| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen-Metzingen.png | Karte_metzingen_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Tübingen |
| Region: | Neckar-Alb |
| Landkreis: | Reutlingen |
| Gemeindeart: | Große Kreisstadt |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 350 m ü. NN |
| Fläche: | 34,61 km² |
| Einwohner: | 21.889 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 632 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 72541-72555 (alt: 7430) |
| Vorwahl: | 07123 |
| Kfz-Kennzeichen: | RT |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 15 050 |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 2 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Stuttgarter Str. 2-4 72555 Metzingen |
| Webseite: | www.metzingen.de |
| E-Mail-Adresse: | stadt@metzingen.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Dieter Hauswirth |
Die Einwohnerzahl Metzingens überschritt 1990 die Grenze von 20.000. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Oktober 1990 beschloss.
Riederich, Grafenberg, Kohlberg ¹, Neuffen ¹, Dettingen an der Erms, St. Johann, Eningen unter Achalm und Reutlingen.
Die eingemeindeten Orte sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden.
Zur Kernstadt Metzingen gehören noch die räumlich getrennten Wohnplätze mit eigenem Namen Korrenhof, Schieferwerk und Weimerstal, die aber nur sehr wenige Einwohner haben. Ferner gibt es auch Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Hierzu gehören die Haugenrainsiedlung und Neugreuth.
Nach 1700 siedeln sich die ersten Textil- und Gerberbetriebe in Metzingen an. Durch die Industrialisierung kommt es um 1800 zu einem raschen Bevölkerungswachstum. 1820/24 werden die ersten Textilfabriken in Metzingen gebaut.
Erst 1831 verleiht König Wilhelm I. auf Bitten der Zunftvorsteher die Stadtrechte an Metzingen. 1859 wird Metzingen an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was zu einem Aufschwung der lokalen Wirtschaft führt. Bei der Kreisreform 1938 wird der Landkreis Urach aufgelöst. Metzingen kommt zum Landkreis Reutlingen. Ab 1945 gehörte die Stadt zum Land Württemberg-Hohenzollern und seit 1952 zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern.
Bei der Gebietsreform der 1970er Jahr werden die Nachbarorte Neuhausen an der Erms und Glems eingemeindet. Damit erhält das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung. Am 1. Oktober 1990 wird Metzingen zur Großen Kreisstadt erhoben.
Das am Albtrauf gelegene Dorf Glems wurde 1254 als "villa Glems" erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich war es eine Tochtersiedlung des benachbarten Dettingen an der Erms und gehörte zunächst zur Grafschaft Urach. Kurze Zeit später kam es an die Grafen von Württemberg und gehörte zum Unteramt Dettingen innerhalb des Amtes bzw. Oberamtes Urach. 1938 kam der Ort zum Landkreis Reutlingen.
Neuhausen wurde 1089 als "Niuwinhusin" erstmals erwähnt. Die beiden Achamgrafen Kuno und Liutold schenkten Teile des Ortes seinerzeit dem Kloster Zwiefalten. 1431 verkaufte auch Heinrich Truchseß zu Neuhausen seinen Besitz dem Kloster Zwiefalten, das somit das Gericht und die Vogtei über das Dorf innehatte. Im 15. Jahrhundert fasste allmählich Württemberg Fuß im Ort, doch blieben Vogtei und Obrigkeit weiterhin dem Kloster zu. Erst 1749 ging die Herrschaft auf Württemberg über. Danach gehörte Neuhausen zum Oberamt Urach. 1938 kam der Ort zum Landkreis Reutlingen.
Die Kirchengemeinde Metzingen wuchs durch Zuzug nach dem 2. Weltkrieg stark an. So wurde 1960 die Friedenskirche erbaut, die 1965 zur Pfarrei erhoben wurde. Eine weitere Pfarrei entstand in Neugreuth 1971. Die drei Kirchengemeinden bilden heute die Gesamtkirchengemeinde Metzingen.
Auch in Glems wurde infolge der Zugehörigkeit des Ortes zu Württemberg die Reformation eingeführt. Bis 1518 hatte der Ort kirchlich noch zu Dettingen gehört, dann wurde er vorübergehend eigene Pfarrei, die jedoch kurz nach der Reformation wieder aufgehoben wurde. Danach wurde der Ort der neu eingerichteten Pfarrei Neuhausen zugeteilt. Der Ort erhielt 1762 eine Kapelle, die später zur Kirche erweitert wurde.
In Neuhausen an der Erms wurde ebenfalls die Reformation eingeführt. Kirchlich gehörte der Ort zu Dettingen. Eine Kapelle Zu Unserer Lieben Frau wird jedoch bereits im 14. Jahrhundert erwähnt. Nach der Reformation wurde Neuhausen Sitz einer eigenen Pfarrei, die auch den Nachbarort Glems betreute. Die alte Marienkapelle wurde um 1570 zur Pfarrkirche ausgebaut und den 12 Aposteln geweiht. Weitere Umbaumaßnahmen wurden 1754 vorgenommen.
Die heutigen Kirchengemeinden im Metzinger Stadtgebiet (Martinsgemeinde, Friedenskirchengemeinde, Neugreuth, Glems und Neuhausen) gehören heute zum Dekanat Bad Urach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken nach Metzingen. Die Gemeinde konnte 1881 ihre eigene Kirche St. Bonifatius bauen, die 1918 zu Pfarrei erhoben wurde. Zur Kirchengemeinde gehören auch die Katholiken in Glems und Neuhausen. Sie gehört zum Dekanat Reutlingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Metzingen auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Evangelisch-methodistische Kirche, eine Freie Evangelische Versammlung, zwei Versammlungen der Zeugen Jehovas und eine Unabhängige Baptistengemeinde.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1383 | 150 |
| 1470 | 1.230 |
| 1598 | 2.030 |
| 1661 | 1.196 |
| 1763 | 2.214 |
| 1803 | 3.146 |
| 1849 | 4.371 |
| 1861 | 4.318 |
| 1. Dezember 1871 ¹ | 4.706 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 5.360 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 5.460 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 6.337 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 6.587 |
| Jahr | Einwohnerzahlen | ||
|---|---|---|---|
| 16. Juni 1933 ¹ | 7.041 | ||
| 17. Mai 1939 ¹ | 7.752 | ||
| 13. September 1950 ¹ | 9.660 | ||
| 6. Juni 1961 ¹ | 11.819 | ||
| 27. Mai 1970 ¹ | 14.475 | ||
| 31. Dezember 1975 | 19.224 | ||
| 31. Dezember 1980 | 19.473 | ||
| 27. Mai 1987 ¹ | 19.468 | |-31. Dezember 1990 | 20.754 |
| 31. Dezember 1995 | 21.447 | ||
| 31. Dezember 2000 | 21.679 | ||
| 30. Juni 2005 | 21.889 |
Das Wappen wurde der Gemeinde durch Herzog Johann Friedrich von Württemberg 1616 verliehen. Die Hirschstangen symbolisieren die Zugehörigkeit zu Württemberg. Der Kohlkopf wurde schon zuvor in einem Signet des Gerichts und der Heimbürgen geführt. Die Herkunft ist jedoch nicht bekannt. Die Flagge wurde im 19. Jahrhundert eingeführt.
Das Alte Rathaus Metzingen wurde 1668 erbaut. Der Marktbrunnen stammt von 1758. Die evangelische Martinskirche wurde 1613 fertig gestellt. Zu weiteren Kirchen vgl. den Abschnitt Religionen.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Pumpspeicherwerk Glems.
Metzingen ist Sitz einiger Textilbetriebe, die hier jedoch meist nur noch ihre Design- und Verwaltungszentralen haben, da die tatsächliche Produktion außerhalb Deutschlands stattfindet. Das bekannteste Metzinger Unternehmen dürfte die Hugo Boss AG sein. Dadurch gibt es in Metzingen einen regen so genannten "Fabrikverkauf", bei dem vorwiegend bestimmte Marken-Kleidungsstücke (z.B. Reebok, Hugo Boss, Joop, Strenesse, Escada, Bally, usw.) zu leicht reduzierten Preisen verkauft werden. Daneben gibt es aber auch Outlets mit Ledermoden, Spielzeug und anderem mehr. Insgesamt gibt es über 60 verschiedene Verkäufe die auf der Outletschiene ihre Produkte verkaufen. Metzingen dürfte einer der größten Outlet bzw Fabrikverkaufsstandorte Deutschlands sein wenn nicht gar der größte.
Die Hugo BOSS AG gab am 2. Mai 2005 in einer Pressemitteilung die Verlegung des Firmensitzes nach Zug in der Schweiz bekannt. Aus Sicht der Stadt Metzingen führt diese Entscheidung in den nächsten Jahren zu Gewerbesteuerausfällen in Höhe einer zweistelligen Millionensumme.
Laut FAZ vom 07.05.05 S.11 (gleiche Zahl im rheinischen Merkur 13.06.06) gibt es in Metzingen über 60000qm sogenannte Fabrikverkäufe und 10000 sind neu geplant.
Die Stadt ist ein bekannter Weinort im Weinbaugebiet Württemberg mit der Winzergenossenschaft Metzingen-Neuhausen.
Die elektrifizierte Neckar-Alb-Bahn Stuttgart - Tübingen bedient den Bahnhof der Stadt, von dem außerdem die einspurige Strecke der Ermstalbahn in Richtung Bad Urach abzweigt . Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 219.
Ebenso eine Metzinger Ausgabe des Reutlinger Generalanzeiger. In Metzingen ist zudem der regionale TV-Sender RTF.1 - Fernsehen für die Region Neckar-Alb zu empfangen.
Der Landkreis Reutlingen ist Träger der Gewerblichen Schulen Metzingen. Die private Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege rundet das Schulangebot Metzingens ab. Ferner gibt es noch eine Musikschule, die als eingetragener Verein (e. V.) organisiert ist.
Weitere Bildungseingrichtungen sind die fba, Familienbildungsarbeit Metzingen und die Volkshochschule Metzingen.
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