Methadon.png Methadon ist ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid. Es wurde in der Öffentlichkeit bekannt als Opiatersatzstoff durch seine breite Anwendung in Substitutionsprogrammen.
Seit den 1960er Jahren wird Methadon (zuerst in den USA) als Substitutionsmittel gegen körperliche Entzugserscheinungen bei Heroinabhängigkeit eingesetzt.
In Deutschland ist sowohl rac-Methadon (Methaddict® Tabletten) als auch das Levomethadon (Handelsname L-Polamidon®) zum Zweck der Substitution verschreibungsfähig und über Apotheken beziehbar. Methadon wird voll-synthetisch hergestellt, im Gegensatz z. B. zu Heroin, das halbsynthetisch aus dem natürlichen Opium-Alkaloid Morphin hergestellt wird. Chemisch-strukturell unterscheidet sich Methadon von den Opiaten Morphin und Heroin deutlich. Die Synthese des Methadon ist aus technischer Sicht recht einfach. (siehe: E. Breitmaier, Alkaloide, Teubner-Vlg. 1997, S.158)
Methadon wurde 1942 von der Firma Hoechst in Deutschland als Morphin bzw. Heroin ersetzendes (= substituierendes) Schmerzmittel entwickelt. Ein Grund für die Anwendung als Heroinersatz liegt darin, dass Heroin aufgrund internationaler Vereinbarungen legal kaum erhältlich ist.
Nicht unerheblich ist die als Nebenwirkung entstehende Antriebslosigkeit, oftmals gepaart mit depressiven Schüben, Alkoholmißbrauch und eine nachlassende (oft nicht mehr vorhandene) Libido. Häufig kommt es auch zu Wassereinlagerungen und dadurch zu Gewichtszunahmen.
Es kann daher als starkes Schmerzmittel verwendet werden, z.B. bei Tumorkranken, die ein langwirksames Mittel benötigen. Bekannt wurde es in der Öffentlichkeit durch Abgabeprogramme an Heroinabhängige. Ziel war die gesundheitliche und psychische Stabilisierung dieser Suchtkranken durch den Wegfall des Zwangs, täglich viel Zeit und Geld für die Beschaffung von Heroin aufzuwenden, mit den bekannten Begleiterscheinungen (Diebstähle, Prostitution, Verbreitung von HIV und Hepatitis): Die überwachte Abgabe erfolgt nur gegen Vorlage eines BtM-Rezeptes (Betäubungsmittelgesetz), welches von den wenigsten Ärzten ausgestellt wird und werden kann (In der Schweiz benötigen Ärzte zu diesem Zweck eine spezielle Bewilligung).
Für die Heroinsubstitution (Ersatzbehandlung) ist bei 90 % der Betroffenen eine einzige tägliche Methadonabgabe ausreichend. Ca. 10% der Menschen sind jedoch fast metabolizers, d. h. sie bauen Substanzen wie Methadon schneller ab. Hier muss u.U. eine Abgabe in zwei Tagesdosen erfolgen. Durch die langsamere Ausscheidung kommt es im Gegensatz zum Heroinkonsum, wo der Blutspiegel zwischen zwei Einnahmen rasch absinkt, kaum zu Unterdosierungen. Damit wird die Endorphinproduktion (=körpereigene Substanzen mit Opioidwirkung) viel vollständiger unterdrückt, was wahrscheinlich die heftigeren Entzugserscheinungen (szenensprachlich Affe) bei plötzlichem Absetzen der Substanz erklärt. Bei langsamem stufenweisem Ausschleichen können die Symptome erträglich gehalten werden. Kurzfristig kann mit Methadon auch ein Heroinentzug aufgefangen und zu Ende geführt werden (Spital - Gefängnisaufenthalte).
In der Medizin wird Levomethadon auch als Reservemittel bei Tumorschmerzen verwendet. Es ist allerdings dem Einsatz durch den erfahrenen Behandler vorbehalten, da es eine sehr unterschiedliche Halbwertszeit hat. Diese variiert von Mensch zu Mensch zwischen 10 und 70 Stunden. Allgemeine Bekanntheit erreichte Methadon jedoch als Mittel zur Behandlung und Substitution von Opiatabhängigen.
In der Veterinärmedizin wird die Komponente Levomethadon als Narkotikum zwecks Durchführung chirurgischer Eingriffe bei Hunden eingesetzt.
Bei der Methadonblockade stand der Gedanke im Vordergrund, dem Körper des Abhängigen soviel Methadon zu verabreichen, dass das eigentliche Suchtmittel Heroin seine Wirkung nicht mehr entfalten konnte. Auf diese Weise hoffte man, den Süchtigen von der Beschaffung der illegalen Droge abzuhalten.
Gesellschaftlich bestand jedoch der Anspruch, den Abhängigen vollständig von dem Suchtmittel zu lösen, so dass man recht bald zur Methadonreduktionsmethode, der so genannten Entgiftung, überging. Bei dieser Methode wird anfangs die individuell benötigte Menge an Methadon ermittelt, der zu Behandelnde auf dieser Dosis stabilisiert, um dann im Laufe der Zeit die verabreichte Menge schrittweise zu verringern. Auf diese Weise sollte die Abhängigkeit gelöst werden. Es zeigte sich jedoch, dass viele der so Behandelten wieder rückfällig wurden, indem sie zusätzlich oder im Anschluss wieder Heroin konsumierten. Dieses Zurückfallen wird durch die, auch lange noch nach dem körperlichen Entzug vorhandene, psychische Abhängigkeit verursacht. Diese bewirkt nicht nur ein eingeschränktes, auf Drogen fixiertes Bewusstsein, sondern unter Anderem auch schwere Depressionen.
Man ging dann über zur Methadonerhaltungsmethode. Hierbei wird lediglich das Heroin durch eine entsprechende Menge Methadon ersetzt. Diese Methode kann nur zum Erfolg führen, wenn gleichzeitig eine komplette Umstellung in der Lebensführung erfolgt. Dazu gehört Distanz zur Szene und eine als sinnvoll empfundene Tätigkeit.
Synthetische Droge | Opioid | Arzneistoff
Metadon | Methadone | Metadoni | Méthadone | Metadon | Metadone | メタドン | Methadon | Metadon | Metadon | Metadona | Метадон | Metadon | เมทาโดน | Метадон | 美沙酮
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Methadon".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world