche Auftritte lachhaft zu machen"
Eine erneute Rückkehr ist jedoch nicht auszuschließen, denn durch Missmanagement gelang es Tyson nicht, seine mit dem Boxen verdienten über 100 Millionen Dollar als Rente zu hinterlegen. Einige Fans sind der Meinung, dass er mit einem seriösen Management und Trainerstab sogar noch einmal Weltmeister werden könnte, da die Schwergewichtsszene nach den Abgängen von Lennox Lewis und Vitali Klitschko gegenwärtig eher schwach besetzt ist.
Vergleichbare Stile boxten Jack Dempsey in den Zwanzigern, Rocky Marciano in den 50ern, Joe Frazier in den 60ern/70ern, aber der Bewegungsablauf war nicht so flüssig und langsamer und ihr Kinn war viel schlechter (Dempsey unten gegen den Ex-Halbschwergewichtler Tunney, Marciano gegen Archie Moore, Frazier gegen 92Kg Bonavena).
Tysons Schlaghärte ist den meisten ein Begriff und brachte ihm den Namen "Iron Mike" ein, doch mit roher Kraft allein ist seine Effektivität nicht erklärbar. Tyson ist wohl der einzige Schwergewichtler der Geschichte, der sowohl sehr hart und als auch sehr schnell zuschlagen konnte. Es gab im Schwergewicht zwar Boxer wie Rocky Marciano, Sonny Liston oder George Foreman, die zwar sehr stark waren, aber relativ langsam zuschlugen, und andererseits Boxer wie Muhammad Ali, der sehr schnell (aber nicht so kraftvoll) traf, doch Tyson ist bislang der einzige, der diese beiden Qualitäten in sich vereinte.
Ein Markenzeichen Tysons ist es gewesen, zu Beginn der ersten Runde jedes Kampfes sofort auf den Gegner zuzugehen, harte Treffer mittels Kombinationen, in der Hoffnung den Gegner unerwartet zu treffen; seine 22 KO's in der ersten Runde verdeutlichen dies. Er gehörte auch zu den größten Bodypunchern. Aus Tysons Schlag-Repertoire sind vor allem sein linker Haken (left hook) und sein rechter Aufwärtshaken (right uppercut) zu nennen, mit denen er viele seiner 44 bzw 46 (die beiden annulierten Kämpfe gegen Golota und Orlin Norris inhaltlich mitgezählt) KOs einleitete bzw. vollzog.
Mann | US-Amerikaner | Boxer (USA) | Geboren 1966 | Weltmeister (Boxen)
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