Die Methode der kleinsten Quadrate (bezeichnender auch: der kleinsten Fehlerquadrate; englisch: Least Squares Method) ist das mathematische Standardverfahren zur Ausgleichungsrechnung. Es ist eine Wolke aus Datenpunkten gegeben, die physikalische Messwerte, wirtschaftliche Größen usw. repräsentieren können. In diese Punktwolke soll eine möglichst genau passende, parameterabhängige Modellkurve gelegt werden. Dazu bestimmt man die Parameter dieser Kurve numerisch, indem die Summe der quadratischen Abweichungen der Kurve von den beobachteten Punkten minimiert wird.
In der Grafik sind die -Paare als Datenpunkte zu erkennen. Es wurde hier eine logistische Funktion in die Punktwolke gelegt. Die Parameter dieser Funktion werden so bestimmt, dass die Quadratsumme der senkrechten Abweichungen e der Beobachtungen y von der Kurve minimiert wird.
In der Stochastik wird die Methode der kleinsten Quadrate meistens als Schätzmethode in der Regressionsanalyse benutzt. Diese Begriffe werden, ebenso wie Ausgleichsrechnung, häufig von den Anwendern synonym gebraucht. In der mathematischen Statistik nennt man das Verfahren auch Kleinste-Quadrate-Schätzung, während in der Physik der Begriff Fitting verwendet wird. Die Fülle an Begriffen demonstriert die Bedeutung und Verbreitung der Methode.
Angewandt als Systemidentifikation ist die Methode der kleinsten Quadrate in Verbindung mit Modellversuchen für Ingenieure ein Ausweg aus der paradoxen Situation, Modellparameter für unbekannte Gesetzmäßigkeiten zu bestimmen.
Am Neujahrstag des Jahres 1801 entdeckte der italienische Astronom Giuseppe Piazzi den Asteroiden Ceres. 40 Tage konnte er die Bahn verfolgen, dann verschwand Ceres hinter der Sonne. Im Laufe des Jahres versuchten viele Wissenschaftler anhand von Piazzis Beobachtungen die Bahn zu schätzen (die Lösung der nichtlinearen Kepler-Gleichungen ist sehr schwierig). Die meisten Rechnungen waren unbrauchbar; als einzige war diejenige des 24jährigen Carl Friedrich Gauß genau genug (die Grundlagen schuf er schon 1795 mit 18 Jahren), um dem deutschen Astronomen von Zach zu ermöglichen, im darauffolgenden Dezember den Asteroiden wiederzufinden. Gauß erlangte dadurch Weltruhm. Sein Verfahren, die Methode der kleinsten Quadrate, publizierte er erst 1809 im zweiten Band seines himmelsmechanischen Werkes Theoria Motus Corporum Coelestium in sectionibus conicis solem ambientium. Unabhängig davon entwickelte der Franzose Adrien-Marie Legendre 1806 dieselbe Methode.
1829 konnte Gauß eine Begründung liefern, wieso sein Verfahren im Vergleich zu den anderen so erfolgreich war: Die Methode der kleinsten Quadrate ist in einer breiten Hinsicht optimal, also besser als andere Methoden. Die genaue Aussage ist als der Satz von Gauß-Markov bekannt.
die von den q Variablen sowie p zusätzlichen Parametern abhängen soll, gut zu approximieren.
Für die Wahl dieser Modellfunktion geht man im Allgemeinen von einem vermuteten Funktionstyp aus (beispielsweise einer Parabel oder einer Exponentialfunktion), was im Fall einer unabhängigen Variablen t meistens unproblematisch ist. Die Parameter dienen zur Anpassung des gewählten Funktionstyps an den beobachteten Wert y. So müsste bei der gemessenen Dehnung einer Feder die gegebene Variable Kraft durch den Parameter Federkonstante relativiert werden. Ziel ist es nun, die Parameter so zu wählen, dass die Modellfunktion die Daten bestmöglich approximiert. Zu betonen ist hierbei, dass es im Allgemeinen wesentlich mehr Datenpunkte gibt als Parameter.
Zunächst ist es nicht klar, wie man die Güte verschiedener Approximationen beurteilen soll. Gauß und Legendre hatten die Idee, Annahmen über die Messfehler zu machen. Diese sollten im Durchschnitt Null sein; jeder Messfehler sollte die gleiche Varianz haben und von jedem anderen Messfehler stochastisch unabhängig sein. Man verlangt damit, dass in den Messfehlern keinerlei systematische Information mehr steckt, sie sollen also rein zufällig um Null schwanken. Außerdem sollten die Messfehler normalverteilt sein, was zum einen wahrscheinlichkeitstheoretische Vorteile hat und zum anderen garantiert, dass Ausreißer in y so gut wie ausgeschlossen sind.
Das Kriterium zur Bestimmung der Approximation sollte dieses also berücksichtigen und so gewählt werden, dass große Abweichungen der Modellfunktion von den Daten viel stärker bestraft werden als kleine. Mit Hilfe der Maximum-Likelihood-Methode kann letztendlich folgende Vorschrift begründet werden: Es sollen diejenigen Parameter ausgewählt werden, bei denen die Summe der Quadrate der Abweichungen zwischen entsprechender Modellkurve und Daten (die Quadratsumme der Residuen) minimal wird im Vergleich zu anderen Wahlen der Parameter, in Formelschreibweise
Äquivalent geht es darum, die euklidische Norm des Differenzvektors zu minimieren:
Wie genau dieses Minimierungsproblem gelöst wird, hängt von der Art der Modellfunktion ab. Häufig kann man mit Hilfe eines Streudiagramms zwischen tj und y schon Rückschlüsse auf den Funktionstyp ziehen.
Ein Spezialfall der Modellfunktion ist die lineare Form. Der einfachste lineare Ansatz ist . Man erhält in Matrixschreibweise
Für die resultierende Ausgleichsgerade dieses einfachen (aber durchaus relevanten) Beispiels lassen sich die Lösungen für die Parameter direkt angeben als
mit als arithmetischem Mittel der t-Werte, entsprechend.
Die Lösung für x1 kann mit Hilfe des Verschiebungssatzes auch als
angegeben werden.
Es wurden zufällig 10 Kriegsschiffe ausgewählt und bezüglich mehrerer Merkmale darunter Länge (m) und Breite (m) analysiert. Es soll nun untersucht werden, ob die Breite eines Kriegsschiffs möglicherweise durch die Länge erklärt werden kann. Das Streudiagramm zeigt, dass zwischen Länge und Breite eines Schiffs offensichtlich ein ausgeprägter linearer Zusammenhang besteht.
Es soll nun nach der Methode der kleinsten Quadrate eine Ausgleichsgerade errechnet werden. In der folgenden Tabelle sind die Daten zusammen mit den Zwischenergebnissen aufgeführt.
| Nummer | Länge (m) | Breite (m) | ti - t | yi - y | i | ti | yi | ti* | yi* | ti*yi* | ti*ti* | yi*yi* | align="right" | 1 | 208 | 21,6 | 40,2 | 3,19 | 128,238 | 1616,04 | 10,1761 | align="right" | 2 | 152 | 15,5 | -15,8 | -2,91 | 45,978 | 249,64 | 8,4681 | align="right" | 3 | 113 | 10,4 | -54,8 | -8,01 | 438,948 | 3003,04 | 64,1601 | align="right" | 4 | 227 | 31,0 | 59,2 | 12,59 | 745,328 | 3504,64 | 158,5081 | align="right" | 5 | 137 | 13,0 | -30,8 | -5,41 | 166,628 | 948,64 | 29,2681 | align="right" | 6 | 238 | 32,4 | 70,2 | 13,99 | 982,098 | 4928,04 | 195,7201 | align="right" | 7 | 178 | 19,0 | 10,2 | 0,59 | 6,018 | 104,04 | 0,3481 | align="right" | 8 | 104 | 10,4 | -63,8 | -8,01 | 511,038 | 4070,44 | 64,1601 | align="right" | 9 | 191 | 19,0 | 23,2 | 0,59 | 13,688 | 538,24 | 0,3481 | align="right" | 10 | 130 | 11,8 | -37,8 | -6,61 | 249,858 | 1428,84 | 43,6921 | align="right" | Σ | 1678 | 184,1 | 0,0 | 0,00 | 3287,820 | 20391,60 | 574,8490 |
|---|
Streudiagramm Kriegsschiffe.png
Man erhält nun analog zum oben angegebenen Fall zunächst
und entsprechend .
Damit bestimmt man x1 als
so dass man sagen könnte, mit jedem Meter Länge wächst ein Kriegsschiff im Durchschnitt etwa 16 Zentimeter in die Breite. Das Absolutglied x0 erhalten wir aus
wobei eine inhaltliche Interpretation aus stochastischen Gründen unterbleiben sollte. Die Anpassung der Punkte ist recht gut, es werden etwa 92 Prozent der Information in Breite mit Hilfe des Merkmals Länge erklärt.
Hat man mehrere unabhängige Modellvariablen , erhält man eine lineare Funktion der Art
was das lineare Gleichungssystem
ergibt. Fasst man die tij zur Datenmatrix A, die Parameter xj zum Parametervektor x und die Beobachtungen yi zum Vektor b zusammen, kann man das lineare Gleichungssystem auch in der bekannten Weise darstellen als
Der kleinste-Quadrate-Ansatz führt dann wieder wie oben auf ein lineares Ausgleichsproblem der Form
Dieses Minimierungsproblem hat immer eine Lösung. Hat die Matrix A vollen Rang, so ist sie sogar eindeutig. Die partiellen Ableitungen bezüglich der und Nullsetzen derselben zum Bestimmen des Minimums ergeben ein lineares System von Normalgleichungen
das bei Regularität der ((q+1)×(q+1))-Matrix auf der linken Seite eindeutig lösbar ist. Ferner hat die Systemmatrix die Eigenschaft, positiv definit zu sein, ihre Eigenwerte sind also alle positiv. Zusammen mit der Symmetrie von kann dies beim Einsatz von numerischen Verfahren zur Lösung ausgenutzt werden: beispielsweise mit der Cholesky-Zerlegung oder dem CG-Verfahren. Da beide Methoden von der Kondition der Matrix stark beeinflusst werden, ist dies manchmal keine empfehlenswerte Herangehensweise: Ist schon A schlecht konditioniert, so ist quadratisch schlecht konditioniert. Eine stabilere Alternative bietet die QR-Zerlegung mit Householdertransformationen, ausgehend vom ursprünglichen Minimierungsproblem und nicht den Normalgleichungen.
Ferner lässt sich das Minimierungsproblem mit einer Singulärwertzerlegung gut analysieren. Diese motivierte auch den Ausdruck der Pseudoinversen, einer Verallgemeinerung der normalen Inversen einer Matrix.
In der statistischen Regressionsanalyse spricht man bei mehreren gegebenen Variablen von multipler Regression. Der Ansatz ist auch als OLS (ordinary least squares) bekannt, im Gegensatz zu GLS (generalised least squares), dem verallgemeinerten Regressionsmodell bei Residuen, die von der Verteilungsannahme wie Unkorreliertheit und Homoskedastie abweichen. Dagegen liegen bei multivariater Regression für jede Beobachtung i (i=1, ...,n) r viele y-Werte vor, so dass statt eines Vektors eine (n×r)-Matrix Y vorliegt. Die linearen Regressionsmodelle sind in der Statistik wahrscheinlichkeitstheoretisch intensiv erforscht worden. Besonders in der Ökonometrie werden beispielsweise komplexe rekursiv definierte lineare Strukturgleichungen analysiert, um volkswirtschaftliche Systeme zu modellieren.
Strenggenommen ist die Normalverteilungsannahme für die abhängige Variable y nicht zwingend notwendig. Es sollen lediglich keine Ausreißer vorliegen. Diese verursachen numerische Probleme, ebenso wie Multikollinearität.
Multikollinearität entsteht, wenn die Messreihen zweier gegebener Variablen ti und tj sehr hoch korreliert sind, also fast linear abhängig sind. In diesem Fall wird die Determinante von sehr klein und die Lösungswerte werden unplausibel groß. Die Norm der Inversen wird umgekehrt ebenfalls sehr groß, die Kondition von ist stark beeinträchtigt. Die Normalgleichungen sind dann numerisch schwer zu lösen. Häufig tritt Multikollinearität auf, wenn das Regressionsmodell durch zu viele Regressoren überbestimmt ist. Neben numerischen Alternativen können auch mit Hilfe statistischer Tests die Variablen auf ihre Erklärungswerte für das Modell hin überprüft werden und gegebenenfalls entfernt werden.
Man kann bei sehr vielen in Frage kommenden Regressoren auch schrittweise eine Variablen-Selektion durchführen:
Auch mit Ridge-Regression kann Multikollinearität abgeholfen werden. Typischerweise sind bei multikollinearen Kreuzproduktmatrizen die Hauptdiagonalelemente zu klein. Man addiert hier iterativ kleine Beträge auf die Hauptdiagonale, bis sich die Matrix stabilisiert hat. Mit Hilfe eines Konditionierungskriteriums, etwa der Eigenwerte, kann dieser Prozess kontrolliert werden. Ob dieses Verfahren sinnvolle Ergebnisse liefert, muss wohl fallweise untersucht werden.
Als Ausreißer sind Datenwerte definiert, die „untypisch weit von der Masse der Daten entfernt sind“. Diese Werte beeinflussen die Berechnung der Parameter stark. Es gibt hier alternative Ausreißer-resistente Berechnungsverfahren wie gewichtete Regression oder das Drei-Gruppen-Verfahren. Bei der gewichteten Regression werden etwa die Ausreißer der abhängigen Variablen y mit 0 und die unproblematischen Werte mit 1 gewichtet, was die Unterdrückung des Ausreißers bedingt. Dieser Algorithmus nach Mosteller und Tukey (1977) wird als „biweighting“ bezeichnet. Denkbar wäre auch, die Gewichtung je nach Stärke des Ausreißers abzustufen. Im übrigen können auch Ausreißer in den Regressoren die Ergebnisse der Ausgleichsrechnung stark beeinträchtigen. Man spricht hier von Werten mit großer Hebelkraft (High Leverage Value).
| KorrRes.png | Heterosk.png | Ausreißer.png |
Mit dem Aufkommen leistungsfähiger Rechner gewinnt insbesondere die nichtlineare Regression an Bedeutung. Sie ermöglicht im Prinzip die Anpassung von Daten an jede Gleichung der Form . Da diese Gleichungen Kurven definieren, werden die Begriffe nichtlineare Regression und „curve fitting“ zumeist synonym gebraucht.
Manche nichtlineare Probleme lassen sich durch geeignete Substitution in lineare überführen und lassen sich dann wie oben lösen. Etwa nur multiplikativ wäre ein Modell der Art
bei dem auch die Residuen e mit t variieren. Hier könnte man mit Logarithmieren das System in eine additive Struktur überführen und dann die Parameter errechnen. Dieser Ansatz wird beispielsweise in der Wachstumstheorie angewendet. Häufig werden für die Approximation einer Funktion y auch Ausgleichspolynome der Art
eingesetzt. Werden für die Potenzen die Zahlenwerte verwendet, ergibt sich wieder ein lineares Gleichungssystem, das wie oben gelöst werden kann.
Im Allgemeinen ergibt sich bei nichtlinearen Modellfunktionen durch die partielle Differentiation ein System von Normalgleichungen, das nicht mehr analytisch gelöst werden kann. Eine numerische Lösung kann hier iterativ mit dem Gauß-Newton-Verfahren erfolgen. Jenes hat das Problem, dass die Konvergenz des Verfahrens nicht gesichert ist.
Aktuelle Programme arbeiten häufig mit einer Variante: Dem Algorithmus nach Levenberg und Marquardt (Levenberg K (1944): A method for the solution of certain non-linear problems in least squares. Quarterly of Applied Mathematics 2 (1944) 164-168; Marquardt DW (1963): An algorithm for least squares estimation of nonlinear parameters. SIAM J. Appl. Math. 11 (1963) 431-441). Bei diesem Verfahren ist zwar die Konvergenz ebenfalls nicht gesichert, jedoch wird durch eine Regularisierungstechnik die Monotonie der Näherungsfolge garantiert und es ist bei größerer Abweichung der Schätzwerte toleranter als die Ursprungsmethode. Beide Verfahren sind mit dem Newton-Verfahren verwandt und konvergieren meist quadratisch, in jedem Schritt verdoppelt sich also die Zahl der korrekten Nachkommastellen.
Als Ergebnisse der Mikrozensus-Befragung im Mai 2003 durch das statistische Bundesamt sind die durchschnittlichen Gewichte von Männern nach Altersklassen gegeben (Quelle:© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2004). Für die Analyse wurden die Altersklassen durch die Klassenmitten ersetzt (Die Zahlen sind im Artikel Streudiagramm aufgeführt). Es soll die Abhängigkeit der Variablen Gewicht (y) von der Variablen Alter (t) analysiert werden. Das Streudiagramm lässt auf eine annähernd parabolische Beziehung zwischen t und y schließen, welche sich häufig gut durch ein Polynom annähern lässt. Es wird ein polynomialer Ansatz der Form
versucht. Eine Anpassungsrechnung mit Hilfe des Statistik-Programms Minitab ergab die (ins Deutsch übersetzte) Tabelle T1. Es sind alle Parameter xj statistisch signifikant, d.h. die Daten aller t j können einen deutlichen Beitrag zur Erklärung von y leisten. Das Bestimmtheitsmaß (R^2) beträgt 99,8 %, man könnte also sagen, dass 99,8 % der Information von y durch die Daten erklärt werden. Die Daten von t j sind allerdings hochkorreliert. Es wurde daher t 3 und damit der Modellparameter x 3 aus dem Modell entfernt. Die Ergebnisse einer Regression ohne t3 sind in der (ins Deutsch übersetzten) Tabelle T2 aufgeführt. Das Bestimmtheitsmaß ist lediglich auf 98,6 % gesunken, also hat t3 nur einen zusätzlichen Beitrag zur Erklärung von y von 1,3 %. Das Streudiagramm mit den beobachteten und geschätzten y-Werten zeigt, dass die Anpassung gelungen ist.
| Scatterplot1.png | AlterGewicht.png |
Hier soll das Problem anhand eines einfachen Beispiels (multiplikative Verknüpfung: Geschwindigkeitsgleichung ) erläutert werden.
Ein Objekt bewegt sich auf einer ebenen geraden Strecke mit konstanter Geschwindigkeit. Gesucht ist die wahrscheinliche Geschwindigkeit oder die wahrscheinliche Zeit pro Wegeinheit (mit ). Auch hier wird das nichtlineare System in ein lineares überführt. Es werden die folgenden Werte gemessen:
| Formelzeichen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Messwert | Gemessene Entfernung | Gemessene Zeit | Entfernung Zeit | Entfernung² |
| Einheit | Kilometer | Sekunden | KilometerSekunden | Kilometer² |
| 1 | 2,1 | 5,1 | 10,71 | 4,41 |
| 2 | 1,9 | 4,9 | 9,31 | 3,61 |
| 3 | 1,985 | 5,15 | 10,2275 | 3,940225 |
| Summen | 5,985 | 15,15 | 30,24275 | 11,960225 |
Die Summe der Fehlerquadrate ist dann:
Die erste Ableitung der obigen Gleichung nach , die gleich Null gesetzt wird, um das Minimum zu suchen, lautet:
Diese Gleichung wird nach T aufgelöst:
Man muss also die Summe der Produkte tm und sm durch die Summe der Quadrate der gemessenen Entfernungen teilen. Das Ergebnis hat die Einheit Zeit/Weg (hier 2,5286 Sekunden/Kilometer) bzw. der Kehrwert davon ist die gesuchte Geschwindigkeit v mit der Einheit Weg/Zeit (hier 0,3955 Kilometer/Sekunde).
Auch die Fourieranalyse ist eine Form der Linearisierung einer nichtlinearen Modellfunktion. Die Ansatzfunktionen sind der Kosinus und Sinus der Grundfrequenz und ihrer Vielfachen. Man setzt an
Ein Beispiel für Regressionsmodelle, die in keiner Weise linearisierbar sind, ist die Enzymkinetik. Hier ist allerdings zu fordern, dass nur y (Reaktionsgeschwindigkeit) und nicht x (Substratkonzentration) einem Fehler unterliegt. Die vertraute Lineweaver-Burk-Beziehung ist zwar eine algebraisch korrekte Umformung der Michaelis-Menten-Gleichung v = Vmax x / (Km + [S), ihre Anwendung liefert aber nur korrekte Ergebnisse, wenn die Messwerte fehlerfrei sind. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass sich die Realität nur mit einer erweiterten Michaelis-Menten-Beziehung
mit ei als Fehlerparameter, beschreiben lässt. Diese Gleichung lässt sich nicht mehr linearisieren, also muss hier die Lösung iterativ ermittelt werden.
Bei nichtlinearen Gesetzmäßigkeiten ergibt sich eine Komplikation dadurch, dass die zu optimierenden Parameter nicht direkt ermittelt werden können: alle Kalkulationen gehen zwangsläufig von Schätzwerten aus, so dass jede nichtlineare Regressionsanalyse ein iteratives Verfahren darstellt. Ob diese Schätzwerte vernünftig waren, zeigt sich im nachhinein dadurch, dass verschiedene Anfangsschätzungen zum gleichen Endergebnis führen.
Frei verfügbare (Public domain) Implementierungen des Levenberg-Marquardt-Algorithmus finden sich unter
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