Microdrive ist die Bezeichnung für eine sehr kleine (<= 1Zoll=2,5cm) Festplatte.
MicroDrive1GB.jpg Als eigenständiges Gerät kommt diese Festplatte in der Bauform einer CompactFlash-Karte (insbesondere für Digitalkameras) oder als USB-Stick zum Einsatz. Als integriertes Gerät werden Microdrives z.B. in MP3-Player, Personal Digital Assistant, Navigationssysteme oder Mobiltelefone eingebaut, sofern die Geräte über eine große Speicherkapazität verfügen müssen.
Microdrives haben im Gegensatz zur Flash-Speicherung den Nachteil mehr Strom und Platz zu beanspruchen, jedoch den Vorteil relativ gesehen (auf die Speichergröße umgerechnet) bei großen Kapazitäten preiswerter zu sein, bzw. diese überhaupt zur Verfügung stellen zu können.
Speichertypen als USB-Stick im Vergleich: Flash-Technik, 2GB, 100Eur / Microdrive, 8GB, 120 Eur (Stand: Juli 2006)
Die im Bild gezeigte Karte ist 42,8 mm × 36,4 mm × 5 mm groß und verfügt über 50 Pins.
Dieses war für damalige Verhältnisse billig und schnell und diente den Homecomputern ZX Spectrum und später der QL-Serie. In einer speziellen "Cartridge" befand sich ein zu einer Endlosschleife verbundenes Chromdioxidband, halb so breit wie das in den zu jener Zeit populären Audio-CompactCassetten. Aufgrund des Laufgeräusches und der unüblichen Konstruktionsweise wurde dieses Band im Jargon gerne als "rasender Schnürsenkel" betitelt.
Im Laufwerk diente ein nur mechanisch (zur Bandführung) modifizierter Stereo-Tonkopf zum Lesen und Schreiben der Bits in Backstein-Anordnung.
So wurden auf einer Cartridge 85 KB (Spectrum) bzw. ca. 100 KB (QL, identisches Medium, dichteres Aufzeichnungsformat) gespeichert.
IBMs Produkt Microdrive war die erste miniaturisierte Festplatte und gab der Produktkategorie ihren Namen.
In der ersten Generation hatten Microdrives Kapazitäten von 340 MB sowie 512 MB. Bereits die 340 MB Version wurde von der NASA genutzt, um den kleinen Computern in den Raumanzügen einen ausreichenden Datenspeicher zur Verfügung zu stellen. Es folgten Generationen mit Kapazitäten von 512 MB und 1 GB. Zwischenzeitlich verkaufte auch Iomega als Wiederverkäufer eine 340 MB Version. Es wurden auch Microdrives mit einer Kapazität von 2,2 GB als sogenannte Magicstore verkauft.
Nach dem Verkauf der Festplattensparte von IBM an Hitachi fertigen diese nun das (eigentlich nicht mehr ganz originale) „Original Microdrive“ mit Kapazitäten bis zu 8GB her. Auch Seagate stellt Microdrives mit Kapazitäten von 2,5 GB und 6 GB her.
Drehgeschwindigkeit: 3.600 Umdrehungen pro Minute.
Datenrate: Lesen/Schreiben ca. 10/5 Megabyte/s.
Abmessungen: 40 x 30 x 5 mm, Gewicht: 13g.
Microdrives können in sämtliche Lagen betrieben werden, d.h. also z.B. auch 'auf dem Kopf stehend', was bei großen Festplatten meistens nicht erlaubt ist.
Prinzipiell sollte vor dem Kauf eines Speichermediums mit über 1GB Speicher überprüft werden ob das Gerät, dessen Daten zu speichern sind, Medien in dieser Größe überhaupt ansprechen kann. Normalerweise wird das Dateisystem FAT32 für Medien über 1GB verwendet. Insbesondere ältere Geräte (Kaufdatum < ca. Jahr 2003) können häufig nur mit FAT16 formatierte Medien ansprechen (und sind somit auf 1GB beschränkt).
In der Spezifikation für das Microdrive 1GB stehen folgende Einschränkungen: Maximal 140 Betriebsstunden / Monat. Während dieser Zeit darf sie maximal 20% Such-, Schreib- und Leseoperationen durchführen.
Hieraus ergibt sich dass ein Microdrive nicht als Ersatz für eine herkömmliche Festplatte in einem PC verwendet werden kann.
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