Methotrexat (MTX) ist ein Medikament, welches die Zellteilung hemmt: Zytostatikum, Immunsuppressivum. Es wirkt, als geringfügige chemische Modifikation des Vitamins Folsäure, als Gegenspieler (Antimetabolit) der für die Zellteilung erforderlichen Folsäure; es wird daher auch als Folsäure-Antagonist bezeichnet. Durch ein viel höheres Bindungsvermögen des Methotrexats an das Enzym Dihydrofolat-Reduktase kommt es zu einer Hemmung der Nukleinsäuresynthese.
Methotrexat wird vor allem bei schweren Erkrankungen eingesetzt. Zur Anwendung ist der Arzneistoff in Tablettenform und zur intravenösen oder intramuskulären Injektion verfügbar. Außerdem kann Methotrexat auch intrathekal (in das Nervenwasser) verabreicht werden.
Bei Anwendung von hochdosiertem Methotrexat (mehr als 500 mg/m2 KOF ist die zeitlich in definierten Abständen erfolgende Gabe von Calciumfolinat (ein Antagonist und Antidot von Methotrexat) zwingend, da an sonsten schwere Komplikationen drohen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (meistens intravenös bis zu 3000 mL/m2 KOF/Tag) ist ebenfalls sehr wichtig zur Gewährleistung einer regelrechten Ausscheidung von Methotrexat. Bei einer Methotrexat-Vergiftung (beispielsweise bei Nicht-Ausscheiden von Methotrexat über die Niere) ist die Gabe des Methotrexat-spaltenden Enzyms Carboxypeptidase G2 erfolgreich.
Bei den Tumorerkrankungen wird Methotrexat zumeist hochdosiert als intravenöse Infusion eingesetzt. Eine Verabreichung von Methotrexat in das Nervenwasser (intrathekal) wird entweder zur Vorbeugung oder zur Behandlung eines Befalls des Zentralnervensystems (Gehirn, Rückenmark) durch eine ALL oder ein NHL durchgeführt. Beim Medulloblastom und Ependymom erfolgt der Einsatz von Methotrexat sowohl als intravenöse Infusion als auch als intrathekale Gabe. Beim anaplastischen Astrozytom und Glioblastom im Kindesalter erfolgt eine hochdosierte intravenöse Therapie im Rahmen einer Behandlungsstudie.
In der Dauertherapie der akuten lymphatischen Leukämie sowie bestimmter Non-Hodgkin-Lymphome werden auch Methotrexat-Tabletten verabreicht (1 x wöchentlich).
Wie bei anderen Zytostatika auch, leiten sich die Nebenwirkungen vor allem von den hemmenden Auswirkungen auf sich schnell teilende Körperzellen ab:
Eine Schwangerschaft muss bei der Behandlung mit MTX ausgeschlossen sein, da Schäden im Erbgut auftreten können. Dies gilt für Männer und Frauen. Nach dem Abschluss der Behandlung muss für die folgenden drei Monate die Empfängnisverhütung fortgesetzt werden.
Als Antidot steht die Folinsäure und Carboxypeptidase G2 zur Verfügung.
Zytostatikum | Immunsuppressivum
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