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Windows Vista (Vista = Blick, Sicht, Perspektive) ist der Name des noch nicht erschienenen Nachfolgers des Betriebssystems Windows XP der Firma Microsoft. Der interne Entwicklungsname lautet „Longhorn“, die interne Versionsnummer NT 6.0, welche sich in Vista widerspiegelt. Ursprünglich sollte Vista laut Microsoft in der „Holiday Season“ im zweiten Halbjahr 2006 erscheinen, die Server-Variante Anfang 2007. Inzwischen wird jedoch für Endkonsumenten eine Freigabe erst im Januar 2007 angestrebt; Firmenkunden dagegen erhalten es laut Microsoft bereits im November 2006. Als Grund für die erneute Verzögerung gab Microsoft an, dass die Computerindustrie mehr Zeit für die Auslieferung von Vista auf neuen PCs benötige.

Entwicklungsgeschichte


Erstmals wurde Windows Longhorn von Microsoft im Sommer 2001 angekündigt, noch vor der Veröffentlichung von Windows XP. Damals war es als Zwischenschritt zwischen XP und der übernächsten Version Windows Vienna (Arbeitstitel: Blackcomb) gedacht und sollte bereits Ende 2003 erscheinen. Da viele Funktionen, die ursprünglich erst für Vienna geplant waren, schon in Vista implementiert wurden, verschob sich das Veröffentlichungsdatum mehrfach. Zudem fielen zunächst vorgesehene Funktionalitäten und Neuerungen weg. Die eigentlich für Vista geplante assoziative Dateiverwaltung WinFS wurde erst auf einen Zeitpunkt nach Veröffentlichung von Vista verschoben, um, so Microsoft, die Entwicklung von Vista in einer „vernünftigen Zeitspanne“ abzuschließen. Mittlerweile wurde WinFS als eigenständiges Projekt komplett eingestellt.

Seit dem 30. August 2005 veröffentlicht Microsoft monatliche „Community Technical Previews“ für MSDN-Abonnenten und ausgewählte Betatester.

Der öffentliche Download der Beta 2 von Windows Vista wurde am frühen Morgen des 8. Juni 2006 freigegeben. In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli wurde das sog. Customer Preview Program wieder beendet. Als Grund nannte Microsoft eine erreichte Anzahl an „Testern“ (=Registrierungen).

Versionen


Laut offizieller Meldung von Microsoft sollen sechs verschiedene Versionen, die sich alle auf einer DVD befinden werden, von Windows Vista auf den Markt kommen.

Hier eine Tabelle der verschiedenen Versionen und deren Unterschiede:

Version Beschreibung
Windows Vista Starter Ähnlich wie die Windows XP Starter Edition wird diese Version stark beschränkt sein. Vista Starter ist vor allem für Entwicklungsländer konzipiert und soll dortigen illegalen Kopien vorbeugen. Wie schon beim Vorläufer wird es nur erlaubt sein, drei Programme gleichzeitig zu starten, sie wird auch die einzige Version sein, die nur eine 32Bit Unterstützung enthält.
Windows Vista Home Basic Vista Home Basic ist eine stark abgespeckte Version von Vista, der unter anderem die neue Oberfläche Aero fehlt. Sie ist also nicht für einen erweiterten Multimediagebrauch geplant.
Windows Vista Home Premium Diese erweiterte Version von Vista Home Basic ist für den privaten Markt geplant. Sie hat einige zusätzliche Funktionen wie zum Beispiel die Unterstützung von HDTV oder das Schreiben von DVDs. Außerdem weist Microsoft darauf hin, dass die Premium-Edition eine Xbox 360 als MCE-Extender nutzen können wird. Diese Version Entspricht der Windows XP Home Edition
Windows Vista Business Ähnlich wie Windows XP Professional zielt diese Version auf den Firmenbereich. Sie soll Windows Server Domain unterstützen und mit einer neuen Version des Webservers IIS ausgestattet sein.
Windows Vista Enterprise Diese Version ist vor allem für Großkunden gedacht. Sie hat, auf Vista Business basierend, zusätzlich unter anderem die Festplattenverschlüsselung "BitLocker", den PC-Emulator Virtual PC Express sowie ein Subsystem für Unix-basierte Anwendungen, mit dem Unix-Programme direkt unter Vista laufen sollen. Außerdem soll dies die einzige Version sein, die Microsoft als Volumen-Lizenz (ohne Aktivierungspflicht) an Großkunden verkauft.
Windows Vista Ultimate Vista Ultimate schließlich ist die Version von Vista, die die Funktionen aller anderen Versionen vereinigt. Sie soll zusätzlich Podcasting unterstützen, das Microsoft in Vista als "blogcasting" bezeichnet.

Bis auf Windows Vista Starter (ehemals "Windows Starter 2007") werden alle Versionen in einer 32-bit- und einer 64-bit-Version erscheinen.

Die Versionen für den europäischen Markt unterscheidet Microsoft wie schon bei Windows XP noch als "N-Editionen". Die EU-Wettbewerbskommission hatte Microsoft vorgeschrieben, auf ein Bundling des Betriebssystems mit dem Windows Media Player zu verzichten, um Konkurrenten im Multimediabereich nicht zu benachteiligen.

Neuerungen


Microsoft hat für seine neueste Windows-Version folgende Neuerungen angekündigt:

  • AERO (Akronym für "Authentic, Energetic, Reflective, Open"): Die neue vektorbasierte Benutzeroberfläche von Windows. Im sogenannten Aero-Glass-Modus bietet sie dem Benutzer frei skalierbare Anwendungsfenster mit Schattenwurf, halbtransparenten Rahmen sowie flüssige Animationen beim Minimieren, Maximieren, Schließen und Öffnen. Die Darstellung dieser Effekte erfolgt über die Windows Presentation Foundation. Diese Oberfläche wird nicht in der Home-Basic- und Starter-Edition enthalten sein. Auch muss für deren Benutzung ein spezieller, sogenannter "WDDM" (Windows Vista Driver Model) Treiber für die entsprechende Hardware installiert werden, der allerdings nicht für alle Grafikkarten (wie zum Beispiel für die Intel GMA Serie) verfügbar sein wird.
  • .NET Framework 3.0: Eine neue, auf .NET basierende Programmierschnittstelle für Windows, welche die „Win32“-API ablösen soll und Anwendungsprogrammierern Zugriff auf die neuen Funktionen von Windows Vista ermöglicht. Damit sich .NET Framework 3.0 schneller durchsetzt und akzeptiert wird, will Microsoft auch Versionen für die Vista-Vorgänger Windows XP und Windows Server 2003 herausgeben. Den Kern von .NET Framework 3.0 bilden die Windows Presentation Foundation (WPF), die Windows Communication Foundation (WCF) und die Windows Workflow Foundation (WWF):
    • Windows Presentation Foundation (entwickelt unter dem Codenamen Avalon): Eine neue Technik, Objekte mit Hilfe der eigens dafür entwickelten Beschreibungssprache XAML auf dem Bildschirm darzustellen. Hierbei sollen, wie bei Quartz Extreme unter Mac OS X, beispielsweise Transparenzeffekte nicht mit der CPU errechnet werden, sondern leistungssteigernd über die 3D-Grafikkarte. Dieses entlastet die CPU und lässt das System auch optisch „flüssiger“ aussehen.
    • Windows Communication Foundation (entwickelt unter dem Codenamen Indigo): Eine neue dienstorientierte Kommunikationsplattform für verteilte Anwendungen. Hier will Microsoft viele Netzwerk-Funktionen zusammenführen und den Programmierern solcher Anwendungen standardisiert zur Verfügung stellen. Bei dieser Weiterentwicklung von DCOM legt Microsoft besonderen Wert auf internetbasierte Anwendungen.
    • Windows Workflow Foundation: Infrastruktur für die einfachere Entwicklung von Workflow-Anwendungen, sowohl in geschäftlicher als auch technischer Hinsicht, aber auch für dokument- und webbasierte Workflows. Bietet zudem grafische Designer für Visual Studio (Modeling mittels Fluss- und Zustandsdiagrammen). Funktionen hiervon sollen u.a. in zukünftigen Versionen von Office (SharePoint) und BizTalk verwendet werden.
  • Erweiterte Suchmöglichkeiten: Suchergebnisse werden sofort anzeigt, im Gegensatz zur Suchfunktion von Windows XP, bei der mehrere Minuten bis zur Anzeige von Suchergebnissen vergehen können, insbesondere bei deaktiviertem Windows-Indexdienst. Die Windows-Vista-Suche wird das Hinzufügen von mehreren Filtern ermöglichen, um die Suche stetig zu verfeinern (wie z. B. „Datei enthält das Wort 'Beispiel'“). Suchanfragen können, wie die Smart_folder unter Mac OS X, gespeichert werden und dann als virtuelle Ordner fungieren, indem beim Öffnen eines solchen Ordners die entsprechende Suchanfrage automatisch ausgeführt wird und dann deren Ergebnisse als normaler Ordner dargestellt werden. Die Vista-Suche basiert auf einer erweiterten und verbesserten Version des Indizierungs-Dienstes für die Windows-XP-Suche.
  • Verbesserte Rechte- und Benutzerkonten-Verwaltung, die das Arbeiten ohne Administrator-Rechte erleichtern soll, im Speziellen ein Internet Explorer 7 mit eingeschränkten Rechten („Low-Rights IE“), um die Sicherheit zu erhöhen.
  • Microsoft Gadgets sind kleine spezialisierte Hilfs-Applikationen, die entweder auf dem Desktop oder in einer Sidebar eingebunden werden können und beispielsweise Informationen über Nachrichten, das Wetter, u. ä. anzeigen. Diese sind vergleichbar mit den Dashboard Widgets unter Mac OS X. *
  • Ein neuer E-Mail-Client („Windows Mail“), welcher das bisher in Windows verwendete Outlook Express ersetzen soll. Windows Mail soll einen integrierten Spam-Filter enthalten, welcher schon von Beginn an völlig selbstständig filtern kann, ohne dass man ihn noch darauf trainieren muss.
  • Die neue Version des Microsoft-Browsers, jetzt umbenannt in „Windows Internet Explorer“ 7.0+
  • Parental Control: Eltern können zukünftig festlegen, wann, wie lange und mit welchen Programmen ihre Kinder den Computer benutzen dürfen. Auch die Einschränkung des Internetzugriffs ist möglich. Schließlich beinhaltet die neue Funktion auch die Möglichkeit, die Nutzung des Computers zu überwachen.
  • Neue Anwendungen: Spiele (Schach-Giganten, Mahjongg-Giganten und Lila Land), Windows Backup (ersetzt das alte NTBackup), Windows Kalender (mit WebDAV-Unterstützung), „Windows Collaboration“ (Codename), Windows Defender (Schutz vor Malware).
  • XML Paper Specification (XPS, vormals „Metro“): Microsofts geräteunabhängiges Dokumentenformat der nächsten Generation, das auf XML basiert. Es ist in vielerlei Hinsicht ähnlich zu Adobe Systems' PDF. XPS soll Benutzern erlauben, Dateien ohne das Originalprogramm, mit dem sie erstellt wurden, zu betrachten, zu drucken und zu archivieren. XPS wird unter Windows Vista als Standardformat für die Druckausgabe dienen und soll in Zukunft auch von Druckern direkt unterstützt werden.
  • Next-Generation Secure Computing Base (früher Palladium): Damit verspricht Microsoft eine höhere Sicherheit.
  • Ein neu entwickeltes Hilfesystem namens AP Help, das auf XML basiert und Inhalte völlig anders darstellen wird als von den bekannten HTMLHelp-Dateien gewohnt.
  • Schneller Bootvorgang bei Hybrid-Festplatten mit nicht-flüchtigem Flash-Speicher.
  • Verbesserte Geschwindigkeit, vor allem durch die Windows 2003-Codebasis.
  • Volle Unterstützung für das NX-Bit von Prozessoren zum Schutz vor Pufferüberläufen.
  • Ein neues Installationsprogramm, das Windows Vista mittels einer Image-Technik in etwa 15 Minuten installiert.
  • Unterstützung von RAW-Bilddaten, wie sie von Digitalkameras erzeugt werden.
  • Unterstützung für eingebettetes RSS, mit Programmierschnittstelle für Entwickler.
  • Benutzen von Beamern über das Netzwerk.
  • Ein Präsentationsmodus.
  • Mehrere Uhrzeiten aus verschiedenen Zeitzonen können angezeigt werden.
  • GINA wurde abgeschafft, Nachfolger ist nun ICredentialProvider.
  • Neuer Audio-Stack (Gerätetreiber arbeiten nun im User-Space).
  • Neuer Netzwerk-Stack (bringt native IPv6-Unterstützung und bessere Performance).

Gerüchte um zusätzliche Features

  • WinFS Update: Wie am 26.06.2006 der Fachpresse zu entnehmen war, wird WinFS von Microsoft nicht weiter entwickelt. Quelle: http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/meldung/74688
- (Codename: Windows Future Storage): Eine Dateisystem-Erweiterung zur assoziativen Dateiverwaltung, die Dateien nicht nur nach ihrem virtuellen Speicherort und Namen indiziert (z. B. c:\Windows\Fonts\Arial.ttf), sondern auch nach diversen Eigenschaften (z. B. Typ: Schriftart; Schriftart-Klasse: Sans-Serif; Schriftart-Schriftschnitt: Fett; Verwendet von: System, Anwender; Erstellt am: 8. April 1983; Gespeichert am: 12. Oktober 2006; freigegeben für: Ivonne Schönherr, Ilja Richter; etc.). Dateien werden also gefunden, indem man sie nach ihren Attributen (Eigenschaften) sortiert bzw. selektiert, ähnlich wie es mit Spotlight bereits in Apple Mac OS X seit der Version 10.4 implementiert ist. - - Ursprünglich war geplant, WinFS auf Grundlage einer SQL-Datenbank zu entwickeln, mittlerweile wurde aber bekannt gegeben, dass vorerst das bisherige NTFS erweitert werden soll, um eine Quasi-SQL-Funktionalität darzustellen. Während es bis Anfang 2006 noch Gerüchte gab, dass die erste BETA des NTFS-basierten WinFS erst nach der Veröffentlichung von Windows Vista erscheint, hat Microsoft im Januar 2006 überraschend doch eine Betaversion veröffentlicht, die unter den Testern auch als relativ stabil gilt. Offenbar wird WinFS nun doch Teil des Windows-XP-Nachfolgers. Beobachter vermuten, dass Microsoft auf diese Weise einen größeren Kaufanreiz für Windows Vista schaffen will, denn ohne WinFS würde Vista nur wenige grundlegende Änderungen aufweisen können.
  • Windows PowerShell (ehemals „Microsoft Command Shell“, entwickelt unter dem Codenamen „Monad“): Ein neuer Windows-Kommandozeileninterpreter, welcher die aus Unix-Shells bekannte Philosophie von Pipes und Filtern mit dem Paradigma der objektorientierten Programmierung verbindet und als Nachfolger des Kommandozeilenprogramms cmd.exe dienen sollte. Microsoft hat sich jedoch dazu entschieden, die PowerShell nicht wie ursprünglich geplant mit Windows Vista zu veröffentlichen. Stattdessen wird diese eigenständig entwickelt und unabhängig über Windows Update oder das MS Download Center verfügbar sein.
  • Unterstützung für das Extensible Firmware Interface (EFI), eine Schnittstelle, die das alternde BIOS ablösen soll. Da es Probleme gibt, ein ISO gleichzeitig sowohl zu BIOS als auch zu EFI kompatibel zu machen, werden die Installations-CD für Rechner mit BIOS EFI nicht unterstützten.

Systemvoraussetzungen


Die minimalen Systemvoraussetzungen für das Endprodukt stehen noch nicht fest und sollen laut Microsoft vor Sommer 2006 auch noch nicht endgültig festgelegt werden. Im Mai 2006 wurden allerdings einige vorläufige Details veröffentlicht:

  • Einen aktuellen, Intel-Pentium- oder AMD-Athlon-basierten PC (Taktfrequenz: min. 800 MHz; empfohlen >1.0 GHz)
  • Mindestens 512 MB Arbeitsspeicher (empfohlen wird 1 GB, für die 64 Bit-Version 2 GB. Laut Microsoft sind 4GB nötig um alle Funktionen von Vista nutzen zu können)
  • Festplatte mit min. 20 GB und 15 GB freiem Speicherplatz (allein die Roh-Installation des Systems benötigt ca. 8 GB) und 7.200 RpM und min. 2 MB Cache (8 MB empfohlen); NCQ wird empfohlen
ACHTUNG: Vista akzeptiert für das System nur Festplatten-Partitionen, die mit dem Dateisystem NTFS formatiert sind. FAT und FAT32 werden jedoch für Anwendungsdaten vollständig unterstützt.

  • HDCP-kompatible Grafikkarte und Monitor, um HD-Videos in voller Qualität sehen zu können (ohne HDCP wird die Qualität automatisch heruntergesetzt)
  • Fast Ethernet (100 Mbit/s) wird empfohlen
  • WLAN für Notebooks empfohlen

Die Grafikkarten-Voraussetzungen hängen von den drei Grafikmodi ab.

Microsoft kündigte fest an, dass jeder aktuell verkaufte Mittelklasse-PC die Mindestanforderungen von Windows Vista erfülle. Mindestanforderung für Windows Vista bedeutet natürlich nicht Mindestanforderung für den Grafikmodus "Aero Glass", allerdings erfordert Aero Glass keinen besseren Prozessor als die anderen Grafikmodi.

Aero Glass

Dieser Grafikmodus beinhaltet die Unterstützung für 3D-Grafik, Animation und visuelle Spezialeffekte, die die bestmögliche Oberfläche mit Windows Vista möglich machen. Dieser Grafikmodus benötigt folgende Voraussetzungen:

  • Eine Grafikkarte mit AGP 8X oder PCI-Express (mit 16 Bit breitem Bus).
  • DirectX-9.0-Unterstützung (seit Build 5342 sollen auch DirectX 8 fähige Grafikkarten genügen)
  • Mindestens 64 MB RAM (Bei hohen Auflösungen, vollen Details und vielen gleichzeitig geöffneten Fenstern werden 256 MB empfohlen)
  • Einen standardkonformen WDDM-Grafiktreiber (Windows Vista Display Driver Model)

Unterstützte Grafik-Chipsätze:

  • ATI: Radeon 9500, 9600, 9700, 9800, X300, X550, X600, X700, X800, X850, X1300, X1600, X1800, X1900
  • Nvidia: FX 5200, 5500, 5600, 5700, 5800, 5900, 5950, 6100, 6150, 6200, 6600, 6800, 7300, 7600, 7800, 7900, 7950

Aero Basic

Dieser Grafikmodus liefert die minimale Hardware-Beschleunigung für die Oberfläche von Vista und ist die Minimalvoraussetzung für neue Systeme:

  • Windows-XP-Treiber (WDM), (Vista-Grafiktreiber wird empfohlen)
  • mindestens 32 MB Grafikkartenspeicher
  • Unterstützung einer Farbtiefe von mindestens 32 Bit pro Pixel
  • 3D-Hardware-Beschleunigung, die mit DirectX 9 kompatibel ist
  • eine Grafikkarte mit AGP 4X oder PCI-Express (mit 8 Bit breitem Bus)

Classic

Dieser Grafikmodus entspricht der Oberfläche von Windows 2000. In diesem Modus wird die Oberfläche von der CPU statt von der Grafikkarte erzeugt. Wenn die Grafik-Hardware die Voraussetzungen nicht erfüllt, läuft das System automatisch in diesem Modus.

Kritik


Next-Generation Secure Computing Base

Einige Kritiker befürchteten unter Berufung auf erste Anhaltspunkte (Stand 2004), dass die Benutzer an Produkte von Microsoft gebunden werden sollen, da zum Beispiel Word-Dokumente verschlüsselt auf der Festplatte abgelegt werden und nur von vertrauenswürdiger Software geöffnet werden können. Um freie Software wie OpenOffice.org weiter unter Windows betreiben zu können, müsste von den Entwicklern für jede Version eine Zertifizierungsgebühr entrichtet werden oder das System in einen so genannten „Untrusted“-Modus gebracht werden, der die Ausführung von „Untrusted“-Programmen (also nicht zertifizierter Software) nicht unterbindet. Die Benutzung von Microsoft-Produkten ohne den Besitz der Produktlizenz wird laut der Aussage von Bill Gates auf jeden Fall nicht mehr möglich sein. Durch diese Technologie könnte Microsoft auch die Nutzung aller kostenloser Software unterbinden, da diese womöglich nicht mehr ohne Lizenzgebühren weitergegeben werden kann. Außerdem ist NGSCB geradezu optimal geeignet, um DRM in Windows fest zu integrieren.

NGSCB gilt seit der WinHEC 2004 als Folge von Entwicklungproblemen und massivem Protest jedoch als verworfen, den Nexus-Kernel gibt es (in Windows Vista) nicht. Die Zertifizierungen wurden ebenso wenig in die Tat umgesetzt. DRM könnte aber dennoch über TCG gefestigt ins System integriert werden.

Kompatibilität von Aero-Glass und OpenGL

Der ursprüngliche OpenGL-1.1-Software-Emulator-Treiber von Windows XP wird in Vista durch einen OpenGL-1.4-D3D-Translator mit Hardware-Beschleunigung ersetzt. Die volle OpenGL-Leistung lässt sich weiterhin nur mit dem zur Grafikkarte gehörenden OpenGL-Treiber erreichen. Falls dazu ein Windows XP Treiber verwendet wird, wird der Aero-Glass-Modus deaktiviert. Dies gilt allerdings nur für die gleichzeitige Darstellung von DirectX und OpenGL, also bei der Darstellung der OpenGL-Anwendung im Fenster, wie das etwa bei CAD-Arbeiten üblich ist, Vollbildanwendungen, die den OpenGL-Treiber des Grafikkartenherstellers verwenden, sollen auch von einem Aero-Glass-Desktop gestartet und in vollem Umfang genutzt werden können. Für die volle OpenGL-Unterstützung auch im Fenster und gleichzeitig aktiven Aero Glass Modus sind neue Vista-Treiber für die Grafikkarte erforderlich. Ursprünglich plante Microsoft, auf diese Möglichkeit zu verzichten, sah sich aber nach Protesten gezwungen, auch in der neuesten Windows Version OpenGL vollständig zu unterstützen.

Androhung auf Auslieferungsstopp durch die EU

Mittlerweile hat die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes Microsoft mit einem Verkaufsstopp gedroht, falls weiterhin die Auflagen der EU, Funktionen nicht im Betriebssystem zu verankern, nicht beachtet würden.

Applikationen

Die internen Windows Applikationen wie WordPad, Editor (Notepad), Taschenrechner aus Windows 3.1 bis XP werden wahrscheinlich wieder nahezu unverändert übernommen, zumindest wurden hier keinerlei Verbesserungen angekündigt. Ebenso wird in Windows Vista kein eigenes Programm zur Anzeige von PDF-Dateien und keine Möglichkeit typische CD-Images zu brennen (unter anderem .iso, .bin, .nrg, .mds) oder diese zu lesen bzw. zu mounten enthalten sein (die nötigen Funktionen sind aber in Vista enthalten und können durch Anwendungen von Drittherstellern benutzt werden). Hyperterm scheint allerdings ersatzlos entfallen zu sein.

Hybridfestplatte

Microsoft setzt sich mit Windows Vista stark für die Einführung von Hybrid-Festplatten ein. Ab Herbst 2007 dürfen Notebooks nur noch mit dem Vista-Prüfsiegel versehen werden, wenn sie eine Hybrid-Festplatte enthalten.

Microsoft verschweigt dabei allerdings vollkommen die großen Nachteile von Hybridfestplatten, die vor allem von der sehr begrenzten Lebensdauer von Flash-Speicherchips herrühren. Es sieht so aus, als würde Microsoft die Technologie nur als Werbemotor nutzen, denn ihr Einsatz in dem Rahmen, wie Samsung und Microsoft es vorsehen, ist alles andere als sinnvoll.

Für mehr Informationen siehe Hybridfestplatte.

Sonstiges


Der interne Codename während der Entwicklungsphase lautete Longhorn, nach einer Bar in der Nähe des Skiorts Whistler-Blackcomb.

Der neuen, geplanten Systemschriftart Segoe hat das Europäische Amt für Marken, Muster und Modelle in Alicante in der z. Zt. vorliegenden Form den Musterschutz versagt, denn die Schrift erfülle nicht die Bedingung der Neuerung. Segoe sei optisch als identisch zur Schrift Frutiger von Linotype zu beurteilen.

Entgegen früherer Ankündigungen von Microsoft wird Windows Vista in den Client-Versionen noch nicht die EFI-Technologie integrieren. Dies trifft sowohl 32-Bit- als auch 64-Bit-Version zu. Das neue Bios wird erst für eine überarbeitete 64-Bit-Version des Vista-Betriebssystems erwartet. Vista bleibt damit hinter den aktuellen Intel-Macs zurück, die bereits das moderne EFI unterstützen. Die Beta 2 ist für die Öffentlichkeit verfügbar, jedoch ist mit langen Downloadzeiten (über 3 GByte) zu rechnen. --> Der Download der Beta 2 ist jetzt nur noch für bereits registrierte Nutzer möglich. Eine (Neu-)Registrierung ist leider nicht mehr möglich.

Weblinks


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