Die Miele & Cie. KG ist ein deutscher Premium-Haushaltsgeräte-Hersteller mit Sitz in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen). Miele beschäftigt nach Unternehmensangaben weltweit 14.814 Mitarbeiter (Stand 30. Juni 2005). Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2004/2005 2,26 Milliarden Euro. Geschäftsführer: Dr. Markus Miele, Dr. Reinhard Zinkann jun., Dr. Eduard Sailer, Horst Schübel, Dr. Reto Bazzi.
1907 wird der Betrieb mit nunmehr 60 Arbeitern aus dem kleinen Ort Herzebrock in das nahe liegende größere Gütersloh verlegt.
Ab 1911 wurden Fahrräder gefertigt.
1914 ist Miele die „Größte Spezialfabrik Deutschlands für Milchzentrifugen, Buttermaschinen, Wasch-, Wring- und Mangelmaschinen“.
Mitten im ersten Weltkrieg entscheiden sich Carl Miele und Reinhard Zinkann 1916 ein Zweigwerk in Bielefeld (Westfalen) zu bauen. Im neuen Werk werden zunächst Milchzentrifugenteile und Elektromotoren hergestellt.
Im Jahr 1927 nimmt Miele die Staubsaugerproduktion auf.
1929 stellt Miele die erste elektrische Geschirrspülmaschine Europas her.
Ab 1930 wurden Motorräder gebaut.
1932 ist Miele die größte Zentrifugenfabrik Europas.
In den 1950er Jahren gehört Miele zu den größten Motorfahrradherstellern Deutschlands.
Zugunsten der schnell wachsenden Fertigung von Geschirrspülern und Waschautomaten stellt Miele 1960 die Produktion von Fahrrädern und Motorrädern ein.
Zur Fertigung von gewerblichen Wäschereimaschinen und Melkanlagen erwirbt Miele 1965 ein Werk in Lehrte bei Hannover.
1969 beginnt Miele mit dem Verkauf von Küchenmöbeln. Zur Herstellung von Einbauküchen wird 1973 im westfälischen Warendorf mit dem Bau eines Küchenwerkes begonnen, welches 1975 den Betrieb aufnimmt.
1986 erwirbt Miele die auf Wäschepflegegeräte spezialisierte Firma Cordes in Oelde-Lette (Westfalen) mit einem Umsatz von etwa 65 Millionen DM) und rund 400 Mitarbeitern. Das Werk wird anschließend zur Miele-Backofenfabrik ausgebaut; der Firmenname Cordes wird nicht weitergeführt.
1990 übernimmt Miele die auf Einbaugeräte und Großkochanlagen spezialisierte Firma Imperial in Bünde (Westfalen). Imperial hat zur Zeit der Übernahme etwa 650 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von rund 140 Millionen DM. Neben dem Stammwerk in Bünde gehört zu Imperial auch ein Zweigwerk in Arnsberg (Sauerland), welches ebenfalls in die Miele-Gruppe eingegliedert wird. Die Marke Imperial wird neben Miele als Zweitmarke etabliert.
1999 – Im Jahr des einhundertjährigen Firmenjubiläums ist Miele die meistverkaufte Marke im deutschen und europäischen Elektrofachhandel.
2004 – Der geschäftsführende Gesellschafter Rudolf Miele (1929–2004) verstirbt überraschend; sein Partner Dr. Peter Zinkann (* 1928), beides Enkel der Firmengründer, zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Mit ihren Söhnen Dr. Markus Miele (* 1968) und Dr. Reinhard Zinkann jun. (* 1959) ist nunmehr die vierte Generation der Gründerfamilien in der Geschäftsführung tätig.
Im Jahr 2005 gibt Miele die Produktion von Küchenmöbeln auf und verkauft das Küchenwerk im westfälischen Warendorf an den schweizerischen Bauausrüster und Küchenhersteller AFG Arbonia-Forster-Gruppe. Die Küchensparte erzielte lediglich zwei Prozent des Gesamtumsatzes der Miele-Gruppe. Zum Jahreswechsel 2005/2006 schließlich wird die Marke Imperial eingestellt.
Der größte Markt ist Deutschland mit etwa 30 % Absatzanteil (Stand 2005), gefolgt von den Niederlanden, der Schweiz und Frankreich.
Miele produziert an insgesamt zehn Standorten. In Deutschland befinden sich sieben der Miele-Werke, in Österreich eines.
Haushaltsgeräte
Die bedeutendsten Produkte sind Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspülautomaten und Staubsauger. Weitere Produktlinien sind Einbau- und Küchengeräte (Herde, Backöfen, Kochfelder, Dunstabzugshauben, Dampfgarer, Kaffeemaschinen, Geschirrwärmer, Speisewärmer, Mikrowellenherde), Waschtrockner, Bügelmaschinen sowie Kühl- und Gefriergeräte.
Gewerbegeräte
Miele Professional, Mieles Abteilung für gewerbliche Geräte, produziert hauptsächlich Wäschereimaschinen (für Textilpflege und -reinigung), Gewerbegeschirrspüler (für Anwendungen in der Gastronomie), Reinigungs- und Desinfektionsautomaten (für Arztpraxen, Kliniken und Labore) sowie Spezialgeräte für andere industrielle Anwendungen.
Frühere Produktlinien
Vor dem ersten Weltkrieg wurden auch Automobile (insgesamt 143 Stück) produziert. Das einzig erhaltene Exemplar wurde 1999 von Rudolf Miele aus Norwegen zurückgekauft und ist nun im Firmenmuseum am Hauptsitz in Gütersloh ausgestellt. Daneben wurden in der Vergangenheit auch Motorräder, Mopeds, Motorfahrräder, Fahrräder, Handwagen, Eisschränke, Buttermaschinen, Melkmaschinen, Milchkühlanlagen, Milchzentrifugen, Wringmaschinen, Wäschezentrifugen, Bügeleisen, Luftreiniger, Müllpressen, Großküchenanlagen, Einbauküchen und Küchenmöbel hergestellt.
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